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Habe mein Haus schätzen lassen und bin nun etwas ratlos

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Hallo zusammen!

Situation bei mir: Ich wohne in einer (seit ein paar Monaten) abbezahlten, alten Doppelhaushälfte. Kinder sind ausgezogen, Partner gibt es im Moment keinen. Ich arbeite Vollzeit, mag meinen Job, bin 53 Jahre alt. Die Wohnsituation hier hat sich über die letzten Jahre für mich persönlich immer mehr verschlechtert: anfangs war hinter dem Haus eine große "Industriebrache", sprich, ein riesiges altes Gelände mit einem baufälligen, alten Fabrikgebäude drauf. Die Nachbarn, die direkt an meinen Garten angrenzen bestanden aus einer Renterin (sehr nett und ruhig) sowie einer Alleinerziehenden (da war tagsüber ein bisschen Kinderlärm, aber ab 19 Uhr Ruhe) sowie einem Künstlerehepaar (von denen hab ich gar nichts mitbekommen).

Stand jetzt: die Industriebrache wurde als Mischgebiet ausgewiesen und bebaut. Direkt am Anschluss meines Gartens ist jetzt ein Autohändler mit Selbst-Wasch-Anlage (das selber ginge noch, aber die jungen, russisch-stämmigen Kunden dort müssen immer zeigen, wie dick die Boxen im Auto sind...). Dahinter ist ein weiterer Händler, der einen Außenzwinger mit mehreren Rottweilern drin hat. Da abends und nachts niemand da ist, bellen und heulen die oft stundenlang. In das Haus der Renterin sind mindestens drei rumänische Familien gezogen, die ebenfalls unfassbar laut sind (ich frage mich immer, ob die streiten und sich bald umbringen oder sich nur "normal unterhalten"...). Außerdem handeln sie glaub auch mit Autos und Mopeds, und schrauben da viel rum, was ebenfalls Lärm erzeugt (gerne saugen sie auch am Sonntag nachmittag mehrere Autos mit einem Industriestaugsauber aus...und der Hof grenzt direkt an meinen Garten). In dem Haus, in dem die Alleinerziehende und die Künstler wohnten wurde vor ein paar Jahren "Eigenbedarf" angemeldet, die Leute rausgekündigt und nun wird das für Flüchtlinge genutzt (gehört der Kirche). Seit ein paar Wochen wohnen da nun zwei ukrainische Familien, und: ja, sind sehr laut. Sie sitzen meist abends draußen, reden sehr laut (oder streiten die immer?) und da sie ja nicht arbeiten, geht das gerne auch bis in die Nacht. (Tatsächlich sind die Ukrainer so laut, dass ich sie in meinem Wohnzimmer durch die geschlossenen Fenster durch höre und dann abends Noise-Cancelling-Kopfhörer aufsetzen muss, wenn ich in Ruhe etwas lesen will).

Eines Abends hat mich das alles so genervt, dass ich einen Makler anschrieb, der mir jetzt einen "Wert" für mein Haus geschickt hat. Eigentlich würde ich nämlich gerne irgendwo wohnen, wo es ruhig ist. Oder zumindest ruhiger...tja, nur weiß ich jetzt nicht, was ich machen/tun soll. Hier mal die Fakten:

Ich wohne sehr extrem ländlich (quasi mitten im Nirgendwo in Oberschwaben), das Haus ist sehr alt, hat ein Eternit-Dach (was irgendwann mal ein Problem werden könnte...) sowie regelmäßig Wasser im Keller (kommt von unten durch den Naturboden, wenn es stark geregnet hat. Verschwindet dann von alleine wieder). Die gesamte sonstige Haustechnik sowie die Fenster wurde 2004 komplett neu gemacht. Der Wert, der nun als "tiefster Wert, darunter dürfen Sie es nicht verkaufen" angesetzt wurde (Sachwert), ist: 236.000 Euro. Der geschätzte Marktwert liegt im Moment bei 248.000 Euro. Wow! Das war erst mal mehr, als ich vermutet hätte.

Allerdings reichen diese Summen ja nicht, um bis ans Lebensende eine Miete zu zahlen...so wie ich gesehen habe, zahlt man hier für eine 3 Zimmer Wohnung auch schon rund 800 Euro kalt. Und ich rechne damit, sehr alt zu werden, also schon so 95 oder so. Der Makler empfahl mir, nicht direkt vom Eigentum wieder ins Eigentum zu wechseln...(warum eigentlich habe ich nicht ganz verstanden). Dabei dachte ich zuerst schon, ich könnte das Hausgeld nehmen und davon ne 3 Zimmer Wohnung kaufen. Am liebsten eine ziemlich neue, mit niedrigem Energieverbrauch, vielleicht auch näher an der Arbeitsstelle (im Moment pendle ich 30 km einfach).

Ich bin nun ziemlich unsicher, was ich eigentlich tun soll. An manchen Tagen sind die Nachbarn irgendwie nicht da oder nicht draußen, dann gefällt es mir hier doch sehr gut. Bin halt auch schon seit 18 Jahren drin, und ich glaube, da entwickelt man auch eine emotionale Bindung...und im Moment ist das finanziell auch echt easy, weil die Rate für den Kredit weggefallen ist. Mein Girokonto wächst und wächst seither, und ich könnte meine Sparquote jetzt noch etwas erhöhen.

Das Hauptproblem: wenn ich umziehe (egal ob Miete oder Kauf) weiß ich nicht, ob es nicht doch wieder laut ist. Vielleicht sogar noch schlimmer laut (z.B. in einer Wohnung über mir hört jemand laute Musik bis in die Puppen...). Selbst in so einer Seniorenwohnanlage könnte es laut werden (die Senioren schlafen vor dem laut gestellten Fernseher ein...).  Andererseits ist das Haus jetzt einfach viel zu groß (insgesamt 9 kleine Zimmer und dazu ein großer Garten, den ich so gut wie gar nicht nutze). Mir würde eine sehr viel kleinere Wohnung mit Balkon vollkommen ausreichen. Bin eh die meiste Zeit beim Arbeiten...

Was würdet ihr mir raten?

verkleinerung ist sinnvoll

die bewirtsvhaftung eines derart großen Hauses ist finanziell alleine nicht sinnvoll und wird mit dem Alter schwieriger.

Ich empfehle eine senioerengerechte ggf. Erdgeschosswohnung mit neubaustandard. Ebenerdig. Wichtig. Ggf. Rollstuhlgerechte duschen oder die Möglichkeit des nachrüstens.

für den Verkaufspreis dürfte sich mit 50-70qm was solides finden lassen. Ggf. Dürfte der eigentum / Eigentum Tausch sich lohnen, sofern er auf die Zukunft gerichtet ist.

jeder spätere Umzug macht es wegen dem Alter umso schwieriger

Am besten ein kleines Haus in ruhiger Umgebung näher zur Arbeit. Ggf. Neubau Fertighaus 100qm. Da musst Du dann zwar noch 100k Kredit bedienen, aber es ist ruhig und wenig laufende Kosten.

Zwei Überlegungng:

  1. Ein Haus, in dem bzw.  eine Nachbarschaft, in der Du Dich nicht wohlfühlst bringt DIR wenig...
  2. Wegen "Wow! ... mehr, als ich vermutet hätte":
    Wegen der Nullzinszeiten sind Immobilien m.E.  überteuert ...
    Also evtl. auf eine "Normalisierung" der Immo-Preise spekulieren?

Das hieße:

Verkaufen - von den ca. 250 k€ "Dividendenaristokraten" (solide, ohne Kursexplosion in den letzten Jahren, mit ca. 4 % Dividendenrendite)

1.000 € Bruttodiviende = 750 € netto sollten einen Großteil der Miete abdecken?

Und wenn es in 3 oder 7 Jahren wieder bessere Kaufgelegenheiten gibt (weil die 8 % Hypothekenzins 3/4 der Käufer limitieren) wieder zurück switchen...

Exit-tbd oh wow, das hört sich für mich ziemlich vernünftig an…mh. Dann müsste ich nur noch überlegen, wie ich das Ganze abwickle….erst ne tolle Mietwohnung suchen und dann das Haus verkaufen lassen…?

 

Hallo @exit-tbd,

du hast dich etwas verrechnet. Bei 250k Investition mit 4% Dividenden sind das 10k brutto im Jahr , d.h. ca. 630 Euro pro Monat netto bleiben dann noch (angenommen 73,625% nach Steuern und Soli inkl. 801Euro Freistellung).

 

Hallo @uhuohnehu,

Was exit-tbd schreibt, kann man machen. Ohne Einzelwerte sind die 4% auch mit ETFs möglich, aber sowohl dafür und dagegen gibt es nachvollziehbare Argumente.Kursschwankungen muss man aber auch ertragen können.

Falls du die Doppelhaushälft verkaufen und in eine Mietwohnung ziehen möchtest, würde ich mir als erstes die Mietwohnung in Ruhe aussuchen&mieten und zur Not ein paar Monate die Miete zusätzlich zum Haus bezahlen. Das macht den Umzug stressfreier und wenn du nichts passendes findest, hast du keinen Druck irgendwas nehmen zu müssen. In die neue Wohnung würde ich auch erst ziehen wenn der Kaufvertrag für das Haus unterschrieben ist. Eine Mietwohnung kann man zur Not normalerweise auch innerhalb von 3 Monaten wieder loswerden. aber wenn die Möbel schon stehen, ist das nicht so toll. Unter "Druck" zu verkaufen ist auch nicht toll.

Ob die Immobilienpreise wirklich fallen werden, ist fraglich. Kann sein, aber kann auch nicht sein. Neuer Wohnraum wird immer teurer und Leerstand gibt es zumindest in meiner Gegend nicht. Es gibt aber auch generell Argumente fürs Mieten. Falls dich das Thema interessiert, könntest du das Buch "Kaufen oder Mieten?: Wie Sie für sich die richtige Entscheidung treffen" von Gerd Kommer lesen. Vielleicht ist das ja was für dich.

Gruß,
Planer

für 200 k verkaufen, in eine 60qm Wohnung ziehen und im Rentenalter in eine Gegend ziehen wo die Wohnkosten niedriger sind und der "Migrationsanteil" niedriger ist, z.b. in den Harz (Wernigerode und Quedlinburg sind ganz nett, es geht aber auch noch günstiger), zumindest ist das mein (unser) Plan

Nun habe ich ne Weile über alles nachgedacht und bin mir nicht mehr sicher, ob das mit Verkaufen und dann mieten wirklich die beste Option ist. Hauptproblem ist für mich die Umschichtung von 90% meines Vermögens von Immobilien (für mich relativ sicher) in Aktien (hochrisiko). Ich bin schon 53 Jahre und kann in 12 Jahren regulär in Rente gehen. Das ist bei Aktien ein sehr sehr kurzer Zeitraum…und ich bin da nicht sehr risikofreudig (ich habe viele Jahre lang auf vieles verzichtet und am untersten Rand gelebt, ich möchte deshalb mein Vermögen nicht mit sehr hohem Risiko anlegen und dann vielleicht verlieren). Meine reguläre Rente wird auch alles andere als üppig ausfallen, da ich die meiste Zeit als Alleinerziehende in schlecht bezahlten Halbtagsjobs steckte…

Was gibt es für Alternativen? Anscheinend gibt es jetzt ja wieder minimale Zinsen für Tagesgelder…wäre das eine Alternative? Oder dann doch wieder in Eigentum gehen, nur kleiner? (habe heute in meiner Wunschstadt eine 3-Zi Wohnung, Parterre mit Terrasse von 1998 gesehen für 220.000 Euro….sowas in der Art? Wäre dann nur noch 10 min Anfahrt zum Job statt 30 min…).

 

 

 

Zitat von uhuohnehu am 13. September 2022, 11:56 Uhr

Nun habe ich ne Weile über alles nachgedacht und bin mir nicht mehr sicher, ob das mit Verkaufen und dann mieten wirklich die beste Option ist. Hauptproblem ist für mich die Umschichtung von 90% meines Vermögens von Immobilien (für mich relativ sicher) in Aktien (hochrisiko). Ich bin schon 53 Jahre und kann in 12 Jahren regulär in Rente gehen. Das ist bei Aktien ein sehr sehr kurzer Zeitraum…und ich bin da nicht sehr risikofreudig (ich habe viele Jahre lang auf vieles verzichtet und am untersten Rand gelebt, ich möchte deshalb mein Vermögen nicht mit sehr hohem Risiko anlegen und dann vielleicht verlieren). Meine reguläre Rente wird auch alles andere als üppig ausfallen, da ich die meiste Zeit als Alleinerziehende in schlecht bezahlten Halbtagsjobs steckte…

Hallo @uhuohnehu Du hast aber nicht 12 Jahre vor dir, sondern oben schriebst du, dass du mit einem Alter von 95 Jahren planst. Damit hast du noch 95 Jahre - 53 Jahre = 42 Jahre vor dir. Du würdest ja nicht in 12 Jahren den dann vorliegenden Wert des Depots wieder in ein Girokonto umschichten und hast dann entweder gewonnen oder verloren, sondern über den Zeitraum von 42 Jahren immer mal wieder etwas entnehmen (sei es via Dividende oder Verkaufen von Anteilen). Somit kann sich das Depot insgesamt noch deutlich länger als 12 Jahre entwickeln. Ggf. ändert diese Ansicht noch dein Gefühl.

Vermutlich hast du also bisher fast alles in einem Klumpen (Haus) und das fühlt sich für dich sicher an. Dann alles in einen anderen Klumpen (Börse) anzulegen macht die Lage von der Risikobetrachtung bezogen auf Klumpenrisiko nicht wirklich besser. Das ist total nachvollziehbar. Die Anlageklasse ist dann nur eine andere.

Zitat von uhuohnehu am 13. September 2022, 11:56 Uhr

... Immobilien (für mich relativ sicher) ...

Stimmt:

man hat bei einer Immobilie nicht das Risiko, dass sich die Nachbarschaft verschlechtert... dass (bei einer Wohnimmobilie) sich ein störendes Gewerbe nebenan ansiedelt... in den 1960er Jahren im Ruhrpott/Saarland: dass die Zechen und Hüttenwerke schließen und bei 20 % Arbeitslosigkeit im Ort die (mit "Kaufkraft" unterlegte!) Nachfrage einbricht...

Hallo @uhuohnehu, denke du hast da schon das richtige Gefühl, nicht den Weg mit hohen Aktienanteil zu gehn, wenn du davon nicht voll überzeugt bist. Nach deinen bisherigen Beschreibungen habe ich auch das Gefühl, dass eine kleinere, altersgerechte Wohnung als Verkauf+Kauf das richtige für dich sein könnte. Die Kunst wäre dann noch, Kauf/Verkauf/Umzug zeitlich gut aufeinander abzustimmen.

Aktualisierung: Anfang Oktober bin ich mit dem Kumpelfreund, den ich schon seit 20 Jahren kenne, zusammengekommen…und weil das so gut lief, bin ich nach drei Wochen bei ihm eingezogen 😎 . Er hat ein Passivhaus mit Wärmepumpe plus Stromerzeugung über Photovoltaik mit Speicher…ideale Voraussetzungen in der diesjährigen Krise, finde ich.
Mein Haus steht seit dem fast leer da und wird nur über Frostschutz gesichert. Gasabschlag für das gesamte Doppelhaus wäre erst 900 Euro gewesen, wurde dann auf 600 Euro reduziert…ich hoffe, möglichst wenig Gas dort zu verbrauchen. Plan ist, das Haus noch komplett leer zu kriegen (es stehen noch die Betten der Kinder dort, eine Esszimmergarnitur und sonst noch ein paar Kleinigkeiten, die ich noch über kleinanzeigen loswerden will) und es dann im Frühjahr/Frühsommer zu verkaufen. Ich würde es am liebsten möglichst schnell loswerden, denke aber, dass die momentane Gassituation da nicht förderlich ist…für den Winter habe ich jetzt mal einen Räumdienst beauftragt und bin gespannt auf die Rechnung…der hatte die letzten Tage schon gut zu tun.

Beim neuen Partner habe ich jetzt eine Art „Hausgeld“ ausgerechnet, die Hälfte der laufenden Kosten (Strom, Wasser, GEZ, Telefon und Internet, Müll sowie Hausversicherung) und zahle da nun 200 Euro pro Monat. Darüber bin ich ziemlich glücklich, das Haus ist immer schön warm (21,8 Grad, so viel hatte ich im alten Haus praktisch nie) und im Bad gibt es Fußbodenheizung 😉 .
nun bin ich nur noch unsicher, wie ich mich bei weiteren Kosten verhalten soll…ich habe vom Partner ein Wohnrecht auf Wunschzeit bekommen (im Testament vermerkt), das Haus sollen aber seine Kinder erben. Vor zwei Wochen fiel eine Reparatur an der Wärmepumpe an, da habe ich mich hälftig beteiligt. Es ist noch eine Aufrüstung der Fotovoltaikanlage geplant…da bin ich unsicher, ob ich mich beteiligen soll oder nicht. Wie würdet ihr das handhaben?

 

 

 

Hi @uhuohnehu mit ist nicht klar was du mit dem Hausgeld bezahlen möchtest die laufenden Kosten die du aufgezählt hast beinhalten ja nicht die Instandhaltungskosten. Da du als weitere Person im Haus auch an der Abnutzung der Gegenstände beteiligt bist solltest du auch zumindest einen Teil der Instandhaltung mit übernehmen. 200€ pro Monat hört sich für mich als viel zu wenig an.
Ich würde an deiner Stelle ca. 500€ im Monat zahlen und sagen das damit alle Instandhaltungen und laufenden Kosten enthalten sind. Diese Pauschale dann alle zwei Jahre mit der Inflation anpassen wenn er einverstanden ist. Dann kann er frei investieren wie er mag ohne sich das ok von dir abholen zu müssen.

Dein Haus würde ich keinesfalls leer stehen lassen. Es gibt so viele Menschen die dringend auf Wohnraum angewiesen sind. Entweder sofort verkaufen oder vermieten. Viel Erfolg

Zitat von uhuohnehu am 18. Dezember 2022, 19:48 Uhr

Aktualisierung: Anfang Oktober bin ich mit dem Kumpelfreund, den ich schon seit 20 Jahren kenne, zusammengekommen…und weil das so gut lief, bin ich nach drei Wochen bei ihm eingezogen 😎 . Er hat ein Passivhaus mit Wärmepumpe plus Stromerzeugung über Photovoltaik mit Speicher…ideale Voraussetzungen in der diesjährigen Krise, finde ich....

ich habe vom Partner ein Wohnrecht auf Wunschzeit bekommen (im Testament vermerkt), das Haus sollen aber seine Kinder erben....

@uhuohnehu

Es freut mich für Dich, dass Du mit deinem Kumpelfreund zusammen gekommen bist.
Allerdings hat mich der fett markierte Kommentar etwas "skeptisch" gemacht - um was für ein Testament handelt es sich denn hier (versteh es nicht falsch - ihr sollt noch viele Jahre glücklich sein!).
Wenn es sich hier um ein offiziell hinterlegtes Testament handelt, dann ist es schon einmal besser/sicherer.

Doch falls es sich lediglich um ein "normales" (also Handschriftlich verfasst mit Unterschrift usw.) handelt, dann sehe ich das schon etwas skeptischer. Keine Ahnung, wie das Verhältnis von Dich / Ihm und seinen Kindern, die erben sollen, ist - aber ein "inoffizielles" Schriftstück kann im Zweifelsfall durchaus mal nicht mehr auffindbar sein....

Das nur als Denkansatz von meiner Seite - auf die Schnelle...

Hi @uhuohnehu

Ihr drückt ja ganz schön aufs Tempo😉. Wie lange seid Ihr zusammen?

Wegen der Kostenbeteiligung:

Meine Partnerin und ich waren in einer gleichen Situation. Sie ist zu mir ins Haus gezogen. Gemeinsam hätten wir uns das nicht gemietet.
Alle Nebenkosten teilen wir zu einem Schlüssel (ich 3/5) die (2/5). Da ich 2 Kinder habe und sie 1.

Darüber hinaus zahlt sie die Hälfte ihrer vormaligen Kaltmiete (500€).
Dafür zahle ich alle Instandhaltungskosten.
Ihre Wohnung war älter als mein Haus und wäre zu 2. ok,  zu 5. zu klein gewesen.
Letztendlich trage ich einen größeren Teil für uns alle, was ok ist.
Ich finde es aber für beide wichtig, dass eine fiktive Kaltmiete geteilt wird.
Dein Partner hat ja auch Kapital gebunden dass anderweitig angelegt und Erträge bringen könnte.

Ich denke auch, dass man da jetzt nichts überstürzen muss. Die beiden sind ja nun erst frisch ein paar und man kann nunmal nicht an zwei Orten gleichzeitig gemeinsam sein. Anders als Jan, empfinde ich die 200€ DERZEIT als total fair, schließlich hat ja auch @uhuohnehu noch ihre eigenen Nebenkosten, Instandhaltung usw. zu zahlen. Da finde ich dann eine einfache Beteiligung an den Nebenkosten total okay.

Als meine Freundin und ich uns vor knapp vier Jahren kennen gelernt haben, wohnte sie noch zu Hause und auch hier im Haus, da ist sie Quasi auch mehr oder weniger direkt mit eingezogen - aber da komm ich ja nun nicht nach zwei Monaten auf die Idee zu sagen " eh, du verbrauchst viel Wärme und hast hier jetzt oft geduscht und nutzt das Laminat und den Hausstand ab - drück mal wat ab hier"

Wenn dann Das Haus irgendwann im Laufe des nächsten Jahres verkauft werden sollte und man richtig fest und dauerhaft zusammen wohnt, sowie überzeugt ist, nach einiger Zeit gemeinsamen Probealltag den Partner fürs leben gefunden zu haben - dann kann man das ja nochmal neu bewerten und die Kosten für das "gemeinsame Heim" fair teilen.

Meine Freundin zahlt mir auch eine Miete, seitdem sie hier auch offiziell wohnt - Allerdings hilft sie mir auch mit den Fewos etc. - daher landet ihre Miete dann auf unserem gemeinsamen Haushaltskonto. Davon kaufen wir dann Lebensmittel und Verbrauchsmaterialien. Aber in unserem Fall muss man eben die Kirche im Dorf lassen, wenn man gemeinsam klar kommen möchte - der eine verdient im Monat 10k€ Netto und der andere 483€. Da ist es offensichtlich, dass man nicht bei jedem Gedöns hälftig teilen kann und es wäre auch unfair, das "einzufordern", da sie sonst überhaupt keinen Spielraum und finanzielle Eigenständigkeit mehr selbst für kleine Dinge hätte - in so eine Abhängigkeit möchte sicher keiner gedrängt werden...

Das ist bei euch ja aber nicht der Fall.

Zitat von Frugi85 am 18. Dezember 2022, 22:52 Uhr

Das ist bei euch ja aber nicht der Fall.

Bei uns war es etwas speziell: Meine Frau hatte in Shanghai einen super Job und parallel studiert. Sie verdiente ca. 400€ pro Monat und für ihren Wohnheimplatz (6 Personen pro Zimmer. Für 18 Personen nur eine Dusche mit kaltem Wasser, Nur ein Bett ca. 190 cm * 70 cm, kein Schrank, keine Küche und Nachts hat das Haus gewackelt da eine U-Bahn gebaut wurde) hat sie nur 16€ pro Monat Pauschalwarmmiete gezahlt. (was ist da die hälftige Kaltmiete @muslime_frugi 🙂 Spaß)
Ich hatte damals als SW Entwickler keine Perspektive auf einen guten Job in China darum haben wir uns für Deutschland entschieden. Hier hat Sie allerdings mit ihrer Ausbildung die nicht anerkannt wurde keine Perspektive gehabt darum musste es kompensiert werden dies haben wir wie folgt getan:
Da ich durch die Hochzeit ca. 400€/Monat weniger Steuern zahlen musste habe ich es ihr direkt überwiesen. Alle Wohn- und Reisekosten habe ich übernommen. Sie kauft für uns die Lebensmittel und Kindersachen mit ihrem Geld, nur wenn wir zusammen einkaufen bezahle ich. Ach und alles bei Amazon zahle ich noch da wir nur ein Konto dort haben 🙂
Mittlerweile erhält Sie mit Kindergeld/Pflegegeld + 400€ über 2000€ Netto jeden Monat. Im Schnitt kann sie ca. 700€/Monat sparen da hat sich schon einiges angesammelt. Dieses Geld wiederum leiht sie mir zinslos damit wir Wohnungen für unsere (insbesondere ihre) Altersvorsorge shoppen können.
Momentan liege ich im Schnitt bei ca. 7k Netto und meine Frau bei 2k Netto wobei ich halt alles in Immos rein Butter und sie die einzige ist die wirklich cash spart.

@uhuohnehu

Finde den beschriebenen Ansatz gut. Finde überhaupt, dass das alles aus sich selbst heraus und freiwillig festgelegt werden sollte. Jeder weiß doch wo der andere steht und sich da übervorteilen ist doch dämlich. Jeder bezahlt das wo er sich zuständig sieht und was er stemmen kann (Gehalt und Vermögenslage transparent halten ist wohl eine Voraussetzung). Hier argumentieren müssen innerhalb einer Beziehung find ich schädlich.

Wir hier haben das immer so gemacht. Egal ob monatliche Beiträge, Einmalausgaben, Ausgleichszahlungen.... der eine schlägt das wirklich und stets freiwillig vor, und ohne dass der andere fragen musste, der andere nickt das ab. Hat immer fair und einvernehmlich funktioniert. Eher war es oft andersrum: Nein, das musst du doch nicht, das ist zu viel o.ä.

Da unverheiratet und ich der alleinige Eigentümer des gemeinsam genutzten Hauses bin, ploppt das Thema bei uns auch immer mal wieder auf. Wir gleichen das auf einem gemeinsamen Haushaltskonto aus, haben also nicht die gleichen Anteile an den laufenden Kosten. Immer wenn sich grundsätzlich oder auch speziell bei mir oder ihr was ändert, wird das eben kurz besprochen, die Beträge entspr. angepasst und solange das HHK dann nicht jeden Monat ins Minus rutscht, gibt's keinen Handlungsbedarf.

Die Kriterien sind dabei natürlich frei bestimmbar, aber so halbwegs an dem orientiert, was jeder leisten kann, ohne sich finanziell zu verbiegen.

Instandhaltung/Renovierung bleibt aber zum Großteil bei mir, weil's am Ende ja auch mein Haus ist und ich eben auch entscheide, ob da was dran gemacht wird oder nicht.

Danke für Eure Einschätzungen!

ich habe das auch nochmal mit meinem Partner besprochen, und er findet die 200€ absolut ausreichend und will eigentlich gar nicht mehr. Es stimmt auch, dass ich im Moment die Doppelbelastung mit dem eigenen Haus habe….

Vor allem ist mir die Tage noch bewusst geworden, dass in meinem Haus in nächster Zeit durchaus auch Reparaturen anfallen könnten. Das, und die Aussage meiner Kollegin, dass die Zinsen im neuen Jahr eher noch steigen werden, hat jetzt meine Entscheidung beschleunigt, das Haus doch möglichst schnell zu verkaufen. Ich will das alles loswerden, das geht ja los mit dem Winterdienst (den ich beauftragt habe), der Erstellung der Nebenkostenabrechnung (ist jetzt gerade fällig und wird von mir gemacht) und dann im Frühjahr wieder die Rasenpflege, die Hecke sowie die über 100 Fische in meinem Teich, die täglich gefüttert werden sollten… 🙄 Ich habe jetzt Kontakt zu meinem Makler aufgenommen und er hat mir mal die weitere Vorgehensweise erläutert und einen Vertrag zugeschickt.

Mein neuer Partner hat jetzt vorgeschlagen, erst mal den anderen Haushälftenbesitzer zu fragen, ob er Interesse an meiner Hälfte hat (das gehöre sich so…?). Ich persönlich scheue ja jede Art von „Verhandlungsgespräch“ - deshalb möchte ich das unbedingt über einen Makler abwickeln. Mein Partner ist dagegen sehr kommunikationsstark und hat jetzt vorgeschlagen, dass er das ein bisschen in die Hand nimmt. Er will versuchen, bei einer Direktvermittlung dann einen Nachlass bei den Maklergebühren herauszuschlagen…keine Ahnung, ob sowas klappen könnte. Wir treffen uns auf jeden Fall morgen abend mal mit den Nachbarn… 🙂

 

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