FIRE und die Auswirkungen auf die eigenen Kinder
Zitat von Freiheitserfuellung am 7. Juni 2026, 9:49 UhrHallo und guten Morgen allen,
ich bin auf dieses Forum gestoßen und möchte euch meine Story vorstellen:
44 Jahre, 3 Kinder, genervt im Job seit Jahren und immer der Gedanke wie lange macht man das noch... aber es ist halt der vielbesagte "goldene Käfig" -
Durch Glück und konsequente Sparquote habe ich es zu einem aktuellen Vermögen von rund 3 Mio ohne Einberechnung einer selbst genutzten (Haus - will heißen eine Vergrößerung wird wohl nie mehr im Leben benötigt) Immobilie gebracht. (60% Aktien und Fonds und 40% Immo in einer A Stadt in DE)
Was aber wie wohl bei vielen immer noch nicht heißt das man sorgenfrei ist....
So sehr ich es drehe und wende, ich komme immer wieder zu dem Schluss finanziell sollte alles sicher reichen. Aber ich bin da wohl ein Angsthase.
Ein Hauptproblem ist wohl tatsächlich das es niemanden gibt mit dem man über so eine Situation reden kann - es wäre absurd eine solche Situation im Sportverein etc anzusprechen und Selbsthilfegruppen für sowas gibt es wohl nicht. Im Bekanntenkreis gibt es auch niemanden der annähernd in ähnlicher Situation wäre.
Tatsächlich habe ich es geschafft das das monatliche Einkommen die letzten Jahre durch "sonstiges" (KAP und Vermietung) größer ist als das Einkommen als Angestellter. Das war mir damals ein wichtiger Meilenstein und immer wenn ich rechne komme ich zu dem Schluss das Entnahmen nur nötig wären um einen Teil des Einkommens als Angestellter zu kompensieren oder ggf. mal einen Leerstand temporär auszugleichen etc. Das würde bedeuten eine Entnahmequote von 1-2 %
Was hindert mich bisher den Job aufzugeben: Er macht mir weder Freude noch gibt es mir soziale Kontakte. Trotzdem gibt es schichtweg eine Struktur in den Tag alleine dadurch das man sich "Aufgaben" ansehen muss von denen man aber weiß das sie einen "keine Freude" bringen. Aber die Auseinandersetzung oder auch ein Streit mit dem Chef macht mir tatsächlich Freude, ich mag es konstruktiv zu Streiten und Gegenargumente auszutauschen und sehe darin immer eine Herausforderung. (und klar damit steht man auf der Abschussliste, bzw. das wird definitiv nicht gerne gesehen, und kein Chef mag wohl das man damit seine Zeit verbringt) - Und zu guter Letzt man hat immer eine Antwort auf die Frage was man so macht.
Aber der größte Punkt die Kinder: aktuell im Gymnasium denke ich man wird die nächsten 5-10 Jahre noch eng verbunden leben (je nach dem ob sie hier studieren und dann ggf. zuhause bleiben) bevor wohl ein anderer Lebensabschnitt ohne Kinder eintritt (an dem Punkt würde ich den Job definitiv hinschmeißen denke ich)
Den Lebensstandard für die Kinder sehe ich für die nächsten 10 Jahre die relevant sind als gesichert an, wir leben schon großzügig, "mehr" Luxus braucht es absehbar nicht. Danach brauch man ja definitiv eher weniger Geld.
Wie erklärt man seinen Kindern "habe FIRE" ohne das dies einen "negativen" Einfluss auf ihre "Berufsmotivation" hat. Gerade je älter Kinder werden denke ich das sie sehr genau verstehen wenn eine "Nebenbeschäftigung" nur als Alibi Job dient und vor allem erkennen sie genau das die "Nebenbeschäftigung" nur ein weniger qualifizierter Beruf ist. Ich habe bereits seit Jahren angefangen den Kindern beizubringen das die "Verwaltung" auch "Arbeit Zeit und Mühe" ist
Ich hätte große Lust eine Menge anderes auszuprobieren, erkenne aber auch das man ohne Vitamin B als "ungelernter" in den Bereich nicht reinkommt, man hier in DE gefühlt kaum Chancen außerhalb eines engen Rahmens hat. Und eine neue Ausbildung tue ich mir definitiv nicht mehr an.
Die Krankenkasse wäre wohl bei vielen ein weiteres Thema, aber diese wäre über GKV und MidiJob der gesichert ist, gesichert.
Vielleicht gibt es hier ja sogar jemanden der FIRE mit Teenagern aktiv lebt und Erfahrungen teilen kann.
Viele Grüße und schönen Sonntag Freiy
Hallo und guten Morgen allen,
ich bin auf dieses Forum gestoßen und möchte euch meine Story vorstellen:
44 Jahre, 3 Kinder, genervt im Job seit Jahren und immer der Gedanke wie lange macht man das noch... aber es ist halt der vielbesagte "goldene Käfig" -
Durch Glück und konsequente Sparquote habe ich es zu einem aktuellen Vermögen von rund 3 Mio ohne Einberechnung einer selbst genutzten (Haus - will heißen eine Vergrößerung wird wohl nie mehr im Leben benötigt) Immobilie gebracht. (60% Aktien und Fonds und 40% Immo in einer A Stadt in DE)
Was aber wie wohl bei vielen immer noch nicht heißt das man sorgenfrei ist....
So sehr ich es drehe und wende, ich komme immer wieder zu dem Schluss finanziell sollte alles sicher reichen. Aber ich bin da wohl ein Angsthase.
Ein Hauptproblem ist wohl tatsächlich das es niemanden gibt mit dem man über so eine Situation reden kann - es wäre absurd eine solche Situation im Sportverein etc anzusprechen und Selbsthilfegruppen für sowas gibt es wohl nicht. Im Bekanntenkreis gibt es auch niemanden der annähernd in ähnlicher Situation wäre.
Tatsächlich habe ich es geschafft das das monatliche Einkommen die letzten Jahre durch "sonstiges" (KAP und Vermietung) größer ist als das Einkommen als Angestellter. Das war mir damals ein wichtiger Meilenstein und immer wenn ich rechne komme ich zu dem Schluss das Entnahmen nur nötig wären um einen Teil des Einkommens als Angestellter zu kompensieren oder ggf. mal einen Leerstand temporär auszugleichen etc. Das würde bedeuten eine Entnahmequote von 1-2 %
Was hindert mich bisher den Job aufzugeben: Er macht mir weder Freude noch gibt es mir soziale Kontakte. Trotzdem gibt es schichtweg eine Struktur in den Tag alleine dadurch das man sich "Aufgaben" ansehen muss von denen man aber weiß das sie einen "keine Freude" bringen. Aber die Auseinandersetzung oder auch ein Streit mit dem Chef macht mir tatsächlich Freude, ich mag es konstruktiv zu Streiten und Gegenargumente auszutauschen und sehe darin immer eine Herausforderung. (und klar damit steht man auf der Abschussliste, bzw. das wird definitiv nicht gerne gesehen, und kein Chef mag wohl das man damit seine Zeit verbringt) - Und zu guter Letzt man hat immer eine Antwort auf die Frage was man so macht.
Aber der größte Punkt die Kinder: aktuell im Gymnasium denke ich man wird die nächsten 5-10 Jahre noch eng verbunden leben (je nach dem ob sie hier studieren und dann ggf. zuhause bleiben) bevor wohl ein anderer Lebensabschnitt ohne Kinder eintritt (an dem Punkt würde ich den Job definitiv hinschmeißen denke ich)
Den Lebensstandard für die Kinder sehe ich für die nächsten 10 Jahre die relevant sind als gesichert an, wir leben schon großzügig, "mehr" Luxus braucht es absehbar nicht. Danach brauch man ja definitiv eher weniger Geld.
Wie erklärt man seinen Kindern "habe FIRE" ohne das dies einen "negativen" Einfluss auf ihre "Berufsmotivation" hat. Gerade je älter Kinder werden denke ich das sie sehr genau verstehen wenn eine "Nebenbeschäftigung" nur als Alibi Job dient und vor allem erkennen sie genau das die "Nebenbeschäftigung" nur ein weniger qualifizierter Beruf ist. Ich habe bereits seit Jahren angefangen den Kindern beizubringen das die "Verwaltung" auch "Arbeit Zeit und Mühe" ist
Ich hätte große Lust eine Menge anderes auszuprobieren, erkenne aber auch das man ohne Vitamin B als "ungelernter" in den Bereich nicht reinkommt, man hier in DE gefühlt kaum Chancen außerhalb eines engen Rahmens hat. Und eine neue Ausbildung tue ich mir definitiv nicht mehr an.
Die Krankenkasse wäre wohl bei vielen ein weiteres Thema, aber diese wäre über GKV und MidiJob der gesichert ist, gesichert.
Vielleicht gibt es hier ja sogar jemanden der FIRE mit Teenagern aktiv lebt und Erfahrungen teilen kann.
Viele Grüße und schönen Sonntag Freiy
Zitat von TakeTwo am 7. Juni 2026, 12:24 UhrProbiere es mit einem Sabbatical und oder Teilzeit. Dann bist Du noch in der Firma, noch im System, kann man den Kindern (und auch der Umgebung) gut vermitteln.
Probiere es mit einem Sabbatical und oder Teilzeit. Dann bist Du noch in der Firma, noch im System, kann man den Kindern (und auch der Umgebung) gut vermitteln.
Zitat von Muslime_Frugi am 7. Juni 2026, 12:32 UhrZum Thema „(…) wie erklärt man Kinder habe FIRE(…)“
Erlärt ihr Modelle wie ALG und KV Optimierung? Meint ihr sie haben Antennen und fragen danach. Oder einfach heimlich machen und moralisch gut erziehen?
Zum Thema „(…) wie erklärt man Kinder habe FIRE(…)“
Erlärt ihr Modelle wie ALG und KV Optimierung? Meint ihr sie haben Antennen und fragen danach. Oder einfach heimlich machen und moralisch gut erziehen?
Zitat von Freiheitserfuellung am 7. Juni 2026, 13:44 UhrZitat von Muslime_Frugi am 7. Juni 2026, 12:32 UhrZum Thema „(…) wie erklärt man Kinder habe FIRE(…)“
Erlärt ihr Modelle wie ALG und KV Optimierung? Meint ihr sie haben Antennen und fragen danach. Oder einfach heimlich machen und moralisch gut erziehen?
Das würde ich definitiv nicht tun - dazu sind diese Themen zu "stigmatisiert" - ALG steht meiner Meinung nach jedem zu der eingezahlt hat - dennoch wird es in der Gesellschaft als verwerflich gesehen wenn diese Zeit als "Fallschirm" in Anspruch genommen wird.
Und KV Optimierung würde ich ebenfalls nicht ansprechen, auch das wird ja ähnlich gesehen. Aber im gleichen Zug lebt der Staat vor wie er selbst KV Optimierung betreibt um Kosten zu sparen: Stichwort für Bürgergeldempfänger zahlt der Staat nur ich glaube es waren 155 Euro Beitrag, des Fehlbetrag müssen und sollen alle anderen Einzahler ausgleichen und übernehmen. Dabei wäre es seine Pflicht des Staates für die Menschen die eben in Bürgergeld Notstatus sind auch den KV Beitrag nach tatsächlichen Kosten zu übernehmen.
Zitat von Muslime_Frugi am 7. Juni 2026, 12:32 UhrZum Thema „(…) wie erklärt man Kinder habe FIRE(…)“
Erlärt ihr Modelle wie ALG und KV Optimierung? Meint ihr sie haben Antennen und fragen danach. Oder einfach heimlich machen und moralisch gut erziehen?
Das würde ich definitiv nicht tun - dazu sind diese Themen zu "stigmatisiert" - ALG steht meiner Meinung nach jedem zu der eingezahlt hat - dennoch wird es in der Gesellschaft als verwerflich gesehen wenn diese Zeit als "Fallschirm" in Anspruch genommen wird.
Und KV Optimierung würde ich ebenfalls nicht ansprechen, auch das wird ja ähnlich gesehen. Aber im gleichen Zug lebt der Staat vor wie er selbst KV Optimierung betreibt um Kosten zu sparen: Stichwort für Bürgergeldempfänger zahlt der Staat nur ich glaube es waren 155 Euro Beitrag, des Fehlbetrag müssen und sollen alle anderen Einzahler ausgleichen und übernehmen. Dabei wäre es seine Pflicht des Staates für die Menschen die eben in Bürgergeld Notstatus sind auch den KV Beitrag nach tatsächlichen Kosten zu übernehmen.
Zitat von exitus2022 am 7. Juni 2026, 14:17 UhrRückfrage: Was ist Dein "ErziehungsZIEL"?
Sollen die Kleinen gefügige Hamsterradstrampler werden?
Oder lernen, wie sie ihr Leben SELBER gestalten können?
ggfs. mit der Notwendigkeit, zwischen (zukünftigen) Freiheiten und (sofortigem) Konsum eine (bewusste!) Wahl bzw. Gewichtung zu treffen... mit langfristigem VORAUSdenken ...
Rückfrage: Was ist Dein "ErziehungsZIEL"?
Sollen die Kleinen gefügige Hamsterradstrampler werden?
Oder lernen, wie sie ihr Leben SELBER gestalten können?
ggfs. mit der Notwendigkeit, zwischen (zukünftigen) Freiheiten und (sofortigem) Konsum eine (bewusste!) Wahl bzw. Gewichtung zu treffen... mit langfristigem VORAUSdenken ...
Zitat von Freiheitserfuellung am 7. Juni 2026, 14:44 UhrIch sehe deinen Punkt, und natürlich zweiteres, aber dazu gehört sicherlich auch erstmal die Erfahrung des Hamsterrades
Ich sehe meine Zeit im Hamsterrad nicht als schlecht, solange sie nicht 40 Jahre geht, bzw. ich bereue sie auch nicht.
Dein Gedanke bekräftigt mich im Grunde darin das ich ihnen bestimmte Dinge aufzeige wie sie ihr Leben selbst gestalten können (z.B. haben sie seit der Grundschule schon ein eigenes Depot in dem sie selbst entscheiden was die Kaufen oder mit dem Geld auch machen können was sie wollen)
Aber das Verständnis wann ein "richtiger" Zeitpunkt für den Wechsel aus Hamsterrad zu FIRE ist kann ein Teenager oder auch junger Erwachsener glaube ich nur richtig verstehen wenn er selbst mal drin war. Ansonsten sehe ich die Gefahr das der junge Mensch sagt, super warum nicht gleich früher bzw. warum überhaupt 🙂 überspitzt gesagt.
Steuerlich würde ich denen auch gerne 6 Stellig ins Depot schieben, aber das geht ja leider nur dann mit der Folge das sie ab 18 vollen eigenen Zugriff drauf haben....
Ich sehe deinen Punkt, und natürlich zweiteres, aber dazu gehört sicherlich auch erstmal die Erfahrung des Hamsterrades
Ich sehe meine Zeit im Hamsterrad nicht als schlecht, solange sie nicht 40 Jahre geht, bzw. ich bereue sie auch nicht.
Dein Gedanke bekräftigt mich im Grunde darin das ich ihnen bestimmte Dinge aufzeige wie sie ihr Leben selbst gestalten können (z.B. haben sie seit der Grundschule schon ein eigenes Depot in dem sie selbst entscheiden was die Kaufen oder mit dem Geld auch machen können was sie wollen)
Aber das Verständnis wann ein "richtiger" Zeitpunkt für den Wechsel aus Hamsterrad zu FIRE ist kann ein Teenager oder auch junger Erwachsener glaube ich nur richtig verstehen wenn er selbst mal drin war. Ansonsten sehe ich die Gefahr das der junge Mensch sagt, super warum nicht gleich früher bzw. warum überhaupt 🙂 überspitzt gesagt.
Steuerlich würde ich denen auch gerne 6 Stellig ins Depot schieben, aber das geht ja leider nur dann mit der Folge das sie ab 18 vollen eigenen Zugriff drauf haben....
Zitat von Muslime_Frugi am 7. Juni 2026, 16:26 Uhr@freiheitserfuellung
du hast schon recht. Die Sozialsysteme haben einen Kipppunkt erreicht und ihre Akzeptanz verloren.
Von unten vom Bürgergeldempfänger, vom Armutsmigrant und von denen „da oben“ wie von dir und vielen anderen.
Letztendlich kann man den Menschen höchstens moralisch ins Gewissen appellieren. Ökonomisch handeln alle entlang der gesellschaftlichen Schichten rational. Rationaler als die, welche die Gesetzte und Regeln machen, ausführen, verteidigen und die Schwachpunkte negieren.
Würdest du mir empfehlen meine moralisch festgefahrene Haltung aufzugeben?
In nicht mal 2 Jahren (könnte ich auf einer Arschbacke absitzen) könnte ich mit Dispo 2 ALG Jahre „abgreifen“. Danach kommen verschiedene AV Bausteine die ich steuergünstig in der kurzen Privatierphase auszahlen lassen könnte. Sounds like a plan, oder?
Würdest du mir dazu raten?
du hast schon recht. Die Sozialsysteme haben einen Kipppunkt erreicht und ihre Akzeptanz verloren.
Von unten vom Bürgergeldempfänger, vom Armutsmigrant und von denen „da oben“ wie von dir und vielen anderen.
Letztendlich kann man den Menschen höchstens moralisch ins Gewissen appellieren. Ökonomisch handeln alle entlang der gesellschaftlichen Schichten rational. Rationaler als die, welche die Gesetzte und Regeln machen, ausführen, verteidigen und die Schwachpunkte negieren.
Würdest du mir empfehlen meine moralisch festgefahrene Haltung aufzugeben?
In nicht mal 2 Jahren (könnte ich auf einer Arschbacke absitzen) könnte ich mit Dispo 2 ALG Jahre „abgreifen“. Danach kommen verschiedene AV Bausteine die ich steuergünstig in der kurzen Privatierphase auszahlen lassen könnte. Sounds like a plan, oder?
Würdest du mir dazu raten?