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gesetzliche KV bei Kündigung über das Arbeitsamt bezahlen lassen ?

Zitat von Achim_Global am 13. Dezember 2020, 8:59 Uhr

Was du so alles weisst , wie ich oder andere den Ruhestand planen ...wer alles besser oder schlechter dasteht als du .....wow, wir haben einen Hellseher in unseren Reihen.

Nein, es reicht völlig aus, Deine Beiträge zu lesen, in denen Du Deine Zahlen genannt hast. In dem betreffenden Thread haben Dir mindestens drei User zu verstehen gegeben, dass sie das für eine enge Kiste halten, unabhängig von mir. Du hast also bereits eine (kleine) intersubjektive Einschätzung hier im Forum erhalten, das hat mit Hellseherei relativ wenig zu tun.

Dazu gibt es frei zugängliche Statistiken zum Einkommen in D ganz allgemein und auch zum Einkommen/Vermögen der Rentner. Meine eigene Sparquote ist auch nicht so ganz übel, der Rest ist eine simple Überschlagsrechnung resp. Transferleistung, das geht völlig ohne Glaskugel.

Jeder plant wohl seinen Ruhestand , wie er oder auch sie es für richtig hält.

Korrekt. Aber nicht auf Kosten der Allgemeinheit, es sei denn, es besteht ein (sic!) begründeter Anspruch.

Und was das ALG vor dem Ruhestand angeht. Wenn man einen Anspruch darauf hat, warum soll man die 50 oder auch 100 K nicht mitnehmen. Und das ist völlig unabhängig davon ob man das braucht , ob man das nötig hat. Es besteht halt ein Anspruch, und man hat ja auch dafür bezahlt. Die Auflagen des Amtes zu erfüllen, und ein paar Vorstellungsgespräche durchzuziehen, oder ein paar Bewerbungen zu schreiben... so einfach habe ich mein Geld noch nie verdient.

Du befindest Dich an der Stelle komplett im Irrtum, weil Du weder den Aufbau noch den Sinn dieser Sozialsysteme begreifst. Das sind - bis auf zB meine Kammerbeiträge - in der Regel umlagefinanzierte Systeme, d.h., die Ansprüche werden nicht aus Deinen vorherigen Einzahlungen geleistet, sondern von denen, die  aktuell einen Teil ihres Einkommens in die Sozialkassen einzahlen. Du tust aber immer so, als ob das ein Anspruch auf Deine eigenen vorigen Leistungen sei - was falsch ist. Dass Du mir dabei in die Tasche greifst, ist zu verschmerzen, ich hole mir das anderer Stelle dreifach wieder. Dass Du und andere sich aber auch zB aus den Einzahlungen meiner Nachbarin bedienen, die sich mit fast 60, fast komplett taub, einer künstlichen Hüfte und überstandener Krebstherapie noch in der Palliativbetreuung engagiert, spottet jeder Beschreibung. Genau das tut ihr aber und behauptet noch, das wäre begründet (s.o.)/berechtigt.

Ist es nicht, Achim. Egal wie oft Du es noch verdrehst und klitterst. Was hier beschrieben wird, ist simpler Sozialbetrug, nichts weiter - und das belastet selbstverständlich die gesamtgesellschaftlichen Kosten, kommt also irgendwann auch bei Dir an.

Der TE soll entweder noch 2 Jahre TZ arbeiten, dann hat er die KV im Sack - oder einfach kündigen, direkt in den Ruhestand gehen und fortan von seinem Vermögen leben, aber nicht noch die arbeitende Bevölkerung mit seinen Taschenspielertricks vom Arbeiten abhalten. Die MA im Jobcenter, die ja auch aus den Steuergeldern der arbeitenden Bevölkerung und der Rentner bezahlt werden, haben schließlich was Besseres zu tun, als ihre Zeit mit solchen "Anwärtern" zu vergeuden.

Oder er soll halt nicht so großspurig erklären, er hätte ausgesorgt, wäre auch 'ne Möglichkeit.

Was deine Äußerungen zum Klimawandel hier zu suchen haben , ist mir ein Rätsel.

Das war und ist mir klar, Achim, das musst Du nicht erneut unter Beweis stellen.

Edit:

Man kann sich sicher für alles unvorhergesehene doppelt und dreifach absichern, aber dann geht man wahrscheinlich nie in den Ruhestand, weil man immer damit beschäftigt ist , noch mehr zusammen zu raffen. Das ist nicht meins. Monatliches Auskommen , ein paar Rücklagen für Reparaturen, mal ein neues Auto, irgendwo noch 100k für unvorhergesehenes , reicht fùr mein Sicherheitsgefühl vollkommen aus. Und wenn ich irgendwann abtrete, ist am besten alles aufgebraucht, denn das letzte Hemd hat ja bekanntlich keine Taschen.

Fein. Dann kann der TE seine KV ja aus eigenen Mitteln bestreiten. Hat ja schließlich ausgesorgt. Merkste selbst, oder?

Um mal sachlich knetis Fragen zu beantworten:

Die Agentur für Arbeit übernimmt die Beiträge für die Kranken- und Pflegeversicherung auch während der Sperrzeiten (§5 Abs. 1 Nr. 2 SGB V). Wenn man aber insgesamt mindestens 21 Wochen gesperrt wurde, erlischt der Anspruch auf ALG1 komplett (§161 SGB III). Wenn du regelmäßig die Kooperation verweigerst, musst du damit rechnen, dass du vielleicht auch irgendwann diese 21 Wochen Sperrzeit erreichst.

https://www.anwalt.de/rechtstipps/sperrzeit-dinge-die-sie-wissen-muessen_160635.html

 

Dann scheint es hier im Foren ein häufiges Missverständnis zu geben: ALG1 ist keine Sozialleistung wie ALG2 sondern eine Versicherungsleistung aus einer gesetzlich vorgeschriebenen Zwangsversicherung. Man erwirbt sich durch die Einzahlung von Geldbeträgen Ansprüche im Fall von Arbeitslosigkeit. Dinge wie "Bedürftigkeit", Höhe des eigenen Vermögens oder ähnliches spielen dabei keine Rolle. Die Arbeitsagentur guckt euch nicht aufs Konto und es gibt auch keine "unangemeldeten Kontrollbesuche" - wozu auch? Das passiert erst vielleicht bei ALG2, und das auch erst bei begründetem Verdacht und vom Gericht angeordnet (Artikel 13 GG: Unverletzlichkeit der Wohnung). ALG1 bekommt man ganz einfach, wenn die Voraussetzungen erfüllt sind.

Bei einer vernünftigen Planung der eigenen Exitstrategie ist das ALG1 mit Sicherheit ein Aspekt, der dazugehört. Die Firmen, die ihr so im Depot habt, handeln alle ganz genauso. Moralische Aspekte muss dabei jeder mit sich selbst ausmachen.

Zitat von chn am 13. Dezember 2020, 19:06 Uhr

Um mal sachlich knetis Fragen zu beantworten:

Die Agentur für Arbeit übernimmt die Beiträge für die Kranken- und Pflegeversicherung auch während der Sperrzeiten (§5 Abs. 1 Nr. 2 SGB V). Wenn man aber insgesamt mindestens 21 Wochen gesperrt wurde, erlischt der Anspruch auf ALG1 komplett (§161 SGB III). Wenn du regelmäßig die Kooperation verweigerst, musst du damit rechnen, dass du vielleicht auch irgendwann diese 21 Wochen Sperrzeit erreichst.

https://www.anwalt.de/rechtstipps/sperrzeit-dinge-die-sie-wissen-muessen_160635.html

 

Dann scheint es hier im Foren ein häufiges Missverständnis zu geben: ALG1 ist keine Sozialleistung wie ALG2 sondern eine Versicherungsleistung aus einer gesetzlich vorgeschriebenen Zwangsversicherung. Man erwirbt sich durch die Einzahlung von Geldbeträgen Ansprüche im Fall von Arbeitslosigkeit. Dinge wie "Bedürftigkeit", Höhe des eigenen Vermögens oder ähnliches spielen dabei keine Rolle. Die Arbeitsagentur guckt euch nicht aufs Konto und es gibt auch keine "unangemeldeten Kontrollbesuche" - wozu auch? Das passiert erst vielleicht bei ALG2, und das auch erst bei begründetem Verdacht und vom Gericht angeordnet (Artikel 13 GG: Unverletzlichkeit der Wohnung). ALG1 bekommt man ganz einfach, wenn die Voraussetzungen erfüllt sind.

Bei einer vernünftigen Planung der eigenen Exitstrategie ist das ALG1 mit Sicherheit ein Aspekt, der dazugehört. Die Firmen, die ihr so im Depot habt, handeln alle ganz genauso. Moralische Aspekte muss dabei jeder mit sich selbst ausmachen.

Genau

Zitat von MFZ73 am 13. Dezember 2020, 16:34 Uhr

 

Fein. Dann kann der TE seine KV ja aus eigenen Mitteln bestreiten. Hat ja schließlich ausgesorgt. Merkste selbst, oder?

Ich Stimme dir leider überhaupt nicht zu. Es geht doch nicht darum was man kann. Wenn man auf eine Leistung Anspruch hat, für die man auch bezahlt hat, sollte man diese auch ruhig nutzen.

Das hat nichts damit zu tun, wie viel man hat oder nicht hat.

Im Umkehrschluss würde das ja auch sonst heissen, wer genug Geld hat, soll keine Steuerrückerstattung beantragen, oder keine staatlichen Zuschüsse in Anspruch nehmen ( z.b. zum Bauen oder Renovieren) ?

Völlig unabhängig davon, wie die eigene Vermögenslage aussieht, warum sollte man Geld verschenken, das man vom Staat bekommen kann ?

Der TE hat meiner Meinung sogar einen grossen Fehler begangen. Er hätte mit 57 aufhören sollen, dann ein Dispositionsjahr einschieben, wo er von seinem Vermögen lebt, und dann mit 58 das Arbeitslosengeld beantragen. Dann hätte er ein Jahr früher aufhören können, hätte keine Diskussionen über die Sperrfrist, und hätte trotzdem Anspruch auf die vollen 24 Monate ALG I. Und das absolut in vollem rechtlichen Rahmen.

 

Das wird auch recht ausführlich auf "der-privater" erklärt.

@achim Dass er Anspruch hat ist in etwa so richtig wie dass Trump die Wahl gewonnen hat. Und auch hier wird Unsinn durch ständige Wiederholung nicht zur Wahrheit. 🙂

Wollte mich zu dem Thema hier im Forum nicht mehr melden und kann jetzt dennoch nicht die Finger still halten... 😯

@Achim: Dein Beispiel mit den staatlichen Zuschüssen für Bauen, Wohnen etc. ist insofern falsch, da nach deiner Logik der Antragsteller einer bspw. KFW Förderung den Nachweis des Baus eines energieeffizienten Gebäude vortäuschen müsste - was ihm zugegebener Maßen schwerer fallen würde als die glaubhaften Bemühungen des Erwerbslosen sich eine neue Beschäftigung zu suchen. Etwa vergleichbar mit dem berechtigten Kündigungsgrund eines Angestellten bei vorsätzlicher Leistungsverweigerung. Wohingegen die "low Performance" eines MA mit innerer Kündigung kein Kündigungsgrund ist.

Richtig kurios, ja gar verstörend wird es -wenn wie von mir erlebt- MA der Arbeitsagentur in Unternehmen kommen und potentiellen Abfindungsbezieher die vor der Regelerwerbsrente zum aufhören "motiviert" werden mit allen Tricks beraten werden wie man die Leistungen zur Brücke bestmöglich nutzen kann. Da wundert es dann nicht, wenn der TE hier im Forum eine solche Anfrage startet ohne ein erkennbares Unrechtsbewusstsein. Mag aber gleichwohl eine Erklärung dazu sein warum er sich - erschrocken von der moralischen Bewertung dieses Forums - der Diskussion im Verlauf entzogen hat.

 

Richtig kurios, ja gar verstörend wird es -wenn wie von mir erlebt- MA der Arbeitsagentur in Unternehmen kommen und potentiellen Abfindungsbezieher die vor der Regelerwerbsrente zum aufhören "motiviert" werden mit allen Tricks beraten werden wie man die Leistungen zur Brücke bestmöglich nutzen kann. Da wundert es dann nicht, wenn der TE hier im Forum eine solche Anfrage startet ohne ein erkennbares Unrechtsbewusstsein. Mag aber gleichwohl eine Erklärung dazu sein warum er sich - erschrocken von der moralischen Bewertung dieses Forums - der Diskussion im Verlauf entzogen hat.

@muslime_frugi  Kurios ist das nicht. Der Staat und dessen Angestellt haben ja auch irgendwo die Pflicht , die potentiellen Leistungsbezieher zu beraten. Man kann ja nicht auf der einen Seite eine Leistung anbieten, aber dann keinem sagen, wie er da rann kommt.

Ich habe das selbst auch kürzlich bei meinen vielen offene Fragen zur möglichen Rückkehr in die GKV erlebt ( anders Posting in diesem Forum). Der dort beschrieben recht trickreiche Weg stammt mit Nichten von mir, oder irgend welchen windigen Anwälten oder Versicherungsvertretern, er wurde bis ins Detail aufgezeigt von der offiziellen Beratungsstelle  für gesetzliche Krankenversicherungen in Berlin , mit denen ich ein langes Telefonat hatte. Ich selbst wäre da nie drauf gekommen.

Um das also noch mal klar zu sagen, das ALG I hat nichts mit dem jeweiligen Vermögensstatus des Beziehers zu tun, sondern lediglich mit der Tatsache, das der Bezieher durch Einzahlung einen entsprechenden Anspruch erworben hat.

Der Nachweis, ob sich ein Bezieher wirklich genug anstrengt, um einen neuen Job zu bekommen, ist wohl kaum zu erbringen.

Moralische Bedenken sehe ich hier völlig fehl am Platz.

Ich bin nicht unbedingt ein Fan der ganzen Sozialsysteme in Deutschland, aber da der Staat einen nun mal zwingt, sich daran finanziell zu beteiligen sollte man auch sein Recht ausschöpfen, diese zu nutzen.

Zitat von Achim_Global am 14. Dezember 2020, 8:51 Uhr
Zitat von MFZ73 am 13. Dezember 2020, 16:34 Uhr

 

Fein. Dann kann der TE seine KV ja aus eigenen Mitteln bestreiten. Hat ja schließlich ausgesorgt. Merkste selbst, oder?

Ich Stimme dir leider überhaupt nicht zu.

Das ist weder neu noch überraschend und es ist mir sowas von egal, weil Du eh nicht begreifen willst, um was es geht.

Es geht doch nicht darum was man kann.

Doch, genau darum geht es.

Wenn man auf eine Leistung Anspruch hat, für die man auch bezahlt hat, sollte man diese auch ruhig nutzen.

Der TE hat keinen unbedingten Anspruch. Wenn er den hätte, müsste er ja keine Scharade spielen, um an die Kohle zu kommen. Im Übrigen widersprichst Du Dir grundsätzlich (und das ist auch nichts Neues) permanent selbst. In Deinen Singapur-Threads lobst Du permanent law-and-order, wenn's um Deinen persönlichen Vorteil geht, malst Du Dir einen Rechtsbruch schön.

Das hat nichts damit zu tun, wie viel man hat oder nicht hat.

Doch. Und auch da widersprichst Du Dir selbst, denn wenn man genug hat, muss man nicht noch den Staat und die Gemeinschaft betrügen.

Im Umkehrschluss würde das ja auch sonst heissen, wer genug Geld hat, soll keine Steuerrückerstattung beantragen, oder keine staatlichen Zuschüsse in Anspruch nehmen ( z.b. zum Bauen oder Renovieren) ?

Unfug, Achim. Wenn ich eine Steuerrückerstattung erhalte, habe ich vorher zu viel gezahlt. Zuschüsse zum Bauen und Renovieren sind ebenfalls an Regeln gebunden, wie auch der Anspruch auf ALG I.

Völlig unabhängig davon, wie die eigene Vermögenslage aussieht, warum sollte man Geld verschenken, das man vom Staat bekommen kann ?

Man kann kein Geld verschenken, auf das man keinen bedingungslosen Anspruch hat. Der Typ ist offensichtlich gesund, Jobs gibt's an jeder Ecke, kann sich seine KV also offensichtlich auch selbst erarbeiten. Wenn er nicht mehr arbeiten will, soll er halt ohne Stütze auskommen, aber dafür reicht's ja ganz offensichtlich nicht, sondern das Kapital scheint ja eher fest eingeplant zu sein.

Und nochmal: Du und er werden das am Ende eben doch bezahlen, insofern ist die Diskussion eh müßig. Das begreifen aber manche Menschen nie, dass das alles umlagefinanzierte Systeme sind. Dann haben wir eben irgendwann höhere Beiträge zur Arbeitslosenversicherung oder höhere ESt- bzw. MwSt-Sätze. Ist im Grunde egal, denn die Reaktion ist vorhersehbar - ich erhöhe meine Preise und Leute wie Du heulen dann rum, dass alles immer teurer wird. Das Gespräch habe ich mindestens einmal wöchentlich am Telefon, Achim, immer die gleiche Leier.

Der TE hat meiner Meinung sogar einen grossen Fehler begangen. Er hätte mit 57 aufhören sollen, dann ein Dispositionsjahr einschieben, wo er von seinem Vermögen lebt, und dann mit 58 das Arbeitslosengeld beantragen. Dann hätte er ein Jahr früher aufhören können, hätte keine Diskussionen über die Sperrfrist, und hätte trotzdem Anspruch auf die vollen 24 Monate ALG I. Und das absolut in vollem rechtlichen Rahmen.

 

Das wird auch recht ausführlich auf "der-privater" erklärt.

Schon klar, Achim, aber wir sind in der Diskussion ja schon viel weiter, Du musst sowas nicht wiederholen.

Dein überaus begrenztes Argument ist weiterhin und alleinig: wer Jahrzehnte eingezahlt hat, hat Anspruch auf zwei Faulenzerjahre.

Und wie ich Dir jetzt schon gefühlte 100 mal erklärt habe, kann man das Spiel ja durchspielen: Ok, Achim! Ich gebe Dir (erneut) wider besseres Wissen Recht und der TE soll seine paar Taler auf lau bekommen.

Allein, es wird nichts nützen. Oder glaubt Ihr letzten Babyboomer tatsächlich, ihr könnt der Jugend weiter das Geld aus der Tasche ziehen, nur weil Ihr alt und in der Überzahl seid? Die Vorstellung ist absurd, aber leider weit verbreitet, deshalb wird ja auch schon aktiv über die Schließung des von Dir genannten Schlupflochs diskutiert. Um nur mal ein Beispiel zu nennen, wie hohl Eure Überlegungen sind: ich habe eine angehende Ingenieurin bei mir, die einen 20h-Werkvertrag bei mir hat, ist noch unter 25 Jahre alt. Die hat mich letztes Jahr mal gefragt, ob sich das für sie denn noch lohnen könnte/sollte/würde, wenn von ihrem Gehalt immer mehr Rentner durchgefüttert werden müssen. Meine Antwort war, dass Sie mal überlegen sollte, wie unsere Auftragslage aussieht, ob es für unsere Leistungen einen Bedarf gibt und was so ein armer Rentner denn für eine Wahl hat, wenn die arbeitende Bevölkerung die Preise erhöht. Richtig: gar keine, es sei denn, er kann die Leistung selbst erbringen. Beim Blumengießen mag das ja noch hinhauen, bei komplexeren Tätigkeiten wird's schnell düster und damit läuft die kommende Generation - vor allem mit guter Ausbildung - auf Vollbeschäftigung bei frei verhandelbaren Preisen raus. Und zwar steigend, nicht wie Du hoffst, fallend.

Um Dir mal 'ne Vorstellung zu geben, wo das hinführt: die Leistungen der jungen Dame verkaufe ich nach außen jetzt schon für 70-86€ netto/h, mit 19% MwSt. liegt sie also jetzt schon teilweise über 100€ brutto/h für den privaten Endkunden. Als ausgelernte Technikerin. Wenn jetzt die Abgaben zur Arbeitslosenversicherung steigen (was ja schon öffentlich diskutiert wird), Achim, was glaubst Du was passiert? Glaubst Du im Ernst, die jungen Menschen werden es akzeptieren, dass dann plötzlich weniger Netto bleibt, obwohl sie den Laden schmeißen? Mitnichten. Die werden sofort bei mir auf der Matte stehen, den Fehlbetrag einfordern, sodass mindestens der Nettoverlust ausgeglichen wird und ich werde die Preise nach außen erhöhen (müssen). Es sei denn, ich würde die Fehlbeträge meiner gesamten (!) Belegschaft aus meinem persönlichen Verdienst tragen - und davon träumst Du doch bitte nicht mal nachts, denn mit welcher Motivation sollte ich Typen wie Dich auf meine Kosten freiwillig unterstützen? Eben.

Quid pro quo, Achim, Du erinnerst Dich und eigentlich ganz einfach. Mein Tipp an Deine Generation ist auch, dass Ihr Euch im Alter noch schwer umgucken werdet, vor allem diejenigen, die diese Entwicklung nicht im Blick haben. Da wäre ich mit der Verwendung der Vokabel "ausgesorgt" ernsthaft etwas vorsichtiger.

Aber das begreifst Du erst, wenn die Rechnung im Briefkasten liegt. Bis dahin genieß' Deine Zeit - was dabei rauskommt, wenn man auf Pump lebt, weißt Du ja selbst.

Dein Wort in Gottes Ohr, MFZ73. Ich fände es gut und richtig wenn die Leistung und der Leistungsbedarf der jüngeren Generation wieder besser wertgeschätzt und auch bezahlt wird.
Was ich beobachte ist ein Fachkräftemangel in sozialen und mieß bezahlten Berufen und Nischen. Ansonsten geht die Optimierungsrunde munter weiter... nach unten für die Jungen!

Wie soll ich deinen Vorausblick teilen, wenn die Achims dieser Welt und hier im Forum an die jüngeren vermieten und sich an deren Unternehmen als Kapitalgeber beteiligen wenngleich diese selbst am Ende der Nahrungskette stehen mit alleinigen Zweck für den Gewinn des Unternehmers zu arbeiten?

Zitat von Muslime_Frugi am 14. Dezember 2020, 10:59 Uhr

Richtig kurios, ja gar verstörend wird es -wenn wie von mir erlebt- MA der Arbeitsagentur in Unternehmen kommen und potentiellen Abfindungsbezieher die vor der Regelerwerbsrente zum aufhören "motiviert" werden mit allen Tricks beraten werden wie man die Leistungen zur Brücke bestmöglich nutzen kann.

False friend. Es gibt grundsätzlich zwei Möglichkeiten:

  1. Der MA verliert andere Ansprüche (in allererster Linie Rentenbezüge) und die Nummer rechnet sich für den Staat sowie die Unternehmen.
  2. Es rechnet sich für den Staat nicht und dann werden entweder Leistungen gekürzt oder Preise erhöht.

Mehr Optionen gibt's nicht.

Zitat von MFZ73 am 14. Dezember 2020, 11:49 Uhr
Zitat von Achim_Global am 14. Dezember 2020, 8:51 Uhr

Allein, es wird nichts nützen. Oder glaubt Ihr letzten Babyboomer tatsächlich, ihr könnt der Jugend weiter das Geld aus der Tasche ziehen, nur weil Ihr alt und in der Überzahl seid? Die Vorstellung ist absurd, aber leider weit verbreitet, deshalb wird ja auch schon aktiv über die Schließung des von Dir genannten Schlupflochs diskutiert. Um nur mal ein Beispiel zu nennen, wie hohl Eure Überlegungen sind: ich habe eine angehende Ingenieurin bei mir, die einen 20h-Werkvertrag bei mir hat, ist noch unter 25 Jahre alt. Die hat mich letztes Jahr mal gefragt, ob sich das für sie denn noch lohnen könnte/sollte/würde, wenn von ihrem Gehalt immer mehr Rentner durchgefüttert werden müssen. Meine Antwort war, dass Sie mal überlegen sollte, wie unsere Auftragslage aussieht, ob es für unsere Leistungen einen Bedarf gibt und was so ein armer Rentner denn für eine Wahl hat, wenn die arbeitende Bevölkerung die Preise erhöht. Richtig: gar keine, es sei denn, er kann die Leistung selbst erbringen. Beim Blumengießen mag das ja noch hinhauen, bei komplexeren Tätigkeiten wird's schnell düster und damit läuft die kommende Generation - vor allem mit guter Ausbildung - auf Vollbeschäftigung bei frei verhandelbaren Preisen raus. Und zwar steigend, nicht wie Du hoffst, fallend.

Um Dir mal 'ne Vorstellung zu geben, wo das hinführt: die Leistungen der jungen Dame verkaufe ich nach außen jetzt schon für 70-86€ netto/h, mit 19% MwSt. liegt sie also jetzt schon teilweise über 100€ brutto/h für den privaten Endkunden. Als ausgelernte Technikerin. Wenn jetzt die Abgaben zur Arbeitslosenversicherung steigen (was ja schon öffentlich diskutiert wird), Achim, was glaubst Du was passiert? Glaubst Du im Ernst, die jungen Menschen werden es akzeptieren, dass dann plötzlich weniger Netto bleibt, obwohl sie den Laden schmeißen? Mitnichten. Die werden sofort bei mir auf der Matte stehen, den Fehlbetrag einfordern, sodass mindestens der Nettoverlust ausgeglichen wird und ich werde die Preise nach außen erhöhen (müssen). Es sei denn, ich würde die Fehlbeträge meiner gesamten (!) Belegschaft aus meinem persönlichen Verdienst tragen - und davon träumst Du doch bitte nicht mal nachts, denn mit welcher Motivation sollte ich Typen wie Dich auf meine Kosten freiwillig unterstützen? Eben.

Quid pro quo, Achim, Du erinnerst Dich und eigentlich ganz einfach. Mein Tipp an Deine Generation ist auch, dass Ihr Euch im Alter noch schwer umgucken werdet, vor allem diejenigen, die diese Entwicklung nicht im Blick haben. Da wäre ich mit der Verwendung der Vokabel "ausgesorgt" ernsthaft etwas vorsichtiger.

Aber das begreifst Du erst, wenn die Rechnung im Briefkasten liegt. Bis dahin genieß' Deine Zeit - was dabei rauskommt, wenn man auf Pump lebt, weißt Du ja selbst.

Es git keine Grund sich hier auf Grund andere Ansichten gegenseitig anzufeinden  ( deine Aussage "Typen wie dich" überlese ich nun mal. )

Trotz allem, einInteressanter Ansatz, also das mit den Kosten der Rente und der nachfolgenden Generation. Und der Argumentation stimme ich auch zu.

Allerdings solltest du 3 Punkte berücksichtigen, die bei deiner Sichtweise der Dinge nicht auftauchen,

  1. Das meine Generation ( wie du es immer so schon nennst , ich weiss ja nicht welcher Generation du entstammst) , eine ganz solide Menge an Kapital  hält, und auch eine ganze Menge an Wählerstimmen hat. Dadurch hat die besagte Generation , ob es nun meine ist oder nicht, und ob das gerecht ist oder nicht,  einen gewissen Einfluss, der nichts zu unterschätzen ist.
  2. Die Demographische Entwicklung in diesem Land bereite auch mir Sorge , da sind deine Argumente durchaus begründet. Aber Deutschland ist keine Insel, und auch nicht  von Mauern umgeben. Die sagen wir mal " alternde Generation, die nun über 50 ist, und auf den Ruhestand schielt , kann natürlich auch dieses Land verlassen, falls es zu Teuer wird hier zu leben, das über das Leben angehäufte Kapital mitnehmen, und in ein Land gehen, in dem die Demographie anders aussieht.
  3. Anstatt deiner jungen Ingenieurin weitere Gehaltsforderungen zu erfüllen, könntest du auch die eine oder andere Leistung ins Ausland verlagern. Das geht sicher nicht immer, aber bei einem Grossteil des produzierenden Gewerbes und auch bei vielen Dienstleistungen ist das möglich, oder, je nachdem wie die Preisentwicklung auf dem globalen Markt ist, sogar unumgänglich. Und auf einmal gibt es wieder zu viele Fachkräfte. Dies könnten dann natürlich auch wieder abwandern, müssten sich aber mit ihren Forderungen einer globalen Konkurrenz mit ganz anderen Ansprüchen entgegenstellen.

Das Deutschland mit all dem nicht unbedingt einer rosigen Zukunft entgegen steuert, da stimme ich mit dir voll überein.

Das ich persönlich oder der TE diesen Ausgang beeinflussen können, das denke ich allerdings nicht, also muss man selber schauen wo man bleibt.

Zitat von Muslime_Frugi am 14. Dezember 2020, 12:07 Uhr

Was ich beobachte ist ein Fachkräftemangel in sozialen und mieß bezahlten Berufen und Nischen. Ansonsten geht die Optimierungsrunde munter weiter... nach unten für die Jungen!

Also wenn an der hiesigen Wald- und Wiesen-Uni /FH) MINT-Absolventen ohne Abschluss mit 50T€ und mit Abschluss mit bis zu 80T€ Einstiegsgehalt geködert werden, dann zeigt das doch schon, wo die Reise hingeht.

Wie soll ich deinen Vorausblick teilen, wenn die Achims dieser Welt und hier im Forum an die jüngeren vermieten und sich an deren Unternehmen als Kapitalgeber beteiligen wenngleich diese selbst am Ende der Nahrungskette stehen mit alleinigen Zweck für den Gewinn des Unternehmers zu arbeiten?

Sehe ich anders. Wenn Unternehmen keine MA bekommen, weil sie sie schlecht bezahlen, schneidet man sich ins eigene Fleisch - oder auch dem shareholder, je nachdem, wieviel Fremdkapital man so hat. Vor allem: solange die Innenrendite/ROS eines Unternehmens deutlich über dem Aktienmarkt liegt und man noch mit Bankenkapital zu 1,x% expandieren kann, besteht gar keine Notwendigkeit, sich zB über P2P zu finanzieren oder eigenes Kapital abzuziehen. Allenfalls aus Diversifikationsgründen. Das gilt vor allem in Bereichen, für die es einen Bedarf gibt.

Ich wollte ja nichts mehr dazu schreiben, aber...

Es ist nunmal so, dass sich heutzutage leider jeder überall bedient. Das Geld wird vom Statt ohne Sinn und Verstand verteilt. Ich kenne kaum jemanden, der nicht irgendwie mitnimmt, was er nehmen kann. Da gibt es eine ganze Bandbreite:

  • 50 jährige Banker melden sich an der Uni an, um Semesterticket und günstige Theatertickets zu erstehen
  • weit verbreitet ist die ALG1 Nutzung zur Überbrückung zur Rente
  • Wohngeld oder günstige Wohnungen, obwohl genug Geld eigentlich in der Familie vorhanden wäre
  • Nutzung sämtlicher steuerlicher Gestaltungsmöglichkeiten
  • Saisonale Nutzung von ALG1 (jeder Jahr)
  • Schwarzarbeit
  • Minimierung der offiziellen Arbeit um Krankenkassenbeiträge zu drücken (inkl. Familienversicherung)

Die Liste lässt sich endlos fortsetzen. Das ist weitverbreitet und vor allem sind es nicht nur die ewigen "offiziellen" Wohltaten, die von der Eigenverantwortung abhalten, sondern viele gehen auch weit über die gesetzliche Grenze hinaus:

  • Im Fitness-Studio höre ich mal mit einem Ohr eine Frau zu, die sich darüber beklagte, dass ihr Bruder seit 10 Jahren Hartz IV bezieht, obwohl er im Ausland wohnt und dort mehrere Miethäuser hat
  • Als ich mal in Russland rumreiste, wurde ich davon angesprochen, wieso in Deutschland eigentlich allen möglichen aus Russland Hartz IV gezahlt wird, obwohl doch offensichtlich ist, dass die Unterlagen sehr oft gefälscht sind. Alle würden sich wundern, warum wir das machen.
  • etc. pp

In Summe wird meiner Einschätzung nach das System massiv ausgenutzt und das wird auch kaum noch von jemandem hinterfragt.

Grundsätzlich halte ich es deshalb für mich wie immer in einem Leben: offensichtlich illegales mache ich natürlich nicht. Gestaltungsmöglichkeiten werden aber von mir gerne genutzt.

Zitat von Achim_Global am 14. Dezember 2020, 12:33 Uhr

Es git keine Grund sich hier auf Grund andere Ansichten gegenseitig anzufeinden  ( deine Aussage "Typen wie dich" überlese ich nun mal. )

Bei dem, was Du hier und in anderen Threads unverhohlen verzapfst, ist das noch die weichgespülte Version. Ist aber auch egal, ihr werdet Eure Quittung noch erhalten, da bin ich mir relativ sicher.

Trotz allem, einInteressanter Ansatz, also das mit den Kosten der Rente und der nachfolgenden Generation. Und der Argumentation stimme ich auch zu.

Allerdings solltest du 3 Punkte berücksichtigen, die bei deiner Sichtweise der Dinge nicht auftauchen,

  1. Das meine Generation ( wie du es immer so schon nennst , ich weiss ja nicht welcher Generation du entstammst) , eine ganz solide Menge an Kapital  hält, und auch eine ganze Menge an Wählerstimmen hat. Dadurch hat die besagte Generation , ob es nun meine ist oder nicht, und ob das gerecht ist oder nicht,  einen gewissen Einfluss, der nichts zu unterschätzen ist.

Ja, das ist das Selbstverständnis dieser Generation. Aber was willst Du denn im Alter tun, wenn die Krankenpflegerin/Haushaltshilfe 50€ cash netto haben will, weil es andere Bedürftige Rentner gibt, die es zahlen? Du bietest Ihr 40€ und sagst bitte bitte? Wird wohl eher nicht funktionieren.

  1. Die Demographische Entwicklung in diesem Land bereite auch mir Sorge , da sind deine Argumente durchaus begründet. Aber Deutschland ist keine Insel, und auch nicht  von Mauern umgeben. Die sagen wir mal " alternde Generation, die nun über 50 ist, und auf den Ruhestand schielt , kann natürlich auch dieses Land verlassen, falls es zu Teuer wird hier zu leben, das über das Leben angehäufte Kapital mitnehmen, und in ein Land gehen, in dem die Demographie anders aussieht.

Klar geht das, teilweise. Aber wenn die Alten abhauen, entlastet das ja auch unser Gesundheitssystem. Es ist also fast egal, ob man mexikanische Pfleger integriert und bezahlt oder die Alten nach Mexiko schickt und zu dortigen Kosten pflegt. Konkret sieht das in Deinem Fall ja auch so aus, dass Du eine Immobilie abstoßen oder dauerhaft vermieten müsstest, kannst Du ja schlecht mitnehmen nach Malaysia. Aber wer kauft/mietet die denn, Achim? Und zu welchem Preis? Doch nur Menschen, die man hier anständig bezahlt.

  1. Anstatt deiner jungen Ingenieurin weitere Gehaltsforderungen zu erfüllen, könntest du auch die eine oder andere Leistung ins Ausland verlagern.

Ja nee, is' klar. Sie verzichtet auf eine angemessene Bezahlung, weil Du sonst mit Abwanderung drohst? Abgesehen davon, dass das bei mir zu erheblichen rechtlichen Problemen führen würde und nur marginale Auswirkungen auf den Endpreis der Leistung hätte, ist das nur eine Verlagerung des Problems, aber keine Lösung. Klappt ja vor allem auch hervorragend, siehe Fleischbranche, wenn deutsche Standards unterlaufen werden.

  1. Das geht sicher nicht immer, aber bei einem Grossteil des produzierenden Gewerbes und auch bei vielen Dienstleistungen ist das möglich, oder, je nachdem wie die Preisentwicklung auf dem globalen Markt ist, sogar unumgänglich. Und auf einmal gibt es wieder zu viele Fachkräfte.

In meiner Branche gibt's zu wenige Azubis, zu wenige Techniker, zu wenige Ingenieure. Und Dienstleistungen auslagern, wie soll das gehen, Achim. Dein Wasserhahn im Mietobjekt ist defekt und der Klempner kommt aus Polen? Oder Du schickst den Wasserhahn zur Reparatur nach Polen und baust ihn selbst wieder ein?

  1. Dies könnten dann natürlich auch wieder abwandern, müssten sich aber mit ihren Forderungen einer globalen Konkurrenz mit ganz anderen Ansprüchen entgegenstellen.

Ja, genauso wie Du.

Das Deutschland mit all dem nicht unbedingt einer rosigen Zukunft entgegen steuert, da stimme ich mit dir voll überein.

Klares Missverständnis. Ich halte die Situation für Unternehmer in D für exzellent, weil längst nicht alle Rentner weg wollen und viele auch gar nicht können.

Das ich persönlich oder der TE diesen Ausgang beeinflussen können, das denke ich allerdings nicht, also muss man selber schauen wo man bleibt.

Das ist die typische Denkweise, rein machiavellistisch (in schlechtestem Sinne) geprägt, in die Du Dich immer wieder flüchtest; jeder soll halt selbst gucken, wo er bleibt. Dumm nur: persönlich mache ich das ja auch, schließlich will ich ja im Alter besser dastehen als Du und mir die KV aus der Portokasse leisten können. Dazu ist es jedoch hilfreich, zu erkennen, welche Möglichkeiten man dazu hat und diese ausnutzt - was aber nur gelingt, wenn man das bis zu Ende denkt. Unabhängig davon, ob man den Ausgang der Dinge persönlich beeinflussen kann, aber auch das wurde bereits mehrfach erklärt: wer hier bleibt, wird die höheren Kosten, die er selbst verursacht, auch mittragen müssen, in welcher Form auch immer. Das ist auch eigentlich ein absoluter no-brainer, weil das in jeder freien Gesellschaft der Welt so funktioniert.

Zitat von Privatier am 14. Dezember 2020, 14:10 Uhr

Ich wollte ja nichts mehr dazu schreiben, aber...

Geht mir ähnlich, aber immer die Klappe zu halten, ist ja auch keine Lösung. Wenn sich gesunde Mittfünfziger auf Staatskosten in die Rente retten, sollen sie das von mir aus machen, mir aber dann nicht die Ohren volljammern, dass meine Leistungen resp. "alles" immer teurer wird. Wer sich aus dem aktiven Arbeitsleben zurückzieht, kann halt nicht verlangen, dass er mehr vom Kuchen abbekommt, als die Aktiven. Was sich die Babyboomer an Rücklagen erarbeitet haben, ist massiv, es ist aber legitim, dass das auch wieder für altersgerechte Pflege etc. an die arbeitende Bevölkerung ausgegeben wird, denn in dem Punkt hat Achim Recht: mitnehmen kannst eh nix. Wenn man das mal begreift, ist es allerdings auch glatter Unsinn, sich zwei Jahre vom Amt gängeln zu lassen, um an die Leistung zu kommen. Man könnte den eigenen Enkeln auch gleich in die Spardose greifen - hätte den gleichen Effekt. Ist nur weniger populär.

Das was wir diskutieren und beklagen oder als Mitnahme abgreifen ist schon typisch deutsch. Jeder findest dass er besonders viel geleistet hat und verdient was er verdient. Dazu in D besonders ausgeprägt auch noch was abzugreifen bevor (die Russen) nichts mehr übrig lassen.

Am Ende ist es wie bei der Kindererziehung: Ich kann von meinen Kindern nicht Dinge verlangen die ich anders vorlebe.

...und solange der Staat seine angestellten Lehrer vor den Sommerferien in ALG1 entlässt und sie nach den Ferien wieder einstellt muss ich nicht die Welt retten. Diese Art von "Gutmenschen Taliban" geht mir auch auf den Senkel...

Zitat von Muslime_Frugi am 14. Dezember 2020, 14:50 Uhr

...und solange der Staat seine angestellten Lehrer vor den Sommerferien in ALG1 entlässt und sie nach den Ferien wieder einstellt muss ich nicht die Welt retten.

Das funktioniert ja auch nicht mehr unbegrenzt. Andere Länder zahlen voll bzw. stellen unbefristet ein und erhöhen auch die Vergütungsstufe (iirc Berlin hat das so gemacht) und ziehen damit Lehrer aus anderen Ländern ab, die dort nur in der Warteschleife hängen.

Zitat von MFZ73 am 14. Dezember 2020, 14:18 Uhr

 

  1. Anstatt deiner jungen Ingenieurin weitere Gehaltsforderungen zu erfüllen, könntest du auch die eine oder andere Leistung ins Ausland verlagern.

Ja nee, is' klar. Sie verzichtet auf eine angemessene Bezahlung, weil Du sonst mit Abwanderung drohst? Abgesehen davon, dass das bei mir zu erheblichen rechtlichen Problemen führen würde und nur marginale Auswirkungen auf den Endpreis der Leistung hätte, ist das nur eine Verlagerung des Problems, aber keine Lösung. Klappt ja vor allem auch hervorragend, siehe Fleischbranche, wenn deutsche Standards unterlaufen werden.

Es ist eher mühselig, auf alles immer zu antworten und zu argumentieren, aber deine Antwort auf die Verlagerung zeugt von sehr viel Unwissenheit.

Rechtlich gibt es da wenige Probleme, Teil-Betriebsstilllegung ist der gängige Weg.

Marginale Auswirkungen auf den Endpreis ...na ja, wenn die ich Produktionskosten um 40% senke , ist das alles andere als marginal.

Ich habe eine zweistellige Zahl deutschen, niederländischen und britischen mittelständler bei der Produktionsverlagerung nach Südostasien beraten und begleitet , und auch die Verlagerung einiger MNC's mitgemacht. Finanziell hat sich das für die Firmen immer geloht, manchen hat es sogar langfristig das internationale Überleben gesichert, alle haben ihren Umsatz und EBIT gesteigert.

Mal ein Beispiel, ein Ingenieur in Thailand, mit dem vergleichbaren Wissen eines deutschen  kostet dich 1000 -1500 Euro all in , in der BOI Zone 3   bist für 8 Jahre von der Import Steuer und Corporate Steuer befreit , ebenso kannst du alles an Maschinen das du brauchst Steuer und Zollfrei importieren.

Nach 2 Jahren hat sich die Qualität stabilisiert , du fertigte auf deutschen Level, mit erheblich geringeren Personal Kosten,  Rohmaterial Kosten , Abgaben , und bist praktisch Steuerfrei. Wenn die 8 Jahre rum sind, verlagerst du das ganze Spiel nach Vietnam, und kassierst die gleichen Vergünstigungen nochmal. Ein paar der Fachleute nimmst du mit, den rest des Personals ersetzt du dich Locals, was deine Personalkosten noch mal um die Hälfte reduziert. Die Tai Facility benennst du um, und verlagert eine andere Produktserie dort hin . Dann hast du auch in Thailand wieder die Vergünstigungen. Und wenn du in Vietnam nach 8 Jahren durch bist, gehst  du mit der einen Serie nach Myanmar, die Thai Produktion geht nach Vietnam, u.s.w . Das ganze Spielchen treiben Firmen wie Canon, Samsung, Fuji, HP u.s.w seit Jahrzehnten.

 

Wenn du mal eine Beratung brauchst, melde dich 😉

@MFZ73:Was ich dir u.a. aufzeigen wollte ist die moralische Handlungsweise des Staates. Solange er mit seinen Angestellten scheiße umgehen kann geht er scheiße mit ihnen um.

Wo soll da die moralische Vorbildfunktion sein? Das ist es was ich weiter oben mit Optimierung nach unten gemeint habe. Gleiches gilt für wohl viele Unternehmen. Solange die Peitsche schwingen bis der ausgepeitschte nicht mehr will, dann ein Zuckerle geben und es noch als vorauschauende Wohltat gönnerhaft verkaufen.

...die Menschen kommen doch nicht auf der Brennsuppe dahergeschwommen...

Zitat von MFZ73 am 14. Dezember 2020, 14:18 Uhr

schließlich will ich ja im Alter besser dastehen als Du und mir die KV aus der Portokasse leisten können.

Leider bist du genau so resistent wie ich. Es geht doch garnicht darum, ob ich mir oder du dir eine KV leisten kann oder nicht, es ist völlig irrelevant . Wenn es eine Möglichkeit gibt , bestimmte Leistungen günstiger zu bekommen, warum sollte man das dann nicht machen. Auch eine KV mit 1000 Euro / Monat würde mir nicht das Genick brechen, und dir wahrscheinlich auch nicht. Aber mit den eigentliche Kosten hat das überhaupt nichts zu tun, ich sehe das eher sportlich, oder als Hobby.  Das gleiche gilt fürs ALG , der Aufwand , ein paar Bewerbungen zu schreiben, oder zu Vorstellungsgesprächen zu gehen ( unabhängig davon , ob man wirklich eine Job sucht hat man ja eine Mitwirkungspflicht) , ist minimal gegenüber dem Nutzen ( also dem AGL und der KV ) . Rechne dir mal den Stundenlohn aus.

P.s. auch der Handel mit Aktien, und all das was so an den Märkten, mit Hedgfonds, übernahmen  und sonstigen passiert, wo Unternehmen ruiniert werden, um Aktienkapital abzuziehen und den Gewinn zu maximieren, ist bei weitem moralisch verwerflicher, als der Mittfünfziger, der sich mit ALG in den Vorruhestand rettet.

Aber davon redet natürlich keiner.