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Gesetzliche Rente

Es stimmt, dass um Beitragssätze niedrig zu halten, trotz der demografischen Entwicklung mit niedrigen Geburtenraten bei steigender Lebenserwartung, die Senkung des Rentenniveaus beschlossen wurde. Ebenso die Erhöhung der Lebensarbeitszeit / bzw. der Höhe des Alters um in Rente zu gehen.

Eine Lösung habe ich dafür im bestehenden System nicht.

Das würde bedeuten das ganze Rentensystem umzubauen. Steuerfinanziert z.B. um höhere Auszahlungen vorzunehmen bei sinkenden Beitragszahlungen.

Wenn ich u.a. auf dieser Seite lese wie hoch die geplante Lebenszeit ist, so um die 90 Jahre(?),

  • bei dem Wunsch möglichst früh in Rente zu gehen in der allgemeinen Bevölkerung die ggf. nicht aus Selbstfinanzierung setzt sondern Rente (ca. mit 60),
  • bei Nachkommen die später in den Beruf gehen, weil mehr Abi machen und studieren als früher....

finde ich das Thema echt anspruchsvoll.

Ich überlege gerade wie es in meinem Umfeld ist, die Kinder machen Abi mit ca. 18. Ein Jahr Ausland ist schon fast Standard. Drei Jahre Studium. Mit 21 in Arbeit und mit 61 in Rente. Bleiben 21 Jahre vor Beruf und (hoffentlich) 29 Jahre Rentner/in bei 40 Jahren Beruf und Einzahlung in die Rentenkasse.

Kommt immer drauf an mit wem man was vergleicht:  Otto von Bismarcks ....das Gesetz zur Alters- und Invaliditätsversicherung. Alle Arbeiter zwischen 16 und 70 Jahren müssen nun in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen. Der Beitragssatz beträgt 1,7 Prozent und wird jeweils zur Hälfte von Arbeitgeber und Arbeitnehmer getragen. Das Gesetz sieht eine Rente ab 70 Jahren vor, wenn zuvor 30 Jahre lang Beiträge eingezahlt wurden. Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt zu Bismarcks Zeiten bei 40 Jahren.

Ich bin sehr dafür, dass Renten höher sind, z.B. durch höhere Einkommen.

Ich sehe aber auch Schwierigkeiten in der work-life balance auf uns zukommen, wenn Arbeit in der gesamten Lebenszeit weniger Raum einnimmt.

Menschen die vorsorgen und sich selbst durch passives Einkommen finanzieren (ohne auf Renten angewiesen zu sein) sehe ich als Zukunftsmodell. Ist aber natürlich nicht jedem möglich.

Ich sehe es zudem als Zukunftsaufgabe mir zu überlegen wie ich im Alter leben kann, möglichst selbstversorgt, weil ein Platz im Altenheim ist teuer (sollte man es selbst finanzieren) gar ein Pflegeplatz.

Wahrlich schwieriges Thema, .... hilft aber nicht zu murren ohne guten Gegenvorschlag, der bestenfalls alle befriedet. Alle Generationen und zudem die unterschiedlichen Einkommensklassen.

 

 

Wenn Du alles machen kannst was Du willst solltest Du etwas wollen.

Rente mit 69 aufgrund gesteigerter Lebenserwartung?

oder:

"Nachdenkseiten: Manipulation mit der „Lebenserwartung“ in der Rentendiskussion | Jens Berger | 22.10.2019"

https://www.youtube.com/watch?v=I1WiRY0QEvo

u.a. "Deutschland hat die niedrigste Lebenserwartung lt. WHO Studie aller 22 Westeuropäischen Länder" Min. 6:18

Zitat von Waermflasche am 24. Oktober 2019, 19:26 Uhr

Rente mit 69 aufgrund gesteigerter Lebenserwartung?

Warum nicht? Ob es in der Berechnung Detailprobleme gibt, macht erstmal nichts aus.

Ich halte eine Berechnung eines dynamischen Renteneintrittsalters  nach "Lebenserwartung - 10jahre" fuer gerecht.  Andere Laender, zB die Niederlande, machen das bereits so (2024 ist das Eintrittsalter 67 (Jahrgang 1957), und voraussichlich koennen 1985 Geborene erst mit 69 in Rente)

Was ich hingegen fragwuerdig finde, ist der Effekt der unterschiedlichen Lebenserwartungen von Maennern und Frauen. Da Frauen durchschnittlich etwa 5 Jahre laenger leben, bekommen sie grob gesagt bei gleichen gezahlten Beitraegen insgesamt (Summe ueber Laufzeit) ca 50% mehr Rente ausbezahlt. Das wird hingenommen. Bei privater Vorsorge fuehrt das zb dazu, dass zb "Sofort-Rente"-Lebensversicherungen fuer Maenner einfach uninteressant sind.

Dem Frugalisten kann das Rentenalter eigentlich egal sein - sicher ist das eine nettes Extraeinkommen, aber eigentlich kommt man auch ohne Rente aus.

weiterer Schritt in Sachen Einheitsrente:

https://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/grundrente-grosse-koalition-einigt-sich-ueber-streitthema-a-1295752.html

scherzhaft hab ich das schon vor 15-20 jahren oder so gesagt, dass wenn ich mal in Rente gehe, es ohnehin nur noch einen Einheitsrente gibt. Ich weiß jetzt nicht wie Betriebsrenten und Riester auf so eine Grundrente angerechnet werden (also als Einkommen bis oder über der 1250 euro Freigrenze zählen), falls sie angerechnet werden wär das für die Leute ja quasi umsonst vorgesorgt. Im Grunde geht es hier um 10 % Aufschlag auf die Grundsicherung, d.h. vielleicht 80 Euro, aber ich denke, das ist nur der erste Schritt. Falls das Rentenniveau weiter absinkt, wird es immer weiter in Sachen Einheitsrente gehen und immer weniger Leute werden sich dem entziehen können. Anfangs betrifft das nur einige Prozent aber in 2-3 Jahrzehnten vielleicht schon die Hälfte der Bevölkerung. Das ist auch ganz logisch, Mieten und wahre Inflation steigen schneller als die Kaufkraft der Rente,  am Ende kommt das dann dabei raus. Das predige ich schon lange aber mache sind dagegeben resistent das zu verstehen, vertrauen blind dem und Staat.

so was haben wir jetzt:

Grundsicherung im Alter: ca 800 euro, aber zuerst musst Du Dein gesamtes "Vermögen" aufbrauchen

Grundrente: ca 880 euro + Freibetrag bis 1250 euro, d.h. maximal 1330 Euro, Vermögen darf man erstmal behalten

Gehen von  der Grundrente noch KV und Pflegeversicherung ab?

"Finanztransaktionssteuer soll Kosten finanzieren"

die dürfen aber vorwiegend die Privatanleger zahlen und gilt nicht auf Derivate, ist schon irgendwie pervers, dass man Leute die privat vorsorgen damit quasi bestraft, um eine Einheitsrente zu fördern

Hab die Heizung schon wieder ausgestellt und mir eine Waermflasche gemacht...

 

meine Prognose:

  1. Die Steigerung der Renten flacht kaufkraftbereinigt ab
  2. Das Existenzminimum muss zwangsläufig bei Inflation ansteigen (Geldmengenwachstum zur Zeit über 5%) weil die Leute sich sonst nichts zu essen mehr kaufen können und auf die Strasse gehen könnten

===> die neue Grundrente bewegt sich mit der Zeit immer näher in Richtung realer/Medianrente, d.h. anfangs sind es 2-3 % Bezieher, dann 5%, 10%,20%,30% 50%, selbst vorsorgen könnte dabei fast sinnlos werden, ausser man ist Frugalist

Zitat von Waermflasche am 10. November 2019, 20:10 Uhr

die neue Grundrente bewegt sich mit der Zeit immer näher in Richtung realer/Medianrente, d.h. anfangs sind es 2-3 % Bezieher, dann 5%, 10%,20%,30% 50%, selbst vorsorgen könnte dabei fast sinnlos werden, ausser man ist Frugalist

Als Frugalist wird man keine Grundrente bekommen, da man keine 35 Beitragsjahre hat.

Natuerlich kann sich die Systematik der Rente irgendwann aendern. Insgesamt wird es aber immer eine gesetztliche Rente geben, die immerhin schon ca 130 Jahre lang gibt, und die (in verschiedenen Formen) Weltkriege, Weltwirtschaftskriesen und mehr ueberlebt hat. Ein Detail: 1891 war das Renteneinrittsalter 70 Jahre - wobei die Lebenswerwartung viel geringer als Heute war.

In manchen Laendern gibt es zB etwa fix 1000 Euro staatliche Rente, und ggf eine Betriebsrente dazu.

Auch als (später) Frugalist kann man 35 Beitragsjahre vollmachen, ich z.B. Statusbericht:

seit Aug.2019 in Rente, netto vor Steuern 1443€ (GKV 1391€, VBL 62€). Wird 2021 durch Siemens-Betriebsrente noch um ca.220 ansteigen (die verzögere ich, um die Abfindung 2020 steuerschonend abzuwickeln).

Nach langjähriger Einübung in Frugalismus komme ich damit wohl gut aus (Lauwarmmiete (ohne Strom, Gas, Müll) 733€ geht erstmal ab, also >50%). Kühnerweise habe ich sogar ETF-Sparpläne über 1500/mo laufen (werden aus Nettoerträgen, oder Verkauf von Kellerleichen-Aktien gedeckt). Ab Feb.2020 schwimme ich erstmal in Liquidität 🙂

Aber es bleibt spannend...

https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/rente-steuern-doppelbesteuerung-verfassung-1.4699662

Mal schauen, ob sich was ändert.....

Ich hab grade irgendwie ein Déja vu ...

Auslöser des Alterseinkünftegesetzes war doch meiner Erinnerung nach ein Beamter, der es unfair fand, dass er seine Pension (für die er keinen Cent eingezahlt hatte) versteuern musste, während das bei der gesetzlichen Rente nicht so war. In der Hoffnung, dass die Steuer wegfiele, klagte er und - naja, jetzt dürfen wir alle unsere Renten nachgelagert besteuern 🙁