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Indexmietverträge

Hier ein interessanter Artikel zu Indexmietverträge:
https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/indexmiete-berechnen-inflation-1.5565728

...diese sind im starken Aufwind und mittlerweile machen sie fast die Hälfte der Neumietverträge aus. Wie so viele privaten Vermieter hatte ich in meinen Mietverträgen keine Staffelung oder Indexierung vorgesehen. Angepasst habe ich die Miete dann erst bei Anschlussvermietungen. Bei teilweise langjährigen Mietverhältnisse habe ich natürlich Kaufkraft verloren und dies erst wieder bei der Neuvermietung ausgeglichen. Das war nicht weiter dramatisch, da die Miete neben dem Erwerbseinkommen nicht zum Lebensunterhalt beitragen musste und die nominal feststehende Annuität bedient werden konnte.

Anders sieht es mal später in der Privatiersphase aus, wenn die passiven Einkommensströme den allgemeinen Steigerungen der Lebenshaltungskosten Stand halten sollten. Besonders aufgefallen ist mir der wunde Punkt mit der Beschäftigung hier im Forum der letzten beiden Jahre. Bei einer Dividendenwachstumsstrategie mit oft über Jahre zweistellige Dividendensteigerungen liegt die ausgehende Dividendenrendite in etwa der meiner Mietrendite, also irgendwo +/- 3%.

Letztendlich musste ich mir eingestehen, den bequemen Weg gegangen zu sein, nämlich zu Gunsten der Vermieter/Mieter Harmonie und "Lock-In-Effekt" Bequemlichkeit. Gerade bei meiner größeren Wohnung wohnen sehr solvente und wohlhabende Mieter, die bewusst zur Miete wohnen und ihr Geld am Kapitalmarkt anlegen. Da erscheint mir ein Indexmietvertrag als für beide Seiten fair und transparent.

Meine größere Wohnung habe ich letztes Jahr mit einem Indexmietvertrag vermietet und meine kleine Neubauwohnung werde ich auch mit einem Indexvertrag vermieten. Damit halte ich in etwa exakt die Kaufkraft und ich komme mir als Immobilieninvestor nicht mehr vor wie "klein Doofi"... 😛

 

 

 

Bei uns wohnen die Mieter im selben Haus wie wir. Die Qualität des Zusammenlebens ist mir deutlich wichtiger als ggf.  jährliches automatisiertes Anpassen. Es wird mir da über die Jahre einiges an Geld abgehen, das ist mir klar. Mündlich etwas ausmachen und hinterher schriftlich fassen scheint für mich der bessere Weg und berücksichtigt die Lebensumstände beider Parteien. Ein Mietverhältnis im eigenen Haus ist mehr als eine vertragliche Lieferant - Abnehmerbeziehung. Natürlich müssen das beide Parteien so sehen. Das wirtschaftliche Risiko bzw. die Unterrendite liegt aber beim Vermieter.

Ich denke, hier zeigt sich recht gut, wie es in großen Teilen des deutschen Mietmarkts zugeht: nicht, wie in Medien / Politik häufig sehr übertrieben dargestellt wird, dass die vielen armen Mieter vor den bösen Miethaien geschützt werden müssen. Sondern, wie ich es auch persönlich handhabe und aus dem Freundeskreis kenne: ein sehr faires Miteinander zwischen Mieter und Vermieter (in Deutschland zu einem überwiegenden Teil Privatleute).

Ich halte es wie @muslime_frugi und habe bei meiner Mieterin (>80 J.) noch nie die Miete angepasst, so dass sie jetzt ca. 30% unter der ortsüblichen Vergleichsmiete liegt. Erst bei Wiedervermietung werde ich mich wieder an aktuelle Mieten anpassen. Ich gebe allerdings zu, dass mit Versiegen des aktuell noch sehr hohen Angestelltengehalts (und damit Höchststeuer auf Mieteinnahmen) die Attraktivität von angemessener Kaltmiete auch bei mir wächst