Bitte oder Registrieren, um Beiträge und Themen zu erstellen.

Entnahmeplan - Umstellung auf Kommer-Weltportfolio vs. Steuereffekt bei Verkauf des bestehenden Depots

Hallo Leute,

ich beschäftige mich zur Zeit intensiv mit Aufteilung meines Portfolios bei Ausstieg aus dem Hamsterrad. Umso mehr ich mich mit der Materie auseinandersetze, umso mehr finde ich mich bei den Aussagen von Kommer und dem Finanzwesir zuhause (sprich Anlage in breit streuende ETF um die Marktrentabiltität zu erzielen).

Derzeit hab ich noch ein bunt gemischtes Portfolio aus verschiedenen Aktien, ETFs und auch Fonds. Wenn ich nun z.B. das Weltportfolio in die Tat umsetzen möchte, müsste ich ja die meine Bestände erstmal versilbern - dies hat den angenehmen/unangenehmen Effekt, dass ich teilweise nicht unerheblich Steuern entrichten darf.

Irgendwie habe ich da eine Blockade im Kopf dies dann auch auszuführen. Durch die anlaufenden Aktiengewinne komme ich auf eine Steuerlast > 100.000€.  Ich weiß - ist ein Luxusproblem :o)

Wie habt Ihr das gemacht?

 

 

Ich habe alles gelassen, wie es ist. Sprich: eine nicht unerhebliche Anzahl von Einzelaktien teilweise verteilt über 3 Depots, dazu noch ein paar Altbestände Fonds und ETFs.

Einzig meinen Cashbestand habe ich in dem Jahr vor / nach dem Ausstieg hochgefahren (eher psychologisch denn sachlogisch bedingt).

Ein paar Gedankengänge hierzu:

  • Geldanlage in Aktien ist eine meiner Lieblingsbeschäftigungen. Warum sollte ich also auf ETFs setzen.
  • Ich bin kein Freund von ETFs aus diversen Gründen, höchstens als Bestandteil meines Portfolios (+-30-40%).
  • Andererseits nehmen meine Einzelpositionen ganz schön Zeit in Anspruch. Alleine 2 DIN A4 Ordner mit Abrechnungen pro Jahr müssen verwaltet werden.
  • Sollte ich monatelang Reisen, ist so ein ETF Portfolio natürlich einfacher zu handhaben. Allerdings bin ich durch einen kleinen schulpflichtigen Jungen aktuell sowieso eher eingeschränkt mobil.
  • Würde ich alles verkaufen, kämen bei mehr auch ordentlich Steuern zusammen
  • Fazit: ich lasse erstmal alles so wie es ist. Vielleicht werde ich im Laufe der Zeit ein paar Vereinfachungen vornehmen (weniger Aktienpositionen, ETFs aufstocken). Aktuell ist es aber noch nicht so weit.

Da du Kommer und den Wesir ansprichst: Bei Kommer kann ich mich in seinem Soverän investieren Buch keine Empfehlungen zu eventueller Umschichtung bestehender Depots erinnern, hängt wohl auch zu sehr an der individuellen Situation. Und der Finanzwesir gibt ja zu, aus der Historie heraus selbst ein Sammelsurium an ETFs zu besitzen. Heute würde er es anders machen, aber nachträglich Umschichten macht für ihn keinen Sinn.

Wärs für dich eine Alternative, dein Depot bei Investition und Entnahme langsam und langfristig in die gewünschte Richtung zu steuern?

Du hast ja eine lange Anlegererfahrung und nicht erfolgreich am Ende des Tages.

Wie erfolgreich war deine Strategie über die Jahre gegen ein "Weltportfolio"?

Was sind die Gründe für die Überlegungen? Weniger Aufwand? Streuung? Stabilität?

Wie sollte die Entnahmestrategie nach der Umstellung aussehen?

Vielelicht eregibt sich die kommenden Jahre mal wieder ein Börsencrash, das wäre dann ein guter Zeitpunkt zum Umschichten.

Bei den Steuern darf man nie vergessen, dass die nicht fixiert sind, der Gesetzgeber kann das ganz schnell ändern und gerade die SPD liebäugelt derzeit sehr satrk damit, ""die Vermögen" wesentlich stärker zu besteuern.

der Steuerstundungseffekt geht immer davon aus, dass die Abegltungsstteur sich in Zukunft nicht erhöht. Darauf wetten würde ich keinesfalls.

 

 

Sollte 2 weiter oben natürlich heißen "nicht wenig" erfolgreich....

Sorry für den Typo...

Erst einmal vielen Dank für Eure Anmerkungen.

Die letzten Jahre verfolgte ich eine Buy&Hold Strategie in Richtung Dividenden. Einige Fehltritte waren dabei (z.B. Daimler - inzwischen verkauft und oder auch Shell). Dazu auch gute Investment (z.B. Target). Größte Position ist derzeit der FvS Mult. Opp. mit einem Marktwerkt von 220.000€ - den halte ich schon einige Jahre.

In meinem zweiten Depot sind eben einige Tech-Werte die außerordentlich gut gelaufen sind (z.B. Bechtle als echter Tenbagger).

Ich Richtung "Ruhestand" plane ich das einfache Kommer-Weltportfolio (70% MSCI-World/30%EM). Das Vermögen soll dabei in 70% chancenreich und 30% sicher aufgestellt werden (also Tagesgeld oder ähnliches). Die Entnahmen steuern dann ein Stückweit das Re-Balancing, welches ich ansonsten zweimal jährlich plane.

Ehrlich - inwieweit sich mein kunterbuntes Depot im Vergleich schlägt, kann ich Euch nicht mal sagen. Aber es fühlt sich für mich unstrukturiert an. In steigenden Phasen hat ja nahezu jeder Anleger am Markt Erfolg. Nur dauerhaft den Markt schlagen - wer kann das schon.

@geldanleger

Steuern die man heute bezahlt fehlen in der Anlagesumme und können keine Rendite mehr abwerfen. Bei den genannten 100.000 € Steuerlast sind das dann logischerweise jedes Jahr ein paar tausend Euro die Sie zukünftig jährlich haben oder eben auch nicht; das scheint also schon relevant. Gleichzeitig fühlen Sie sich  nicht so 100 % wohl damit, ein gutes Gefühl erscheint gerade bei der Geldanlage aber schon wichtig.

Will man vernünftig handel wird die Wahrheit irgendwo in der Mitte liegen: Lssen Sie sich Zeit und stellen Sie Schritt für Schritt um, steuerlich so gut es eben geht. Sollte es ein echtes Luxusproblem sein, und wären es letztlich nur peanuts für Sie, stellen Sie es auf einen Streich um...andere kaufen sich ja auch fürs Wohlbefinden einen Targa.