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erste Auswander-Kommune des Frugi-Forums

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Zitat von Semi-Privatier am 3. Dezember 2025, 16:41 Uhr

Es ist eigentlich alles gesagt worden, nur noch nicht von mir 😉

Man hofft beim Auswandern, dass all das, was einem an Deutschland nicht gefällt im Ausland besser ist und das was einem an Deutschland gefällt, dort genauso ist. Dies ist eben meist nicht der Fall, ähnlich wie beim Jobwechsel.

 

Oder Frauenwechsel 😉

Stimmt, deswegen bin ich seit 26 Jahren verheiratet 😉

Zitat von GeldanlegER am 30. November 2025, 15:28 Uhr

So Leute,

Hier mein (nicht ganz ernst gemeinter) Aufruf zur Bildung der ersten Frugi-Forums-Kommune.

Wo wollen wir die neue Kommune gründen? Dubai? Schweiz? Zypern? Portugal?

Wie gesagt, nicht ganz ernst gemeint. Jedoch ernster meine ernsthaften Gedanken dieses Land wirklich zu verlassen. Ich beobachte mit großer Sorge die Entwicklungen hier in verschiedenen Bereichen. Eine Umkehr zu einer stärker marktwirtschaftlich geprägten Wirtschaftsordnung ist nicht erkennbar.

Die jüngsten Gedanken zur Nutzung von Mieten und Kapitalerträgen zur Kranken- und Rentenversicherung brachte das Fass bei mir nun zum Überlaufen.

Geht es Euch auch so?

Was und warum wären für Euch erstrebenswerte Ziele?

Bin dabei. Ich habe auch einfach kein Bock mehr auf höhere Abgaben, ich finde ich habe schon genug gezahlt die ganzen Jahre. Ich finde auch, dass wir leider in einer krassen Krise stecken, und ich weiß auch nicht ob wir es da wieder zu einfach rausschaffen. Automotive ist Kernschmelze, auch Chemie/Pharma/Industrie steht unter Druck während die Chinesen einfach die neuen Innovationstreiber sind. Ja in Deutschland ist immer auch viel Pessimismus dabei, aber in meinem Umfeld sehe ich doch mittlerweile wie stark jede Branche betroffen ist. IT Arbeitsmarkt ist eine Katastrophe, und da transformiert sich gerade der gesamte Operations Ansatz, da werden einige Leute noch überrascht sein wie schnell sie überflüßig werden oder einfach viel weniger Leute für die Alltagsarbeit gebraucht werden.

Bzgl der Location wäre ich ja für SouthEast Asia, wegen Klima, Lebenshaltungskosten und netten Leuten, und ich liebe das Essen. Schweiz und Dubai wären mir zu teuer. Zypern haut mich auch nicht vom Stuhl, Portal hingegen wär schon eine gute Alternative. Italien - Toskana - vielleicht auch 🙂

 

Zitat von burnout2022 am 3. Dezember 2025, 20:41 Uhr

Ich habe auch einfach kein Bock mehr auf höhere Abgaben, ich finde ich habe schon genug gezahlt die ganzen Jahre.

Ich habe mir zum Spaß gestern mal Zahlen von den Ösis angesehen, die erwirtschaften mit unter 10 Mio Einwohnern 250 Mrd € Staatshaushalt, wir mit 80 Mio E "nur" 1 Billion. Deren Staatsquote liegt bei ca. 55% und damit deutlich höher als bei uns, was aber auch in eine deutlich bessere gAV mündet.

Nur mal so zum Nachdenken, man muss deswegen längst nicht gleich nach A auswandern, aber das fand ich schon bemerkenswert ...

Zum Thema Auswandern ja oder nein hängt doch letztlich alles am "Kleingedruckten" und zwar das ganz persönliche.

Schreibe ich als Eremit gerne Gedichte über raschelnde Blätter kann ich im hintersten Waldeck Amazoniens recht einfach und günstig mein Glück finden. Wer die deutsche Sprache gerne hört und spricht, kulturell interessiert ist usw. der hat es da halt recht schwer.

So wie ich das hier und auch woanders mal ventiliere an Meinungen, wollen alle 'Deutschland im Ausland', bei gerne etwas besserem Wetter. Am besten noch ein stabiles soziales Umfeld mitnehmen. Leute, das wird schwierig!

Ungefragter Tipp: Positivismus ausbauen und hier das Beste daraus machen.

was ist gAV?

Ich würde D nicht komplett den Rücken kehren, das habe ich schon mal für fast 10 Jahre gemacht. Aber so 6-7 Monate von Oktober - Mai Herbst/Winter entfliehen, da habe ich gar nichts dagegen.

Zitat von Absprung_2020 am 3. Dezember 2025, 21:39 Uhr

Zum Thema Auswandern ja oder nein hängt doch letztlich alles am "Kleingedruckten" und zwar das ganz persönliche.

Schreibe ich als Eremit gerne Gedichte über raschelnde Blätter kann ich im hintersten Waldeck Amazoniens recht einfach und günstig mein Glück finden. Wer die deutsche Sprache gerne hört und spricht, kulturell interessiert ist usw. der hat es da halt recht schwer.

So wie ich das hier und auch woanders mal ventiliere an Meinungen, wollen alle 'Deutschland im Ausland', bei gerne etwas besserem Wetter. Am besten noch ein stabiles soziales Umfeld mitnehmen. Leute, das wird schwierig!

Ungefragter Tipp: Positivismus ausbauen und hier das Beste daraus machen.

Ich glaub es geht hier hauptsächlich darum keine Steuern zahlen zu wollen.  Das finde ich ist die falsche Motivation.

Bleibt dir ja überlassen das falsch zu finden, so wie es jedem überlassen bleibt es als Motivation zu sehen.

Zitat von Diverse User am 1. Dezember 2025, 1:36 Uhr

Ich bin hier in Deutschland sehr behütet aufgewachsen, habe eine gute schulische Ausbildung erhalten und ein im Vergleich zu anderen Ländern mit ähnlichem Standard billiges Studium absolvieren können. Ich habe das Sozialsystem genutzt und mir in sicheren demokratischen politischen Strukturen ein gutes Einkommen und letztlich hohes Vermögen aufbauen können...

Und wenn es politisch mal nicht ganz nach meinen Vorstellungen läuft dann ist das erste worüber ich nachdenke, das Land zu verlassen als wäre Deutschland etwas das man unbedingt meiden sollte weil hier alles so dermaßen den Bach runter geht dass es nicht mehr auszuhalten ist?!
Ob uns unser Werdegang anderswo auch so gut gelungen wäre? Und nun wo ich die eine oder andere Million an Vermögen angehäuft habe die ich selbst mit Verstand nie werde ausgeben können bekomme ich auf einmal Angst dass man mir nehmen könnte und muss, um Steuern zu sparen und raffgierig mein Vermögen zu schützen, das Sozialsystem verlassen das mich stets geschützt hat um anderswo (oder am besten gar nicht) die Kassen zu füllen?

Vielleicht bin ich ja auch etwas zu pazifistisch aber für mich fühlt sich das falsch an. Alle reden ständig davon wie es bergab geht, wie alles immer schlechter wird. Mag alles in gewissen Punktsummen sein, ist anderswo aber auch nicht anders. Im Alltag bekomme ich davon wenig mit und GERADE als Topverdiener bzw. als Vermögender unter den Top 5% habe ich doch alle Möglichkeiten, die ggf. entstehenden Unzulänglichkeiten monetär zu kompensieren.

Die jüngsten Gedanken zur Nutzung von Mieten und Kapitalerträgen zur Kranken- und Rentenversicherung brachte das Fass bei mir nun zum Überlaufen.

Weil du dir mit 3+ Millionen im Depot das Sozialsystem nicht mehr leisten kannst? Weil du Angst hast man könnte dir vom aufgebauten Vermögen (potenziell) ein Scheibchen abschneiden und es sozialwirksam umverteilen? Oder auswandern im Namen derer die wirklich am Abgrund der Gesellschaft stehen und sich das selbst nicht leisten oder erlauben können um wirklich reale Veränderungen zu erfahren?

Der Deutsche ist ohnehin Jammer-Weltmeister. Er jammert über Steuern, Renten, Einkommen und sogar über das Wetter mehr als jeder Engländer. Er ist nie zufrieden und schnallt nicht in welcher Wohlstandsblase er sich befindet. Das führt bei mir oft zu Främdschamgefühlen.

Wenn einem anderswo das Wetter oder die Mentalität besser gefallen dann mag man ja hingehen wo man will - aber als Bestandteil der "Oberschicht"zu meinen, aus politisch motivierten Gründen das Land verlassen zu müssen finde ich, ohne jemandem zu nahe treten zu wollen, albern und in gewisser Weise auch asozial. Was macht man dann - hockt im Ausland und regt sich von dort aus über Deutschland auf, dessen Bürger man dann ja Gott sei Dank nicht mehr ist - oder freut man sich stattdessen darüber dass man mit seiner Knete steuerschonend nun dort wohnt wo ALLES so viel besser ist? Ich weiß ja nicht! Vielleicht sollte man sich gewissen Themen auch einfach etwas weniger widmen und sich herunterfahren - sich das Leben nett gestalten. Das kann man doch von hier aus wirklich sehr gut.  🙂

 

 

Ich möchte hier gerne noch erwidern, da ich mich doch ein Stück weit angegriffen fühle.

Zum Thema Studium - ich habe keine Uni/oder FH von innen gesehen. Wir Ihr meinen Faden entnehmen konntet, bin ich ohne Studium "aufgestiegen". Ich habe tatsächlich eine private Fachschule besucht - bedeutet, dass ich Schulgebühren und Unterkunft etc. aus privater Tasche bezahlt habe. Das setzte voraus, dass ich erstmal ein paar Jahre gearbeitet und nebenbei gejobbt habe um mir diese Schule leisten zu können. Das Jahr hat mir damals rund 50.000€ gekostet. Auch da habe ich nebenbei und in den Ferien komplett gearbeitet.

Ich habe mein Vermögen mit brutalem persönlichen Einsatz erarbeitet. Ja, das geht bzw. ging in Deutschland auch ohne Studium. Ich habe mir über Jahrzehnte nahezu nichts gegönnt und lebte in Kleinstwohnungen. So konnte ich mir auch Sparquoten von 70% erlauben. Während andere Urlaube und Konsum machten habe ich alles in Aktien geschaufelt. Jeder wie er mag - ich verurteile niemanden dafür. Ich möchte aber selbst auch nicht dafür verurteilt werden. Vor allem möchte ich nicht verurteilt werden, dass mein "Blutzoll" den ich über lange Jahre geleistet habe, nun per Handstreich wegbesteuert werden soll (Stichwort Vermögennssteuer, Sozialbeiträge auf Kapitalerträge, etc).

Es geht mir nicht darum, dass hier politisch gerade "nicht nach meinen Vorstellungen" läuft. Ich sehe bei Dir und bei vielen in meinen Umfeld noch nicht die Erkenntnis, dass es gerade kein kleines Problem ist, dass sich auftut. Es geht hier nicht mehr oder wenige um die Zukunft des Landes. Ohne Industrie und Wertschöpfung brauchen wir uns um Renten-, Gesundheits- und Pflegeversicherung nicht mehr unterhalten. Denn am Ende des Tages muss das alles finanziert werden. Wir velieren gerade täglich 1000 Industriearbeitsplätze. Glaubst Du die kommen zurück? Und ich sehe keinerlei ernsthafte Reformen die diese Entwicklung umkehren. Wir spielen hier gerade mit unserer Zukunft.

Du verurteilst mich für meine Überlegungen (mehr sind es noch nicht) als Homo Oeconomicus. Du nennst mich nicht patriotisch. Ich habe Jahrzehnte in der "Arschloch-Zone" gearbeitet - sprich maximale Sozialbeiträge und Höchststeuersatz. Und das war ok für mich. Aber wenn ich sehe, dass dieser Staat mir aus Bequemlichkeit vor Reformen nun mein gesamtes Konzept zerschiessen möchte, dann stelle ich Grundsatzüberlegungen an. Ich habe nie Sozialleistungen in Anspruch genommen. Den Schuh ziehe ich mir also nicht an.

Ich bin, wie in einem anderen Thread bereits mitgeteilt, natürlich bereit auch meinen Beitrag für die Zukunft des Landes zu leisten. Solange hier aber solche Ideen auftauchen bei denen z.B. Beamte, Polititker komplett außen vor sind - dann mache ich dieses Spiel nicht mit. Denn das ist wirklich zutiefst ungerecht.

Das raffgierig zu nennen ist schon ein starkes Stück. Raffgierig sind ganz andere Leute in diesem Land.

Zitat von burnout2022 am 4. Dezember 2025, 10:45 Uhr

was ist gAV?

gesetzliche Altersvorsorge (so ein Gedöhns interessieren Millionäre wie dich nicht sonderlich 😛 )

@geldanleger Erstaunlich wie gekränkt und verletzt du immer noch mit Blick auf dein (arbeits-) Leben blickst. Schade, denn es wirkt so als wenn die erste Hälfte voller leiden gewesen wäre und du erst jetzt in der Privatierphase beginnst zu leben.
Auch ich habe mit einer Berufsausbildung bekonnen und dann 3 Studiengänge an privaten Unis gemacht und immer durchgängig gearbeitet. Dennoch hatte ich nicht das Gefühl etwas verpasst zu haben oder ein Opfer gewesen zu sein.

Des weiteren denke ich dass Demut und Dankbarkeit ein Schlüssel zur Zufriedenheit sind.

Jetzt warte doch erst einmal ab wie sich Dinge entwickeln und was kommt. Soviel kann dir gar nicht genommen werden dass du dich einschränken musst. Und wenn es etwas weniger wird bekommt das Tierheim halt nur 4 anstatt 5 Mios.
S...so what...

@muslime_frugi

Ja, ich gebe zu, dass mich der zitierte Beitrag getriggert hat, weil ich mich persönlich angegriffen habe.

Zu Deinem Kommentar - es ist (leider) in der Tat so, dass ich größtenteils das Leben auf später verschoben habe. Würde ich das mit der heutigen Erfahrung genauso machen? Nein, sicher nicht in dem Ausmaße. Ich habe dafür leider auch mit Gesundheit zahlen müssen und hoffe noch halbwegs die Kurve bekommen zu haben.

Und ich bin ansonsten ganz ruhig und denke auch nicht, dass der worst case eintreten wird. Ich beobachte weiter und kommentiere kritisch.

Wenn jemand mit gefühlten Opfern seinen Weg gegangen ist, muss man das weder verstehen noch  abwertend kommentieren.
Seid dankbar - gerne auch diesem Land - dass ihr anderen euer Vermögen im Spaziergang erlangt habt.

Losgelöst dessen kann es wirklich helfen, sich weniger Gedanken um ungelegte Eier zu machen und das Leben genießen. x-Millionen verpuffen nicht über Nacht.

 

@geldanleger im stillen Kämmerlein kann ich deine Gedanken gut nachvollziehen. Bei Licht betrachtet sehe ich das aber anders. Sei doch zuerst mal dankbar, zu dir selbst, oder auch stolz, dass dein jüngeres Ich das so durchgezogen hat. Da profitiert du jetzt davon. Es gibt keinerlei Grund sich, bis jetzt, als Opfer zu fühlen oder Umstände für sich negativ zu werten.

Du bist, Stand heute, erfolgreich und ein Winner! Stay cool.

Zitat von Absprung_2020 am 3. Dezember 2025, 21:39 Uhr

... Wer die deutsche Sprache gerne hört und spricht, ... usw. der hat es da halt recht schwer.

Dann habe ich schon mal ein halbes Dutzend Länder (außer D) zur Auswahl

- Österreich

- Südtirol

- Schweiz

- Luxemburg

- die Deutschsprachige Gemeinschaft in Ostbelgien

- oder wenn ich weit weg auf die südliche Hemisphäre will: Blumenau im brasilianischen Bundesstaat Santa Catarina

https://de.wikipedia.org/wiki/Blumenau

Am besten noch ein stabiles soziales Umfeld mitnehmen.

Das ist natürlich schwierig...

Allerdings konnte ich wie ich aus meinem Studienort wegen des Jobs 200 km weit weg gezogen bin mein soziales Umfeld auch nicht mitnehmen an den Arbeitsort ... das Problem stellt sich immer mal im Leben...

wenn man sich dem sozialen Umfeld über Jahre entwöhnt hat, keine Familie, alleine reist und das Wort "Eremit" keine unangenehmen Gefühle verursacht ist ein Auswandern natürlich deutlich einfacher.

Es ist doch wie @taketwo geschrieben hat. Es geht doch meist nur darum, möglichst günstig möglichst viel zu haben. Und Ängste zu haben etwas Wohlgewonnenes zu verlieren.

Völlig egal ob hier jetzt im Thema oder sonstwo auf diesem Planeten.

@exitus2022 Sprache ist der Teilaspekt, sparen der Hauptaspekt. Kaum mit diesen Zielen vereinbar. Steuer vs. Lebenshaltungskosten... speziell CH!

@muslime_frugi genau.... wirklich frei ist der, der materiell und existenziell auf Null steht. Ist dann aber ein anderes Forum😃

In Teilen Thailands, Mallorcas und Kanaren, zb Teneriffa wird doch auch viel Deutsch gesprochen, ok keine Amtssprache...

Zitat von SpaetzuenderNRW am 4. Dezember 2025, 12:58 Uhr

 

Losgelöst dessen kann es wirklich helfen, sich weniger Gedanken um ungelegte Eier zu machen und das Leben genießen. x-Millionen verpuffen nicht über Nacht.

 

Das geht schneller als man denkt...hatte ich nun in beiden Familienzweigen...da sollte man nicht so blauäugig rangehen...

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