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Immobilienschulden vererben, günstiger wohnen

Hallo zusammen,

wir haben das Elternhaus meiner Frau übernommen und beginnen jetzt mit der Komplettsanierung zum Effizienzhaus 40 EE.

Das Einfamilienhaus mit Einliegerwohnung ist recht einfach zu sanieren, alle Bauteile sind ca. 50 Jahre alt inkl. der Bäder, die Heizung hat auch schon 20 Jahre hinter sich. In so fern müsste eh was gemacht werden und die Lage am Südhang mit großem Grundstück ist super. Da wir keine Kinder haben wäre die Einliegerwohnung am Anfang für den Besuch der  Freunde und später für die Pflegekraft da. Hauptwohnung mit 190qm und Einliegerwohnung mit 50 qm.

Bei den Kosten kommt folgendes auf uns zu:

Schwester meiner Frau auszahlen: 80.000 €, Sanierungskosten 410.000 in Summe 490.000 Euro

Abzüglich Effizienzhausförderung 150.000 € und NRW Förderung 17.000 € und 43.000 Eigenkapital bleibt eine zu finanzierende Summe von 280.00 €

Für die 280.000 Euro haben wir ein Finanzierungsangebot über 30 Jahre fest mit 0,95 % Verzinsung und 1,5 % Tilgung. Finanzierungskosten wären so 6.860 € im Jahr bzw. 571 € im Monat für die nächsten 30 Jahre. Sondertilgung von 5 % wären auch noch möglich.

Energiekosten belaufen sich nach der Sanierung auf ca. 20 Euro im Monat und Reparaturen sollten in den nächsten 30 Jahren für uns dann auch keine anfallen, da ja alles neu gemacht wird.

Jetzt bin ich 55 Jahre, meine Frau 52 Jahre, also wäre das Kreditlaufzeitende schon nach unserem statistisch zu erwartenden Lebensalter. In dreißig Jahren wären rund 50% der 280.000 € abgezahlt, der Rest wäre dann für die Erben (Geschwister, Nichten und Neffen) noch übrig.

Bring uns halt mehr monatliches "Spielgeld", und die geringe Rate wird ja über die Inflation (besonders die Energiekosten) immer tragbarer.

Gruß Energiefuchs

 

 

 

 

 

 

 

 

 

20€ monatliche Energiekosten für ein 50 Jahre altes freistehendes Einfamilienhaus... schon erstaunlich, was technisch alles möglich ist!

Moin Energiefuchs,

Erstmal herzlichen Glückwunsch zum Eigenheim und viel Kraft für die Sanierung 🙂

Deine Zahlen finde ich aber alle recht seltsam und würde mich daher über etwas tiefere Einblicke bzw. Erklärungen freuen.

Abzüglich Effizienzhausförderung 150.000 € und NRW Förderung 17.000 € und 43.000 Eigenkapital bleibt eine zu finanzierende Summe von 280.00 €

150K Fördermittel bei 410K Sanierungskosten - das ist mehr als ein Drittel: Mir ist kein KFW Programm bekannt das so hoch bezuschusst. Zwar haben sich da Mitte des Jahres einige Dinge geändert und es wurden neue Programme aufgelegt aber in der Größenordnung kann ich nichts recherchieren. Kannst du das vielleicht mal etwas aufschlüsseln?

Für die 280.000 Euro haben wir ein Finanzierungsangebot über 30 Jahre fest mit 0,95 % Verzinsung und 1,5 % Tilgung. Finanzierungskosten wären so 6.860 € im Jahr bzw. 571 € im Monat für die nächsten 30 Jahre. Sondertilgung von 5 % wären auch noch möglich.

Na das wird aber auf jeden Fall nicht so bleiben. Das Zinsniveau wird in den nächsten 10-15 Jahren "deutlich" ansteigen. Aus der Höhe des Zinses erahne ich, dass die Zinsbindungsfrist hier auch nur 10 Jahre beträgt. Bei der Anschlussfinanzierung musst du dann damit rechnen dass der neue Zins sich gut verdoppelt hat. Das wäre zwar immer noch wenig aber frisst die Tilgung quasi komplett auf, das wird die Kosten also perspektivisch noch ein gutes Stück steigern.

Viele Menschen erhalten mit Mitte 50 überhaupt keinen Kredit mehr - wie du es geschafft hast über 30 Jahre zu finanzieren und über diesen langen Zeitraum dann auch nur knapp zur Hälfte zu tilgen ist mir ein Rätsel - vor allem dann auch noch zu diesen tollen Konditionen. Es sei dir natürlich gegönnt (!) aber verstehen kann ich das nicht.

Wie das mit den 20€ monatlichen Energiekosten funktionieren soll ist mir auch unklar. Bei mir kosten schon die jährliche Wartung der Therme und Grundgebühren 300€. Zwar komme auch ich auf monatliche Heizkosten um die 25€, allerdings nur weil ich fast ausschließlich mit Holz heize für das ich nichts bezahlen muss. Wasserkosten habe ich keine und auch verfüge ich über keinen öffentlichen Stromanschluss da ich eine Energieinsel betreibe. Technik bedarf aber auch Wartung, umso mehr desto komplexer sie aufgestellt ist. Für meinen kompletten Energiebedarf gebe ich monatlich etwa 80€ aus ( heizen, Strom, Wasser, technische Wartungen ). Das ganze bei einem 300 Jahre alten zum KFW40 sanierten EFH mit, also etwa gleiche Ausgangslage wie bei dir, auch von der Wohnfläche mit zusammengerechnet gut 200 Qm etwa in ähnlicher Größenordnung.

Reparaturen sollten in den nächsten 30 Jahren für uns dann auch keine anfallen, da ja alles neu gemacht wird.

Oha, das halte ich für Wunschdenken. Ich lege monatlich 200 Euro für Reparaturen und Instandhaltung zurück und komme damit gerade so hin, wobei ich das meiste selbst erledige. Sanieren müssen wirst du wohl zu Lebzeiten nichts mehr aber Reparaturen, Renovierungen und Instandhaltungskosten musst du auf jeden Fall einplanen und wenn es nur 1% pro Jahr sind (Banken rechnen mit 2% Instandhaltungsrücklage p.a.)

Ich hoffe, du gehst die Sache nicht zu naiv an und kannst dir im Fall der Fälle auch die doppelte monatliche Belastung leisten - denn etwa in der Größenordnung beginnt das ganze für mich realistisch und nicht mehr nach Wunschdenken zu klingen...

VG

Frugi85

 

 

 

Private Nachrichten möglich unter frugi85@gmx.de

Hi Energiefuchs,

kann machen. Auch wenn ich eher meine Immokredite bis zum Renteneintritt deutlich reduzieren werde. Auch wenn ich solche Sanierungsmaßnahmen grundsätzlich begrüße, ist es dann doch oft so das die Kosten den kalkulatorischen Rahmen übersteigen. Solange der Puffer dafür da ist und Sanierungen einem Freude macht passt das.

Bin momentan auch wieder mal in einer Kernsanierung einer Wohnung. Zumindest wenn alles läuft macht es mir auch Freude. 🙂

 

Liebe Grüße und alles Gute für dein Vorhaben.

Zitat von TheWanderer am 6. Oktober 2021, 10:06 Uhr

20€ monatliche Energiekosten für ein 50 Jahre altes freistehendes Einfamilienhaus... schon erstaunlich, was technisch alles möglich ist!

 

Zitat von TheWanderer am 6. Oktober 2021, 10:06 Uhr

20€ monatliche Energiekosten für ein 50 Jahre altes freistehendes Einfamilienhaus... schon erstaunlich, was technisch alles möglich ist!

Hallo TheWanderer,

wir sanieren auf Effizienzhaus 40 Standard, U-Werte in allen Bauteilen auf Passivhausniveau, Erd-Wärmepumpe mit 30 kWp Photovoltaik-Anlage , 30 kWh Batterie-Speicher und Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung. Selbst die Dusche hat eine Abwärmenutzung, ist halt ein Hobby von mir, und soll ein Vorzeigeprojekt für meine Kurse im Bereich Solar und Gebäudesanierung bei der VHS werden.

Zitat von Frugi85 am 6. Oktober 2021, 10:13 Uhr

Moin Energiefuchs,

Erstmal herzlichen Glückwunsch zum Eigenheim und viel Kraft für die Sanierung 🙂

Deine Zahlen finde ich aber alle recht seltsam und würde mich daher über etwas tiefere Einblicke bzw. Erklärungen freuen.

Abzüglich Effizienzhausförderung 150.000 € und NRW Förderung 17.000 € und 43.000 Eigenkapital bleibt eine zu finanzierende Summe von 280.00 €

150K Fördermittel bei 410K Sanierungskosten - das ist mehr als ein Drittel: Mir ist kein KFW Programm bekannt das so hoch bezuschusst. Zwar haben sich da Mitte des Jahres einige Dinge geändert und es wurden neue Programme aufgelegt aber in der Größenordnung kann ich nichts recherchieren. Kannst du das vielleicht mal etwas aufschlüsseln?

Hallo Frugi85,

Förderungen kannst du bei der KfW nachlesen bzw. In der neuen Richtlinie zum BEG. Wir sanieren zum Effiezienzhaus 40EE, hier gibt es pro Wohneinheit 45% Investitionszuschuss bis 150.000 Euro Sanierungskosten zuzüglich 5 Prozent Bonus wenn 50 Prozent der Energie aus erneuerbaren Energie stammen. Da wir zwei Wohneinheiten haben gibt es also für 300000 Euro Sanierungskosten 150.000 Euro Förderung. Weitere Förderungen gibt es für den Energieexperten, der alles bestätigt, für die Lüftungsanlagen, den Batteriespeicher, die Sicherheitseinrichtungen an den Türen, das altergerechte Umbauen der Bäder, die Photovoltaik-Anlage usw.. Das ist halt mein berufliches Aufgabenfeld und ich darf die Anträge alle selbst unterschreiben.

Gruß Energiefuchs

Zitat von Frugi85 am 6. Oktober 2021, 10:13 Uhr

Moin Energiefuchs,

Erstmal herzlichen Glückwunsch zum Eigenheim und viel Kraft für die Sanierung 🙂^

Für die 280.000 Euro haben wir ein Finanzierungsangebot über 30 Jahre fest mit 0,95 % Verzinsung und 1,5 % Tilgung. Finanzierungskosten wären so 6.860 € im Jahr bzw. 571 € im Monat für die nächsten 30 Jahre. Sondertilgung von 5 % wären auch noch möglich.

Na das wird aber auf jeden Fall nicht so bleiben. Das Zinsniveau wird in den nächsten 10-15 Jahren "deutlich" ansteigen. Aus der Höhe des Zinses erahne ich, dass die Zinsbindungsfrist hier auch nur 10 Jahre beträgt. Bei der Anschlussfinanzierung musst du dann damit rechnen dass der neue Zins sich gut verdoppelt hat. Das wäre zwar immer noch wenig aber frisst die Tilgung quasi komplett auf, das wird die Kosten also perspektivisch noch ein gutes Stück steigern.

Viele Menschen erhalten mit Mitte 50 überhaupt keinen Kredit mehr - wie du es geschafft hast über 30 Jahre zu finanzieren und über diesen langen Zeitraum dann auch nur knapp zur Hälfte zu tilgen ist mir ein Rätsel - vor allem dann auch noch zu diesen tollen Konditionen. Es sei dir natürlich gegönnt (!) aber verstehen kann ich das nicht.

 

Hallo Frugie85, die Zinsen sind für 30 Jahre festgeschrieben, nur wir als Kreditnehmer könnten bei der derzeitigen Gesetzeslage nach 10 Jahren kündigen. Steigende Zinsen in den nächsten Jahren werden uns also nicht betreffen. Aufgrund des Alters ist eine Anschlussfinanzierung eher unwahrscheinlich.

Wieso erhalten Menschen ab 50 Jahre keinen Kredit? Liegt wohl eher an den Sicherheiten. Der Kredit ist mit über 70 Prozent freien Grundschulden abgesichert auf mehreren schuldenfreien Objekten, also kein Problem.

Mein Frau ist Bankangestellte, die Kondition kommen aus 30.000 zinslos, 132.000 zinsvergünstigt und der Rest als gut abgesichertes normales Darlehn, daher auch etwas bessere Konditionen.

 

Wie das mit den 20€ monatlichen Energiekosten funktionieren soll ist mir auch unklar. Bei mir kosten schon die jährliche Wartung der Therme und Grundgebühren 300€. Zwar komme auch ich auf monatliche Heizkosten um die 25€, allerdings nur weil ich fast ausschließlich mit Holz heize für das ich nichts bezahlen muss. Wasserkosten habe ich keine und auch verfüge ich über keinen öffentlichen Stromanschluss da ich eine Energieinsel betreibe. Technik bedarf aber auch Wartung, umso mehr desto komplexer sie aufgestellt ist. Für meinen kompletten Energiebedarf gebe ich monatlich etwa 80€ aus ( heizen, Strom, Wasser, technische Wartungen ). Das ganze bei einem 300 Jahre alten zum KFW40 sanierten EFH mit, also etwa gleiche Ausgangslage wie bei dir, auch von der Wohnfläche mit zusammengerechnet gut 200 Qm etwa in ähnlicher Größenordnung.

Reparaturen sollten in den nächsten 30 Jahren für uns dann auch keine anfallen, da ja alles neu gemacht wird.

Oha, das halte ich für Wunschdenken. Ich lege monatlich 200 Euro für Reparaturen und Instandhaltung zurück und komme damit gerade so hin, wobei ich das meiste selbst erledige. Sanieren müssen wirst du wohl zu Lebzeiten nichts mehr aber Reparaturen, Renovierungen und Instandhaltungskosten musst du auf jeden Fall einplanen und wenn es nur 1% pro Jahr sind (Banken rechnen mit 2% Instandhaltungsrücklage p.a.)

Ich hoffe, du gehst die Sache nicht zu naiv an und kannst dir im Fall der Fälle auch die doppelte monatliche Belastung leisten - denn etwa in der Größenordnung beginnt das ganze für mich realistisch und nicht mehr nach Wunschdenken zu klingen...

VG

Frugi85

 

Hallo Frugie85,

Die genannten Energiekosten haben ja erst mal nichts mit der Wartung der Anlage zu tun, sondern bezogen sich auf den Einkauf von Strom. Errechneter Energieverbrauch für Heizen und Warmwasser sind konservativ angesetzt rund 4000 kWh, durch den Einsatz der Wärmepumpe mit einer Leistungszahl von 4 bleiben rund 1000 kWh Strom übrig, kommt noch der Haushaltstrom von 2800 kWh dazu wären es also rund 3800 kWh im Jahr an Energieverbrauch. Die Photovoltaik-Anlage erzeugt rund 26.500 kWh im Jahr, der Batterie-Speicher hat 30kWh (wegen Ladeprofil E-Auto). Mehr wie 500 bis 800 kWh sollten da im Jahr nicht zum kaufen übrig bleiben.

Ich habe in zwei anderen Objekten die Wärmepumpen „17 Jahre“ nicht gewartet, warum soll ich jetzt damit anfangen (Wasserdruck und Werte der Anlagen wurden natürlich schon jährlich kontrolliert.

Ein älteres KfW40 Haus ist kein neues KfW40EE Effizienzhaus, vollständig andere Berechnungsgrundlage.

Neues Dach, neue Holz-Alufenster, neue Alueingangstüren, neues Ziegeldach, neue komplett verschieferte Fassade, da sollten doch 30 Jahre ruhe sein.

Sicherlich kommt mal ne neue Wärmepumpe in den 30 Jahren, aber was soll die bei dem technischen Fortschritt und 5 kW Leistung schon kosten, ebenso der Batteriespeicher. Und da auch das Innenleben des Hauses neu ist mit Bädern, Elektrik, Wänden und Fußböden kann nicht allzu viel kommen.

Gruß Energiefuchs

Gleichwohl Sie technisch der Spezialist sind und Ihre Frau bei der Bank arbeitet, will auch ich Ihnen zurufen, dass ich Ihre Darstellung (anhand Ihrer bisherigen Infos) so nicht teilen kann.

1.) Sie bekommen von der KfW keinen Zuschuss sondern einen zinsvergünstigten Kredit bis 150.000 €, davon 25% Tilgungs- oder Investitionszuschuss. Konkret erhalten Sie also 37.500 € echten Zuschuss, ein verlorenes Darlehen wie man im Volksmund sagt. Den Rest, also 112.500€ müssen Sie natürlich zurückbezahlen. Konditionen dazu sind mit der Bank zu verhandeln.

2.) 20 € Energiekosten würde ich nur dann so sehen, wenn Sie alles andere was Sie an zusätzlichem Strom, Wartung und Sicherheitsmaßnahmen  (Brandschutz für Akku?), Rauchmeldeanlage(?), sowie den nötiigen Zusatzinvest (ohne Zins, den Sie aber ja bezahlen mit 0,95%) ignorieren.

3.) Instandhaltung NICHT anzusetzen für die nächsten 30 Jahre halte ich für fahrlässig. Wir haben hier ebenfalls eine "KfWBaustelle" Altbau und die Dinge die jetzt noch nachlaufen bzw. wo wir wissen, dass die kommen, die sollte man schon einrechnen. Allein unser Pelletskessel benötigt eine jähliche technische Wartung die knapp 300 € kostet.

4.) Derzeit explodieren die Baukosten, und selbst wenn Sie viel selbst machen, die Materiialkostensteigerungen sind auch erheblich. Hier würde ich Reserven einrechnen udn keinesfalls von der jetzigen Kalkulation ausgehen.

5.) Vergessen Sie auch nicht Bauversicherungen, später Gebäude, Elementar. Das macht sich am Hauspreis fest, bzw. Wiederaufbauwert. Jemehr Sie reinstecken (Akku, PV), je höher wird die Prämie.

Fazit: Gleichwohl ich mich über Ihren Unternehmergeist für das Projekt freue, ich befürchte Sie rechnen sich ihr Projekt schön.

(Noch ein Wort zur KfW: Nach unserer Erfahrung (und drei KfW Programmen), also wirklich nur eine persönliche Schätzung, kein Beweis oder so: Die KfW ist ein cleverer Laden und die haben Ihre Zuschüsse so kalkuliert, dass die Mehrkosten zu einem konventionellen Gebäudem welches dem aktuellen Standard entspricht gerade mal deckt, ggf. minimal mehr. Also hier zu glauben man könne echt "netto" sparen, das halte ich für nicht zutreffend. Betrachten Sie das als gute Tat fürs KLima oder eben als Motivation und Bildungsangebot für Ihre Kurse. Dann ok, und ich bin da ausdrücklich Fan, wir haben das ja auch so gemacht; also keinelei Kritik!)

Zitat von Absprung_2020 am 6. Oktober 2021, 18:07 Uhr

Gleichwohl Sie technisch der Spezialist sind und Ihre Frau bei der Bank arbeitet, will auch ich Ihnen zurufen, dass ich Ihre Darstellung (anhand Ihrer bisherigen Infos) so nicht teilen kann.

1.) Sie bekommen von der KfW keinen Zuschuss sondern einen zinsvergünstigten Kredit bis 150.000 €, davon 25% Tilgungs- oder Investitionszuschuss. Konkret erhalten Sie also 37.500 € echten Zuschuss, ein verlorenes Darlehen wie man im Volksmund sagt. Den Rest, also 112.500€ müssen Sie natürlich zurückbezahlen. Konditionen dazu sind mit der Bank zu verhandeln.

2.) 20 € Energiekosten würde ich nur dann so sehen, wenn Sie alles andere was Sie an zusätzlichem Strom, Wartung und Sicherheitsmaßnahmen  (Brandschutz für Akku?), Rauchmeldeanlage(?), sowie den nötiigen Zusatzinvest (ohne Zins, den Sie aber ja bezahlen mit 0,95%) ignorieren.

3.) Instandhaltung NICHT anzusetzen für die nächsten 30 Jahre halte ich für fahrlässig. Wir haben hier ebenfalls eine "KfWBaustelle" Altbau und die Dinge die jetzt noch nachlaufen bzw. wo wir wissen, dass die kommen, die sollte man schon einrechnen. Allein unser Pelletskessel benötigt eine jähliche technische Wartung die knapp 300 € kostet.

4.) Derzeit explodieren die Baukosten, und selbst wenn Sie viel selbst machen, die Materiialkostensteigerungen sind auch erheblich. Hier würde ich Reserven einrechnen udn keinesfalls von der jetzigen Kalkulation ausgehen.

5.) Vergessen Sie auch nicht Bauversicherungen, später Gebäude, Elementar. Das macht sich am Hauspreis fest, bzw. Wiederaufbauwert. Jemehr Sie reinstecken (Akku, PV), je höher wird die Prämie.

Fazit: Gleichwohl ich mich über Ihren Unternehmergeist für das Projekt freue, ich befürchte Sie rechnen sich ihr Projekt schön.

(Noch ein Wort zur KfW: Nach unserer Erfahrung (und drei KfW Programmen), also wirklich nur eine persönliche Schätzung, kein Beweis oder so: Die KfW ist ein cleverer Laden und die haben Ihre Zuschüsse so kalkuliert, dass die Mehrkosten zu einem konventionellen Gebäudem welches dem aktuellen Standard entspricht gerade mal deckt, ggf. minimal mehr. Also hier zu glauben man könne echt "netto" sparen, das halte ich für nicht zutreffend. Betrachten Sie das als gute Tat fürs KLima oder eben als Motivation und Bildungsangebot für Ihre Kurse. Dann ok, und ich bin da ausdrücklich Fan, wir haben das ja auch so gemacht; also keinelei Kritik!)

Hallo Absprung 2020,

danke für die Anmerkungen. Nachfolgend dazu noch ein paar Hinweise:

zu 1. Wir haben kein KfW Darlehn mit Tilgungszuschuss sondern die KfW-Förderung mit Investitionszuschuss gewählt, die Förderzusage in Höhe von 150.00 Euro liegt uns vor, Förderbedingungen wurden ab den 1.7 zu unseren Gunsten geändert, bitte also noch mal nachschauen.

Wohngebäude – Zuschuss

ZUSCHUSS 461

Haus und Wohnung energieeffizient bauen und sanieren

  • Sanierungszuschuss bis zu 75.000 Euro je Wohneinheit
  • Bauzuschuss bis zu 37.500 Euro je Wohneinheit

Zu 2. Durch die Photovoltaik-Anlage erwirtschaften wir Überschüsse durch die Einspeisevergütung, Kosten sind also mehr wie gedeckt, Rendite liegt nach Abzug aller Kosten konservativ bei rund 5 Prozent ohne den Eigenverbrauch (Förderung, Großhandelspreise für die Komponenten, mir sehr gewogener Installateur aus beruflichen Gründen). Übrigens ist eine Photovoltaik-Anlage eine elektrische Anlage wie jede andere und dementsprechend nach den anerkannten Regeln der Technik bezüglich Brandschutz (im Privathaus meist keine zusätzlichen Anforderungen) zu errichten. Trotzdem im Keller der freistehenden Garage errichtet. In unserer Gebäudeversicherung mit Elementarschäden sind übrigens 3o kWp kostenfrei mitversichert (500 Euro/Jahr im all in Tarif für das fertig sanierte Gebäude)

Zu 3. Wir machen ja ALLES neu, Rückbau bis auf Rohbauniveau, es kann also nichts mehr oder kaum noch was kommen. Und eben weil eine Pelletsheizung mit 300 Euro im Jahr für die Wartung zu Buche schlägt und ich mir die Pellets nicht selber machen kann wird es eine Erdwärmepumpe (die auch deutlich günstiger ist) mit Solarstrom. Und weil eine Schieferfassade min 50 Jahre hält. Natürlich wird es kleine Reparaturen geben, auch ein neue Wärmepumpe aber eben nichts aufwendiges oder sehr teures.

Zu 4. Ja da haben Sie leider recht. Aber es gibt noch Eigenkapital und wir können die Ansprüche im Innenausbau noch zurückschrauben.

Zu 5. Es ist so: die Zuschüsse durch KfW bzw. Land und Kreis tragen gerade mal die Mehrkosten für die Energetischen Maßnahmen und die Förderungen überhaupt zu erhalten. Aber das ist ja auch in Ordnung wenn Steuergelder nicht verschenkt werden, sondern in sinnvolle klimaschonenden Maßnahmen gesteckt werden. Wir freuen uns auf jeden Fall darauf dem Hauptpreistreiber der Inflation in Form der Energiekosten die A...karte zu zeigen. Sollen andere die CO2 Abgaben bezahlen.

Gruß Energiefuchs

Hi Energiefuchs

long time no hear 🙂

Danke dass du dein Immoprojekt hier vorgestellt hast. Keine Frage, das klingt für mich schlüssig. Ich selbst (wollte eigentlich kein Immoprojekt mehr machen) habe jetzt einen Business Plan für den Kauf einer kleinen ETW ebenfalls mit KfW 461 stehen. Werde bei Gelegenheit berichten.

Viel mehr würden mich deine aktuellen FIRE Pläne mit 55zisch und mit ohne Kinder interessieren?

Danke dir für deine Ausführungen, Energuefuchs!

Ich muss mich da nochmal schlau lesen da auch ich im übernächsten Jahr nochmal bauen möchte. Mein dieses Jahr feetiggestelltes MFH habe ich über KWF 153 gebaut. Seitdem scheint sich nach kurzer Recherche einiges geändert zu haben.

Eine PV Anlage war bei mir übrigens auch vorgesehen, ich hatte extra die Dachneigung von 9 auf 15 Grad erhöht ujd Platz für gut 30 KW geschaffen. Gebaut wzrde sie allerdings noch nicht da die Mieterstrommodelle derzeit noch sehr kompliziert und unausgereift sind. Ich hoffe dass sich da in nächster Zeit was tut so dass ich meinen Mietern da was tolles anbieten kann ohne draufzuzahlen oder in Papierkrieg zu versinken. Vorbereitet ist alles und auch bei mir ist die Primärheizung eine Wärmepumpe, wenn auch nur Luft-Wasser mit Zuheizung über Gastherme. Mein Eigenheim ist mit 130 Kwh Bleiakku ohnehin komplett autark und ich besitze keinen Netzzugang mehr. Was ich hier gebaut habe gibt es aber nicht von der Stange sondern ist überwiegend Eigenentwicklung. Primäres Ziel war es, mich als Energieinsel von den öffentlichen Versorgungseinrichtungen komplett zu trennen. Das ist mir gelungen und ich komme so auch komplett über den Winter.

Für dein Bauvorhaben alles Gute - mein Eigenheim habe ich ebenfalls über fünf Jahre in Eigenleistung ksrnsaniert und weiß, was da an Arbeit auf einen zukommt 😉

vg

FRUGI

Private Nachrichten möglich unter frugi85@gmx.de

@energiefuchs

Ok, das mit der Info KfW 461 war natürlich jetzt eine wichtige Info Ihren Ausgangsansatz zu verstehen. Dieses Programm kannte ich nicht, liegt offensichtlich daran dass das erst seit wenigen Monaten geschaltet ist und wir hier vor drei Jahren angefangen haben. Ist natürlich super, wenn unser Staat derlei Programm auflegt.

Hinweis von mir: 45% plus 5% für Energieberater und Zeitplan, also 50% der Förderung für energetische Maßnahmen. Da muss halt idealerweise vorher klar sein, wie hoch das Budget für dieses Gewerk ist. Bei 150.000 erwartetem Zuschuss also 300.000 € für allein energetische Maßnahmen. Kurzum: Sie müssen von IHren 410.000 € Gesamtsanierungskosten 300.000 € für Energetische Sanierung budgetieren. Fassade, Fenster, Dachgeschossdecke, (bei uns) Pelletskessel und Bunker (vorsicht bei drohenden Doppelförderung, z.B. BAFA-Programme oder Ihr NRW Landeszuschuss!!) muss dann also in Ihrem Fall 300.000 € ausmachen.

Unser Energieberater und Planer war der sehr stringent, da er sagte, wenn wir hier unrichtige Angaben machen wird die ganze Zusage in Frage gestellt. Also Innenwände, Badinstallation, Verrohrung Wohnungen usw. hat unser Energieberater gar nicht in die KfW-Meldung aufgenommen. Wärmetauscher usw. aber schon.

Aber cool, ich denke Sie haben das gut recherchiert!

Zitat von Muslime_Frugi am 6. Oktober 2021, 23:30 Uhr

Hi Energiefuchs

long time no hear 🙂

Danke dass du dein Immoprojekt hier vorgestellt hast. Keine Frage, das klingt für mich schlüssig. Ich selbst (wollte eigentlich kein Immoprojekt mehr machen) habe jetzt einen Business Plan für den Kauf einer kleinen ETW ebenfalls mit KfW 461 stehen. Werde bei Gelegenheit berichten.

Viel mehr würden mich deine aktuellen FIRE Pläne mit 55zisch und mit ohne Kinder interessieren?

Hallo Muslime_frugi,

ja habe eine etwas längere Auszeit vom Forum genommen, unter anderem wegen unserer Erbschaftsangelegenheit und der Planung des Umbaus. Seit drei Wochen sind wir dran, so langsam habe ich mich wieder an körperliche Arbeit gewöhnt.

An sich war ja der Plan mit 55 noch in meinem Besitz befindliche Immobilien komplett zu verkaufen, 1- bis 2 Jahre die erarbeiteten Sozialleistungen zu genießen  und noch ein bisschen nebenher für Rente und anzurechnenden Rentenzeiten zu Arbeiten.

Hat sich in so fern geändert das wir aufgrund der niedrigen Zinsen eine neue Finanzierung mit sehr günstigem Zins und sehr geringer Tilgung gewählt haben. So bleibt schon einiges übrig und In zehn Jahren ist dann definitiv der Verkauf angesagt.

Beruflich hat sich auch einiges getan, grösseres Team bei gleicher Verantwortung aber deutlich bessere Bezahlung. Habe jetzt wieder mehr Freiheiten und kann vieles einfach nur delegieren: Weniger Streß, weniger Arbeit, mehr Geld und wieder Spaß an der Sache. Werde wohl nach Abschluss der Sanierung noch mal an einer drei oder vier Tage Woche  überlegen, aber nicht mehr ganz aufhören.

Viel Spass bei der Suche nach der passenden Immobilie.

Gruß Energiefuchs

Zitat von Absprung_2020 am 7. Oktober 2021, 8:56 Uhr

@energiefuchs

Ok, das mit der Info KfW 461 war natürlich jetzt eine wichtige Info Ihren Ausgangsansatz zu verstehen. Dieses Programm kannte ich nicht, liegt offensichtlich daran dass das erst seit wenigen Monaten geschaltet ist und wir hier vor drei Jahren angefangen haben. Ist natürlich super, wenn unser Staat derlei Programm auflegt.

Hinweis von mir: 45% plus 5% für Energieberater und Zeitplan, also 50% der Förderung für energetische Maßnahmen. Da muss halt idealerweise vorher klar sein, wie hoch das Budget für dieses Gewerk ist. Bei 150.000 erwartetem Zuschuss also 300.000 € für allein energetische Maßnahmen. Kurzum: Sie müssen von IHren 410.000 € Gesamtsanierungskosten 300.000 € für Energetische Sanierung budgetieren. Fassade, Fenster, Dachgeschossdecke, (bei uns) Pelletskessel und Bunker (vorsicht bei drohenden Doppelförderung, z.B. BAFA-Programme oder Ihr NRW Landeszuschuss!!) muss dann also in Ihrem Fall 300.000 € ausmachen.

Unser Energieberater und Planer war der sehr stringent, da er sagte, wenn wir hier unrichtige Angaben machen wird die ganze Zusage in Frage gestellt. Also Innenwände, Badinstallation, Verrohrung Wohnungen usw. hat unser Energieberater gar nicht in die KfW-Meldung aufgenommen. Wärmetauscher usw. aber schon.

Aber cool, ich denke Sie haben das gut recherchiert!

@absprung_2020

Die Förderung bei einer Sanierung auf Effizienzhaus 40 EE Standard liegt bei 45 Prozent der Investitionssumme von Max. 15o.000 Euro pro Wohneinheit.

5 Prozent gibt es noch zusätzlich für den EE-Standard (min 50 Prozent der Energie müssen aus erneuerbaren Energien stammen) oben drauf. Also maximal 50 Prozent. Der Individuelle Sanierungsplan mit dem Bonus von 5 Prozent greift bei einer Komplettsanierung nicht, sondern wird entsprechend nur bei Einzelmaßnahmen auf die normalen 20 Prozent Förderung gezahlt, das allerdings für alle Maßnahmen in den nächsten 15 Jahren.

Für die Baubegleitung durch den Energieeffizienexperten gibt es keine 5 Prozent extra sondern eine Sonderförderung von 5000 Euro.

Maximale Förderquote bei der neuen BEG Förderung liegt bei 60 Prozent, also wenn wir zum Beispiel mit den NRW-Förderbedingungen kumulieren. Haben da aber noch Luft nach oben.

Das meiste unserer Kosten sind Energetische Maßnahmen bzw. Die dazugehörigen Förderbaren Umfeldkosten. Es werden darum einige Maßnahmen schon gar nicht mehr gefördert.

Der Planer bin ich selbst, der Energieberater der alles testiert bin ich auch selbst ( über meinen Arbeitgeber). Trotzdem habe ich einen Energieberater für die ganze Arbeit, die Berechnungen usw., schauen also zur Sicherheit zwei drüber.

Gruß Energiefuchs

 

 

Zitat von Frugi85 am 7. Oktober 2021, 0:16 Uhr

Danke dir für deine Ausführungen, Energuefuchs!

Ich muss mich da nochmal schlau lesen da auch ich im übernächsten Jahr nochmal bauen möchte. Mein dieses Jahr feetiggestelltes MFH habe ich über KWF 153 gebaut. Seitdem scheint sich nach kurzer Recherche einiges geändert zu haben.

Eine PV Anlage war bei mir übrigens auch vorgesehen, ich hatte extra die Dachneigung von 9 auf 15 Grad erhöht ujd Platz für gut 30 KW geschaffen. Gebaut wzrde sie allerdings noch nicht da die Mieterstrommodelle derzeit noch sehr kompliziert und unausgereift sind. Ich hoffe dass sich da in nächster Zeit was tut so dass ich meinen Mietern da was tolles anbieten kann ohne draufzuzahlen oder in Papierkrieg zu versinken. Vorbereitet ist alles und auch bei mir ist die Primärheizung eine Wärmepumpe, wenn auch nur Luft-Wasser mit Zuheizung über Gastherme. Mein Eigenheim ist mit 130 Kwh Bleiakku ohnehin komplett autark und ich besitze keinen Netzzugang mehr. Was ich hier gebaut habe gibt es aber nicht von der Stange sondern ist überwiegend Eigenentwicklung. Primäres Ziel war es, mich als Energieinsel von den öffentlichen Versorgungseinrichtungen komplett zu trennen. Das ist mir gelungen und ich komme so auch komplett über den Winter.

Für dein Bauvorhaben alles Gute - mein Eigenheim habe ich ebenfalls über fünf Jahre in Eigenleistung ksrnsaniert und weiß, was da an Arbeit auf einen zukommt 😉

vg

FRUGI

Hallo Frugi

danke für die guten Wünsche zum Gelingen unseres Bauvorhaben. Aber wenn ich fünf Jahre brauch bringt mich meine Frau um. In der neuen BEG Förderung werden nur Handwerkerleistungen gefördert inklusive Material bzw. Handwerker müssen das selbst gekaufte Material verarbeiten. Eigenleistung wird da meist unrentabel. Wir machen nur Abrucharbeiten (kein Materialeinkauf), oder arbeiten wo uns die Lohnkosten im Vergleich zum Material einfach zu hoch sind, z.B. Badsanierung wo ja auch nur ein Teil gefördert wird. Oder halt die Dinge ohne Förderung (Bau der PV-Anlage mit Batteriespeiche)

Hoffe das wir im Frühjahr 2023 soweit durch sind.

Gruß Energiefuchs