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„German Angst“ bei Versicherungen

Hi Leute,

ich bin gerade dabei meine Versicherungen durchzugehen. Bin aktuell am überlegen, ob ich sie wirklich noch brauche oder doch nur meine „German Angst“ ausgenutzt wird. Mich interessiert eure Meinung zu folgenden Versicherungen:

- Hausratversicherung

- BU-Versicherung

- Unfallversicherung

- Rechtschutzversicherung

Habt ihr diese Versicherungen? Wie steht ihr dazu?

Viele Grüße

Daniel

 

 

- Hausratversicherung

- BU-Versicherung

- Unfallversicherung

- Rechtschutzversicherung

Habt ihr diese Versicherungen? Wie steht ihr dazu?

Na dann gehe ich doch mal der Reihe nach inkl. Begründung:

- Hausratversicherung:

Ja, habe ich. Als ich noch bei den Eltern wohnte hatten wir mal einen Blitzschaden (also einen Schaden durch Blitzeinschlag) - die komplette TV-SAT-Anlage war im Eimer inkl. Receiver und TV ebenso der Computer der am gleichen Kreis hing - wenn ich mich recht erinnere war laut Aussage meiner Eltern so die Prämie der letzten 10 Jahre wieder "reingeholt".

Dann stieg in den letzten Jahren die Einbruchsrate bei uns im ländlichen Raum immens an - in den letzten 4 Jahren ist bei 7 Nachbarn eingebrochen worden (alles EFH).

Nebenbei sind in meiner Hausratversicherung meine Fahrräder mitversichert - egal ob in der heimischen Garage oder irgendwo angekettet in der Stadt.

 

- BU-Versicherung: Ja habe ich.

Allerdings bin ich hier zwiegespalten; auf der einen Seite habe ich im Bekanntenkreis jemanden der durch die BU aufgrund eines Unfalls einen monatlichen Zusatzbeitrag hat und dadurch aktuell gut Leben kann trotz dass kein Gehalt eingeht (allerdings ist es bei Ihr nicht dauerhaft).

Auf der anderen Seite ist es auch oft so, dass diese Versuchen sich zu winden und zu drehen - da musst dann mal Umschulungen machen, Prozesse führen etc.

Wie gesagt ich hab Sie halt da ich auch viel Sport mache und man da nur mal doof fliegen muss und es ist rum (Motorrad, Fahrrad, Inlineskaten, Kampfsport etc.)

 

- Unfallversicherung

- Rechtschutzversicherung

Beide ja, und beide dank Heirat (Familientarif und integrierter Ehepartner) recht günstig - daher lass ich die laufen; die RS haben wir schonmal gebraucht und so ein Anwalt ist nicht unbedingt günstig.

 

Alles in allem denke ich, dass es wesentlich "irrsinnigere" Versicherungen gibt - die 4 von Dir genannten (außer bei der BU - da bin ich skeptisch) sind m.M.n. eher so der Grundstock den man evtl. haben sollte und sicher auch mal brauchen kann.

 

Hallo Daniel!

Von Deinen Versicherungen habe ich nur die Hausratversicherung. Dafür habe ich allerdings noch die meiner Meinung nach viel wichtigere private Haftpflichtversicherung. Hier drohen Schäden, die Dich schlimmstenfalls komplett ruinieren können.

Rechtsschutz hatte ich mal. BU lohnt sich in meinem Alter nicht mehr. Unfallversicherung kann man sich imho sparen, wenn man haftpflichtversichert ist.

Da bei Versicherungen der Grundsatz gilt, ob ein Schadensereignis Dich in finanzielle Notsituationen bringen könnte, kann man sogar die Hausratversicherung noch anzweifeln. Da sie jedoch nur sehr wenig kostet, halte ich sie für sinnvoll (außer Dein Hausrat ist so frugal, wie der von Oliver).

Außerdem habe ich noch eine Diensthaftpflichtversicherung, weil ich im Beruf leicht Millionenschäden anrichten kann.

 

Gruß, Tino

Ich bin Versicherungskaufmann. Wichtig ist wie sehr die ein Schadenereignis in den Ruin treiben könnte. Das wichtigste ist deine Arbeitskraft. Hier empfehle ich vor allem in jungen Jahren eine BU abzuschließen. Wenn man finanziell frei ist, kann man sie immer noch kündigen bei Bedarf. Wenn man eine gute BU hat, könnte man überlegen die Unfall zu kündigen. Aber auch hier: Gerade die Kosten für einen Hausumbau sind immens - das würde die BU nicht abdecken.

PHV: absolute Pflicht

Wohngebäude: bei Eigenheimbesitz absolute Pflicht, teilweise auch von Banken vorgeschrieben (sonst gibt es keine Finanzierung)

Der ganze Rest kann, muss aber nicht. Je nach persönlicher Situation und Risikoneigung. Man sollte alles für sich selbst einmal durchspielen und dann überlegen wie viel Risiko man eingehen möchte...

In Deutschland ist es leider so: Die wichtigen Versicherungen werden vernachlässigt!!! Stattdessen sichert jeder aber sein Auto, sein Handy und seinen Urlaub bestens ab. Bei den wirklich wichtigen Sachen winken die meisten ab... Traurig aber wahr.

Rechtsschutz: Hier würde ich zumindest den beruflichen Teil absichern - Rechtsstreitigkeiten mit dem AG sind teuer (Berechnung des RA-Honorar erfolgt anhand dem Streitwert). Auch hier ist es wieder das gleiche: alle wollen eine Verkehrs-RS um sich im Falle eines Knöllchens mit der Gemeinde streiten zu können.

Bei den Ausführungen spreche ich über meine Erfahrungen, natürlich gibt es auch immer Kunden die sich schon selbst vorab sehr wichtige Gedanken gemacht haben...

Beim Thema "Private-Haftpflichtversicherung" kann ich @Tino und @mosithefirst nur zustimmen - selbige habe ich auch; zwar noch nie gebraucht - aber je nachdem was man anstellt kann es schnell teuer werden.

 

In Deutschland ist es leider so: Die wichtigen Versicherungen werden vernachlässigt!!! Stattdessen sichert jeder aber sein Auto, sein Handy und seinen Urlaub bestens ab. Bei den wirklich wichtigen Sachen winken die meisten ab... Traurig aber wahr.

Sehe ich ähnlich; es heißt immer wir wären "Überversichert" - aber ganz ehrlich die ~ 150 € für die o.g. Versicherungen im Monat kann man woanders sinnvoller einsparen.

Gut okay gibt natürlich schon irrsinnige Spezialfälle - bestes Beispiel ist immernoch der Versicherungsfritze der Bank der meinem Onkel eine Hochwasserversicherung andrehen wollte. Der Witz daran ist, dass mein Onkel auf ~750 m ü. NN auf einem Bergrücken wohnt - sollte er mal Hochwasser haben hilft vielleicht die Arche Noah....

 

 

hy, kann man nur individuell beantworten. Da spielen so viele Kriterien rein.

Grundsätzlich aber folgendes:

Achtung !! Wichtigstes Kriterium für den Abschluss ist die Zahlungsbereitschaft der Gesellschaft im Versicherungsfall !!!  Nicht der Preis p.a.!  Was nützt dir eine günstige Absicherung wenn nachher die Zahlung nicht geleistet oder verschleppt wird. Hier meine ich vor allem nicht die kaputte Fensterscheibe sondern der BU Fall, Arbeitsunfähigkeit, große Schadenssummen, Unfallrenten.  da gibt es Stories.

Es hilft nur die Recherche, Statistik zum Vergangenheitsverhalten der Gesellschaften ( auch hier gilt wieder: verlässt du dich auf Berater weißt du wieder nicht was du bekommst, informier dich selbst )

 

PHV ist Pflicht, ansonsten könntest du dich im Wort Case ruinieren , schützt dein Vermögen ( Tipp: Kinder und Ausfallversich. einschließen ) Wenn euch ein Zahlungsunfähiger Nichtversicherter schädigt springt sie ein ( Lücke im System )

BUV in jungen Jahren, später kündigen, braucht ihr sie ja nicht mehr da ihr ja in ETFs ect ein "Vermögen" angespart habt :-))

Hinterbliebenenabsicherung im Bedarfsfall, Risikolebensv. ect. ( Hauskredit, Familie )

alles andere ist je nach Character, Verhalten, Leidensfähigkeit möglich oder entbehrlich

Über Haftpflicht muss man gar nicht diskutieren, die ist einfach wichtig. Wenn es dadurch günstiger wird, auch gerne mit hoher Selbstbeteiligung. Es sollte hier um die wirklich hohen Schadenssummen gehen - v.a. wenn es um einen Personenschaden geht, kann man schnell mit mehreren Millionen Euro rechnen. Hier lohnt es sich, sich die Berufshaftpflicht anzuschauen, falls vorhanden. Häufig ist dort bereits eine private Haftpflicht mit enthalten. Während des Studiums ist man häufig auch noch über die Eltern versichert - Doppelversicherungen bringen nichts und kosten nur. Eine private Haftpflicht bekommt man für rund 60 - 100 Euro im Jahr. Kinder und Lebenspartner sind häufig kostenlos mitversichert.

Berufsunfähigkeit:
Hier kommt es auch sehr auf den Beruf an. Gerne mal das Szenario durchspielen, was muss mir passieren, damit ich nicht mehr arbeiten kann. Und auch: Was kann ich sonst arbeiten, finde ich dort eine ausreichend gut bezahlte Arbeit? Wer stark auf seine körperliche Leistungsfähigkeit angewiesen ist, braucht eher eher BU. Ein Dachdecker, der nicht mehr klettern kann, kein Gleichgewicht mehr halten kann,.. hat hoffentlich eine BU. Aber was sollte dem Programmierer fehlen, sodass er eine BU bräuchte?
In der Regel zahlen BU besser, je "belegbarer" die Krankheit ist. Wer als Programmierer wegen Konzentrationsstörungen nicht mehr arbeiten kann, hat sehr große Probleme, eine Leistung zu bekommen. Besonders Menschen mit Berufen, bei denen eine "Eignung" (durch einen Arzt festgestellt) brauchen, z.B. Busfahrer, können deutlich schneller berufsunfähig werden und bekommen auch deutlich häufiger Leistungen.
Auch wichtig zu wissen: meistens zahlt die BU nur übergangsweise, während z.B. eine Umschulung läuft. Wer diese Zeit ohne Versicherung überbrücken kann, braucht eher keine.
Den worst-case(schwerstbehindert und auf 24-Stunden-Betreuung angewiesen) kann man nicht versichern.

Hausrat: Hier lohnt es sich, die Sache von einer anderen Seite zu betrachten. Statt: Wie teuer war der ganze Hausrat mal, als ich es gekauft habe? Eher überlegen: Was brauche ich wirklich (sollte einmal alles weg sein). Was kostet die Anschaffung der wirklich gebrauchten Dinge? (z.B. Wie teuer ist das gebraucht auf Ebay). Wenn ich mir diese Neuanschaffung ohne Probleme leisten kann - keine Versicherung.

Hatte bis zu meinem 38. Lebensjahr auch keine Hausratsversicherung - dachte mir, den Fall der Fälle könnte ich als Zwangsausmisten verbuchen, die gesparten Beiträge würden schon für das notwendigste reichen. Jetzt haben wir im näheren Umfeld einige Fälle erlebt - woran man z.B. nicht denkt, sind die Kosten für die Entsorgung z.B. durch Rauch beschädigter Dinge. Das ist dann schnell mal Sondermüll... und nicht wenig. Weiß nicht, wie das genau ist, je nach Vertrag kann man auch in der Situation sein, Bodenbeläge oder eine Einbauküche ersetzen zu müssen. Dazu dann Kosten für Hotel o.ä. Und die Kosten läppern sich... wenn man wirklich alles neu braucht, geht das mehr ins Geld, als man denkt. Als Familie braucht man dann z.B. sofort für jeden u.U. zwei Schlafanzüge, für jeden Bettwäsche, Zahnbürste, Duschgel....und man kann auch nicht auf günstige Gelegenheiten warten...

Also: Mittlerweile habe ich eine Hausratsversicherung. Kostet ja auch nicht die Welt...

Würde diese denn auch alles abdecken? Entsorgungskosten/Bodenbeläge/Hotelkosten auch mal mehrere Monate, bis die Wohnung fertig renoviert wurde?

- Hausratversicherung

->habe ich schon lange nicht mehr. Mein Hausrat ist nicht mehr gross, wird ständig kleiner und hat vor allem keinen grossen Rest- bzw. Zeitwert. In vielen Versicherungsfällen muss ja auch nicht alles ersetzt werden, sondern nur einzelne Dinge - sollte es mal dazu kommen, kauf ich, sofern der Bedarf da ist, die betreffenden Dinge eben wieder - habe ja dafür mein Leben lang die Prämie gespart & angelegt.

- BU-Versicherung

Habe ich nie gehabt, kann je nach Beruf und Familienstand sinnvoll sein. Für mich habe ich befunden, ist es das definitiv nicht. Bei Krankheit für eine Übergangszeit brauche ich sie nicht, da spare ich mir lieber die Prämien und kann die Übergangszeit selbst finanzieren. Bei dauerhafter BU (Bürojob) falle ich auch so in staatliche Sozialversicherung etc., also muss die BU mir ja im Versicherungsfall deutlich mehr (>1500€/Monat) auszahlen - dafür fällt wieder eine hohe Prämie an - zudem die grosse Frage nach Anerkennung seitens Versicherung (jahre- oder jahrzehntelange Gerichtsprozesse dass man nun wirklich keine 2h/Tag mehr am Schreibtisch sitzen kann? usw.). Wie gesagt, für mich persönlich habe ich diese Versicherung schon immer für überflüssig gehalten.

- Unfallversicherung

Ebenfalls nein, könnte ich fast den Text von der BU kopieren

- Rechtschutzversicherung

Auch nie gehabt, ich bin nicht streitlustig und wähle bei Konflikten in der Regel die direkte Konfrontation für eine schnelle Klärung - ich persönlich käme kaum auf die Idee, zu klagen. Sollte man mich verklagen - stellt sich halt die Frage warum? Müsste ja auch einen hohen Streitwert haben damit sich eine Versicherung lohnt, halte ich daher nicht für sinnvoll.

 

Welche Versicherungen habe ich überhaupt?:

-private Haftpflicht mit Eigenbeteiligung

->sehr niedrige Prämie, ich will bei Versicherungen grundsätzlich hohe Schäden versichern und nicht jeden 100€ Kram der den Papierkram schon kaum lohnt - wenn ich bei einem Freund versehentlich das teure Smartphone versenke oder ne Scheibe zertrümmer, zahl ich schon rein aus Anstand die paar Hundert Euro selbst...sowas muss ich nicht versichern...kommt zudem extremst selten vor (eigentlich nie?)

-KFZ Haftpflicht + Teilkasko mit hoher Eigenbeteiligung

-> früher hatte ich immer nur gesetzliche Haftpflicht (die hätte ich aber auch ohne das sie gesetzlich vorgeschrieben wäre), bin früher nur sehr günstige Autos gefahren, das ist für mich ein Gebrauchsgegenstand und Kratzer, Dellen usw. interessieren mich da nicht (würde nie auf die Idee kommen zum Lackdoktor o.ä. zu gehen und ne Schramme oder Delle für 150€ o.ä. "reparieren" zu lassen, fun fact am Rande: Kollegin hat mal 120€ für einen neuen Getränkehalter bezahlt, der zerbrochen war...ich mein, ernsthaft...?). Heute habe ich aufgrund eines Fahrzeugs mit aktuell noch höherem Zeitwert zusätzlich eine Teilkasko mit hoher Eigenbeteiligung - auch hier gilt, ich möchte keine kleinen Schäden wie Glasbruch absichern, sowas geht auch aus eigener Tasche wenn notwendig, sondern hohe Schäden bis hin zum Totalverlust (Diebstahl usw.).

-ADAC

->betrachte ich als Versicherung, da mich nur der Pannenschutz etc. interessiert.

 

Fazit: Ich bin und war nie ein guter Kunde von Versicherungen, da ich kaum welche für notwendig erachte (zumindest für meine persönliche Lebenssituation). Zudem winke ich bei Werbebotschaften wie "rundum versichert gleich gutes Gefühl" usw. gleich ab - ich brauche für alltäglichen Kleinkrams keine Versicherung, ich gehe einfach mit Dingen und natürlich auch Menschen einfach vernünftig und respektvoll um - das reduziert das Schadenrisiko denke ich erheblich gegenüber dem Durchschnitt, und wenn doch mal was ist zahl ich im Jahrzehnt mal zähneknirschend x hundert Euro - macht dann nicht froh, ist aber langfristig günstiger als monatlich 100€ Versicherungsprämien.

Zitat von Frau Kelu am 13. November 2018, 19:46 Uhr

Würde diese denn auch alles abdecken? Entsorgungskosten/Bodenbeläge/Hotelkosten auch mal mehrere Monate, bis die Wohnung fertig renoviert wurde?

hängt halt von der Versicherung ab. Aus eigener Erfahrung kann ich nur sagen: Man muss bei Versicherungen wirklich genau schauen, ggf. auch das Kleingedruckte lesen. Auf keinem Fall blind dem glauben, was die Berater einem erzählen - würde auch kritisch bleiben, wenn die Beratung schriftlich (z.B. über mail) erfolgt - im Fall der Fälle will man ja nicht den Berater verklagen, sondern versichert sein. Wir wurden da schon falsch beraten - reproduzierbar, also zu unterschiedlichen Zeiten kam von unterschiedlichen Beratern die Aussage, dass ein bestimmtes Produkt unser Risiko absichern würde - was falsch ist - viel mehr hätte man uns sagen müssen, dass das Unternehmen kein passendes Produkt hat... Was Fuzzis wie ich in Internetforen sagen ist noch weniger belastbar. Es zählt, was vertraglich vereinbart ist.

Zitat von Michael321 am 13. November 2018, 20:11 Uhr

- Hausratversicherung

->habe ich schon lange nicht mehr. Mein Hausrat ist nicht mehr gross, wird ständig kleiner und hat vor allem keinen grossen Rest- bzw. Zeitwert.

wenn ich nicht irre, ersetzt die Hausratversicherung i.d.R. Neuwert. - Zeitwert bekommt man z.B. von der Haftpflicht des Verursachers (sofern es einen solchen gibt, bzw. der für einen Schaden aufkommen muss).

 

Das kann durchaus sein, bin da nicht detailliert informiert - aber abgesehen von der Frage, wie für welchen Gegenstand der Wert berechnet wird, wäre für mich dann auch noch die Frage, was für Nachweise werden z.T. verlangt für aufgelistete Gegenstände?

Für mich wäre eine Hausrat nur im Fall Totalverlust überhaupt interessant, da fällt mir nur Brand ein. Jetzt liste ich 500 Gegenstände auf und weise ihnen einen Neukaufwert zu - belegen kann ich ja nichts mehr. Zahlt jede Hausrat sofort? Das ist genau das, wo ich Probleme bei der Abwicklung befürchte, und das Risiko eines Brands schätze ich als sehr niedrig ein. Kann mir natürlich dennoch passieren, dann heisst es Pech gehabt, aber wer nicht mehr neu kauft sondern z.B. gebraucht bei Ebay spart gerade bei Einrichtung wie Möbeln extrem (wäre da meine Devise erstmal)

Brand kann schnell mal zu höheren Ausfällen führen - da nicht nur die Flammen, sondern auch Rauch und Löschwasser - aber auch ein normaler Leitungswasserschaden, der spät bemerkt können da ordentlich Schaden anrichten. Das kann durch einen Rohrbruch passieren, kaputte Boiler, Waschmaschinen, Spülmaschinen. Oder auch Menschen, die einen Absperrhahn nicht ordentlich schließen... letzteres durfte ich schon zwei Mal erleben... weiß nicht, inwiefern man z.B. dem Vermieter Laminat oder Einbauküche ersetzen muss - dem Hörensagen nach kann das in einem Mietvertrag so geregelt sein - jedenfalls gibt es Hausratsversicheringen, die auch Einbauküchen des Vermieters erneuern.

Schnell und unkompliziert ist wohl eher nicht die Regel. Von betroffenen Freunden hörte ich, dass sie recht schnell erstmal einen kleineren fünfstelligen Betrag ausgezahlt bekamen - danach aber alles ziemlich zäh.

Muss jeder selber wissen - gab im näheren Umfeld jetzt doch einige "Einschläge", dass das Risiko auf mich nicht so abstrakt wirkt, wie noch vor zwei Jahren. Objektiv gesehen ist das Risiko wohl recht überschaubar - die Beiträge für eine Versicherung aber auch (für die PKV zahlen wir in etwa das 100-fache).

Versicherungen sind ein ganz mieses Geschäft, bei der am Ende immer der Kunde drauf zahlt. Habe schon oft den Ärger durch, dass sich bei eigentlich eindeutigen Fällen die Versicherung quer stellt oder schwubb-diwubb im Kleingedruckten plötzlich mein spezieller Fall "rein zufällig" ausgeschlossen ist. Nee, verarschen kann ich mich auch selber...

Hausratversicherung: Brauch ich nicht, da es in meiner Wohnung absolut nichts wertvolles gibt. Der Einbrecher hätte es wohl wesentlich leichter diesen Kram bei ebay-Kleinanzeigen unter der Kategorie "zu verschenken" zu suchen.

BU-Versicherung: Brauch ich nicht, da Beamter 😉

Unfallversicherung: genauso nutzlos

Rechtsschutzversicherung: Nett, aber leider decken die meisten nicht wirklich die Fälle ab, die man braucht. Für ein Knöllchen brauch ich keinen Rechtsanwalt und für Kapitalmarktrecht, wo es nötig wäre, da es hier sehr schnell teuer wird (Stichwort: Anlagebetrug), kommt keine Rechtsschutzversicherung auf. Also Pustekuchen...

Kasko fürs Auto habe ich ebenfalls nicht mehr. Bin über die Jahre billiger gekommen, die Schäden aus eigener Tasche zu bezahlen, als mir die teure Versicherung zu leisten. Vor etwa 10 Jahren, als ich noch eine Teilkasko hatte, hat diese sich geweigert einen Marderschaden zu bezahlen (wieder das Kleingedrucket...) Und Tschüss Versicherung...

Das einzige was ich jetzt noch habe ist:
Krankenversicherung
private Haftpflicht
Kfz-Haftpflicht
Gebäude-Haftpflicht

keine Kosten, kein Ärger 😉

Bei eigenem Haus oder einer Eigentumswohnung finde ich die Gebäudeversicherung obligatorisch. Wir haben im Moment mit einem Wasserschaden zu tun - ist auch mit Gebäudeversicherung nicht erfreulich - ja, im Kleingedruckten stehen mitunter "lustige" Sachen - aber das größte Problem waren teils ziemlich nervige Mieter, und dass wir halt auch etwas unbedarft waren... aktuell ziehen sich die Renovierungsarbeiten, keine Einnahmen - Kredite wollen trotzdem bedient werden, Nebenkosten fallen genauso an .... aber ohne Gebäudeversicherung hätten wir da auch noch Trocknung und Wiederherstellung an der Backe gehabt...

Die Gebäudehaftpflicht ist bei Immobilien in Deutschland Pflicht, da kommt man sowieso nicht drumherum. Es wäre aber auch ziemlich dumm diese Versicherung einzusparen, denn hier können wirklich sehr hohe Kosten entstehen. Insbesondere wenn Dritte zu Schaden kommen, z.B. wegen herabstürzender Dachziegel. Es ist aber auch kein wirklich hoher Betrag. Je nachdem welche Leistungen man so für wichtig hält, kann man da viel optimieren. Ich zahle für mein Einfamilienhaus (ca. 130 m²) aktuell 260 EUR im Jahr.

Es gibt auch den Mietverein bzw. Vermieter- und Eigentümerverein.

Bei den Gebäudehaftpflichtversicherung denk auch elementare Schäden Erdbeben, Stürme, Überschwemmungen usw. Ich leb in einem Erdbebengebiet.

 

Es gibt auch Berufsunfähigkeit, die auch zahlen, wenn du längere Zeit krank bist. Du bist nicht berufsunfähig, wenn du Aussicht auf Genesung hast. Jedoch nach der 6. Woche zahlt die die Krankenkasse 60 %, das kann ganz schön reinreiten.

Die Dynamik weglassen. Unnötig wie ein Kropf. Ich hab keine Kinder, also noch unwichtiger.

Als Regel: Was du selber tragen kannst, lass weg. Jedoch Haftpflicht usw. kann in Mio gehen. Das ist ein Muss.

Einem Frugalisten sollten doch 60% des reichen, dann wird die Sparrate eben diesen Monat nicht bedient.

Allerdings stimmt die Zahl nicht: Krankengeld der gesetzlichen Versicherung sind nach SGB V 70% des Bruttos, aber nicht mehr als 90% des Nettos … und zusätzlich zahlen viele Unternehmen noch die Differenz ihren Mitarbeitern aus.

 

wirklich wichtig sind in meinen Augen nur Haftpflicht und Hausrat. Bu und Rentenversicherungen bringen dir kaum was, da die Beiträge viel zu hoch sind.