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Ist Frugalismus out?

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Arbeiten ist dann positiv, wenn man sich damit einen Konsum finanzieren kann, der ohne Jobeinkommen nicht möglich ist. Verstärkt wird das mit einen persönlichen Sicherheitsbedürfniss.

@privatier wenn ich das recht in Erinnerung habe, bist du sehr sicher aufgestellt: Rücklagen für etliche (10?) Jahre… ordentliche RV (aus diversen Quellen)…úberfettes Aktiendepot.

Wenn du “uns” ein Ähnliches Sicherheitsbedürfniss zugestehen würdest, wüsstest du, warum einige noch im Job sind.

 

Also mit 50 ist der benötigte Sicherheitspuffer deutlich höher als mit 60 und mein Kapital war deutlich niedriger. Als ich mit 47 unterschrieben habe, war es noch knapper. Die meisten trauen sich einfach nicht...

Übrigens kann jeder, der der Meinung ist, dass bestimmte Themen oder Richtungen überrepräsentiert sind oder seine Themen nicht diskutiert werden gerne einen Beitrag über seine Vorhaben schreiben.

Dieses Forum ist die deutschsprachige Community für alle Frugalisten, Sparfüchse, Superhelden und Freunde der Finanziellen Unabhängigkeit.

Hier kannst du dich endlich mit Gleichgesinnten darüber austauschen

  • wie du dein Lebensglück maximieren und deine Ausgaben minimieren kannst
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  • was du schon Cooles selber gemacht und gleichzeitig Geld gespart hast
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Du hast dich selbst auf dem Weg zur Finanziellen Unabhängigkeit gemacht oder hast sie sogar schon erreicht?
Dann stell dich und dein Vorhaben (oder deine Geschichte) den anderen Lesern doch gleich mal vor.

Zu bedenken ist neben allerlei schon Geschriebenem, dass ein aktiver Account hier auch sehr viel Zeit verschlingt und sei es nur das konsequente durchlesen der einzelnen Fäden. Mitunter ein Aspekt, nicht ganz so aktiv zu sein.

 

@flitzekittel

danke für den Post! Ich finde das klasse wie konsequent du das lebst.

@privatier

ich schaue auf meine eigenen Bedürfnissen, richte mein Handeln danach aus und vergleiche mich nicht mit anderen.

Man merkt hier einfach regelmäßig, dass hier unterschiedliche Weltbilder und Zielsetzungen aufeinandertreffen, deren kleinster gemeinsamer Nenner eine substantielle Sparquote und irgendwie rentable Veranlagung selbiger Mittel ist.

Die Motivation, Zielsetzung und damit auch die eingeschlagenen Wege sind ausgesprochen unterschiedlich. Für manche geht es primär darum, aus Überzeugungsgründen einen möglichst ressourcenschonenden Lebensstil zu pflegen, anderen darum möglichst mit 40 nicht mehr arbeiten zu müssen, wieder anderen darum eine gewisse Flexibilität in der Lebensgestaltung zu haben (Teilzeit, Wechsel in schlechter bezahlte Tätigkeit etc.) und wieder anderen um die Freude am Kapitalaufbau selbst (im Endeffekt Spielen um den Highscore), wobei es natürlich auch Zwischenschattierungen gibt, oder sich wie bei Oliver die Prioritäten manchmal durch geänderte Lebensumstände verschieben.

Prallen diese untershiedlichen Weltbilder aufeinander, wird nach meiner Beobachtung viel aneinander vorbei geredet. Als "sparsam" würde ich mal jeden bezeichnen, dessen Sparquote nachhaltig bei über 25% vom Nettoeinkommen und damit weit jenseits des Normalbürgers lebt. Somit ist das natürlich eine relative Größe und keine absolute und genau daran scheinen sich ja viele Animositäten abzuarbeiten.

Ein weitere Faktor sind unterschiedliche Altersgruppen, wer 60 ist steht im Lebenszyklus an einem völlig anderen Punkt als ein 30-jährige und entsprechend unterschiedlich sind die Prioritäten und Lebenswirklichkeiten. Wenn sich da einer sein Häuschen über 30 Jahre vom Mund abgespart hat, sieht ihn der 30-jährige als "reichen, alten, weißen Mann", weil er selbst natürlich noch kein abbezahltes Häuschen hat und Verzicht der Vergangenheit nicht sieht. Da kommen dann auch regelmäßig Neid und Missgunst zum Vorschein (die freilich nie zugegeben werden).

 

Ja, Sparsamkeit ist relativ,  bei 25 % von netto würdest du die sehen. Gilt sicher für Normalverdiener, für high Income Menschen sollte die natürlich deutlich höher liegen.

Allgemein: Ich sehe es eher so, dass sich hier alle thematisch zu 90% einig sind. Es liegt aber in der Natur des modernen Menschen sich lieber über die 10% der Dinge zu unterhalten oder gar zu zanken wo man abweichende Positionen hat.

Siehe auch ersten Absatz....  meine Bemerkung ist ja auch nur eine "<10% Abweichung" zu deiner Aussage Sparsamkeit und Sparquote.

Ne die Abweichung sehe ich schon größer als 10%. Der Lebensstil von zb konsument unterscheidet sich doch deutlich von meinem, was aber nicht heißt, daß ich seinen nicht auch gut finde...

Jeder setzt andere Prioritäten. Dem einen ist Reisen im Alter wichtig, einem anderen ist das eher ein Dorn im Auge, immer der Stress mit Koffer packen, fliegen usw. Der genießt evtl. die heimischen Flora und Fauna lieber. Genauso bei Investments. Die einen lieben die sicheren 7% p.a. vom MSCI World, die anderen sind dann etwas Risikoaffiner und investieren in Bitcoin, Metaplanet und wie sie nicht alle heißen.

Nur die Zeit wird zeigen, ob sie erfolgreich damit sind, aber viel wichtiger, ob sie auch glücklich damit werden.

Ich glaube ein besseres Maß sich zu messen sollte nicht der Kontostand oder ähnliches sein, sondern wie glücklich man in der aktuellen Situation ist, sei es erst am Anfang der Reise, oder auch schon am (vermeintlichen) Ende als Privatier.

hier gibt es sicherlich Leute, die noch kein 6 Stelliges Depot haben und trotzdem mit der Situation glücklicher sind als andere mit vielleicht siebenstelligen Depot, aber dafür viel Stress im Job etc. haben.

Zitat von Absprung_2020 am 28. Oktober 2025, 9:48 Uhr

Ja, Sparsamkeit ist relativ,  bei 25 % von netto würdest du die sehen. Gilt sicher für Normalverdiener, für high Income Menschen sollte die natürlich deutlich höher liegen.

Klar, es ist insbesondere nach unten hin eine asymptotische Grenze gegen die man läuft. Auf der anderen Seite mal Warren Buffett als extremes Beispiel, in der ökonomischen Look-Through-Betrachtung hat der irgendwas um die 99.9%+ Sparquote (anteilige Gewinnthesaurierung von BRK), auch wenn er viel mehr Geld ausgibt, als 99% aller US-Bürger (vor einigen Jahren lag sein realisiertes Einkommen mal im unteren zweistelligen Millionen Bereich), was dann abzüglich Steuer vermutlich so ziemlich dem Ausgabenlevel entspräche. Auf dem Level heißt "sparsam" dann eben keine Privatflugzeuge zu haben, keinen Rembrandt zu kaufen usw. Für viele, deren Identität davon lebt mit 1.500 Euro monatlich noch 200 Euro sparen zu können, ist das halt schwer verdaulich.

 

Allgemein: Ich sehe es eher so, dass sich hier alle thematisch zu 90% einig sind. Es liegt aber in der Natur des modernen Menschen sich lieber über die 10% der Dinge zu unterhalten oder gar zu zanken wo man abweichende Positionen hat.

Siehe auch ersten Absatz....  meine Bemerkung ist ja auch nur eine "<10% Abweichung" zu deiner Aussage Sparsamkeit und Sparquote.

 

Zitat von Privatier am 28. Oktober 2025, 9:56 Uhr

Ne die Abweichung sehe ich schon größer als 10%. Der Lebensstil von zb konsument unterscheidet sich doch deutlich von meinem, was aber nicht heißt, daß ich seinen nicht auch gut finde...

@privatier Deswegen hatte ich auch "thematische Differenzen" und Position geschrieben und nicht das was man tatsächlich macht. Das tatsächliche 'Machen' unterscheidet sich mehr als 10%, bin ich bei dir.

Aber die Zankereien hier im Forum entspringen ja meist aus der Themengruppe der 10%..... wie in jeder guten Beziehung🫣: "Gott, wie kann man nur die Spülmaschine so einräumen?". Das man berhaupt eine Spülmschine hat ist dann ja meist im 90% Konsensmodus fest etabliert.

@provinzler Gute Ergänzung.

Mit dem Begriff "alter weißer Mann" kann ich auch wenig anfangen, das hört sich ein bisschen so an, als wenn man das automatisch wird. Im Gegenteil, der Weg dahin ist steinig und schwer und bis dahin hat einen das Leben mehr als einmal richtig "gef...t". Jedenfalls wenn man darunter einen gutsituierten älteren Herrn versteht. Ich habe am Sonntag meinen Freund im Senioren- und Pflegeheim besucht, er sitzt im Rollstuhl und kann sich nur mühsam mit den Füßen tippelnd damit fortbewegen. Hat immer nur für den Job gelebt, keine Hobbies. Er ist 58 und hat die Phase des Ruhestands genießen von etwa 25 Jahren sozusagen komplett übersprungen und ist gleich im Seniorenheim gelandet. Richtig scheiße!

Meine Häuser sind auch nicht vom Himmel gefallen, sondern haben richtig viel Arbeit, Stress und Schweiß gekostet, das sieht nur keiner.

Wie gesagt finde ich die unterschiedlichen Lebensmodelle spannend. Meine Sparquote liegt immerhin bei 31%, damit befinde ich mich im oberen Bereich bei den hohen Einkommen. 29 % dieser Haushalte sparen ein Fünftel oder mehr ihres Einkommens. 

Zur Ausgangsfrage:
Persönlich ist das Thema für mich aktuell bzw. ich bin bei "Barista FIRE" gelandet. Den Begriff hätte ich ohne "Frugalisten" aber wahrscheinlich nicht kennengelernt. Trifft aber sehr gut auf meine Situation zu. Ich bin weder extremer Frugalist, noch möchte ich mich nun 10-15 Jahre totarbeiten für klassisches "FIRE", da mein Job mega flexibel, stundentechnisch absolut skalierbar und entspannt ist.

In der Gesellschaft ist es wohl ziemlich "out", jetzt heißt es eher wieder 50h die Woche buckeln, um den Job zu behalten, der einen dann die Lebenszeit kostet. Ich find es absurd, aber so tickt halt die Mehrheit.

Ich würde sagen, Internetforen sind generell nicht mehr so gefragt, wie noch vor paar Jahren. Die Leute sind eher bei Insta etc unterwegs.

Allgemein gibts ja an der Gesamtbevölkerung gemessen wenige Frugalisten. Noch weniger Leute, die sich den vorzeitigen Ausstieg zutrauen. Die politische Situation mit Inflation etc macht es aktuell nicht einfacher.

Die Leute haben Angst und hätten lieber ein Stück mehr Sicherheiten.

Ich bin jetzt seit gut 10 Jahren im Forum und im Bereich Frugalismus. Ich empfand es immer als Randthema und war auch hier nie sehr aktiv. Als das Thema erstmalig von den USA nach Deutschland schwappte waren Personen wie Olli in den Medien. Die Öffentlichkeit war neugierig wie man "reich" werden oder mit 40 aufhören kann zu arbeiten.

Ich glaube die große Ernüchterung war, dass es kein großes Geheimnis, sondern schlicht Konsumverzicht ist. Konzepte wie FIRE funktionieren meist nur wenn man gut verdient, viel spart und das auch noch konsequent über Jahrzehnte. Hat man dann endlich den Tag X erreicht, ziehen es dann Viele aber dennoch nicht durch. Warum? Weil sie Angst haben, dass das Ersparte doch nicht reichen könnte, weil ungeplant ein Kind dazwischen kam, weil es gegen alle soziale Konventionen geht so früh nicht mehr zu arbeiten.

Und in den Medien ist von Krieg bis Klima eh alles präsenter als Sparsamkeit und Frugalismus. Schaut euch doch an Sparer ver*rscht werden. Einerseits sagt uns die Politik wie sollen vorsorgen, andererseits stellen sich linke und grüne Politiker hin und sprechen bei Kapitalerträgen von "leistungslosem Einkommen", einer ungerechten Besteuerung weil die Abgaben auf Arbeitseinkommen höher seien usw.

Egal ob Frugalist, FIRE oder einfach nur Anleger - wir werden immer gegen den Strom schwimmen. Unser Thema wird immer out sein. Mein Depot trägt den Namen "Drachen Depot" - Motto: Drachen steigen nur gegen den Wind.

Ist für mich auch absolut ok. Immerhin braucht die Welt auch Menschen, die ihr Geld fleißig zum Fenster rauswerfen damit meine Aktien gute Gewinne machen 😉

 

Frugalismus, Sparsamkeit oder wie man es auch immer nennen mag, sind immer Randthemen gewesen und werde es wohl auch bleiben. In der Vorstellung der meisten Leute ist das unbequem und scheint den Anschein von Armut zu haben. Viele haben Angst nicht dazu zu gehören - zu was auch immer.

"Waaas, du bist nicht bei Was ist los? Ja, dann bekommst du ja gar nichts mit? (Das Wichtigste bekomme man schon mit. Der Rest ist nicht wichtig und stielt mir nicht die Zeit.)
Warmes Essen vorbereiten und mitnehmen? "Das hätte ich nicht gemacht." 

Wenn man sparen will, muss man wahrscheinlich gegen den Strom schwimmen, oder sich gleich ein anderes Wasser suchen. Dann gelingt es auch mit Kindern und wenn man nicht zu den Gutverdienern gehört.

www.miteigenenhaenden.de --- sparen, preiswert kochen, reparieren, selber machen, selbst versorgen

Ein Freund von mit hat immer gelacht, wenn ich in die Therme/ins Schwimmbad ne Box mit Laugenstange, Bifi, Paprika, Käsewürfel und Obst mitgenommen hab. Geschmeckt hats ihm dann aber doch (und war nicht ganz so ungesund wie Pommes, Pizza und Chips, was es dort halt so gab.)

Zitat von Semi-Privatier am 25. Oktober 2025, 19:39 Uhr

Ich habe den Eindruck, dass das Thema Frugalismus bzw. früher aussteigen irgendwie durch ist, keine Veröffentlichungen mehr von Oliver, Georg von Finanzen erklärt schreibt auch nichts mehr und bei den Lazy Investors gibt es ebenfalls keine Neuigkeiten, um nur mal ein paar zu nennen. Vielleicht sind die Themen auch irgendwann ausdiskutiert. Neuvorstellungen gibt es kaum noch. Und die altgedienten Foristen arbeiten doch lieber weiter, mal abgesehen von denen die ohnehin schon aufgehört hatten.

Wie seht ihr das?

Ich finde es gut.

Stelle Dir vor, das würden Millionen so machen.

Stell dir vor, die Politik würde hier ein Problem erkennen und gegensteuern. Gibt ausreichend Parteien, die leistungsloses Einkommen verteufeln (also wenn es aus selbst angelegtem Geld kommt, als Transferzahlung von Staat ist es völlig okay)

Das Forum hier besteht darüber hinaus überwiegend nicht aus Frugalisten, sondern aus Millionären.

 

Zitat von Flitzekittel am 27. Oktober 2025, 14:23 Uhr

(Sorry, ich komme mit diesem Zitieren nicht so recht klar.)

Ich meine das Konzept "Pilze und Marmelade" 😅.
Investieren und Geld anlegen kommt zwangsläufig, wenn man mehr als ein paar Scheinchen übrig hat. Dagegen spreche ich nicht. Natürlich spielt auch Geld eine Rolle, aber keine übergeordnete.

Es geht um einem völlig anderen Lebensstil. Früher nannte man das mal "Bescheidenheit".

 

Es gibt seit vielen Jahren das Knausererforum:  Knausererforum

Auch das ist eine winzige Nische.

Das Knauserforum ist tot. Letzter Eintrag Mai 2024. 😉

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