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Euer persönlicher Luxus

Werde mir dieses Jahr vielleicht auch mal wieder eine größere Reise gönnen, mal sehen ob sich was ergibt 😀

Gerade mit der Familie aus einem einwöchigen Skiurlaub in Österreich zurückgekommen. Beim Bezahlen hatte das schon was von Luxus. 😉 Es aber überhaupt tun zu können, war Luxus fürs Gemüt!

Ansonsten geht es mit wie @muslime_frugi und auch mein "Gold" sind ein paar Automatikuhren Schweizer und osterzgebirgischer Herkunft. Darunter ist zum Glück nur eine Tresoruhr, der Rest wird getragen, erfreut mich also jeden Tag mehrmals aufs Neue und als frugalistischer Mehrwert ist der Wertzuwachs insbesondere der beiden Uhren aus Genf (sie gehören zu den drei am häufigsten getragenen Uhren) einfach phänomenal.

Meine drei Mädels reiten hobbymäßig und neben einem 3/4 Araber gehört noch ein mehr als drolliges Pony zu unserer Familie. Zum Glück stehen die Pferde recht günstig privat in Pension, aber ganz billig ist dieses Hobby trotzdem nicht. Mein künftiger Young/Oldtimer wird aber vermutlich auch im Unterhalt nicht für lau zu haben sein. @konsument war hier der Spezialist für alte Zwei/Vierräder, oder? Ach ja, und @frugi85 auch...

Nicht mehr in Taktung einer angestellten Tätigkeit zu leben sondern täglich neu entscheiden zu können was ich tun möchte.

Luxus ist relativ, beziehungsweise eine Sache der Perspektive: Für einen Menschen mit extrem wenig Geld, einem Hartz-IV-Empfänger beispielsweise, ist mein ganzes Leben ein einziger Luxus: sehr große (Miet-)Wohnung, gute Möbel, voller Kühlschrank, qualitativ wertige Kleidung, keine Geld- und Zukunftssorgen, ausreichend Mittel, meine Kinder zu fördern. Das muss man sich gerade hier in diesem Forum, in dem sehr viele mit 6-7 stelligen Vermögen hantieren, nochmal vor Augen führen.

Das gilt auch für diejenigen, die von 900 Euro im Monat leben, weil sie den größten Teil ihres Gehalts sparen. Sie leben ein Luxusleben, weil sie genau diese Wahl haben.

Aber um die Frage zu beantworten: Mein Luxus ist mein Rennrad und die Urlaube, die wir machen. Und auch das ist relativ: Sind 2500 Euro für ein Rad, das auch teilweise ein Ersatz für das Auto ist, das wir nicht besitzen, teuer? Luxus? Wahrscheinlich schon, auch wenn ein Auto in Anschaffung und Unterhalt deutlich teurer wäre.

 

 

Zitat von Drengist am 15. Februar 2022, 7:33 Uhr

Luxus ist relativ, beziehungsweise eine Sache der Perspektive: Für einen Menschen mit extrem wenig Geld, einem Hartz-IV-Empfänger beispielsweise, ist mein ganzes Leben ein einziger Luxus

 

 

Das ist wie du schon schreibst, alles eine Sache der Perspektive: ich hatte / habe in der erweiterten Familie 2 H IV Empfänger. Ja, finanziell ging es den schlechter, aber während ich vor einigen Jahren noch viele Stunden im Büro saß und wir ziemlich Stress hatten, hatten die einen entspannten Tag und haben sich beschäftigt, womit sie mochten (der eine mit seinem Sohn, der andere mit seinen philippinischen Mädchen). Arbeiten war denen zu anstrengend, obwohl sie gekonnt hätten.

@drengist

Luxus ist nicht zwingend eine Frage der Perspektive sondern vielmehr eine individuelle Wahrnehmung. Manche würden es als Luxus bezeichnen mehr Zeit für die Kinder zu haben, oder mal Zeit ins Theater zu gehen, oder im Urlaub zu Hause zu bleiben und am Lagerfeuer Stockbrot zu backen oder schlicht gesund und munter zu sein? Sie reduzieren das auf weitgehend materielle Dinge und glauben, dass das Luxus für Sie und automatisch für andere sein muss? Nein, keinesfalls, oder eben doch ein Perspektivwechsel:  Ggf. wäre Ihr Leben aus der Sicht der Abkömmlinge des "Emirs von Katar" ziemlich ärmlich, also zuviel Arbeit und zu wenig Zeit für die Kinder oder Hobbies und sowieso auch viel zu wenig Geld, also alles ziemlich mies dort? 🙂 Nur so als Gedanke für Sie gegenüber Ihren Mitmenschen.

Zitat von Absprung_2020 am 15. Februar 2022, 9:04 Uhr

@drengist

Luxus ist nicht zwingend eine Frage der Perspektive sondern vielmehr eine individuelle Wahrnehmung. Manche würden es als Luxus bezeichnen mehr Zeit für die Kinder zu haben, oder mal Zeit ins Theater zu gehen, oder im Urlaub zu Hause zu bleiben und am Lagerfeuer Stockbrot zu backen oder schlicht gesund und munter zu sein? Sie reduzieren das auf weitgehend materielle Dinge und glauben, dass das Luxus für Sie und automatisch für andere sein muss? Nein, keinesfalls, oder eben doch ein Perspektivwechsel:  Ggf. wäre Ihr Leben aus der Sicht der Abkömmlinge des "Emirs von Katar" ziemlich ärmlich, also zuviel Arbeit und zu wenig Zeit für die Kinder oder Hobbies und sowieso auch viel zu wenig Geld, also alles ziemlich mies dort? 🙂 Nur so als Gedanke für Sie gegenüber Ihren Mitmenschen.

@absprung_2020 Das geht gerade etwas in die falsche Richtung. Drengist hat doch einfach nur aufs Thema geantwortet. Ausgangsfrage in diesem Thread war explizit nach der Form von Luxus, die man sich für Geld kaufen kann. Geht ja hier darum, welche materiellen Dinge einem trotz genügsamem Lebensstil individuell wichtig sind. Natürlich gibt es daneben immateriellen Luxus wie freie freie Gestaltung seiner Lebenszeit ohne Existenzsorgen, und diese dürften den meisten hier auch wichtiger sein. Aber sowas wird ja außerhalb dieses Threads nun wirklich schon zur Genüge diskutiert. 🙂

Es gibt ja den materiellen Luxus und dieser ist wirklich sehr relativ. Ein Freund sagte mal, Luxus sei für ihn bei Aldi einzukaufen ohne auf die Preise zu schauen. Der Luxus der mit dem Aldi Beispiel gemeint ist, beschreibt doch aber vielmehr die Sorglosigkeit beim befriedigen täglicher Grundbedürfnisse im Umfeld einer entwickelnden Welt in der wir leben.

Daneben gibt es den wahren materiellen Luxus, der keinen eigentlichen Mehrwert bringt wie z.B. die Automatikuhr, die den Zweck der Zeitanzeige genauso anzeigt wie die 20€ Quarzuhr. Dieser "wahre" materielle Luxus bringt doch schnell eine Sättigung und keinen weiteren Mehrwert an Lebensqualität. Im Gegenteil, er führt uns oft auf eine falsche Spur. Genau das haben wir ja hier als Erkenntnisgewinn auf unserem mehr oder weniger frugalen Weg gewonnen!

Daneben gibt es den Luxus der freien, nicht fremdbestimmten Zeit. Je mehr wir in unseren Tätigkeiten uns fremdbestimmt und nicht Herr unserer Zeit sehen, umso unzufriedener und mehr im Mangel fühlen wir uns. Unsere Lebenszeit ist durchaus mit das Wertvollste und gerechteste was es gibt und sie ist für alle gleich und nicht vermehrbar. Einen großen Unterschied macht es wie wir diese Zeit qualitativ nutzen. Dies hängt oft sehr stark davon ab, wie gut wir uns mit uns selbst beschäftigen können und wie sehr wir mit uns im Reinen sind, sprich uns nicht ständig ins Außen und die Ablenkung/ Bedürftigkeit nach Anerkennung begeben.

Letzte Woche war ich mit meiner Valentina und dem Camper zum Skifahren. Für 4 Tage und 3 Übernachtungen haben wir zu zweit all in (Sprit, Stellplatzgebühr, Skipass, Hüttenessen und Weizen in der Sonne) ca 500€ gebraucht. Das war für mich ein toller Luxus in Kombi Zeit und Geldeinsatz.

So etwas will ich nicht missen und hin und wieder frei entscheidend machen können. Deshalb ist ein FIRE Plan mit 900€ monatlichen Gesamt -Kosten nicht mein Weg.

 

 

Zitat von Privatier am 15. Februar 2022, 8:16 Uhr
Zitat von Drengist am 15. Februar 2022, 7:33 Uhr

Luxus ist relativ, beziehungsweise eine Sache der Perspektive: Für einen Menschen mit extrem wenig Geld, einem Hartz-IV-Empfänger beispielsweise, ist mein ganzes Leben ein einziger Luxus

Das ist wie du schon schreibst, alles eine Sache der Perspektive: ich hatte / habe in der erweiterten Familie 2 H IV Empfänger. Ja, finanziell ging es den schlechter, aber während ich vor einigen Jahren noch viele Stunden im Büro saß und wir ziemlich Stress hatten, hatten die einen entspannten Tag und haben sich beschäftigt, womit sie mochten (der eine mit seinem Sohn, der andere mit seinen philippinischen Mädchen). Arbeiten war denen zu anstrengend, obwohl sie gekonnt hätten.

Wobei Arbeitslose durchaus auch unfreiwillig arbeitslos sein können - die Mehrheit. Und es kann auch psychische Gründe geben, wenn der Antrieb und die Motivation fehlt. Da würde ich jetzt nicht richten wollen. Und wenn jemand gar nicht arbeiten will oder weniger wegen den Kindern, ist das nicht unbedingt negativ für das Wohl der Kinder. Kurzum: Ich kenne mehr Arbeitslose, die unter ihrer Perspektivlosigkeit leiden, weil sie in ihrer Branche nichts mehr finden, z. B. aufgrund des Alters oder einer Einschränkung oder einer Lücke im Lebenslauf etc. Es wird schon den jungen Leuten bald etwas verbaut. Der Druck durch die Arbeitgeber ist nicht klein, nicht jeder verträgt das. Ich kannte einen Mann, der ständig als faul bezeichnet wurde, weil er nicht voll arbeitete und dies auch nur temporär. Auf einmal war er tot, sehr jung gestorben. Unerkannter Herzfehler.

Liebe Grüße, Laura Maelle

@thewanderer

Finde ich nicht, dass das in die falsche Richtung ging. Drengist hat explizit beschrieben, dass sein Leben aus Sicht eines H4-ers oder jemanden mit 900 €/mon Sparrate (also ganz pauschal)  als Luxus wahrgenommen werden würde. Nur sein dritter Absatz war dann seine eigene Betrachtung zum Thema, und das war dann auch nicht gemeint mit meinem Kommentar. Kurzum: Der Harz-IV Empfänger betrachtet Drengists Leben ggf. gar nicht als Luxus, vielleicht sieht der den Luxus ganz woanders bei sich? ... darum gings.

Aber das war auch keine Kritik sondern ein Gedanke, dass das eben individuell ist, das Luxusgefühl. Wenn jemand löffelweise Kaviar ist und das als Luxus betrachtet? Ich nicht!

Man kann es höchstens als unnützen Luxus bezeichnen. Ich habe als Minimalistin praktisch keine Möbel. Bei mir ist alles klappbar, Klappboxen, Klappbett. Sogar meine Arbeitsflächen für Notebook etc. Abgesehen von der Küche, wo alles bereits eingebaut war (und uralt).

Liebe Grüße, Laura Maelle
Zitat von Laura_Maelle am 15. Februar 2022, 9:48 Uhr

 

Wobei Arbeitslose durchaus auch unfreiwillig arbeitslos sein können - die Mehrheit. Und es kann auch psychische Gründe geben, wenn der Antrieb und die Motivation fehlt. Da würde ich jetzt nicht richten wollen. Und wenn jemand gar nicht arbeiten will oder weniger wegen den Kindern, ist das nicht unbedingt negativ für das Wohl der Kinder.

Ich richte ja auch niemand. Und natürlich gibt es auch viele Leute, die unfreiwillig arbeitslos werden. Und es gibt auch Leute, die wirklich auf H IV angewiesen sind.

Das wollte ich mit meinem Beitrag alles gar nicht sagen oder in Frage stellen.

Aber es gibt eben auch Leute, in meinem Beispiel ein Mann Ende 40 mit IT Kenntnissen und in dem anderen Fall ein Mann Ende 30, der sowohl im Einzelhandel gearbeitet hat, als auch als Teamleiter in der Pflege, die vielleicht mal einen - ich nenne es psychologischen Durchhänger hatten - und danach gut wieder hätten arbeiten können. Aber während ich zwar viel Geld hatte, war ich mal froh über 1 Woche Urlaub, der einen von den beiden weilte währenddessen 6 Wochen auf den Philippinen und...(es kann sich jeder vorstellen, was er dort machte). Geld ist eben nicht alles.

Zitat von Absprung_2020 am 15. Februar 2022, 9:53 Uhr

...Wenn jemand löffelweise Kaviar ist und das als Luxus betrachtet? Ich nicht!

Da bevorzuge ich dann auch den schwarzen Trüffel zur frischen Pasta. 😀

By the way fällt mir da Gerhard Polt ein: "Der Lungenhering ist die Auster des kleinen Mannes".

https://www.youtube.com/watch?v=IKH9Oz2ddtU  (ab Min. 3:10) 😛

 

Praktisch keine Corona-Maßnahmen mehr ab Mitternacht in der Schweiz. Ein Luxus. Bei vielen Schweizern herrscht gerade so was wie Silvesterstimmung. 😉

Liebe Grüße, Laura Maelle
Zitat von Laura_Maelle am 16. Februar 2022, 23:36 Uhr

Praktisch keine Corona-Maßnahmen mehr ab Mitternacht in der Schweiz. Ein Luxus. Bei vielen Schweizern herrscht gerade so was wie Silvesterstimmung. 😉

Wird Zeit umzuziehen...euch viel Spaß!

Zitat von Privatier am 17. Februar 2022, 8:38 Uhr
Zitat von Laura_Maelle am 16. Februar 2022, 23:36 Uhr

Praktisch keine Corona-Maßnahmen mehr ab Mitternacht in der Schweiz. Ein Luxus. Bei vielen Schweizern herrscht gerade so was wie Silvesterstimmung. 😉

Wird Zeit umzuziehen...euch viel Spaß!

Du wirst wohl am Ende recht behalten: Im Mai sind (auch) wir durch! 🙂

 

 

 

Mein persönlicher Luxus:

Ich

  • kaufe viele Bio-Lebensmittel, oft bei Aldi 🙂 aber auch auf dem Markt
  • verreise gerne - Reisen kann man ja prima dem Geldbeutel anpassen
  • geh gerne auf Konzerte / Veranstaltungen
  • arbeite Teilzeit

Ich gucke automatisch bei der Speisekarte/Getränkekarte auch auf die Preise und entscheide auch danach, ob es nun das teuerste Steak oder das besondere Getränk sein muss. Meist muss es das nicht  🙂

Das mit dem Luxus ist so eine Sache. Ich habe die Erfahrung gemacht, das das Luxus Gefühl sich bei steigendem oder fallendem Lebensstandard immer sehr schnell anpasst, und das in beide Richtungen. Wenn der Schweizer Chronometer mit dem R normal ist, schielt man auf einmal auf den mit dem P . Und wenn Casio normal ist, dann ist die Tissot schon Luxus. So geht das mit alle, Urlaub, Haus, Auto, Hobbys. Luxus ist also das, was man sich nicht mal so eben kaufen kann, sonder für das man lange sparen muss, oder das oft auch unerreichbar bleibt.

Luxus? mittlerweile bin ich durch mit dem 8 Bettzimmer im Hostel. 😎

Als braver Frugalist habe ich aber noch etwas Luft nach oben zum 5* Resort. 🙂

Reisen ist nach Miete mein größter Ausgabenposten im Jahr. Daher würde ich sagen, das eigene AirBnB Zimmer ist eine Lifestyle Inflation, mit der ich ganz zufrieden im Luxus schwelge.