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Kampf im Konzern

@Konsument: das freut mich, dass es dann noch eine ausgleichende Gerechtigkeit gab, leider für Dich zu spät, denn den Ärger vergisst man halt oft nicht, auch nach 13 Jahren ist Dir das ja noch sehr gut in Erinnerung.

Schon ein Armutszeugnis von Deiner Bank, dass sie für solche Trennungsansprachen extra so eine Type buchen mussten.

@jan-veerman: das ist so, Du bist der Bauer auf dem Schachbrett und die Leiter müssen halt Leute auf die Liste setzen. Da kommen wir wieder an das Persönliche.

War das bei Dir die Ansprache in 2009, als pauschal abgebaut werden musste?

Für mich ist das hier eine Willenssache. Nach dem Mist gehe ich nicht umsonst, jetzt habe ich lange durchgehalten,  jetzt mache ich es zu Ende (soll heißen, ich finde was extern oder bleibe, aber ohne was einfach so rausdrücken läuft nicht). Die wollten mit ein bisschen Coaching die Abfindung sparen, da sind wir nun schon weiter. Die einzige Sprache, die Konzerne verstehen, ist Geld, ist leider so.

Und das hat ja nichts damit zu tun, ob man nun mit weniger auskommen kann und Frugalist ist oder sonstwie bescheiden, sondern ob ich mich für den Bonus von anderen Leuten opfere, wohlgemerkt opfere, es geht hier ja nicht um eine  Zielerreichung in der Arbeit, die ich vollbringe und Andere dann auch profitieren.

@gatto ja bei uns wurde in der Finanzkriese in einem kleinen Bereich mit einigen Hundert Mitarbeitern 2009/2010 Pauschal 10% abgebaut. Da konnten aber noch fast alle im Konzern in anderen Bereichen unterkommen. Einige wurden aber auch komplett rausgedrängt, da gab es auch keine Abfindungen. Dann 2020/2021 nochmal 5-10% in einem Bereich mit fast 10.000 Mitarbeitern. Da gab es dann aber im großen Umfang Abfindungen.
Als ich 2009/2010 angesprochen wurde war ich irritiert und wollte dann einen Tag später keine Sekunde länger bleiben da ich beleidigt war. Kurz drauf hatte ich drei Bewerbungsgespräche und 2 Wochen später war ich bereits in einem anderen Bereich. 2020 hab ich mich freiwillig gemeldet da die FI (zwar auf dünnem Eis) bereits kurz bevor stand und ich nochmal ein MFH kaufen wollte um mich ganz unabhängig von einem Job zu machen. Als Betriebsrat habe ich auch mitbekommen wie einige insbesondere ältere Kollegen Existenzängste hatten. Da ich diese nicht hatte dachte ich mir es sei das beste wenn Leute wie ich gehen die sich keine Sorgen machen müssen.
Eigentlich ist es ja auch viel menschlicher wenn sich Leute freiwillig melden das sie bereit sind zu gehen statt wenn man Leute anspricht. Ich würde es nicht übers Herz bringen jemanden zu fragen ob er sich vorstellen kann die Firma zu verlassen wenn ich selbst noch drin bin. Das wäre sehr arrogant und überheblich so möchte ich nicht sein.

Zitat von Gatto am 30. Mai 2022, 21:38 Uhr

@Konsument: das freut mich, dass es dann noch eine ausgleichende Gerechtigkeit gab, leider für Dich zu spät, denn den Ärger vergisst man halt oft nicht, auch nach 13 Jahren ist Dir das ja noch sehr gut in Erinnerung.

Schon ein Armutszeugnis von Deiner Bank, dass sie für solche Trennungsansprachen extra so eine Type buchen mussten.

Ich hege keinen Groll mehr, ich habe damit schon lange meinen Frieden geschlossen, das meine ich mit „vergeben können“, das ist wichtig um den Kopf freizubekommen. Hat allerdings ein Weilchen gedauert.

Ich habe das erst wieder hervorgeholt nachdem ich Deinen Thread gelesen habe und Dir mitteilen wollte, das es manchmal besser ist zu gehen. Ansonsten denke ich nicht mehr daran. Der Konzern sitzt am längeren Hebel und irgendwann macht es sich in der Gesundheit bemerkbar, das sollte man vermeiden. Gesundheit ist das wichtigste und unwiederbringlich. Du redest ja auch von durchhalten, letztlich ist es vertane Lebenszeit. Für mich haben sich durch den Wechsel mit Anfang 40 nochmal ganz neue Perspektiven ergeben, die ich sonst nicht gehabt hätte.

Zitat von konsument am 31. Mai 2022, 4:58 Uhr

Du redest ja auch von durchhalten, letztlich ist es vertane Lebenszeit. Für mich haben sich durch den Wechsel mit Anfang 40 nochmal ganz neue Perspektiven ergeben, die ich sonst nicht gehabt hätte.

Zumal sich das ja auch noch locker 10 Jahre so hinziehen kann, und wie ich schon oben schrieb, mit Ende 40 bis Ende 50 ist für eine Männer eine sehr gefährliche Zeit. Dann kommt der ganze Stress und ungesunde Lebensstil in Form von Krebs etc raus und das war es dann. Habe ich im eigenen Unternehmen erlebt, wie dann immer die Todesanzeige per Mail kamen. Ich war ja zum Glück schon lange mehr oder weniger finanziell unabhängig und deshalb war mir das alles ziemlich egal.

@gatto

Ich hatte das schon oben geschrieben und fühle mich durch Ihren letzten Beitrag bestätigt: Man nimmt aus allem was mit in die Zukunft, egal wie immun und abgeklärt man sich (vordergründig) fühlt. Der Weg zur Verbitterung ist oft nicht weit. "Aufpassen" sag ich.

Ihr habt ja alle Recht und ich danke auch für die Rufe zur Vorsicht. Mir ist das auch alles klar, dass sowas hier nicht dauerhaft gesund ist. Leider dauert das mit Bewerbungen einfach seine Zeit, solange muss ich hier aushalten.

Wie gesagt, aus der Freistellung bewerben mache ich nicht, da muss ich zuviel erklären und Die Zeit läuft noch mehr gegen mich. Es ist ja jetzt schon schwierig, wieso jemand aus dem Konzern bei kleineren Häusern mit interessanten Punkten im Lebenslauf anfangen will als Beispiel. Werde meine Aktivitäten hier weiter hochfahren, mehr kann ich nicht tun.

Verbitterung, ja, die ist durch diese Art und Weise ja schon da, eine logische Folge. Es hilft nur abgrenzen, Fokus auf schöne Dinge legen und möglichst positiv nach vorne schauen.

@Jan Vermann: diese Sache mit Ansprache der Leute und Arroganz hast Du schön beschrieben, letztlich schaut jeder nur auf sich und die Leitenden opfern ihre zum Teil langjährigen Mitarbeiter, jeder verkauft seine Seele, niemand will negativ auffallen.

@gatto was ich aus dieser ganzen Geschichte mitnehme ist:

  • Es kann tatsächlich jeden Treffen das man ausgesiebt wird (egal wie loyal und fähig man ist)
  • Ein humaner Gegenpol zur kalten Aussortierung in Form von Betriebsrat/Rechtsanwälten/Gewerkschaften ist unabdingbar auch wenn sie oft nur indirekt helfen können.
  • Jede Krise sollte als Chance genutzt werden die Firma muss sich hin und wieder runderneuern und ebenso auch wir Menschen die Gesundheit darf darunter keineswegs in Mitleidenschaft gezogen werden.

Hallo Jan,

ja, so ist das. In meinem Fall denke ich auch, dass da irgendwo auch zwischenmenschliche Unstimmigkeiten und fehlende Größe auf der anderen Seite eine Rolle mitgespielt haben (die Fluktuation in der Abteilung davor spricht auch Bände, ob jünger oder gleichalt wie ich - ich bin quasi noch ein Altgedienter).

Wie gesagt, aus meiner Sicht mental sehr entlastend war die Abstimmung mit Anwälten hinter den Kulissen. Betriebsrat war so ok, aber ich erwarte da keine große Hilfe, er begleitet das halt einfach ohne sich selbst da konfrontativ zu involvieren. Selbst als ich die Methoden angesprochen habe, um permanente Drucksituationen zu schaffen, hat er versucht um den Brei herum zu schwurbeln, damit kein Eingriff gemäß §§ 85 BetrVVG notwendig wird. Also eher Schattenboxen. Für das Verhalten in den Druck-Gesprächen habe ich mir halt auch im Netz viel zusammen gesucht, da war auch gute Literatur von Betriebsräten dabei, die waren aber wohl eher in der IG Metall und damit angenommen "härter" und klarer. Ich fand es erstaunlich, wie gut dann die Anwendung der Methoden auch gewirkt hat (z.B. wenig sagen, nur mitschreiben, Abfragen ins Leere laufen lassen). Wie dem auch, vielleicht hilft es auch jemand Anderem, diese Situationen zu meistern, es scheint ja öfter vorzukommen.

Grüße, Gatto

 

 

Zitat von Gatto am 31. Mai 2022, 18:47 Uhr

Für das Verhalten in den Druck-Gesprächen habe ich mir halt auch im Netz viel zusammen gesucht, da war auch gute Literatur von Betriebsräten dabei

 

Hallo Gato,

hast du zufällig noch Links zu dieser Literatur?

Hallo Furgal,

ja, einfach googeln: als Beispiel "Erfahrungsbericht zur Psychologie von Trennungsgesprächen"

Fand das sehr anschaulich, kurz auf ein paar Seiten. Jedenfalls erkennt man viele Muster wieder und weiß, warum die Situation so gestaltet wird.

Auch gut als Buch: "Arbeitsplatz in Gefahr, das sind Ihre Rechte"

Kein Rocket-Science, aber hilft m.E. gut, um sich abzugrenzen und das Spiel zu begreifen.

Wichtig: von Arbeitsrechtler früh im Hinfergrund beraten lassen, was Bluff ist und was man machen/ lassen soll. Es wird nicht fair gespielt, das muss man halt wissen.

Mir geht es gerade ähnlich, wenn auch besser, da sie mich momentan in Ruhe lassen. Arbeite schon seit fast 3 Jahrzehnten in der Firma. Damals war es noch ein kleiner selbständiger Laden mit 400 Mitarbeitern, der irgendwann an einen Großkonzern verkauft wurde. Die ersten Jahre wurde das alles noch an der langen Leine geführt. Hatte dort viel Aufbauarbeit geleistet, Strukturen und Systeme eingeführt, die heute noch gelebt werden. In einer weiteren Niederlassung in leitender Funktion Verantwortung übernommen. Dann ging es aus familiären Gründen wieder zurück in die Zentrale. Leider wurde zeitgleich fast das komplette Deutsche Management ausgetauscht. Alle meine Kontakte im oberen Management waren weg und die Firma hatte keine Verwendung mehr für mich.

Jahrelang loyal und viel für die Firma bewirkt. Immer noch Herzblut in dem fachlichen Thema und sehr produktiv. Mein zuständiger Ressortleiter hat mich am langen Arm verhungern lassen.

Am Anfang noch voller Mut habe ich dann auch meinen Unmut darüber geäußert. Dann ging es sehr schnell von Seiten HR, ob ich wohl nicht sowieso schon suchen würde und es ganz normal sei, dass ich mich auch außerhalb weiterentwickeln sollte, es gab dann weitere unangenehme Gespräche, es gab Unterstellungen usw.

Habe mir dann einen Anwalt genommen, der mir sofort zur Abfindung geraten hat. Wären wohl so um die 200-250k gewesen. Ich war aber emotional nicht soweit und hab mich dann zwar wie wild beworben, was aus heutiger Sicht nicht funktionieren konnte. Dann ging es recht zügig mit meiner Gesundheit bergab. Nach der ersten Enttäuschung und Wut kam dann irgendwann nach einem Jahr der Punkt, an dem es dann von heute auf morgen nicht mehr ging. Depression.

War dann erst mal krankgeschrieben und bin dann auf eine Sachbearbeiter Stelle ins alte Team gewechselt. Das war vor 5 Jahren. Seitdem ist Ruhe!

Ich habe es dann nach einiger Zeit akzeptiert. Vorher dachte ich immer, ich muss jetzt mit Ende 40 extern. Quasi die letzte mögliche Ausfahrt nehmen. Heute denk ich, dass wenn es soweit ist, sich schon was findet. Vielleicht dann nur noch 40% oder 50% des jetzigen Gehalts, aber was solls. Reicht immer noch.

Nun ganz ohne emotionale Bindung an das Unternehmen, lebt es sich aber arbeitstechnisch ganz gut. Das Gehalt von >100k-150k haben sie nicht angetastet. Da ich sehr produktiv bin und das Fachgebiet in- und auswendig kenne, muss ich an manchen Tagen gar nichts arbeiten. Manchmal spar ich mir die Arbeit über ne Woche auf um dann ein oder zwei Tage voll ausgelastet zu sein. Das brauch ich einfach noch manchmal.

D.h. Ich habe eine 35-Stundenwoche nach Tarif, kann mir die Arbeitszeit frei einteilen und bin sehr oft im Homeoffice. Nur manchmal stell ich mir die Sinnfrage und die Vergangenheit mit einer sinnvollen und selbstbestimmten Arbeit blitzt auf. Aber ich merke auch mit meinen 50 Jahren, dass die Arbeit nur mehr ein Aspekt im Leben ist. Mein Glück ist, sie lassen mich in Frieden. Ist zwar auch die Frage wie lange noch, aber momentan geht es. Und ich muss nur noch 5 Jahre arbeiten, wenn alles gut geht. Kann mir aber auch vorstellen, dann bis zum 60ten bis zur einvernehmlichen Trennung zu bleiben.

@ Gattoo: gib nicht auf und ich drück Dir die Daumen. Vielleicht kommt auch noch die Zeit und sie lassen Dich in Ruhe. Bei mir war das nach ca. 1 Jahr der Fall.

Hallo Dr Dre,

Man sieht "wir" sind schon Einige...

Ich kenne jetzt nicht Deinen finanziellen Background, aber bei 30 Jahren Betriebszugehörigkeit und Konzern sowie Deinem aktuellen Gehalt sollte da doch deutlich mehr als 250k Brutto bei einer Abfindung gehen. Da würde ich mal in Deiner anscheinend reichlichen Zeit im Homeoffice mal bei den Unterlagen zum BR recherchieren, evt gibt es bei Euch auch einen Sozialplan usw. Das wäre dann die Untergrenze. Ich tippe mal auf 500k Brutto in Deinem Fall. Dann kannst Du ja nochmal Deine Situation planen und ggf unbequem werden, um die Abfindung zu provozieren.

Zum Rest komme ich später...

Grüße Gatto

.... momentan ist es bei mir auch ruhig geworden. Es gab Veränderungen im Management und nun haben die älteren wie ich meist Aufgaben, mit denen man die jüngeren nicht abschrecken will, also ganz klassisch Altersdiskriminierung, obwohl der Konzern ja gerne von vollem Fokus auf Diversität erzählt. Um Kosten zu sparen, könnte man als Erstes die ganzen Prosa-Dichter aus HR freisetzen, Mehrwert = Null.

Ich bewerbe mich weiter extern. Ob man mich weiter in Ruhe lässt nach nun 1.5 Jahren, wird sich zeigen. HR hat auch einen Eindruck bekommen, weil ich das Abfindungsangebot einfach eingepackt habe und an dem Tag normal weitergearbeitet habe, obwohl man mir gnädig angeboten hat, den Tag  frei zu nehmen (die dummen Gesichter dabei waren nett). Hab die Frist zur Annahme einfach verfallen lassen.

Was Du auch erlebt hast, mit dem jahrelangen Einsatz und Motivation, das wird alles am Ende nicht aufgerechnet. Man unterliegt hier einer Selbsttäuschung, die Mechanismen im Konzern beachten so etwas nicht. Wie Kollege Muslime Frugi immer sagt: Zeit rein, Geld raus.

Natürlich gab es auch schöne Gesten, Kollegen aus einer anderen Ländereinheit hatten versucht, mich als Expat dort zu implementieren, leider haben die Umstände das nicht zugelassen (ich hätte meine 18 Jahre in D verloren).

Ich hoffe, dass sich in nächster Zeit wieder etwas mehr am Immobilienmarkt tut und ich meine Energie und Motivation da investieren kann, da arbeite ich für mich selbst und gebe mir dann meine eigenen Erfolgserlebnisse.

An Deiner Stelle würde ich noch mal meine Ziele adjustieren: willst Du 10 Jahre bis 60 so weitermachen oder die Finanzen checken und mit einem guten Profi an der Seite eine maximale Abfindung rauspressen? Wie gesagt, ich vermute, bei Dir sollte die Summe deutlich besser sein...

Hi DrDre

ehemalig im Managment klingt Minimum nach Abteilungsleitung. 35h Tarif i.d.Z. ungewöhnlich?! Ebenso die 150k als Tarifangestellter.

Bei uns gab es auch außertarifliche Fachreferenten, das war aber pro Abteilung oft nur eine Person und ja die hätte auch ihre Arbeitszeit reduzieren können davon gab es auch ein paar Exoten. Aber im Tarif war man mit 35h/Woche immer unter 100k.
@Gatto: Bei einer Abfindung wird in der Regel die Betriebszugehörigkeit gedeckelt. D.h. alles mehr als 20 Jahre bringt oft kein mehr an Abfindung. Die Position bzw. das letzte Gehalt hat jedoch noch einen signifikanten Einfluss aber selbst bei 150k Jahresgehalt ist eine Abfindung von über 350k eher selten würde ich mal sagen. Also die 500k find ich zu hoch gegriffen und 250k ist noch im Rahmen.
@drdre: Finde es klasse das du mit der Situation jetzt zufrieden bist. Verdient hast du es ja auch.

Hallo Jan,

Ein Bekannter hat in der Chemiebranche 35 Jahre im Konzern gearbeitet und dann 500k Brutto bekommen. Gehalt zum Ende um die 98k Brutto. Der wurde unter Vorwand gekündigt und dann über die Verhandlungen zur Ksch-Klage kam das raus, er hat hier explizit die Deckelung angegriffen.

Ich würde das Thema hinter den Kulissen noch mal prüfen.

Dazu läuft Dr Dre ja die Möglichkeit, dass der Konzern ihm das Gehalt per Änderungskündigung reduzieren könnte...also neue Probleme

Naja, ich selbst bin vom Gehalt AT, das stimmt. Das hat auch zu meiner damaligen Aufgabe und Position gepasst. Aber ich werde jetzt wie ein Tarifangestellter behandelt. Bin jetzt ohne Personalverantwortung und muss daher nur diese 35 Stunden arbeiten. Am Gehalt konnten sie nichts machen. Deshalb ist auch nicht sicher, dass es so ruhig weitergeht, da es schon eine ungewöhnliche Konstellation ist, das ist mir klar.

Ich kenne in etwa die gezahlten Abfindungen im Unternehmen. Daher die 250k, was aber das Minimum gewesen wäre. In der Konstellation einseitige Freisetzung vom Unternehmen mit Klage auf Wiedereinstellung und dem ganzen drum herum wäre es wohl dann höher gegangen.

Aber solange es geht, werde ich das jetzt durchziehen. Irgendwann kommt der Punkt, an dem die Entscheidung ansteht zu bleiben, egal was passiert oder zu wechseln. Ich habe mich mit Ende 40 zum Bleiben entschieden. Auch, da ich in dem Prozess gesehen habe, dass ich mental nicht unverwundbar bin und das Ganze schon auch Spuren hinterlassen hat. Jetzt habe ich mich arrangiert und ziehe das Beste aus der Situation. Wenn ich es heute sehe, könnte es sich zum Glücksfall entwickeln, zumindest wenn es die nächsten 5 oder 10 Jahre so weitergeht.

Für mich ist es jetzt ein Spiel, dass es zu spielen und zu gewinnen gilt. Ich habe auch etwas meine Strategie geändert. Ich bin jetzt sehr nett, supporte meinen Chef, bin pro-aktiv und sage nie Nein, was Aufgaben und Flexibilität betrifft. Auf der anderen Seite reicht es wirklich mit kleinem Arbeitseinsatz alle zufrieden zu stellen.

Finanziell würde es mit nochmals 5 Jahren reichen. Aber in der Situation kann ich mir auch vorstellen, das dann bis zum 60ten durchzuziehen. Wie auch immer, aber NICHT ohne Abfindung, das ist klar. Zumindest das Ziel gibt es :-).