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Finanzielle Sicherheit

Hallo zusammen,

bei der Aktualisierung meiner Excelmatrix ist mir vor ein paar Tage aufgefallen, das meine Kennzahlen welche ich früher für mich als finanzielle Ziele ausgeben habe, erreicht sind. Ich empfinde mich aber nicht als finanziell frei. Ich bin mir unsicher.

Für mich habe ich eine neue Kennzahl eingeführt. Die finanzielle Sicherheit. Ich habe diese aus der konstuktiven Auslegung von Stahlteilen geliehen. Hier werden technische Funktionen mit Sicherheiten ausgelegt um eine sichere Funktion über die Lebensdauer zu gewährleisten.

Finanzielle Sicherheit = Jahreseinkommen / Jahresausgaben. Beim Faktor 2 (also dem doppelten verfügbaren Einnahmen) fühle ich mich sicher.  Wie das Jahreseinkommen zusammen kommt spielt erst mal keine Rolle. Wichtig für mich ist das wenn ich eine Einkommensquelle aufgebe, die anderen immer noch die Kennzahl 2 ergeben.

Wollte meinen für mich neuen Ansatz mit euch teilen.

 

Liebe Grüße

 

Lex

Zitat von Lex am 1. Januar 2020, 19:20 Uhr

Ich empfinde mich aber nicht als finanziell frei. Ich bin mir unsicher.

Für mich habe ich eine neue Kennzahl eingeführt.

Bist du sicher, dass du dich beim Erreichen der neuen Kennzahl dann anders fuehlst? Ich kann aus meiner Erfahrung sagen, dass sich dann vielleicht die erwarteten Ausgaben erhoehen oder aehnliches. Absolute Sicherheit gibt es nicht, und es ist natuerlich ein gewoehnungsbeduerftiges Gefuehl, wenn man dem Kapitalmarkt ausgeliefert ist. Noch schwieriger finde ich es, wenn man vom Kapitalverzehr lebt, was ja eigentlich sinnvoll ist. Dann kommt zusaetzlich das "Erlebensrisiko", sprich am Ende des Geldes ist noch Leben uebrig.

 

Oliver tut im Grunde nichts anderes, nur liegt sein Faktor bei 1. Wenn er seine 4xxT€ zusammen hat, ist sein Sicherheitsbedürfnis befriedigt. Ist aber ein gutes Beispiel dafür, dass das Sicherheitsbedürfnis subjektiv unterschiedlich ausfällt. Ich selbst bin an einem ähnlichen Punkt wie Du, Lex, weil ich nämlich vor ~10-12 Jahren mal Ziele formuliert habe, die ich mittlerweile erreicht habe. Die Interpretation ist aber wieder eine andere als bei Dir - ich definiere mich nämlich schlicht und ergreifend als FI, weil ich weiter bin, als ich vor 10 Jahren sein wollte.

Ich könnte jetzt natürlich meine Ziele anpassen, woraus wieder eine finanzielle Unsicherheit resultieren würde, habe aber eine andere Konsequenz gezogen, weil es - zumindest aus meiner Sicht - keine absolute, endgültige Definition von Sicherheit gibt. Ergo habe ich den Stand X 2019 als Untergrenze/worst case definiert, alles was jetzt kommt, ist Zugabe.

In diesem Sinne (und weil ich ihn vor ein paar Tagen erst noch live gesehen habe):

https://www.youtube.com/watch?v=PciJreaXQH4

 

@Peter45

Mir hat die Betrachtung gefehlt. Derzeit ist mein Faktor mit der angestellten Tätigekeit bei 3,7 und ohne meine angestellte Tätigkeit bei 2,05. Ich habe also auch die neue Kennzahl bereits erreicht. Erklären kann ich es nicht genau, aber mit der neuen Betrachtung habe ich in mir Ruhe. Ich habe kein Kapitalverzehr dabei (Mieten, Dividenden und meine selbstständige Tätigkeit und derzeit noch meine angestellte Tätigkeit)

@mfz73

nix kann man mitnehmen 🙂  Stimmt ganz sicher.

 

 

 

Zitat von Lex am 2. Januar 2020, 7:27 Uhr

@Peter45

Mir hat die Betrachtung gefehlt. Derzeit ist mein Faktor mit der angestellten Tätigekeit bei 3,7 und ohne meine angestellte Tätigkeit bei 2,05. Ich habe also auch die neue Kennzahl bereits erreicht. Erklären kann ich es nicht genau, aber mit der neuen Betrachtung habe ich in mir Ruhe.

Schoen, dann sind das fuer dich wohl die korrekten Zahlen!

Ich zweifel manchmal, wie/ob das Geld im Alter reichen wird, wenn neben weniger Energie fuer Pfennigfuchserei auch teure Pflege dazu kommen kann.

Insgesamt fuehle ich mich unglaublich priviligiert. Das 19 Jahre (nicht uebermaessig harte oder talentreiche) Arbeit fuer das ganze Leben ausreicht, ist eigentlich unglaublich.

nix kann man mitnehmen 🙂  Stimmt ganz sicher.

Man nennt das auch "Bayrisches Testament":

Alles versoffen, nix verschenkt, dass ist das schoenste Testament.

oder "Das letzte Hemd hat keine Taschen".

 

Man sollte das eben nicht zu sehr auf Kante nähen. Bei mir ist das auch mehrfach abgesichert. 100% Sicherheit gibt es dennoch nicht. Dafür gibt es in meiner Familie leider in der Historie einige Beispiele. Irgendwann muß man aber einfach den Schritt gehen oder eben immer weiter arbeiten.

 

Insgesamt fuehle ich mich unglaublich priviligiert. Das 19 Jahre (nicht uebermaessig harte oder talentreiche) Arbeit fuer das ganze Leben ausreicht, ist eigentlich unglaublich.

Da siehst du mal, was andere so ausgeben und was möglich ist. Leider sind die meisten was Finanzfragen angeht, völlig undiszipliniert und ungebildet.

Zitat von Privatier am 2. Januar 2020, 10:00 Uhr

Da siehst du mal, was andere so ausgeben und was möglich ist. Leider sind die meisten was Finanzfragen angeht, völlig undiszipliniert und ungebildet.

Hmm, ich glaube, dass da sehr viel Glueck im Spiel ist. Nicht Glueck im Sinne von Lottogewinn (ich spiele auch nicht mit), sondern im Sinne von eigentlichen zufaelligen Entscheidungen, die sich spaeter als sehr lukrativ herausstellen. Berufswahl, Aktien, Wohnort, Hobbies ...

Dass ich Geld und Wirtschaft interessant finde und es auch ein Hobby ist, ist nicht antrainiert, sondern fuer mich Zufall. Genausogut koennte ich Pferdedressur als Hobby haben. Nur waehre das eine grosse Geldsenke statt Quelle.

Bei der Berufswahl zweifelte ich zwischen Informatik-Studium oder dem Handwerk des Instrumentenbauers. Es wurde dann Informatik, aber es war eine knappe Entscheidung.

Auch hier gibt es Survivor-Bias: von denen, die nicht soviel finanzielles Glueck gehabt haben, hoert man wenig.

Naja, als du dir überlegtest, welchen Beruf du wählen würdest, hattest du ja wohl kaum erwartet, als Instrumentenbauer viel Geld zu verdienen, oder?

Klar gehört auch Glück dazu. Bei mir waren aber alle wesentlichen Entscheidungen bewusst gewählt und deshalb bereue ich auch keine.

Dass ich Informatik studieren würde, war mit 16 klar (und damals noch eher ungewöhnlich), dass ich nicht als ITler enden wollte mit Anfang 20 (deshalb habe ich ordentlich Gas gegeben im Studium und habe bei einer großen Beratung angefangen). Und Ziel Berufsausstieg mit Mitte / Ende 40 war mit Anfang 20 gesetzt.

Die meisten haben keine Ziele und wissen nicht wo sie hinwollen. Dann wird das auch nichts.

Zitat von Privatier am 2. Januar 2020, 9:57 Uhr

Man sollte das eben nicht zu sehr auf Kante nähen. Bei mir ist das auch mehrfach abgesichert. 100% Sicherheit gibt es dennoch nicht. Dafür gibt es in meiner Familie leider in der Historie einige Beispiele. Irgendwann muß man aber einfach den Schritt gehen oder eben immer weiter arbeiten.

Ich brauchte für mich eine Kennzahl um das zu bewerten. Gefühlsmäßig ist da immer eine Barriere die sagt das es nicht genug ist, doch die ist wohl immer da. Die 4% Regel kam bei mir nicht in Betracht, da ich nicht mein Kapital entnehmen werde. Meine ganze Anlagestruktur ist auf einen ansteigenden und stabilen Cashflow ausgelegt mit Sicherheitsreserve in Gold.

Ich bin jetzt seit fast 2 Jahren in Teilzeit. Interessant daran ist das der Vermögensaufbau sich durch die Teilzeit beschleunigt hat. Wann ich jetzt meine angestellte Tätigkeit beende wird meinerseits nicht mehr monetär entscheiden.

 

Wann ist die finanzielle Sicherheit oder Wirtschaftliche Freiheit erreicht?

Nun wie an den Beiträgen zu entnehmen ist, ist dies eine subjektiv zu beantwortende Frage.

Unabhängig von den bereits erwähnten Sicherheitsmargen in den bisherigen Beiträgen, gibt es noch eine weitere Sicherheitsmarge, die ich wie folgt sehe:

  1. Wie beschäftigt man sich in der Situation, wenn die wirtschaftliche Freiheit erreicht ist?
  2. Für die meisten wird diese Beschäftigung folgende Kriterien erfüllen:
    - Sie macht Freude und erfüllt.
    - Sie fordert einen selbst und ist anregend
    - Sie ist wie auch immer sinnvoll für die Mitmenschen
    - (gerade bei Mandanten, die in den Ruhestand gingen und nur in den Tag hinein lebten, habe ich die Erfahrung gemacht, dass sie sehr schnell alterten und starben oder anders ausgedückt: eine erfüllende, sinnvolle, anregende aber auch fordernde und machbare Tätigkeit wirkt lebensverlängernd).
  3. Ist man wie unter 2. weiterhin tätig, so ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass die Tätigkeit auch Geld bringt oder Geld bringen könnte.
  4. Dies ist für mich eine weitere Reserve: Das Reserveeinkommen!
  5. Übrigens so läuft es bei mir und meiner Frau, wir sind finanziell unabhängig wahrscheinlich sogar wirtschaftlich frei: Da uns unsere jeweilige Arbeit Spaß bereitet, arbeiten wir einfach weiter mit folgenden Effekten:
    - Da wir nicht mehr arbeiten müssen, können wir aus einer Position der Unabhängigkeit heraus arbeiten: Das Gefühl an sich macht mehr Spaß+Es erfolgt eine Konzentration auf die Tätigkeiten, die uns Freude bereiten. Alles andere wird minimiert oder delegiert.
    - Unsere Reserven wachsen weiter 🙂
    - Wir spenden mehr, was auch ein schönes Gefühl ist!

Euch allen und Euren Lieben: alles Gute für das Jahr 2020 vor allen Dingen Gesundheit!

André

Es ist schon erstaunlich. Dies ist eine Frugalisten-Seite. Und vielen fällt nichts anderes ein, als dass man weiter arbeiten muß.

Weil man sonst verblödet

Weil man sonst stirbt

Weil man kein Geld mehr hat

Weil nur das sinnstiftend ist

Das man die Diskussionen sonst führen muß, bin ich ja schon gewohnt. Aber selbst hier!

Sorry, ich hatte hier schon an anderer Stelle geschrieben, die Leute sind durch lebenslange verdummende Maßnahmen (Erziehung, Schule, Studium, Arbeit etc.) völlig verblödet. Wenn euch mit eurer Zeit wirklich nichts einfällt, dann arbeitet doch weiter aber macht euch bitte nichts vor von wegen Freiheit / Privatier / ich habe aufgehört / es macht mir Spaß.

Ihr seid immer noch gefangen. Ich bin frei.

Zitat von Privatier am 3. Januar 2020, 21:40 Uhr

die Leute sind durch lebenslange verdummende Maßnahmen (Erziehung, Schule, Studium, Arbeit etc.) völlig verblödet. Wenn euch mit eurer Zeit wirklich nichts einfällt, dann arbeitet doch weiter aber macht euch bitte nichts vor von wegen Freiheit / Privatier / ich habe aufgehört / es macht mir Spaß.

Ihr seid immer noch gefangen. Ich bin frei.

Erstaunlich, wie du ueber Leute urteilst, aber gleichzeitig deine vermeintliche Ueberlegenheit darstellen musst.

Kannst du dir nicht vorstellen, dass Arbeit soviel Spass machen kann, dass man sie ohne finanzielle Notwendigkeit gerne macht und sich dabei frei fuehlt?

Warum Schule und Studium dumm macht, ist mir unklar. Ich fand jedenfalls das Studium sehr interessant und moechte es nicht missen.

 

@peter45

Nein, das sehe ich anders. Privatier hat seine Wahrnehmung auf dem Punkt gebracht, Überlegenheit sehe ich da nicht.

Im Gegenteil, er hat doch recht: Lottogewinn und aufhören zu arbeiten ist doch ein Tagtraum in deutschen Landen. Die plötzliche Zögerlichkeit wenn man das nicht gewonnen sondern erarbeitet hat ist doch frappierend. Auch ich sehe oft mehr Verunsicherung und Ängste als Festigung je mehr Kohle die Leute angehäuft haben. Warum ist klar: Festzuklammern ist oft einfacher als loslassen, Gewohnheiten eben. Und nur mal so: Wenn einzelnen hier die Arbeit so viel Spaß macht, Erfüllung gibt...warum dann überhaupt Grillabend, Wochenende und Urlaub? Keine bessere Idee sich privat zu bewegen und sozial einzubringen oder die Zeit  sinnvoll zu füllen, Neues versuchen und Angst gff. zu scheitern? Also nur so ein Verdacht...weil ich  mich derzeit auch dabei ertappe; also keineswegs abwertend gemeint!

Zitat von Absprung_2020 am 4. Januar 2020, 9:52 Uhr

@peter45

Ok, wenn da so gemeint war. Ich war ueber die Aussage "Ihr seid immer noch gefangen. Ich bin frei." gestolpert.
Das klingt schon wie "Ich seid alle klein und doof, und ich bin der Checker."

Ich persoenlich habe ein Zeit vom Vermoegen gelebt und nicht gearbeitet. Letztendlich habe ich einen neuen (netten) Job angenommen, nicht wegen des Geldes, sondern weil es Spass macht. Ich fuehle mich frei, weil ich gerne arbeite, aber nicht arbeiten zu brauche. Was will man mehr?
Soll aber jeder machen wie er will, ich moechte niemanden missionieren, jedoch auch nicht missioniert werden.

Der Traum vom Lottogewinn ist menschlich: Das Gras auf der anderen Seite ist das Grass immer gruener. Bis man da ist.

Zitat von Privatier am 3. Januar 2020, 21:40 Uhr

Es ist schon erstaunlich. Dies ist eine Frugalisten-Seite. Und vielen fällt nichts anderes ein, als dass man weiter arbeiten muß.

Weil man sonst verblödet

Weil man sonst stirbt

Weil man kein Geld mehr hat

Weil nur das sinnstiftend ist

Das man die Diskussionen sonst führen muß, bin ich ja schon gewohnt. Aber selbst hier!

Sorry, ich hatte hier schon an anderer Stelle geschrieben, die Leute sind durch lebenslange verdummende Maßnahmen (Erziehung, Schule, Studium, Arbeit etc.) völlig verblödet. Wenn euch mit eurer Zeit wirklich nichts einfällt, dann arbeitet doch weiter aber macht euch bitte nichts vor von wegen Freiheit / Privatier / ich habe aufgehört / es macht mir Spaß.

Ihr seid immer noch gefangen. Ich bin frei.

Ich glaube, hier bin ich mißverstanden worden.

Mit der wirtschaftlichen Freiheit gewinnt man die Freiheit. Freiheit bedeutet sowohl die Freiheit zu arbeiten oder eben auch nicht zu arbeiten.

Deine Perspektive kann ich nachvollziehen, weil es Deine Perspektive ist und die für Dich vollkommen in Ordnung, ja richtig ist.

Da mir meine Arbeit Spaß bringt, ist für mich meine Perspektive die Richtige und in Ordnung. Ich glaube, dass dies das Schöne bei uns Menschen ist, wir sind bunt und unterschiedlich in vielen Beziehungen und das macht das Leben interessant und u.a. für mich auch lebenswert.

In diesem Sinne an alle, die den Status der Freiheit erreicht haben, wünsche ich, dass sie ihren Weg, die Freiheit optimal und sinnvoll für sich zu nutzen, finden und gehen. Viel Spaß dabei.

Beste Grüße

André