Karriereplanung in unsicheren Zeiten
Zitat von Subdreamer am 23. Januar 2026, 8:11 UhrGuten Morgen zusammen,
ich stehe vor der für mich wichtigen Frage, ob ich Karriere forcieren sollte oder mich mit meiner aktuellen Stelle abfinden sollte.
Ich verdiene mit Ende 20 dieses Jahr 90k im Hauptjob und habe einen Minijob, der 400€ abwirft. Meine Frau ist verbeamtete Lehrerin in A13, aber aktuell in Elternzeit mit unserem ersten (und vermutlich einzig geplanten) Kind.
Wir haben 400k bei Seite (ca. 200k in breiten Aktien-ETFs und 200k liquide für einen gewünschten Immobilienerwerb).
Nun war mir berufliche Erfüllung schon immer wichtig. Ich engagiere mich gerne und treibe Themen voran.
Durch eine Umstrukturierung unseres Konzerns bin ich seit 2,5 Jahren in einem dead-end-Job. Es gibt genug zu tun, der Chef ist gut, aber es gibt keine Entwicklungsperspektive. Das Thema ist zu speziell. In meinem Bundesland gibt es eine handvoll offener Stellen für und ich bin gehaltstechnisch schon am oberen Ende. Aktuell sehe ich meinen Job als sicher an, da es meinem Konzern grundsätzlich gut geht und in meinem Teilbereich eher Personal aufgebaut wird.
Vor der Umstrukturierung habe ich in einem Bereich gearbeitet, in dem mehr Entwicklung möglich ist.
Nun habe ich in eben diesem Bereich eine Stelle in einem anderen Unternehmen zugesagt bekommen. Es handelt sich um einen großen inhabergeführten Mittelständler (ca. 7k Mitarbeiter, hauptsächlich in DE).
Die Bezahlung ist mit 100k und Dienstwagen etwas besser. Ich verspreche mir eine bessere Entwicklungsperspektive und der Pendelweg würde von 1h auf 30 min. runtergehen.
Auf der anderen Seite habe ich eine neue Probezeit und die damit einhergehenden teilweise nicht absehbaren Risiken.
Wie würdet ihr handeln? Sich mit der bisherigen beruflichen Situation zufrieden geben und eher Erfüllung im privaten Bereich suchen oder in relativ jungem Alter beruflich etwas riskieren? Man möchte als junger Vater nicht unbedingt arbeitslos werden.
Guten Morgen zusammen,
ich stehe vor der für mich wichtigen Frage, ob ich Karriere forcieren sollte oder mich mit meiner aktuellen Stelle abfinden sollte.
Ich verdiene mit Ende 20 dieses Jahr 90k im Hauptjob und habe einen Minijob, der 400€ abwirft. Meine Frau ist verbeamtete Lehrerin in A13, aber aktuell in Elternzeit mit unserem ersten (und vermutlich einzig geplanten) Kind.
Wir haben 400k bei Seite (ca. 200k in breiten Aktien-ETFs und 200k liquide für einen gewünschten Immobilienerwerb).
Nun war mir berufliche Erfüllung schon immer wichtig. Ich engagiere mich gerne und treibe Themen voran.
Durch eine Umstrukturierung unseres Konzerns bin ich seit 2,5 Jahren in einem dead-end-Job. Es gibt genug zu tun, der Chef ist gut, aber es gibt keine Entwicklungsperspektive. Das Thema ist zu speziell. In meinem Bundesland gibt es eine handvoll offener Stellen für und ich bin gehaltstechnisch schon am oberen Ende. Aktuell sehe ich meinen Job als sicher an, da es meinem Konzern grundsätzlich gut geht und in meinem Teilbereich eher Personal aufgebaut wird.
Vor der Umstrukturierung habe ich in einem Bereich gearbeitet, in dem mehr Entwicklung möglich ist.
Nun habe ich in eben diesem Bereich eine Stelle in einem anderen Unternehmen zugesagt bekommen. Es handelt sich um einen großen inhabergeführten Mittelständler (ca. 7k Mitarbeiter, hauptsächlich in DE).
Die Bezahlung ist mit 100k und Dienstwagen etwas besser. Ich verspreche mir eine bessere Entwicklungsperspektive und der Pendelweg würde von 1h auf 30 min. runtergehen.
Auf der anderen Seite habe ich eine neue Probezeit und die damit einhergehenden teilweise nicht absehbaren Risiken.
Wie würdet ihr handeln? Sich mit der bisherigen beruflichen Situation zufrieden geben und eher Erfüllung im privaten Bereich suchen oder in relativ jungem Alter beruflich etwas riskieren? Man möchte als junger Vater nicht unbedingt arbeitslos werden.
Zitat von TakeTwo am 23. Januar 2026, 12:27 UhrIn Deinem Alter, mit dem finanziellen background kannst Du schon was riskieren. Garantien gibts natürlich nicht, auch nicht in Deinem aktuellen Job.
In Deinem Alter, mit dem finanziellen background kannst Du schon was riskieren. Garantien gibts natürlich nicht, auch nicht in Deinem aktuellen Job.
Zitat von TheWanderer am 23. Januar 2026, 20:23 UhrHey Subdreamer, du siehst den Wechsel als Risko, was kurzfristig ja auch stimmt. Aber es ist jetzt auch nicht sehr wahrscheinlich, dass du in der Probezeit gekündigt wirst. Das passiert ja normalerweise nicht so oft, und auch wenn die Konjunktur gerade schwächelt, ist der neue AG offenbar bereit extern einzustellen und gut zu zahlen, so ganz schlecht kann es da also grad nicht aussehn.
So wie du das beschreibst, ist das Risiko beim alten AG zu bleiben vielleicht sogar höher. Dein Marktwert könnte schrumpfen. Gerade mit der gewünschten Immobilie und Kind bist du bei der Suche auf das nähere Umfeld beschränkt, was bei Nischenthemen ungünstig ist. Wie du dich beschreibst, kann es passieren, dass du beim alten AG auf Dauer nicht glücklich wirst, schlimmstenfalls mit Boreout und anderen gesundheitlichen Folgen. Und wenn du es geschickt anstellst, behälst du in der alten Firma noch auf Jahre einen guten Ruf und bist gut vernetzt. Im Fall der Fälle hast du dort gute Chancen, später nochmal wieder eingestellt zu werden.
Hey Subdreamer, du siehst den Wechsel als Risko, was kurzfristig ja auch stimmt. Aber es ist jetzt auch nicht sehr wahrscheinlich, dass du in der Probezeit gekündigt wirst. Das passiert ja normalerweise nicht so oft, und auch wenn die Konjunktur gerade schwächelt, ist der neue AG offenbar bereit extern einzustellen und gut zu zahlen, so ganz schlecht kann es da also grad nicht aussehn.
So wie du das beschreibst, ist das Risiko beim alten AG zu bleiben vielleicht sogar höher. Dein Marktwert könnte schrumpfen. Gerade mit der gewünschten Immobilie und Kind bist du bei der Suche auf das nähere Umfeld beschränkt, was bei Nischenthemen ungünstig ist. Wie du dich beschreibst, kann es passieren, dass du beim alten AG auf Dauer nicht glücklich wirst, schlimmstenfalls mit Boreout und anderen gesundheitlichen Folgen. Und wenn du es geschickt anstellst, behälst du in der alten Firma noch auf Jahre einen guten Ruf und bist gut vernetzt. Im Fall der Fälle hast du dort gute Chancen, später nochmal wieder eingestellt zu werden.
Zitat von karlmags am 24. Januar 2026, 9:34 UhrZu lange bei einem AG zu verbleiben kann negativ sein. Wenn du dann nach 15 Jahren wechseln möchtest ist jeder Recruiter erstmal irritiert.
Die Rahmenbedingungen sind im neuen Job besser - hast du dir die finanzielle Situation des neuen AGs angesehen?
Eine Kollegin wurde vom neuen GF einer Firma angestellt, der SAP einführen wollte. Sie noch: seid ihr euch sicher? Das kostet richtig Geld. Er ganz selbstbewusst: Ja, wir brauchen das.
Mit ihr kamen aber auch Effizienzberater ins Haus - das Projekt war nach 2 Wochen tot. Die technische Migration auf die neuste Version des aktuellen ERPs sollte sie dann machen. Dafür war sie nicht gekommen - aber zur Not frisst der Teufel fliegen. Die Berater haben aber noch n paar Runden gedreht und nach 2 Monaten im neuen Job war klar: ihr Team wird aufgelöst, das Projekt macht der andere Teamleiter der schon 10 Jahre da ist & sie kann die Koffer packen. Einfach so. Wtf.
Problem: sie hat vorher die Bücher nicht gecheckt. Das Unternehmen (120 Jahre alt, Mittelstand, Maschinenbau) hat die letzten Jahre immer wieder Verluste geschrieben und in den Gewinnjahren war die Umsatzrendite 0,x%.Sie hat dann 1 Jahr maximales ALG1 bezogen und hat das Haus saniert & ist dann in die Beratung gegangen. Hat‘s Beste draus gemacht. Aber craaazy Story.
anderer Kollege hatte Probearbeiten gemacht und nur ne mündliche Zusage (beim selben AG, nur 10 Jahre früher) & er ist in die Region gezogen & hat n Haus gekauft. Abteilungsleiterwechsel - & der neue Abteilungsleiter meinte dass die Stelle nicht neu besetzt werden soll. Sie haben ihm abgesagt. Wtf.
also neben der Erkenntnis, dass diese Firma ne absolute Pommesbude ist mit 1000 Red Flags, ist in mir die Erkenntnis gereift, dass man den neuen AG sorgfältig prüfen sollte.
In deiner Situation würde ich wechseln, sofern der AG finanziell gut aufgestellt ist!Und where the hell habt ihr in dem Alter 400k her?! Vorgezogenes Erbe?
Zu lange bei einem AG zu verbleiben kann negativ sein. Wenn du dann nach 15 Jahren wechseln möchtest ist jeder Recruiter erstmal irritiert.
Die Rahmenbedingungen sind im neuen Job besser - hast du dir die finanzielle Situation des neuen AGs angesehen?
Eine Kollegin wurde vom neuen GF einer Firma angestellt, der SAP einführen wollte. Sie noch: seid ihr euch sicher? Das kostet richtig Geld. Er ganz selbstbewusst: Ja, wir brauchen das.
Mit ihr kamen aber auch Effizienzberater ins Haus - das Projekt war nach 2 Wochen tot. Die technische Migration auf die neuste Version des aktuellen ERPs sollte sie dann machen. Dafür war sie nicht gekommen - aber zur Not frisst der Teufel fliegen. Die Berater haben aber noch n paar Runden gedreht und nach 2 Monaten im neuen Job war klar: ihr Team wird aufgelöst, das Projekt macht der andere Teamleiter der schon 10 Jahre da ist & sie kann die Koffer packen. Einfach so. Wtf.
Problem: sie hat vorher die Bücher nicht gecheckt. Das Unternehmen (120 Jahre alt, Mittelstand, Maschinenbau) hat die letzten Jahre immer wieder Verluste geschrieben und in den Gewinnjahren war die Umsatzrendite 0,x%.
Sie hat dann 1 Jahr maximales ALG1 bezogen und hat das Haus saniert & ist dann in die Beratung gegangen. Hat‘s Beste draus gemacht. Aber craaazy Story.
anderer Kollege hatte Probearbeiten gemacht und nur ne mündliche Zusage (beim selben AG, nur 10 Jahre früher) & er ist in die Region gezogen & hat n Haus gekauft. Abteilungsleiterwechsel - & der neue Abteilungsleiter meinte dass die Stelle nicht neu besetzt werden soll. Sie haben ihm abgesagt. Wtf.
also neben der Erkenntnis, dass diese Firma ne absolute Pommesbude ist mit 1000 Red Flags, ist in mir die Erkenntnis gereift, dass man den neuen AG sorgfältig prüfen sollte.
In deiner Situation würde ich wechseln, sofern der AG finanziell gut aufgestellt ist!
Und where the hell habt ihr in dem Alter 400k her?! Vorgezogenes Erbe?