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Finanzielle Absicherung/Sicherheit

Salve!

 

Soweit ich zu beurteilen vermag, beruht die Planung des frühzeitigen Arbeitsaustiegs auf primär finanziell erstellten Stufenplänen zur finanziellen Absicherung im Alter.

Grundsätzlich mag das bei voller Gesundheit in einer gut funktionierenden Volkswirtschaft Sinn ergeben.

Welche Szenarien berücksichtigt Ihr heute und für später in Eurer Planung?

 

  • nationale/internationele Wirtschaftskrise
  • chronische Krankeit
  • Verlust sozialer Sicherheit (z.B. KV)
  • ...

 

Mein Hintergrund: ich bin BWLer und hatte als selbstständiger Unternehmensberater (financial controlling) internationale Konzerne als Kunden.

Geld ist ein nettes Mittel, solange dessen Wertigkeit wirtschaftlich uneingeschränkt funktioniert und grundlegende, marktwirtschaftliche Regularien gegeben sind.

Bei Wertverlust mit gleichzeitiger Preissteigerung (heute bereits vorhanden) ergeben sich konsequenterweise Verluste, die sich in einem gewissen Rahmen kompensieren lassen. Das wird ungleich schwieriger, je weiter sich diese Schere öffnet.

Spielt der Gedanke einer katastrophalen Geldentwertung für Euch eine Rolle und welche Alternativen zieht Ihr in Betracht?

Gleiches gilt für die weiteren, oben aufgeführten Punkte.

Es geht nicht um “Verschwörungsszenarien“, vielmehr um realwirtschaftlich mögliche Geschehnisse (siehe beispielsweise Griechenland).

@monacolino

Bei diesen Szenarien ist man als Frugalist/Privatier nicht schlechter gestellt, als der gewöhnliche Arbeitnehmer. Ich würde mal behaupten sogar besser.

Sollten solche wirtschaftlichen Super-GAUs wiederkehren, wie wir sie nach 1929 und den beiden Weltkriegen hatten, muss die Vermögensaufteilung entsprechend anders vorgenommen werden. Das kann man auch im Vorfeld schon machen. Eine Hyperinflation kommt nicht von heute auf morgen, so etwas bahnt sich an. Mögliche Alternativen wären dann Gold, Immobilien, Fremdwährungen, usw. In einer Deflation wäre wohl Bargeld das beste Wertaufbewahrungsmittel. Wenn man jedoch genügend finanzielles Polster hat um Krisen auszusitzen, hätte man auch in diesen Schreckensszenarien mit Aktien und Anleihen guter Bonität die Krisen ganz gut meistern können. Dauert aber halt ein paar Jahre...

Was geschieht in solchen Fällen mit dem Arbeitnehmer, der jeden Monat auf sein Gehalt angewiesen ist? 1. Job weg, 2. kein Einkommen mehr, 3. Angespartes wird aufgebraucht und wenn dann 4. noch eine Langzeitarbeitslosigkeit folgt, ist man am A***. So sah es Anfang der 1920er, der 1930er und nach 1945 für viele aus.

Das Thema Krankheit kann jeden Treffen. Aber da ist der Frugalist und Privatier auch nicht schlechter gestellt. Die KV kann einem nicht kündigen, wenn man krank wird. Daher ist diese Überlegung irrelevant. Die übliche Steigerung von Beiträgen muss in der Gesamtrechnung natürlich einkalkuliert werden.

Aber, der frühzeitige Ausstieg basiert nicht nur auf einer soliden "Geldplanung", sondern es ist nur ein Hilfsmittel für die Verwaltung von Werten. Das Geld kann ich bei einer drohenden Entwertung in alles mögliche tauschen. Natürlich werden sich in einem echten Krisenszenarion gewisse Verluste nicht vermeiden lassen. Letztendlich kann ich mir z.B. auch einen Garten zulegen und dort meine Lebensmittel produzieren. Das ist dann genau genommen auch eine Investition mit einer regelmäßigen Rendite, die wenig Krisenanfällig ist.

Das betrifft alle Menschen.

Lösung: Frugalismus.

Geringe Ausgaben.

Vermögensbildung in Sachwerten (Unternehmensbeteiligungen, Immobilien, Edelmetalle, Anbau von Nahrung)

Frugalisten vor der Teilfreizeit oder Vollfreizeit arbeiten einfach unverändert weiter. Bzw. sind ausreichend bei Berufsunfähigkeit abgesichert.

Frugalisten in Teilfreizeit oder Vollfreizeit werden bei Bedarf wieder mehr Freizeit gegen das "neue Geld" tauschen.

Frugalisten sind auf diese Szenarien bestens vorbereitet.

3 Tage Woche. Teilzeitarbeit.

Eigentlich wird der Mensch doch von der Angst gequält seinen gewohnten Lebensstandart , egal auf welchem Niveau, einzubüßen.

Rechnet man, egal in welcher Lebensphase, immer Spitz auf Knopf, kann es natürlich mal eng werden. Ich versuche underperform`t zu Leben. Frugalisten tun das aber doch schon in der Ansparphase auf ihre finanzielle Freiheit. Ersichtlich durch ihre Sparquote.  Genau so wird es sich auch in der Entsparphase verhalten. Hat man nicht das Ziel optimal sein Vermögen verbrauchen zu wollen, sprich max. Monatseinkommen zu erzielen, sondern ist bereit am theoretischen Ende seines Lebens auch einen Kapitalstock unverbraucht zu hinterlassen, hat man doch schon einiges für die Sicherheit/den Puffer für Krisenzeiten getan.

Ob man nun nach der 4% Regel wirtschaftet und da halt evt. nur 3% entnimmt, oder ob man grundsätzlich ohne Wertsteigerungen nur von seinem Kapitalstock auf dem Tagesgeldkonto zehrt und z.b. dabei mit einer Lebenserwartung von 100 Jahren rechnet. Damit schafft man sich Puffer.

Natürlich, und da muss ich den Vorpostern beipflichten, muss man trotzdem seine Anlage managen, Augen und Ohren offen halten und Veränderungen des wirtschaftlichen Umfelds beachten.