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Könnt ihr ein Blick auf mein Depot werfen?

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Zitat von Muslime_Frugi am 21. März 2021, 17:32 Uhr

 

Hab schon ein paar Ideen im Kopf und werde berichten 😎

Bin Gespannt 😀

Zitat von suchenwi am 21. März 2021, 18:27 Uhr

Mein Depot ist noch deutlich unübersichtlicher als deins, aber ich räume allmählich auf. Im besten Fall konnte ich Aktien, die die Dividendenzahlung eingestellt oder stark gekürzt haben, noch mit leichtem Gewinn loswerden (L Brands, Ford Motor, Kimco...). Auf Macy's Erholung warte ich noch. Nordea Bank ist auch auf der Verkaufsliste, weil quellensteuer-ungünstig (Finnland). Anleihen (10j.Bund, Österreich, Sixt) habe ich neulich auch umgeschichtet.

Ich investiere, wie ich koche: Basis sind Grundnahrungsmittel (Kartoffeln, Hülsenfrüchte, Nudeln, Reis... bzw. ETFs), dazu kommen schmackhafte Zutaten (Allianz, MunichRe, Siemens), und zuletzt Gewürze (Aktien, spezielle ETFs, z.B. MSCI Russia, US Energy Infrastructure MLPs...)

Die Gesamtperformance messe ich in Netto-Ertragsrendite p.a. (zuletzt 3.4%, war 5.1% vor Corona) und Buchgewinn (zuletzt -4.6%, erholt sich noch von Corona, schlimmster Drawdown war -38% am 23.3.2020).

Sparpläne (je 500/mo) laufen auf "select dividend"-ETFs: Asia-Pacific 50 und Eurostoxx 30. Die üblichen MSCI World/EM halte ich, reinvestiere aber nicht, wo die im Kurs 20..30% zugelegt haben, aber immer noch unter 2% ausschütten.

Ich bin Rentner, mit nicht mehr soviel Zeithorizont. Das Depot verwalte ich nach bestem Wissen und Gewissen, für meine Erbmasse (an Töchter & Enkel). Man könnte sagen: Investment ist für mich ein e-Sport (bessere Maßzahlen anstreben, aber kein Cash entnehmen)...

sehr interessant, danke für die einblicke

@suchenwi Ich investiere, wie ich koche: Basis sind Grundnahrungsmittel (Kartoffeln, Hülsenfrüchte, Nudeln, Reis... bzw. ETFs), dazu kommen schmackhafte Zutaten (Allianz, MunichRe, Siemens), und zuletzt Gewürze (Aktien, spezielle ETFs, z.B. MSCI Russia, US Energy Infrastructure MLPs...)

Sehr nett geschrieben 🙂

Was ich noch interessant fände: Wissen deine Töchter und Enkel denn von Ihrem irgendwann mal eintretenden "Geldsegen"? Und bereitest du sie in irgend einem Maß darauf vor, selbst Investor zu werden? Ich habe z. B. einen Onkel der zeitlebens investiert war und - soweit ich weiss - auch immer sehr gut von seinen Erträgen leben konnte. Mit der Börse setze ich mich nun aber erst seit ca. 2 Jahren auseinandern.. und leider ist es nun zu spät, ihn nach seinem fundierten Erfahrungsschatz zu fragen, da er geistig nicht mehr auf voller Höhe ist (hohes Alter). Das finde ich sehr schade, da ich bestimmt viel von ihm hätte lernen können.

Ist natürlich alles kompliziert... mündlich habe ich ihnen berichtet, und vor 1..2 Jahren die komplette Depotübersicht (ca. 90 Posten) zugemailt, damit sie den Überblick haben. Rückfragen kamen nicht.

Inzwischen verändert sich das Depot (ETF-Sparpläne aus Erträgen, gelegentlich Verkauf entweder bei extrem hohem Kursgewinn, der sagen wir 10 Jahre Dividenden aufwiegt, dazu gelegentlich Verkauf von Kellerleichen, deren Veräußerungsverlust einen anderen Gewinn steuerlich neutralisiert)...

An meinen Business Rules arbeite ich auch noch, je nach Marktentwicklung, könnte ihnen also nur einen Zwischenstand berichten. Meine jüngere Tochter ist begeistert von MLP-Fonds (ich weniger).

Steuerlich haben Töchter 400k Freibetrag (Enkel 200k), darüber werde ich zeitlebens wohl nicht mehr kommen, aktueller NAV 252k.

Wenn ich bei aktien.net lese: "Der Wert des Aktiendepots wird nach den Aktienkursen am Todestag festgesetzt. Wichtig ist, dass die Kurse an einer deutschen Börse festgesetzt wurden. Das ermöglicht etwas Handlungsspielraum:

  • Deutsche Handelsplätze notieren häufig leicht unterschiedliche Kurse. Die Erben dürfen den günstigsten angeben.
  • Die Erben können den niedrigeren Geldkurs angeben."

dann gruselt mich der Tod noch mehr als sonst schon... Beim Tod eines Verwandten würde ich auch nicht die Kurse am Todestag an verschiedenen Börsen, und noch gar Geldkurse recherchieren wollen... - zumal die im Tageslauf volatieren können, man müsste also den Todeszeitpunkt auf HH:MM:SS kennen, der steht aber in keinem Totenschein...  🙁

Zudem: "Kurse an einer deutschen Börse"... das Wertpapiergeschäft ist ja international, und ich habe eine knappe Handvoll Posten nicht (mehr) in DE kaufen können, aber onvista-bank bietet ja in solchen Fällen auch NYSE oder Nasdaq an. Die Tageskurse kämen dann auch von da.

Zu "nicht (mehr)": 2018 habe ich iShares Mortgage Real Estate ETF ($REM) in Berlin/Bremen gekauft. Als ich 2019 nachkaufen wollte, ging das in DE nicht mehr (wohl weil nicht UCITS-zertifiziert), also dann NYSE. Wegen unterschiedlichem Verwahrort werden die beiden Käufe (bei gleicher ISIN) als getrennte Posten geführt.

Solche Komplexität wird einem Erbrechtsanwalt schon die Haare zu Berge stehen lassen, und meinen Töchtern noch viel mehr 🙁

Ohje, ja ans Steuerrecht hab ich zum Beispiel noch garnicht gedacht.. Es ist augenscheinlich auch echt ein emotionales Thema, das man nur schwer mit der nötigen Objektivität betrachten kann, vor allem wenn es um einen selbst geht.

Mir ging es tatsächlich auch eher darum, dass deine Verwandten sich am besten schon im Vorfeld mit Finanzen und Investment auseinander setzen sollten. Völlig unabhängig davon, ob oder dass sie irgendwann einmal Erbmasse verwalten müssen. Wenn ich mal Kinder habe, werde ich die Finanzen von klein auf einfließen lassen. Wie ich das genau mache steht natürlich noch in den Sternen - jedes Kind kriegt aber von Geburt an ein Depot, um z. B. den Steuerfreibetrag ausnutzen zu können : )

Es ist halt nur schade, wenn ein mühsam entwickeltes Portfolio im Erbfall aufgelöst wird, Steuern fällig werden, das Geld dann auf dem Girokonto an Wert verliert etc., bloß weil die Erben keine Ahnung von der Börse haben. Wäre das mein Erbe, würde ich mich im Grab umdrehen 😀

Nun ja, meine Töchter sind mit 34/30 schon ziemlich erwachsen und leben ihr eigenes Leben. Da ich aber vor 3 Jahren erst mit aktivem Investment angefangen habe, konnte ich ihnen vorher keine Finanzmarktkenntnisse vermitteln (bin ja selber noch am Lernen)...

Im Erbfall habe ich ein Hemd ohne Taschen an, und keine Ahnung, was die Erbinnen aus dem Erbe machen (steuerfrei wird es wohl sein). Ich bemühe mich, das Depot allmählich zu vereinfachen. Zum Beispiel ist Nordea Bank seit heute wieder im grünen Bereich.. also auf meiner Verkaufsliste. Ich habe keine Eile, aber bei guter Gelegenheit wird sie verkauft - das Depot wieder etwas übersichtlicher, und Probleme mit finnischer Quellensteuer auch aus dem Weg geräumt... 🙂

Das wäre eine Regel, die ich ihnen mitgeben wollte: vor jedem Auslandsinvestment, schaut euch die dortige Quellensteuerlage an! Unproblematisch sind US*, LU, JP, GB... ansonsten sind viele Länder eigen. Z.B. Portugal, hohe QSt auch auf Staatsanleihen (in Griechenland oder Österreich aber nicht). Irland: hohe QSt auf Aktien (habe Seagate darum verkauft), keine auf ETFs, die sehr gerne in Irland domiziliert werden.

*: In den USA sind allerdings MLPs steuerlich ein Killer: 37.5% QSt, nicht anrechenbar, + deutsche Steuern. Alternative: ein ETF auf MLPs, noch mit 30% Teilfreistellungsquote... Alles nicht einfach.

Puh, wenn du deinen börsenunerfahrenen Töchtern gleich mit sowas kommst, ist die Chance hoch dass sie sich abwenden und bei Tagesgeld, Versicherung und bestenfalls noch einer Immo bleiben. Zeig ihnen besser die Basics: Aufteilung risikoarm und risikobehaftet je nach Toleranz, dann breit investieren, langer Zeitraum, Kosten gering halten. Und wenns knallt durchatmen und auf KEINEN FALL verkaufen. Lieber das alles 100x runterbeten und die Quellensteuerthemen weglassen. Und im Zweifelsfall, wenn sie kein gesteigertes Interesse entwickeln, dann solln sie einfach laufen lassen, was auch immer du vererbst. Bestenfalls gibst du ihnen noch die ETF-WKN, auf den sie ihren Sparplan einrichten dürfen. 🙂

Ach, für die Töchter waren diese Überlegungen erstmal nicht gedacht. Breit investieren: habe ich gemacht (aber: trau, schau, welches Land, welches Steuerrecht...) Generell sind ETFs natürlich breiter gestreut als Einzeltitel. Langer Zeitraum: klar (habe ich aber nicht mehr). Kosten gering halten: eh klar (ETF-Sparpläne zu 0.2% Transaktionskosten). Baissen aussitzen auch - einige Titel waren schon bei -50% und nähern sich gerade wieder der Nulllinie, oder (Daimler, Poste Italiane...) sind schon wieder weit drüber. Hold.

Aber was ist z.B. risikoarm? Ich hatte einen großen Posten 10j. 0.5% Bundesanleihen, unter pari gekauft zu 98.6%, wollte sie eigentlich bis Laufzeitende 2028 halten. Die "Märkte" haben aber soviel mehr geboten, dass ich sie mit gut 10% Gewinn verkauft habe (auch weit über Wert bis Laufzeitende). Anleihen-ETFs (Eurozone, US Treasuries, EM Bonds, Hi-Yields) stehen ebenfalls teils hoch im Kurs, aber da sie leidlich gut Erträge abwerfen, lasse ich sie erstmal laufen.

"Auf keinen Fall verkaufen": meine Strategie ist halt ertragsorientiert. Einige US-Aktien haben 2020 die Dividende ausgesetzt und bisher nicht wieder eingeführt (L Brands, Ford Motor). Als sie wieder über meinen Einstandskurs stiegen, war ich froh, sie loszuwerden. Zudem verkaufe ich manchmal Aktien mit Verlust (z.B. Centrica GB), bei denen ich mittelfristig keine Chance auf Erholung sehe, um den steuerlich mit Gewinn aus anderen Verkäufen (z.B. McDonald's) zu verrechnen: Kurs blendend, Ertragsrendite mager. Eine Faustregel: wenn der Kursgewinn den Dividenden aus 10 Jahren entspricht, "take the money and run"... OK, das sind alles so "business rules", die ich über 3 Jahre Börsenpraxis (=kurz) für mich entwickelt habe. Ohne Gewähr.

Das war ja auch nicht für dich gedacht, sondern die Essenz dessen, was du deinen Töchtern auf den Weg geben könntest. 🙂 Verkaufen bei Bedarf, klar, aber nicht in Panik im Crash (das meinte ich mit 'wenns knallt'). Und risikoarm wären für mich Staatsanleihen von Topländern in EUR mir kurzer Restlaufzeit, oder Sichteinlagen mit Einlagensicherung der gleichen Länder. Für deine Töchter wäre das in der jetzigen Situation vermutlich einfach Tagesgeld.

 

Nachdem ich den Bericht über die gestrige HV der Nordea Bank gelesen habe, ist sie erstmal wieder auf Hold:

"The AGM authorised the Board of Directors to decide on a dividend payment, in one or several instalments, of a maximum of EUR 0.72 per share based on the balance sheet adopted for the financial year ended 31 December 2020.

The authorisation shall remain in force and effect until the beginning of the next AGM. The Board of Directors has decided to follow the recommendation by the European Central Bank (ECB) to refrain from or limit dividends until the end of September 2021 and will refrain from deciding on a dividend payment based on the authorisation before 1 October 2021, unless the ECB updates or revokes its recommendation."

Also für das Geschäftsjahr 2020 darf frühestens im Oktober 2021 ausgeschüttet werden... Geduld ist eine Kerntugend des Investors... 🙂

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