Bitte oder Registrieren, um Beiträge und Themen zu erstellen.

Erbschaftsteuer Vorschlag der SPD

Hallo zusammen,

was haltet Ihr von dem Vorschlag der SPD zum Thema Erbschaftssteuer?

1 Mio Freibetrag im Leben + Familienhaus

5 Mio Freibetrag für Firmenerben

die 1 Mio Freibetrag find ich schon gut, damit sind die meisten aus dem Schneider, man muss nicht anfangen scheibchenweise alle 10 Jahre was zu übertragen.  Wie das mit 1x im Leben geregelt werden soll weis ich nicht, ich hab jetzt nicht alle Kontoauszüge der letzten 60 Jahre parat.

Und so ein Quatsch, der Lebenspartner stirbt und hinterlässt Dir das Auto, das halt auf ihn angemeldet war, ist mehr wert wie 20000 und schon wird Erbschaftssteuer fällig - auch hinfällig.

Was meint ihr?

 

Ja gut, da wirds halt beim FA ein elektronisches Erbenkonto je Steuerzahler geben und alle im entsprechenden Kästchen gemeldeten Werte dort summiert.

Ich halte den Wert für unfair und zu niedrig. WARUM?

Darum: Mal den aktuellen Wert, der seit 20 Jahren gilt, mal zumindest für den Gesamtzeitraum seit Gültigkeit inflationieren wäre fair. Da ja vorher Mutter 400k und Vater 400 k und Partner 500 und Geschwister und Tanten.... in Summe deutlich über 1 Mio lagen. Typisch SPD das jetzt als tolle Lösung zu platzieren. Ich fühle mich da unter Niveau verschaukelt. Ich sag mal: 1,5 Mio bis 2 und das klingt schon anders. Zumindest nachvollziehbar und dann als neue bessere Lösung richtig bezeichnet.

naja erstmal gilt: noch ist nichts fertig diskutiert geschweige denn beschlossen und in Gesetze gegossen. Also heiße Luft.

Und was zu diesen Zahlen mindestens fehlt ist der Steuersatz, der für eine Bewertung/einen Vergleich doch sehr entscheidend ist. Mit 2% wärs doch ok... :mrgreen:

Oder die Frage, soll das jetzt mit einer Stichtagsregelung laufen, sind Schenkungen damit auch limitiert, und was ist mit bereits früher übertragenen Vermögen, zählt das dann auch zum Freibetrag. All das zeigt: nicht ausgegoren oder zu Ende gedacht. Hauptsache man sagt, man will die "Großen Vermögen" schröpfen. Ist meiner Meinung nach i.A. reines Wahlkampfgetöse für die nächsten Landtagswahlen.

Ich sehe das ambivalent.

Einerseits bin ich ein Befürworter, weil enorm hohe Vermögen nicht - wie jetzt - mehr oder weniger steuerfrei übergeben werden sollten. Meinen Plan mit meinen Kindern würde es allerdings kaum betreffen und wenn doch, dann müssten sie eben entscheiden, ob sie die Betriebe 20 Jahre weiterführen und die Steuer so lange stunden wollen oder den kurzen Weg über Verkauf und anteilige Steuer gehen.

Ich befürchte nur, es wird lediglich andere steuerrechtliche Konstrukte befördern, die Steuer eben doch zu umgehen.

Die Erbschaftssteuer bis zu 20 Jahren zu stunden, ist auch so 'ne Nummer, von der die SPD denkt, dass das 'ne gute Idee sei. Bin ich sehr skeptisch. Man nehme mal an, ein Betrieb von 30 Mio Wert wird an drei Kinder übertragen - bleiben 15 Mio zu versteuern. Bei Steuersatz 20% (frei aus der Luft gerungen, keine Ahnung, was die SPD tatsächlich anzusetzen gedenkt ...) sind das 3 Mio Steuerlast, die in 20 Jahren abzutragen sind. Jeder Neu-Inhaber startet also bei Minus 1 Mio. Muss man erst mal wieder reinholen zumal die 5 Mio, die man steuerfrei bekommt, in der Firma stecken und ergo auch nur über die nächsten 20-30 Jahre in Form von Ausschüttungen oder Gehalt zufließen.

Da bin ich mir nicht sicher, ob sich drei Nachfolger einig sind oder werden und es am Ende nicht doch zum Verkauf und damit Quereinstieg von Investoren kommt, die man schlicht nicht draußen halten kann. Vor allem in einer Welt, in der sich Techniken und Märkte sehr schnell verändern, ist das Risiko der Erben relativ hoch.

Ich denke, da wird der ein oder andere Mittelständler zusätzlich auf den Markt kommen, kann aber sein, dass genau das auch gewollt ist.

Ob das dann auch im Sinne der klassischen SPD umgesetzt wird, muss man beobachten. Läuft dann ja meist drauf hinaus, dass der Firmenwert möglichst gejazzt wird, was meistens auch zur Folge hat, dass das Personal optimiert wird.