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Humankapital stilllegen und weg

Ich bin 61 Jahre alt und verbeamteter Hochschullehrer. Mit 63 Jahren kann ich vorgezogen in Pension gehen oder, wenn ich will, noch mit 69 Jahren in der Bütt´ stehen. In Deutschland ist es mir aber zu kalt und so plane ich die Monate von Oktober bis Mai bald im Süden mit sommerlichen Temperaturen verbringen zu können. Leider muss ich dazu mein Humankapital mit 63 Jahren stilllegen – zumindest in der bisherigen Funktion.  Dann würde ich mit Steuerklasse I netto ca. 3500 Euro pro Monat erhalten (bei einem Ausscheiden nach der gesetzlichen Altersgrenze wären es aktuell nur gut 600 Euro netto mehr pro Monat).

Mein Vermögen besteht derzeit aus einem Depot mit einem Wert von ca. 1 Million Euro und einem abbezahlten selbstgenutzten Haus mit einem geschätzten Wert von ca. 650.000 Euro. Das Depot ist aufgeteilt in 60% weltweit gestreuten Aktien-ETFs und 40% Festgeld/Cash, damit ich bei Kursstürzen noch gut schlafen kann. Ich rechne damit, dass ich ab dem Alter 63 für die nächsten 40 Jahre (nach einer sehr optimistischen Schätzung) durchschnittlich 3% davon entnehmen kann, was hoffentlich inflationsangepasste zusätzliche 2.500 Euro im Monat erbringt. Ich bin kinderfrei, meine 5 Jahre jüngere Partnerin hat kein Kapitalvermögen, ist aber abenteuerlustig genug, mich bei meinen Winterfluchten zu begleiten. Wir verbrauchen in Deutschland zusammen etwa 3.000 Euro im Monat. Ich nehme aber an, dass unsere Ausgaben im Ausland höher sein werden und mit zunehmendem Alter ansteigen.

Meine Zuflucht wäre eine Gegend mit einem Infrastrukturniveau ähnlich dem eines europäischen Landes. Australien, Neuseeland, Costa Rica, Panama, Uruguay, … kanarische Inseln? Sind meine Überlegungen einigermaßen plausibel? Wer hat noch Ideen dazu?

Ein herzliches Willkommen!

Hier scheint der Nick Programm😀

Klingt nach fat FIRE ohne RE Alles sehr konservativ ausgerichtet. Im Prinzip ein wohlhabender Rentner oder vielmehr Pensionär. Was für manchen hier verschwendete Lebensjahre sein mögen ist für dich so wie es klingt anders. Du scheinst dem Humankapital nachzutrauern. Nur diesem oder wirklich auch der Bütt?

Die hohe Cashquote ist in Anbetracht der frühen Geburt wie auch üppigen Pension als auch mangelnder Erben so sicher wie eine Beamten Anstellung.

https://www.finanzen-erklaert.de/4-regel-sicher-ab-60/

https://www.finanzen-erklaert.de/mut-zum-risiko/

Ich kann aus der Entfernung den Ratschlag geben sich Mal selbst zu positionieren was man denn eigentlich will. Zuerst in einem anderen Themenbereich was schreiben wegen irgendwie wenigen hundert Euro die fehlen würden wenn man nicht weiter macht, dann hier die Details nachschieben mit Beamter und Pension und 1 Mio auf der Kante.

Dann Abenteuer aber doch Infrastruktur wie in Europa? Frau hat nix macht aber mit trotz unklarer Sachlage was es denn wirklich werden soll.

Vorschlag: Der Frau die Hälfte bedingungslos abgeben, sofort aufhören und nicht noch zwei Jahre beruflich  dranhängen. Mit dem Sammeltaxi durch Equador, danach mit dem Moped als Selbstfahrerpaar durch Thailand. Danach in diversen öffentlichen Verkehrsmitteln quer durch Indien. Zwei Jahre sind dann rum, die Frau hatte ihr Abenteuer und die Philosophievorlesung betreffend des richtigen Lebensweges so obsolet bzw. haben dann eine gewisse Anschauung.

Wenn dann die Pension kommt geht's nach Japan, Australien  und dahin wo die Infrastruktur wie in DE ist. Abenteuer dann halt over für die Frau. Aber sie hat ja die Hälfte der Kohle und kann dann mit meiner Frau und mir mitfahren.

Soweit meine Vorschläge im Kontext zum Subtext.

@muslime_frugi: Vielen Dank für die Hinweise zu finanzen-erklaert.de. Da lernt die Beamtenseele etwas Rationalität dazu. Und ja, es ist schon schön in der Bütt, aber es gibt noch viele andere Gelegenheiten auszuprobieren, wenn das nicht mehr (oder erheblich weniger) ist.

@absprung_2020: Vielen Dank für den Ratschlag. In gewisser Hinsicht auch sehr lehrreich.

Zitat von NichtwirklichFIRE am 2. Mai 2022, 17:40 Uhr

Ich bin 61 Jahre alt und verbeamteter Hochschullehrer. Mit 63 Jahren kann ich vorgezogen in Pension gehen oder, wenn ich will, noch mit 69 Jahren in der Bütt´ stehen. In Deutschland ist es mir aber zu kalt und so plane ich die Monate von Oktober bis Mai bald im Süden mit sommerlichen Temperaturen verbringen zu können. Leider muss ich dazu mein Humankapital mit 63 Jahren stilllegen – zumindest in der bisherigen Funktion.  Dann würde ich mit Steuerklasse I netto ca. 3500 Euro pro Monat erhalten (bei einem Ausscheiden nach der gesetzlichen Altersgrenze wären es aktuell nur gut 600 Euro netto mehr pro Monat).

Mein Vermögen besteht derzeit aus einem Depot mit einem Wert von ca. 1 Million Euro und einem abbezahlten selbstgenutzten Haus mit einem geschätzten Wert von ca. 650.000 Euro. Das Depot ist aufgeteilt in 60% weltweit gestreuten Aktien-ETFs und 40% Festgeld/Cash, damit ich bei Kursstürzen noch gut schlafen kann. Ich rechne damit, dass ich ab dem Alter 63 für die nächsten 40 Jahre (nach einer sehr optimistischen Schätzung) durchschnittlich 3% davon entnehmen kann, was hoffentlich inflationsangepasste zusätzliche 2.500 Euro im Monat erbringt. Ich bin kinderfrei, meine 5 Jahre jüngere Partnerin hat kein Kapitalvermögen, ist aber abenteuerlustig genug, mich bei meinen Winterfluchten zu begleiten. Wir verbrauchen in Deutschland zusammen etwa 3.000 Euro im Monat. Ich nehme aber an, dass unsere Ausgaben im Ausland höher sein werden und mit zunehmendem Alter ansteigen.

Meine Zuflucht wäre eine Gegend mit einem Infrastrukturniveau ähnlich dem eines europäischen Landes. Australien, Neuseeland, Costa Rica, Panama, Uruguay, … kanarische Inseln? Sind meine Überlegungen einigermaßen plausibel? Wer hat noch Ideen dazu?

Hallo Herr Hochschullehrer,

geht es dir denn eigentlich darum die kälteren Monate im Warmen zu verbringen, oder wirklich darum nicht mehr zu arbeiten? Wenn Ersteres der Fall ist, gäbe es da nicht Möglichkeiten dies mit der aktuellen Position umzusetzen? Die Lehre findet an den meisten Hochschulen doch ohnehin Remote statt und für die wenigen Pflichttermine vor Ort sind es von den Kanaren bis in Deutsche Hochschulstädte doch auch nur wenige Stunden Entfernung?

Grüsse vom Sparschwein

auch von mir ein Hallo.

Das hört sich alles ein wenig unkonkret an von den Auslandsplänen, da sind ja deutlich verschiedene Länder welche Dir vorschweben was die Auflagen für Einreise, längere Aufenthalte, Kultur und auch das Klima angeht. Australien und Neuseeland sind keine günstigen Länder, wo willst Du dort bleiben, Haus mieten, Hotel ... auch die Entfernung, unter 24 Std. Flug nicht machbar. Was ist mit Krankenversicherung, Zahnarztbesuch, Krebsvorsorge (nicht unwichtig in dem Alter). Wie fortbewegen, Auto kaufen, mieten. Kanaren sind da sicher am einfachsten zu handeln. Bist Du denn schon mal länger im Ausland gewesen und kennst Dich aus oder ist das neu für Dich? Viele vertun sich da und denken es ist alles wie in Deutschland nur das Wetter ist besser, das ist eben nicht der Fall.

Ich will ab 2024 länger in Thailand bleiben kenne das Land aber sehr gut und war schon oft für mehrere Monate im Ausland (auch gelebt) und wir haben dort ein Haus. Selbst ich würde aber (voraussichtlich) nur 3-4 Monate am Stück bleiben.

 

Hi nichtwiklichFIRE, das liest sich ja richtig toll von der Pension her.  Im entfernteren Bekanntenkreis hab ich mal mitbekommen, dass jemand aus Deinem Berufszweig immer  ein Semester gearbeitet hat und dann ein paar Monate/halbes Jahr unterwegs war. Wäre das für Dich jetzt auch schon möglich? Dann könntest Du jetzt schon bissl schnuppern 😉  Schön ist, dass Du als Beamter das Glück hast, jetzt schon gut abgesichert zu sein.

Ich selbst möchte ja auch gerne in ein paar Jahren im Winter reisen, im Sommer würde ich dann gerne hier in D arbeiten. Ich hab kein Studium und war Alleinerziehend mit Teilzeitjob, bis zu  meiner Rente wird nicht mehr viel zu retten sein. Da ich aber  schon immer frugal gelebt habe, passt das schon.

Ich weiss auch noch nicht genau, wo es mich hinzieht, hab aber,wenn es nach Plan läuft, noch 4,5 aktive Jahre vor mir. Die Kanaren sind auf jeden Fall schon mal schön, ich persönlich würde glaub eher erst mal den Fokus auf  Welt entdecken legen.  Dartpfeil auf die Weltkarte werfe 😉

 

 

 

Hallo Sparschwein, Konsument und Susy Sunshine,

mit motivierten Studierenden zu arbeiten, ist schon sehr spannend. Meine Hochschule geht, wie schon in diesem Semester, nach Corona jedoch wieder in den Präsenzmodus über, sodass nur noch in ganz seltenen Fällen Remote-Veranstaltungen möglich sind. Eine diesbezügliches Gespräch mit der Hochschulleitung wäre es aber immerhin Wert, wenn die Optionen zu Ende gedacht sind. Im Ruhestand bliebe dann aber immer noch eine beschränkte Möglichkeit für Gastaufenthalte im Ausland oder als Lehrbeauftragter an einer Hochschule im Remote-Modus. Eine vollständige Entweder-Oder-Entscheidung ist also nicht zwingend. Und außerdem gibt es ja noch ein Leben ohne Hochschullehre :).

Als Hochschullehrer kann man sehr selbstbestimmt arbeiten, es gibt beruflich die Möglichkeit zu reisen und die vorlesungsfreien Zeiten sind lang. Unter anderem war ich ein für ein Forschungssemester (6 Monate) in Australien. Das hat mir sehr gut gefallen, das Preisniveau dort ist gefühlt aber fast so hoch wie in der Schweiz. Bei einem längeren Aufenthalt kommt es mir darauf an, mich integrieren zu können, denn nur als Tourist zu leben, wäre mir zu einsam. Hier spielt die Sprache, die Kultur und, ja, der Lebensstandard eine Rolle. Englisch kann ich, Spanisch ist für mich lernbar, Thailändisch wird schwierig werden, nehme ich an. Wenn ich im Ausland bin, dann merke ich sehr, wie ich von der deutschen Kultur geprägt bin (Direkt-sein, Pünktlichkeit, ...) und die Anpassung wird umso schwerer, je weiter die kulturelle Entfernung ist. Und auch der Lebensstandard spielt eine Rolle, da ich nicht auf eine niedrige Kriminalitätsrate und eine gute Gesundheitsversorgung verzichten will. In einem Land zu leben, in dem ich nur als Alien oder wandelnder Dollar-Schein wahrgenommen werde (u.a. wegen mangelnder Anpassung meinerseits), fände ich unangenehm. Die operativen Dinge wie Einreise, Krankenversicherung, Arzttermine, usw. lassen sich hingegen relativ leicht herausfinden und regeln. In Australien muss man zum Beispiel - ohne besonders Visum - schon nach 3 Monaten wieder raus, die Kanaren sind als EU-Gebiet dagegen relativ unproblematisch. Wie lebt es sich dort im Langzeitaufenthalt?

@konsument: Thailand finde ich ein Klasse Urlaubsland. War zwei Mal dort für einige Wochen. Hinter der Klappkarte für Touristen sieht es aber ganz anders aus. Was sind deine Erfahrungen und wie kommst du damit zurecht?

@Susy Sunshine: Die Idee mit dem Dartpfeil auf der Weltkarte finde ich prima. Ich werde dies auf diejenigen Länder eingrenzen, die mich interessieren und kann mir vorstellen, dann nach persönlicher Anschauung weiter zu sehen, wohin es mich zieht.

Herzliche Grüße,

NichtwirklichFIRE

 

Wie wäre es mit einem Sabbatjahr? Geht doch als Beamter.

Du bist 61. Plus 1 Sabbatjahr=62. Dann noch 1 Jahr arbeiten =63. Dann Pension.

In dem Sabbatjahr kannst du konkretere Zukunftspläne machen und Gegenden zum Überwintern erkunden. Vielleicht wird dann einiges klarer - auch mit der Abenteuerlust der Partnerin.

Liebe Grüße, Flitzekittel --------------------------------------------- NEU: www.miteigenenhaenden.de - Minimalismus, Selbstversorgung, Konsumreduzierung, Suffizienz, DIY -

Hallo  nichtwiklichFIRE,

in Thailand habe ich Heimvorteil, da meine Frau gebürtige Thailänderin ist und ich zusammengerechnet schon über 1 Jahr dort war (12 x 4-5 Wochen). Anders ist es auch nicht machbar dort ein Haus zu bauen. Wir haben Familienanschluss, welche auch recht wohlhabend ist und so auch keine der üblichen "Probleme", die auf einen zukommen können, zu erwarten sind. Komplett würde ich dort nicht bleiben wollen, meine Frau eigentlich auch nicht mehr, für den langen kalten Winter bei uns ist es optimal, dann ist dort die beste Reisezeit und in Deutschland muss ich mich nicht um Garten, etc. beim Haus kümmern.

Das Leben ist deutlich günstiger als bei uns, sehr angenehme und freundliche Menschen, tolle Natur, leckeres Essen, interessante Kultur, Sprungbrett zu den anderen asiatischen Ländern. Also das beste aus beiden Welten kombinieren, im Sommer bin ich gerne in Deutschland, habe die medizinische Versorgung und die 4 Jahreszeiten haben etwas für sich und im Winter fahre ich auch gerne Ski. Und in Europa ist im Winter nun mal Winter, auch im Süden ist es nicht wirklich warm, Mallorca auch nicht, Kanaren ist ok, das wäre mir persönlich auf Dauer aber zu eintönig, hab die Inseln (fast) alle durch, sind schön, aber ein bis zwei Wochen reichen mir dort ehrlich gesagt aus.

Langzeitmiete ist in Thailand aber kein Problem, einen kleinen Bungalow etc. kann man unproblematisch mieten, haben wir auch schon gemacht. Für Pensionäre mit gutem finanziellem Background ist eine längere Einreise in Thailand kein Problem, von der Regierung wird durch entsprechende Auflagen eben vermieden das Ausländer dem Land zur Last fallen. Die sind ganz gut auf Ruheständler eingestellt, nur aufpassen, das man sich keinen komischen Pachtvertrag andrehen lässt. Mit etwas Sorgfalt und gesundem Menschenverstand kann einem eigentlich nicht viel passieren.

Übrigens bin ich nebenberuflich Hochschuldozent an einer FH, was ich weiterführen werde, macht Spaß.