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Höhe des Depots, ein abstrakter Wert

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Bei mir ist es so,  dass ich ein Musterdepot angelegt habe,  in welchen ich die nennenswerten Positionen der einzelnen Depots dargestellt habe.  So habe ich eine Übersicht über mein Wertpapiervermögen. Dieser Wert schwankt aktuell so zwischen 250.000€ bis 280.000€. Diese Schwankungen lassen mich relativ kalt,  auch wenn es mal 20.000€ am einem Tag nach unten geht.

Im täglichen Leben tut es mit innerlich weh eine Pfandflasche für 8 Cent stehen zu lassen, auch wenn es in Relation zum Depot irgendwie zu vernachlässigen ist.

"Real" wird das Depot nur, wenn Dividende auf dem Girokonto eingeht oder ich mir überlege wie ich einen Wertpapierkauf vom Girokonto bezahle, ohne den Monat ins Soll zu rutschen.

ich sag mal so wenn man ein gewissen Level erreicht hat kann es einem egal sein, bzw die Schmerzgrenze steigt dann, wenn mein Depot mal um 10-20 k abrauscht könnte ich schon manchmal "kotzen", ich bin mir dann aber darüber klar, dass es nur Emotionen sind und versuche eher gegenteilig zu handeln, auch wenn ich dann gefühlsmässig am liebsten nie wieder was mit Börse zu tun haben möchte

den Pfandflascheneffekt kenne ich, eine Pfandflasche gefunden ist gefühlmässig manchmal genaus so stark wie 1000 Euro an der Börse gemacht

Ich hatte vor rund 2 Jahren mal den Spaß: Ich hatte auf die Rettung eines US-Unternehmens gesetzt.  Einsatz waren im Laufe der Zeit rund 11500€ und ich war gut 70% im Plus,  die Position war etwa 20.000€ wert.  Dann kam die für mich überraschende Gerichtsentscheidung, der Insolvenzplan wurde abgelehnt, die Gläubiger bekamen alles und die Altaktionäre sollten  leer ausgehen.  Die Aktie fiel in Sekundenbruchteilen auf nahe Null.  Ich saß wie gelähmt beim Abendessen und starrte mein Handy an.  Wurde dann noch (zurecht) von meiner Frau angemekert ich soll endlich das Handy weglegen.

Habe die Aktien dann für wenige Euro verkauft,  um zumindest die Verluste geltend machen zu können.

Dies sind dann Momente welche dann auch mal richtig schmerzen.

Ich war mit 27 schonmal so gut wie finanziell unabhängig, bin dann bis auf null wieder runter durch den Neuen Markt usw...

Zitat von Waermflasche am 12. Mai 2019, 18:01 Uhr

Ich war mit 27 schonmal so gut wie finanziell unabhängig, bin dann bis auf null wieder runter durch den Neuen Markt usw...

Davon hatte ich nie etwas angefasst, wollte mehr etwas mit Wert haben, als Firmen ohne Gewinn!

»In meinem Alter begreife ich, dass Zeit mein kostbarster Besitz ist.« »Freiheit bedeutet, dass man nicht unbedingt alles so machen muss wie andere Menschen.« »Eine Aktie zu verkaufen die fällt, ist in etwa so, als ob man ein Haus für 100.000 Dollar kauft und es verkauft, sobald jemand 80.000 Dollar dafür bietet.« Buffett

Beim neuen Markt hatte ich immer gezeichnet und ein paar Mal Glück gehabt und welche bekommen.  Hatte dann aber immer schnell den Zeichnungsgewinn realisiert.  Eine EM-TV (und vergleichbare AHs) mit 100 Mitarbeitern,  riesigen Verlusten und einer Marktkapitalisierung höher als VW war mir immer schon suspekt.

Spekulationen mit Pleitewerten mache ich aber hin und wieder.  Früher mehr als heute.  Wenn so etwas gut ging dann hat es manche Verluste aufgewogen. Insgesamt hätte ich mein Depotvolumen nicht erreicht,  wenn ich alles in MSCI-ETFs gesteckt hätte.

Zwischen ETFs und das Wetten auf kurzfristigen Kursbewegungen gibt es noch andere Möglichkeiten.

Z.B. sich an Firmen mit stetig steigenden Gewinn zu beteiligen und diese dann über Jahrzehnte zu halten.
Das macht man mit ETFs im Prinzip auch, aber da hat man dann auch die unterdurchschnittlichen Firmen dabei.

»In meinem Alter begreife ich, dass Zeit mein kostbarster Besitz ist.« »Freiheit bedeutet, dass man nicht unbedingt alles so machen muss wie andere Menschen.« »Eine Aktie zu verkaufen die fällt, ist in etwa so, als ob man ein Haus für 100.000 Dollar kauft und es verkauft, sobald jemand 80.000 Dollar dafür bietet.« Buffett

Hallo zusammen,

ich bin noch neu hier (und auch in der Finanzwelt) und fand die Überschrift spannend, weil ich (zumindest bisher) ein Depot so verstanden habe: Ich spare (meinetwegen auf einen kostengünstigen Indexfonds, MSCI Welt und EM oder so) und reinvestiere Gewinne gleich wieder. Tatsächlich "bringen" wird das Depot erst etwas, wenn ich tatsächlich Geld entnehme (z. B. indem ich nicht reinvestiere und mir den Gewinn auszahlen lasse, oder indem ich Anteile verkaufe) - richtig? Wenn ich es als Alternative zur klassischen Altersvorsorge anlegen möchte, kann ich also über 30 Jahre relativ entspannt auch Zeiten des Kursfalls aussitzen und mich freuen, dass ich dann für gleiches Geld noch mehr Anteile bekomme.

Das setzt natürlich voraus, dass ich in einem breiten Indexfond investiere und nicht in Einzelnunternehmen. Meine aktuelle favorisierte Strategie wäre eine passive Anlage in breitgestreute Indexfonds, um am ganzen Markt zu partizipieren und nicht nur Einzelunternehmen. Ist bestimmt nicht so renditestark wie individuelle Portfolios... aber mein bisheriger Eindruck (mit meinen begrenzten Kenntnissen) ist: Auf lange Zeiträume ist der Markt durch individuelles Picken nicht wirklich zuverlässig vorherzusagen (außer man ist ein verdammtes Finanzgenie und hat dann auch noch extrem viel Glück)… für mich als Normalo wäre buy-and-hold die stressfreieste Variante (möchte ja nachts auch noch schlafen können...)

Würdet ihr sagen, dass bereits zu Beginn eine Entnahmestrategie feststehen muss, oder kann man auch erst einmal drauf los sparen und sich später darüber Gedanken machen? In diesem Fall wäre die Depothöhe tatsächlich erst einmal nur ein abstrakter Wert...

Liebe Grüße

Anni

Zitat von Anni am 13. Mai 2019, 10:45 Uhr

Auf lange Zeiträume ist der Markt durch individuelles Picken nicht wirklich zuverlässig vorherzusagen (außer man ist ein verdammtes Finanzgenie und hat dann auch noch extrem viel Glück)… für mich als Normalo wäre buy-and-hold die stressfreieste Variante (möchte ja nachts auch noch schlafen können...)

Ich kann die Skepsis verstehen, aber meine Erfahrung ist sehr positiv, 75% meines Depots ist bis 2001 erworben worden.

Zu ETFs & Co kann ich nicht viel sagen, hatte ich nie.

»In meinem Alter begreife ich, dass Zeit mein kostbarster Besitz ist.« »Freiheit bedeutet, dass man nicht unbedingt alles so machen muss wie andere Menschen.« »Eine Aktie zu verkaufen die fällt, ist in etwa so, als ob man ein Haus für 100.000 Dollar kauft und es verkauft, sobald jemand 80.000 Dollar dafür bietet.« Buffett

Die Entnahmestrategie spielt in der Sparphase keine Rolle. Hier findet der Vermögensaufbau statt. Auch die Rendite ist lange nicht der große Treiber, sondern die Sparsumme. Es ist sehr einfach. Kein Grund es kompliziert zu machen.

"Normalos" starten buy and hold, weltweit breit gestreut in 1-2 ETF´s, Steuer einfach, günstig, monatlich regelmäßig und lernen den Umgang mit Kursverlusten.

Ausgaben prüfen, Einnahmen erhöhen und damit die Sparsumme erhöhen. Aus dem angesparten Vermögen ergeben sich dann die verschiedenen Möglichkeiten.

Finanzielle Freiheit, Teilzeit, Frührente, Spenden, Nachhaltigkeit, Nachlass, usw.

3 Tage Woche. Teilzeitarbeit.

Ich würde auch für den Anfang einen breit gestreuten ETF empfehlen.  Ich würde einen ausschüttenden Fonds bevorzugen, zumindest solange wie du den Sparerfreibetrag nicht ausgeschöpft hast.

Ich mag Ausschüttungen, da landet dann der Ertrag der finanziellen Entbehrungen direkt auf dem Girokonto.

Zitat von 49er am 13. Mai 2019, 16:56 Uhr

Die Entnahmestrategie spielt in der Sparphase keine Rolle. Hier findet der Vermögensaufbau statt. Auch die Rendite ist lange nicht der große Treiber, sondern die Sparsumme. Es ist sehr einfach. Kein Grund es kompliziert zu machen.

Das stimmt so nicht, jeder Prozentpunkt macht einen gewaltigen Mehrwert, vor allem langfristig.

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»In meinem Alter begreife ich, dass Zeit mein kostbarster Besitz ist.« »Freiheit bedeutet, dass man nicht unbedingt alles so machen muss wie andere Menschen.« »Eine Aktie zu verkaufen die fällt, ist in etwa so, als ob man ein Haus für 100.000 Dollar kauft und es verkauft, sobald jemand 80.000 Dollar dafür bietet.« Buffett
Zitat von Paul74 am 13. Mai 2019, 20:21 Uhr

Ich würde auch für den Anfang einen breit gestreuten ETF empfehlen.  Ich würde einen ausschüttenden Fonds bevorzugen, zumindest solange wie du den Sparerfreibetrag nicht ausgeschöpft hast.

Ich mag Ausschüttungen, da landet dann der Ertrag der finanziellen Entbehrungen direkt auf dem Girokonto.

Wenn du den Effekt des Zinseszins nutzen willst, solltest du die Ausschüttungen wieder reinvestieren und nicht auf dem Girokonto lassen und evtl. ausgeben.

Zitat von dev am 14. Mai 2019, 6:50 Uhr
Zitat von 49er am 13. Mai 2019, 16:56 Uhr

Die Entnahmestrategie spielt in der Sparphase keine Rolle. Hier findet der Vermögensaufbau statt. Auch die Rendite ist lange nicht der große Treiber, sondern die Sparsumme. Es ist sehr einfach. Kein Grund es kompliziert zu machen.

Das stimmt so nicht, jeder Prozentpunkt macht einen gewaltigen Mehrwert, vor allem langfristig.

Wenn man hier solche extremen Unterschiede auch auf extreme Zeiträume hochrechnet, klar.

Die meisten hier die FIRE anstreben, wollen das wohl in 10-15 Jahren erreichen, vielleicht 20. Bei 15 Jahre Ansparphase ist der erste Euro 15 Jahre im Portfolio, der letzte angesparte Euro 0 Jahre. Im Schnitt also 7,5 Jahre.

Also mal ein realistisches FIRE-Beispiel, 30.000 Euro Sparrate im Jahr mit 2 Prozent Dynamik. 15 Jahre, einmal 8 und einmal 9 Prozent Rendite pro Jahr. 25 Prozent Steuern am Ende (Vorteil für die 9 Prozent Variante durch höhere Steuerstundung).

Am Ende stehen dann entweder 815.000 Euro bei 8 Prozent oder 868.000 Euro bei 9 Prozent.

Zitat von FrugalistMitHaus am 14. Mai 2019, 13:45 Uhr

Die meisten hier die FIRE anstreben, wollen das wohl in 10-15 Jahren erreichen, vielleicht 20. Bei 15 Jahre Ansparphase ist der erste Euro 15 Jahre im Portfolio, der letzte angesparte Euro 0 Jahre. Im Schnitt also 7,5 Jahre.

Also mal ein realistisches FIRE-Beispiel, 30.000 Euro Sparrate im Jahr mit 2 Prozent Dynamik. 15 Jahre, einmal 8 und einmal 9 Prozent Rendite pro Jahr. 25 Prozent Steuern am Ende (Vorteil für die 9 Prozent Variante durch höhere Steuerstundung).

Und wenn dann FIRE erreicht ist, wird sofort alles zu Geld gemacht oder bleibt es möglichst bis zum Lebensende im Depot?

Somit kann der Zeitraum auch noch viel länger sein.

»In meinem Alter begreife ich, dass Zeit mein kostbarster Besitz ist.« »Freiheit bedeutet, dass man nicht unbedingt alles so machen muss wie andere Menschen.« »Eine Aktie zu verkaufen die fällt, ist in etwa so, als ob man ein Haus für 100.000 Dollar kauft und es verkauft, sobald jemand 80.000 Dollar dafür bietet.« Buffett

Darum ging es gar nicht. 49er hat explizit von der Sparphase geschrieben und nicht von Post-FIRE.

Zitat von FrugalistMitHaus am 14. Mai 2019, 23:59 Uhr

Darum ging es gar nicht. 49er hat explizit von der Sparphase geschrieben und nicht von Post-FIRE.

Das mag sein, aber deshalb ist die Gesamtzeit von Anspar- und Entnahmephase ein zusammenhängender Zeitraum für den Zinseszins.
Und genau deshalb macht jeder % einen gewaltigen Unterschied.

Wenn man sehr früh anfängt und 100 wird, kann es sein das der erste Euro 80 Jahre den Zinseszins genießen darf.

Meine Ansicht ist aber auch schon fast 20 Jahre gewachsen, weil ich in diesem Zeitraum effektiv nicht gespart habe.

»In meinem Alter begreife ich, dass Zeit mein kostbarster Besitz ist.« »Freiheit bedeutet, dass man nicht unbedingt alles so machen muss wie andere Menschen.« »Eine Aktie zu verkaufen die fällt, ist in etwa so, als ob man ein Haus für 100.000 Dollar kauft und es verkauft, sobald jemand 80.000 Dollar dafür bietet.« Buffett

Darum ging es aber nicht. 49er hat explizit von der Sparphase geschrieben.

Zitat von FrugalistMitHaus am 15. Mai 2019, 7:12 Uhr

Darum ging es aber nicht. 49er hat explizit von der Sparphase geschrieben.

Sein Bsp 8% und 9% Unerheblich ist etwas anderes!

20 Jahre a 250 pro Monat ansparen
8% > 143.234,95
9% > 160.962,53

Also auch in der Ansparphase relevant, sind immerhin >17000 mehr ~68 Monatsraten.

Klar wer nicht gespart hat, bekommt auch keine Zinsen fürs Ersparte, deshalb ist die Sparrate vorrangig zu betrachten, aber die Rendite sollte man nicht vernachlässigen.

Aber der größte Treiber ist die Zeit, wer mit 20 anfängt Kapital anzulegen, benötigt weniger Kapital und Rendite als jemand der mit 40 anfängt.

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»In meinem Alter begreife ich, dass Zeit mein kostbarster Besitz ist.« »Freiheit bedeutet, dass man nicht unbedingt alles so machen muss wie andere Menschen.« »Eine Aktie zu verkaufen die fällt, ist in etwa so, als ob man ein Haus für 100.000 Dollar kauft und es verkauft, sobald jemand 80.000 Dollar dafür bietet.« Buffett

Nach Abzug der Steuern sind noch 7,6 Prozent Rest-Differenz, wobei 20 Jahre wirklich auch ein extrem langes Szenario für die Ansparphase ist.

Nach 10 Jahren nach Steuern sind es 4,4 Prozent Differenz bei der Endsumme.

Beide Werte finde ich unerheblich.

 

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