Frugalisten - Finanzielle Unabhängigkeit - Einfaches Leben

Werde ein epischer Superheld

Bis zum 67. Geburtstag Tag für Tag arbeiten gehen?
Ich habe da eine bessere Idee!

Hier erfährst du, wie du mit weniger Geld besser lebst, das gesparte Geld investierst und so schon in jungen Jahren ausgesorgt haben kannst.

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Hoppla, hier sind ja noch viel mehr Menschen, die so ticken wie ich 😉

Frugalisten? Meine erste Vermutung: eine neue Form der Ernährung, nach Veganern, Frutariern und Paleotaner nun also Frugalisten. Aber weit gefehlt! Gerne würde ich hier ein Bild einstellen von meinen immer größer werdenden Augen, als ich dann über einen Facebook-Eintrag auf dieser Seite hier gelandet bin. Ich bin nicht allein! Es gibt noch mehr von meiner Sorte!

Vermutlich gehöre ich zu den ältere Semestern hier, ich bin 51 Jahre alt und seit 24 Jahren fest angestellte Redakteurin. Dazu bin ich Mutter zweier Kinder, die ich alleine großgezogen habe, ohne Unterstützung von Staat oder Großeltern. Ich habe also - das darf ich sagen - schon einiges gestemmt. Ich habe meine Arbeit immer sehr geliebt, bin mit Leib und Seele Journalistin. Nachdem es aber im Printjournalismus in den  letzten zehn Jahren immer weiter bergab ging und sich meine Arbeitsbedingungen zusehends verschlechtert haben, habe ich vor nunmehr drei Jahren den Entschluss gefällt, nur noch 60 Prozent zu arbeiten - und damit auf 1000 Euro jeden Monat zu verzichten. Ich glaube, nahezu jeder in meinem Umfeld hat mich gleichzeitig beneidet und für verrückt erklärt (Die Rente! Mädchen, denk an die Rente!). Kollegen haben bis heute Probleme, mir bereits mittwochs ein schönes Wochenende zu wünschen 🙂 Fakt ist: Meine Lebensqualität schnellte vom ersten Monat an dramatisch in die Höhe - so viel Zeit für mich! Eine alleinerziehende, Vollzeit arbeitende Mutter hat keine Zeit für sich. Das ist eigentlich ein ungeschriebenes Gesetz. Und plötzlich war sie aber da! Worte allein reichen gar nicht aus, um zu beschreiben, wie sehr ich anfing, mein Leben zu genießen...

Und was dann kam, ist etwas, was hier ganz bestimmt viele Menschen verstehen, ich ansonsten aber kaum mehr jemanden sage, weil es wie dämliche Koketterie klingt: Meine Kinder und ich haben nicht gemerkt, dass wir 1000 Euro weniger im Monat haben. Lebenskünstler waren wir schon immer, verschwenderisch noch nie. Trotzdem mussten wir uns ja einschränken. Im Vorfeld haben wir uns überlegt, wo wir das tun können und wo wir es auf keinen Fall wollen. Es war z.B. klar, dass nicht gespart wird, wenn wir ins Kino oder ins Theater gehen wollen. Dafür gehen wir kaum mehr in Restaurants essen. Urlaube waren bei uns eh noch nie teure Pauschalreisen, jetzt machen wir begeistert Couchsurfing-Trips durch Europa und haben den Spaß am Zelten wiederentdeckt.

Nachdem ich anderthalb Jahre nur drei Tage die Woche gearbeitet habe, spülte mir das Leben eine Gelegenheit vor die Füße, mich noch einmal selbstständig zu machen mit einer ganz anderen Sache, die mich sehr ausfüllt und glücklich macht. Meine Redakteurstelle habe ich weiterhin drei Tage, aber ich habe nicht vor, bis 67 zu arbeiten, so, wie es der Staat für mich vorgesehen hat. Deshalb spare ich nun, soviel es eben geht, um in ein paar Jahren nur noch zu tun, wozu ich Lust habe. Im Mai habe ich die letzte Rate für mein Haus gezahlt, ich lebe also schulden- und mietfrei. Und da meine Kinder zwischenzeitlich groß sind und die Jüngste nun auch ausgezogen ist, kann ich mir nun auch noch Menschen suchen, die ticken wie ich und die mit mir eine Hausgemeinschaft gründen wollen. Freue mich auf regen Austausch mit kreativen, eigensinnigen Köpfen! Heike

@nickelhei

Interessante Lebensgeschichte. Dann herzlich willkommen in unserem kleinen "Verein" und viel Erfolg bei den zukünftigen Vorhaben. Ich hoffe Sie finden hier hilfreiche Anregungen.

Hallo, toll wenn ich das lese. Genau so kanns laufen.

Ich werde so bald wie möglich meine Arbeitszeit auch reduzieren. Noch geht es nicht wegen Selbstständigkeit, aber in naher Zukunft wieder halbtags angestellt arbeiten. Das bringt dann ja sofort erheblich mehr Lebensqualität. Wenn ich nichts passendes finde werde ich halt Privatier.

Ich muss sagen, in meinem Umfeld bin ich eine Art Fremdkörper geworden mit der gewachsenen Einstellung von "überlegten" Konsumverzicht.  Gemeint ist damit der weitgehende Verzicht auf sinnfreie und unnötige Käufe (Thema Kaufgeilheit, Shopping,Essengehen). Muss mich manchmal zwingen Geld aus zu geben um mich im meinem Umfeld sozial nicht auszugrenzen. Ich bräuchte noch weniger.