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Frugal am Ziel mit 3 Kindern, aber leider unglücklich

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Hallo liebe Frugalisten,

ich möchte gern mal meine Geschichte erzählen, ist ja vielleicht interessant für andere.

Kurzform: Ich bin 45 und habe es geschafft, in 20 Jahren knapp eine Mio anzusparen. Nach der 4% Regel könnte ich damit jetzt in Rente gehen. Unser Jahresverbrauch liegt unter 3%, bei 28.000 (fünfköpfige Familie). Mache ich aber nicht, denn ich habe eine entspannten, netten und gut bezahlten Job, den ich vor zwei Jahren auf 50% reduziert habe. Leider bin ich trotz dieser gute Lage oft ziemlich unglücklich mit meinem Leben.

Langform: Mein Depot ist jetzt knapp eine Mio Wert. Das habe ich mit krassem Angstsparen erreicht. Ich bin frugal seit ich denken kann. Ich habe immer nur gespart. Ich konnte es nie über das Herz bringen, Geld auszugeben, weil ich immer denke, dass ich es vielleicht später brauche und mich dann ärgern würde, es ausgegeben zu haben. War schon in der Jugend so. Ich arbeite seit 20 Jahren und habe seitdem mit meiner Frau zusammen jedes Jahr ca. 30.000 zur Seite legen können. Macht 600.000 Euro, den Rest haben Zinsen, Dividenden und Kursgewinne gebracht. Wobei ich total angstgesteuert unterwegs war und lange nur in Tages- und Festgeld angelegt habe. Dafür gab es ja mal Zinsen. Vor fünf Jahren bin ich auf ein stinknormales Welt-ETF-Aktien Depot umgestiegen. Hätte ich das von Anfang an gemacht, hätte ich wahrscheinlich schon 2 Mio oder mehr. Tja, schade. Wohnungen kaufen und vermieten traue ich mich leider nicht, hätte aber natürlich auch weit mehr gebracht.

Wir wohnen in einer Kleinstadt in BW mit 3 Kindern in einer recht bescheidenen Eigentumswohnung, die ich geerbt habe. Unsere Ausgaben liegen mit allem drum und dran seit Jahren um die 28.000 Euro, was ich ziemlich viel finde. Aber die Kinder haben natürlich schon ihre Konsumwünsche, die wir zwar nur sehr eingeschränkt erfüllen, aber eben auch nicht ganz vermeiden können. Da gibt es ja einen gewissen Gruppendruck, v.a. bei Markenklamotten, Urlaubsreisen und Freizeitunternehmungen (Sport, Musik, etc.)ist der bei uns spürbar. Wir werden schon als sehr knauserig wahrgenommen, glaube ich. Wir haben z.B: "nur" einen 15 Jahre alten Toyota. Der steht praktisch nur rum, weil alle mit dem Fahrrad zur Schule und zur Arbeit fahren. Wenn wir im Einzugsgebiet eines von ShareNow oder so wohnen würden, würde ich den auch abschaffen. Die Kinder wollen auch gerne auf Kreuzfahrtschiffen, Mallorca, Dubai oder Neuseeland Urlaub machen, weil das von Schulfreunden auch gemacht wird. Ich erkläre den Kindern schon, warum ich Konsumverzicht besser finde (und sie verstehen es im Prinzip auch), aber sie wollen es halt trotzdem. Immerhin fahren wir im Sommer meistens mit dem Auto als Mittelmeer, das finden sie ok. Flugreisen kann ich Ihnen gut mit dem Verweis auf die Ökologie ausreden. Fridays for future sei Dank 🙂

Lieder bin nicht nur ängstlich, sondern auch schüchtern, introvertiert und ziemlich antriebsschwach. Ich bin vor 3 Jahren auf Mr. Moneymoustache (MMM) gestoßen, und später dann auf Oliver und Frugalisten.de . Ich freue mich sehr, das es für meine Sparsamkeit einen positiven Begriff und Gleichgesinnte gibt. Leider hat sich bei mir der Mindset nie so richtig durchgesetzt, insofern passt MMM eben doch nicht so gut zu mir. Ich bin ziemlich unglücklich, denn ich schaffe es nicht, aus der Freiheit die Happiness zu ziehen, die ja immer das Ziel beim Frugalismus ist und sein sollte. Ich habe es schon mit Sport und Handwerken versucht. Obwohl ich für beides gutes Talent habe, war das nichts für mich. Wenn ich Leute vom Frugalismus und cleverem Konsum erzählen möchte, beisse ich mit deswegen meistens lieber auf die Zunge. Ich kann ja nicht etwas propagieren, dass ich zwar richtig finde, dass aber zumindest mich gar nicht glücklich macht, jedenfalls bisher nicht.

Ich freue mich auf aufmunternde Austausch mit Euch!

Und Danke an Oliver, dass Du dieses Forum aufgemacht hast!

Euer Florian

Hallo Florian,

Danke sehr für deinen Beitrag am Dreikönigstag und schönen Feiertag! Ich finde es aber schade dass du dich nicht glücklich fühlst nach der Zielerreichung. Vielleicht könntest du mehr etwas mit den Kindern unternehmen, dass allen Spaß macht. Manches ist auch nicht so teuer aber macht viel Spaß wie gemeinsamen Radtour oä

Ich bin seit dem wir Kinder haben, nicht mehr so sparsam und bin in der Meinung, ich muss die Zeit mit den Kindern genießen so lange die noch bei mir sind. Irgendwann sind die auch groß und wir sehen uns dann nicht mehr oder nicht so oft

Hi Florian,

schön das du da bist.

Ich bin gleich alt und habe es in der Hauptsache durch Immobilien in den 7stelligen Bereich geschafft. Wobei ich mich erst in den letzten 10 Jahren richtig darum gekümmert habe, davor lief es eher so vor sich her. Ich arbeite auch in Teilzeit, habe jedoch noch ein Hobby was ich freiberuflich betreiben kann.

Soweit es mich betraf änderte sich durch den 7stelligen Vermögensbedarf mein Glückszustand auch nicht. Es fühlt sich davor und danach gleich an.  Ich finde man muss sich selbst darum kümmern das man glücklich wird. Ich schaffe immer mehr die Dinge aus meinem Leben an denen ich keine Freude habe. Ängste rauben zudem das Glück. Hier kann die finanzielle Betrag sicher helfen, doch die sind oft so eingeschliffen, dass sie danach immer noch da sind. Auch die müssen raus aus deinem Leben um glücklich zu sein.

 

 

Wow, danke wieder einmal für die tiefen Vermögenseinblicke.

Zum Thema Glück: Vielleicht kann dir da auch Spenden oder gemeinnützige Arbeit helfen?
Ich spende z.B. schon seit Ende meines Studiums an die SOS Kinderdörfer. Der Hintergrund war damals, obwohl ich auch wenig Geld zur Verfügung hatte, folgender Gedanke: Obwohl ich wenig habe, habe ich alles was ich brauche. Vor allem die Grundbedürfnisse sind gedeckt, der restliche Verlauf im reichen Industrieland Deutschland hängt v.a. zu 99% von mir ab.

Und diese Spende ermöglichen mir in etwas düsteren Tagen (und auch den hellen) oft zu folgender Erkenntnis: Mir geht es gut. Klar gibt es Tiefschläge, aber keine, die ich bisher nicht meistern konnte. Viele Menschen auf der Welt, v.a. in den Entwicklungsländern, geniesen dieses Privileg nicht und werden es wohl auch nicht mehr genießen dürfen.

Wer hier immer mal anfangen wollte, aber sich nie entscheiden konnte: Stichwort Effektiver Altruismus.

Viel Erfolg!

 

Bist Du wirklich unglücklich oder denkst Du nur, Du müsstest irgendwie so leben wie die anderen Frugalisten, die anscheinend glücklicher sind? Bist Du eigentlich mit Deinem Leben so wie es ist, ganz zufrieden? Oder leidest Du?

Ich finde mich ein bisschen in Deinem Beitrag wieder, ich spare auch alles weg und will so gut wie nix ausgeben, bin eher introvertiert und am liebsten zu Hause. Und eine zeitlang dachte ich, ich müsse doch mehr unternehmen, mehr mit anderen machen, weggehen, ausgehen etc. denn überall liest man ja, dass das glücklich mache....mich macht das aber nicht glücklich. Ich will ganz oft einfach nur meine Ruhe haben...und inzwischen habe ich das einfach akzeptiert. Bin halt ein wenig ein Einsiedlerkrebs :).
Ich bin damit nicht übermäßig glücklich, aber doch ziemlich zufrieden an den meisten Tagen.

Was würdest Du denn konkret ändern wollen, um glücklicher zu sein?

@florian, ich will Ihnen keinesfalls zu nahe treten, aber da Sie sehr offen Ihre Situation beschrieben haben, nehme ich den Staffelstab mal genau so auf.

ich denke, dass aufmunternde Beiträge in Ihrer Situation nur sehr eingeschränkt helfen, jedoch "Hobbypsychologie" meinerseits  gleichermaßen fehl gehen.

Würde Ihnen  raten etwas von Ihrem Erspartem ausgeben und mit professioneller Hilfe (ich weiß von was ich rede, ein enges Familienmitglied hatte, allerdings  anders gelagert, auch ein tiefe Unzufriedenheit / Ängste und kam da wirklich als anderer Mensch aus der psycholgischn Beratung raus (ca. 100 h!)) der Frage nachgehen, warum das bei Ihnen schon immer so war oder warum Sie offensichtlich unter der eigenen Situation leiden. Klar für mich: Ihr erreichtes Ziel und Ihre Unzufriedenheit (trotz erreichtem Ziel) hängen kausal nicht zusammen.  Sie schreiben selbst, das war schon immer da. Es würde sich auch nicht auflösen, wenn Sie ihre 2 Mio erreicht hätten, oder sich "zwingen" Ihren Kindern eine Kreuzfahrt zu spendieren....

Im Ergebnis werden Sie, wenn das ideal klappt, inhaltlich und wirtschaftlich genau so weiterleben können, jedoch ohne Ihre Ängste.

Organische Ursachen abgeklärt? Und sorry falls ich doch zu nahe an Sie herangetreten wäre.  Good luck!

Hallo Florian,

es ist schade, dass du trotz deines erreichten Zieles nicht so glücklich und zufrieden bist, wie du es dir erwünscht hast. In deinem Text kommt oft der Angst-Bezug.  Gab es bei dir oder bei deinen Vorfahren extreme Armut? Hungersnot etc?

Mittlerweile weiß man, dass die Gefühle von Traumata vererbt werden. Das ist Evolution. Sie sorgt dafür, dass die Nachfahren von den Erfahrungen ihrer Vorfahren profitieren. Das kann der Gebrauch von Werkzeug sein, die Erkenntnis dass man seine Hand besser nicht ins Feuer hält, aber auch die Erkenntnis, dass man sich vor bestimmten Traumata schützen kann.

Das Resultat sind Menschen, die neue Fähigkeiten in die Wiege gelegt bekomme, aber auch Ängste und man weiß dann erst mal nicht, warum bereits ein kleines Kind wasserscheu ist, panische Angst vor Ratten hat oder eben Angst hat, Geld auszugeben. Vielleicht kriegst du ja raus, woher deine Ängste kommen. Auf jeden Fall solltest du dich deinen Ängsten stellen, ob allein oder mit therapeutischer Hilfe. Mach genau das, was dir die Angst bereitet, die über das gesunde Maß hinaus geht. Mach z. B. eine unsinnige Ausgabe, unternehmt was mit euren Kindern, solange sie da sind. Die Zeit vergeht so schnell, dann haben die Kinder andere Interessen, wollen lieber was mit Freunden unternehmen statt mit den Eltern.

Sparen ist gut, aber was nutzt es, wenn man kein Ziel hat, worauf man hin arbeitet. Nur zu sagen, dass man nicht mehr arbeiten muss, ist doch kein Lebensziel. Was dann? Weiter sparen bis man in die Grube fällt?

Mein Lebensmotto ist: "Es gibt ein Leben VOR dem Tod." Es ist fatal, sich du denken, dass später alles besser wird, wenn erst mal die Schule beendet ist, wenn man volljährig ist, wenn man eine eigene Bude hat, wenn endlich WE, Urlaub, Rente ist. Und dann? Leere!? Klemm dich also dahinter und checke, was dir/euch Spaß macht. Was sind deine Interessen? Was wolltest du als Kind schon immer mal machen?

Ich habe z. B. eine bucket list. Da drauf steht u. a. eine U-Boot-Fahrt, frag mich nicht, warum. Ich will mein Abitur nachmachen, also gehe ich jetzt aufs Abendgymnasium. Ich liebe Ausgrabungen, Archäologie, Paläontologie und bin deshalb in der archäologischen Gesellschaft und konnte für kleines Geld an Lehrgrabungen teilnehmen. Ich freue mich schon riesig darauf, wenn ich mehr Zeit habe und dann öfters an Lehrgrabungen teilnehmen kann.

Übrigens, Urlaub auf einem Urlaubsdampfer ist wie Wohnsilo mit Animation und ohne die Möglichkeit, sich ausweichen zu können. Das Personal wird ausgebeutet, der Pool ist rappelvoll belagert, die Umwelt verpestet, die Showeinlagen meist drittklassig, das Gourmetessen meist mittelmäßiges Kantinenfutter, die Gäste je alkoholisierter desto ekelhafter. Und das Schlimmste: An Bord dieser Schiffe gibt es auch Verbrechen. Diebstahl ist dabei noch harmlos. Es verschwinden immer wieder Menschen, die nicht besoffen oder suizidal über Bord gegangen sind:

 Immer wieder gehen Passagiere über Bord - nicht nur durch Unfälle - und manche bleiben verschwunden. Der Strafrechtler und TV-Anwalt Alexander Stevens geht sogar so weit, das Kreuzfahrtgeschäft als "ein Eldorado für Mordgetriebene" zu beschreiben. ... "Besorgniserregend ist jedoch, dass es in rund 30 Prozent aller Fälle keinen Anhaltspunkt gibt, was mit den Passagieren geschehen sein könnte", sagt Klein.

Quelle: https://www.merkur.de/reise/kreuzfahrt-albtraum-warum-viele-passagiere-kreuzfahrten-mysterioese-weise-verschwinden-zr-10137058.html

Vielleicht kannst du so deine Kinder überzeugen, dass es wirklich bessere, umweltverträglichere und gesündere Arten gibt, seine Ferien zu verbringen.

 

 

Hallo allerseits,

Vielen herzlichen Dank für die zahlreichen freundlichen Antworten. Das freut mich wirklich sehr!

@amin : Mit den Kindern unternehme ich eigentlich recht viel. Wir fahren jeden Samstag mit dem Fahrrad in die Bibliothek, auch mal ein Eis essen, machen Fahrradtouren und baden im Sommer im See oder Schwimmbad. Ich habe nicht so viele Tätigkeiten, die mir mit den Kindern super Spaß machen, aber das ist ja ohnehin das Problem, das ich da wenige Sachen habe in Richtung Hobby oder so.

@lex : Glückwunsch zu den Immobilien - da kann man in den letzten 10 Jahren ja kaum was falsch gemacht haben. 🙂 Ich will mich da auch mal rantrauen, aber die Vorstellung, mit Mietern zu tun zu haben behagt mir nicht. Ob sich bei mir emotional was ändert wenn ich wirklich die 7 Stellen habe, werde ich vermutlich noch erleben. Das würde mich aber überraschen.

@slab : Spenden habe ich auch überlegt. Hier wird die Widersprüchlichkeit meiner Haltung für mich auch besonders deutlich. Spenden ist für mich erstmal widersinnig, denn wenn ich mein Geld aus Angst schon nicht selbst für mich ausgeben kann, dann doch erst recht nicht für andere. Auf der anderen Seite ist mir natürlich völlig klar, das wir hier in D ja abgesichert sind wie sonstwas und wir natürlich spenden sollte, wenn es einem finanziell so gut geht! Ich werde es mal ausprobieren.

@uhuohnehu : Ja, das kenne ich gut. Mir ist auch erst vor ca 5 Jahren so richtig klar geworden, wie introvertiert ich eigentlich bin. Das ist für mich inzwischen in Ordnung. Ich geh z.B. überhaupt nicht gerne in Restaurants, das fand ich schon immer furchtbar. Meetings im Beruf sind auch grenzwertig. Irgendwann kommt immer: "Nun sagt doch auch mal was"... ;-).

@absprung_2020 : Nein, sie treten mir nicht zu nahe. Das ist tatsächlich etwas, über das ich schon lange nachdenke. Mal einen Therapeuten aufzusuchen. Ich bin mir recht sicher, das das etwas zwanghaftes ist, aus dem ich auch mit 2 oder 3 oder 5 Millionen nicht allein rauskomme. ich scheue davor zurück, weil mir Therapeuten etwas unheimlich sind und ich da nicht an "den falschen" geraten möchte. Außerdem habe ich sorgen, das ich dann stigmatisiert werde (falls es "rauskommt").

@moya : Vielen dank für Deine ausführlichen Gedanken. Nein, Hungersnöte o.ä. sind mir nicht bekannt. Checken was mir Spaß macht, ja, das ist es ja gerade, das ist eben einfach nicht viel. Sport hat mir früher viel Spaß gemacht, ich konnte wirklich sehr gut Volleyball spielen, das mache ich auch immer noch - aber man wird halt älter und immer schlechter und die Knie machen auch nicht mehr so mit. Aber sonst? Zählt fernsehen & Bücher lesen? ;-).
Eine Kreuzfahrt werde wir sicher nie machen, das finde ich auch aus vielen rationalen Gründen unmöglich.

 

 

Klar gehört Bücherlesen dazu. Das ist doch eine tolle Sache.

Ich habe zwar immer noch nicht rausbekommen, woher das Unglücklichsein kommt, mit der Kohle hängt es aber offensichtlich nicht zusammen.

Gewisse Dinge der eigenen Persönlichkeit sollte man mit 45 einfach akzeptieren. Wenn man introvertiert ist, das ist man es eben, na und?

Andere Dinge, wenn diese einen stören, lassen sich aber durchaus ändern, zB durch einen guten Coach.

Das Problem scheint aber wirklich tiefer zu stecken, wenn ich mir zB die Ausführungen zu den Kindern durchlese. Wieso bekommt jemand 3 Kinder wenn ihm das nicht so richtig Spaß macht und erfüllt? Ich war gestern mit meinem Sohn einige Stunden im Schwimmbad und wir sind bestimmt 30 mal gerutscht. Einfach klasse!

Das mit den Kindern hat sich eher so ergeben. Nicht viel drüber nachgedacht. Sie sind auch sicher kein Faktor, der meinem Glück im Wege steht. Ich finde es gut, Kinder zu haben und sich machen mich auch stolz und glücklich (sie sind z.B. alle sehr gut in der Schule, und viel selbstbewusster als ich das ja war). Und ich rutsche auch mit ihnen oft und gerne Wasserrutsche (sofern sie das noch wollen, denn langsam werden sie größer, das ist denen das dann irgendwann "peinlich" ... 😉

 

Das klingt ja schon ganz anders! 😀

Kinder werden sicher nicht unser Glück zeigen. Mehr oder weniger werden sie schnell erwachsen und wir alte ... wichtig ist auch danach ein erfülltes Leben zu haben. Handwerk war auch bei dir ein Ding. Wieso nicht mit alte Immobilien anfangen und jedes mal eine langsam in Schuss bringen?

@aminn : Deinen Satz "Kinder werden sicher nicht unser Glück zeigen" verstehe ich vielleicht nicht ganz. Ich glaube auch nicht, dass man, wenn man Kinder hat, auf jeden Fall glücklich wird (wenn er so gemeint ist). Mein Beispiel zeigt das ja. Für mich waren Kinder kein absolutes "Muss" in der Lebensplanung (wobei ich aber auch nie eine richtige Lebensplanung hatte). Aus meiner Sicht kann man bestimmt auch ohne Kinder ein (un)glücklicher Mensch sein und ein (un)glückliches Leben führen. Hinsichtlich des Erreichens der finanziellen Freiheit sind sie unter dem Strich eher hinderlich, da sie zumindest moderat kostensteigernd wirken.

Genau so war es gemeint, die werden einem nicht unbedingt glücklich machen, hast du den Beitrag auch bis Ende gelesen? Handwerkliche Arbeit gibt einem aber meistens das Gefühl, was richtig geschafft zu haben. Mir ist es meist so mindestens!

Alex Fischer sagt:

https://youtu.be/cHgH9NW9Aes

Sadhguru sagt:

https://youtu.be/ChTnwpkCMhg

https://youtu.be/H3j4xjhE0Y8

 

3 Tage Woche. Teilzeitarbeit.
Zitat von 49er am 8. Januar 2020, 18:36 Uhr

Alex Fischer sagt:

https://youtu.be/cHgH9NW9Aes

Sadhguru sagt:

https://youtu.be/ChTnwpkCMhg

https://youtu.be/H3j4xjhE0Y8

 

 

Das ist ein guter Hinweis. Der Sadhguru hat einige Dinge übers Leben wirklich begriffen und kann sie mit einfachen Worten sehr charmant erklären. Ich habe auch sein Buch gelesen:

Inner Enginnering: A Yogi's Guide To Joy

Das kann ich wirklich nur wärmstens empfehlen. Das, was wir "Glück" nennen, hängt nicht so sehr von äußeren Umständen ab sondern viel mehr von inneren. Und niemand außer man selbst hat die Verantwortung für das eigene Innere.

Zitat von Florian am 6. Januar 2020, 10:39 Uhr

Wenn ich Leute vom Frugalismus und cleverem Konsum erzählen möchte, beisse ich mit deswegen meistens lieber auf die Zunge. Ich kann ja nicht etwas propagieren, dass ich zwar richtig finde, dass aber zumindest mich gar nicht glücklich macht, jedenfalls bisher nicht.

Es ist ja auch schlichtweg falsch, dass Frugalismus automatisch auch für jeden Glück bedeutet? Es gibt Menschen, die leben von sich aus schon frugal, weil es einfach ihre Lebenseinstellung ist und die sind damit natürlich auch glücklich. Es gibt andere, die leben nur frugal, um ein bestimmtes Ziel wie die finanzielle Freiheit zu erreichen - und sie sind bereit, in gewissem Maße den "Preis" aus ihrer Sicht dafür zu bezahlen. Und es gibt natürlich Menschen, die den Konsum vorgelebt bekommen haben und ihn weiterleben, und später durch Seiten wie die von Oliver dazu kommen, und entdecken, dass es für sie persönlich besser/glücklicher ist. Usw., gibt viele Möglichkeiten. Der Frugalismus hat auch nicht grundsätzlich die finanzielle Freiheit als Ziel.

Wenn ich es deinem Post richtig entnehme, hast du immer frugal gelebt und auch die finanzielle Freiheit erreicht, ohne dass das dein grosses Ziel war und ohne, dass dich letzteres jetzt überglücklich macht. Nur, warum sollte es in deinem Fall? Weil für die Mehrheit Frugalismus und finanzielle Freiheit zusammengehört und es sie glücklich macht, das zu erreichen?

Bitte versteh mich nicht falsch, es ist doch super, was du in deinem Leben schon erreicht hast und ein guter Vater scheinst du auch zu sein, das finde ich klasse. Aber du wirkst nun so ein wenig verloren, du hast in unserer Gesellschaft eine seltene Einstellung/Persönlichkeit und hast dazu etwas sehr seltenes geschafft - aber deshalb kommen nicht automatisch jetzt dauerhafte Glücksgefühle. Glücklich(er) wirst du, wenn du etwas tust, woran du Freude hast, was dich glücklich macht. Die finanzielle Freiheit gibt dir die Möglichkeit das zu tun, aber sie selbst bringt dir nicht einfach so das Glück.

Du bist unabhängig von allem, du brauchst dir auch keinen Kopf mehr über Meetings oder Restaurantbesuche machen, du musst ja nicht mehr hin und das finde ich völlig i.O..

Aber welches Handeln und Tun dich glücklich macht, das weisst nur du. Wenn du dich gern in Ruhe zurückziehst und liest, ist doch schonmal was gutes. Und zu allem anderen kann man nur sagen: probiere einfach alles mal aus, was dir so in den Sinn kommt. Das heisst nicht zwangsweise, dass du jetzt anfangen musst, viel Geld auszugeben und zu konsumieren. In ganz andere Kulturen, sprich andere Kontinente, zu reisen verschafft einem oft interessante Einblicke. Ist ggf. mit den Kindern jetzt nicht so einfach umsetzbar, weiss ich nicht. Vielleicht ist reisen auch nichts für dich. Wenn Sport/Handwerk erstmal raus ist, ggf. eigener Garten / Haus in anderer Umgebung, ggf. was mit Tieren, ggf. was soziales, da kann man jetzt nur Ideen äussern. Je nach Alter der Kinder gehen ja auch grosse Rad-/Wandertouren falls das interessant ist, einmal zur Zugspitze und hoch z.B.

Also Fazit: Tu Dinge, die dich glücklich machen. Die finanzielle Freiheit gibt dir nur grosse Möglichkeiten zum Glück, sie selbst ist es nicht.

Sollte aber dein Sparzwang so stark sein, dass du jegliche kleinste Ausgaben für persönliche Aktivitäten deshalb streichst, oder du lieber Zeit in Arbeit investierst um für einen "späteren Fall" mehr Geld auf der hohen Kante zu haben anstatt für dich selbst, dann solltest du in der Tat über deinen Schatten springen und eine entsprechende Hilfe aufsuchen. So "extrem" liest sich dein Posting aber nicht.?

@amin : Doch ich habe schon zu Ende gelesen, es dann aber vergessen ... 😉

Nein, Handwerken bringt bei mir nichts. Ich habe z.B. mal ein Baumhaus für die Kinder gebaut. Obwohl es gut geworden ist und viel genutzt wird/wurde, hat es mich von Anfang bis Ende nur abgestresst, das zu bauen. War leider bei allen Handwerk-Projekten bisher so. Tja, schade.

@49er : Vielen Dank für die YouTube Videos. Von Alex Fischer bekomme ich derzeit viel Werbung auf YouTube zu sehen, der scheint dort ja ein grosses Rad zu drehen. Seine Art liegt mir nicht so. Aber was er sagt, finde ich dennoch nachvollziehbar.

Ich betrachte Achtsamkeit und Meditation als meinen Schlüssel zum Glück. Vielleicht ist das auch was für Dich. Jon Kabat-Zinn ist ein guter Einstieg.

https://www.youtube.com/watch?v=yNi5m14QMFU

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