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Entnahme und Lebenszeit

Nach der allseits beliebten 4%-Regel entspricht ein monetäres Ziel von 10 Mio einer Entnahme von 400T€ p.a.

Abgesehen davon dass das nur für wenige ein realistisches Ziel sein kann, widerspricht das mMn durchaus einem frugalistischem Lebensstil. Selbst dann, wenn man der Begründung von André folgen will und/oder kein Frugalist ist.

 

Find ich wirklich interesant. Was macht den der frugalistische Lebenstil aus? Du kannst ja mit guten Einkommen sehr reduziert mit hoher Sparquote leben.

Wenn ist denn dann der Unterschied im praktischen Alltag? oder gehören diejenigen über der Millionengrenze des Vermögens dann nicht mehr zu den Frugalisten und werden zu den Minimalisten verbannt? 🙂

 

Zitat von Woody am 1. Juli 2020, 21:25 Uhr
Zitat von Heini am 1. Juli 2020, 18:28 UhrSorry, aber bei 10 Mio muß man nicht mehr rechnen. Die musst du im Alter erstmal ausgeben.

Schon interessant, dass Menschen mit 10 Mio. Vermögen sich überhaupt bei Frugalisten aufhalten.

Das sehe ich auch so - wenn es denn stimmt... hier sind leider einige Selbstdarsteller unterwegs!

Lieber Heini und Woody,

vielen Dank für Eure Anmerkungen und Einschätzungen.

@Selbstdarsteller: Das sehe ich als Kompliment. Ich hoffe, ich verletze Euch mit meinen Kommentar nicht, denn das liegt mir fern. Tatsächlich hilft mir eine gute Selbstdarstellung von meiner Firma und mir, da ich so beruflich erfolgreicher bin und interessantere Projekte habe. So will ich meinen Kommentar auch verstanden wissen.

@ 10 Mio. Vermögen. Wie gesagt, dass ist mein Ziel ("Leider" sind noch einige Schritte bis dahin zu gehen :-)). Ich glaube unabhängig von der Definition, was man als Frugalist versteht, gibt es Menschen, die wenig verdienen und ein Vermögen in dieser Größenordnung oder größer aufgebaut haben. Sie haben das Vermögen am Ende des Tages nicht verbraucht, sondern größtenteils gespendet.

Hier mal zwei interessante Beispiele:

Ronald Read, Hausmeister, Tankwart und andere Jobs mit diesen Einkommensmöglichkeiten in den USA (auch dort wie in Deutschland verdient man mit diesen Berufen nur unterdurchschnittlich im Vergleich zur Gesamtbevölkerung), Ersparnisse wurden beginnend mit 37 Jahren konsequent in Aktien angelegt, Vermögen zum Zeitpunkt seines Todes 8 Mio. US $, monatliche Dividendenerträge zu diesem Zeitpunkt ca. 20.000 US $ p.M. (Quelle: https://boerse.ard.de/boersenwissen/boersengeschichte-n/ronald-read-der-heimliche-millionaer100.html)

Anne Scheiber, kleine Angestellte beim Finanzamt in den USA (auch unterdurchschnittliche Verdienstmöglichkeiten), Ersparnisse wurden beginnend mit 41 Jahren in Aktien angelegt, Vermögen zum Zeitpunkt des Todes (in 1995) 22 Mio. US $, jährliche Erträge (Dividenden) 750.000 US $. (Quelle: https://boerse.ard.de/boersenwissen/boersengeschichte-n/die-unglaubliche-geschichte-der-anne-scheiber100.html)

Beide sind m.E. Frugalisten, wie sie wahrscheinlich Euren Vorstellungen von einem Frugalisten entsprechen. Allerdings unterscheiden sie sich in einem Punkt von den oben dargestellten Vorstellungen: Für die beiden war klar, dass sie von den Erträgen aus ihrem Vermögen leben und gleichzeitig ihr Vermögen weiter wächst.

Ich habe im Vergleich zu den beiden in zweierlei Hinsicht größeres Glück:

  1. Ich habe "schon" mit mit 33 Jahren angefangen in Aktien zu sparen :-).
  2. Ich verdiene deutlich überdurchschnittlich in einem Beruf, den ich liebe und auch im Ruhestand weiter ausüben werde (ich habe ein Hobby von mir zum Beruf gemacht).

In der folgenden Hinsicht fühle ich mich mit Frugalisten in den Werten verbunden, wie sie Mr. Money Mustache (einer der Hauptprotagonisten der Frugalistenbewegung aus den USA) formuliert:

  1. Versuche eine Sparquote von 60-70 % oder mehr zu erreichen. Das klappt schon ganz gut bei meiner Frau und mir.
  2. Gebe nur dann Geld aus, wenn dies Dein Lebensglück erhöht (Er formuliert das wie folgt: Bei jeder Geldausgabe führt er folgende Untersuchungen durch 1. Macht mich diese Geldausgabe glücklicher? 2. Gibt es andere Möglichkeiten das damit verbundene Lebensglück zu erreichen, die preiswerter sind? 3. Verzögerung bei größeren Anschaffungen, um wirklich zu prüfen, ob diese Ausgabe in Perspektive lebensglückerhöhend wirkt.
    (Ich muß zugeben, hier fehlt es bei mir an Konsequenz in einigen Punkten. Einige Punkte sind bei mir allerdings auch schon geschafft worden wie z.B. Abschaffung eines eigenen Autos und Ersatz durch e-Bike, Ernährung (deutliche Reduktion von tierischen Produkten, was die Lebenshaltungskosten senkt). Bei dem Thema Do it yourself gibt es noch extrem viel Raum nach oben bei mir.)

 

Zitat von MFZ73 am 4. Juli 2020, 23:23 Uhr

Nach der allseits beliebten 4%-Regel entspricht ein monetäres Ziel von 10 Mio einer Entnahme von 400T€ p.a.

Abgesehen davon dass das nur für wenige ein realistisches Ziel sein kann, widerspricht das mMn durchaus einem frugalistischem Lebensstil. Selbst dann, wenn man der Begründung von André folgen will und/oder kein Frugalist ist.

 

Hohe Vermögen und Frugalismus gehen meines Ermessens bei konsequenter Umsetzung Hand in Hand, wenn die finanzielle Freiheit dergestalt genutzt wird, dass man einer Tätigkeit/Hobby (als Wirtschaftsprüfer und Steuerberater kenne ich einige Unternehmer, die frugal leben und gleichzeitig extrem gut verdienen. Ihr Unternehmen ist ihr (einziges) Hobby.) nachgeht, die Geld einbringt und/oder die Vermögensanlagen deutlich höhere Erträge erwirtschaften, als die Lebenshaltungskosten für ein glückliches Leben.

Ich verweise zum einen auf meine Ausführungen zu den Kommentaren von Woody und Heini. (Natürlich kann ich mir auch ein Frugalistendasein vorstellen, wo das Vermögen mit dem Tode (fast) aufgebraucht ist. Auch das ist meines Ermessens möglich und für mich auch ein Ausprägung des frugalen Lebensstils.)

Zum anderen ist mein Ziel, dass meine Vermögensanlagen und später auch meine Erträge aus den Vermögensanlagen so eingesetzt werden, dass die Welt eine Welt wird, die dem Menschen dient. Bei Investments, die festverzinsliche Erträge abwerfen, klappt dies schon ganz gut. Hier mal ein paar Beispiele, wo ich mich persönlich engagiere:

Bei Aktien bin ich noch auf der Suche nach sehr überzeugenden Ideen. Einige Ideen habe ich schon, die okay sind. Insgesamt ist mein Aktienportfolio so aufgestellt, dass ich meine Aktien auch in Nachhaltigkeitsaktienfonds finde. Mit anderen Worten die Gesamtwirkung ist, über alles betrachtet, zumindest nicht schädlich.

Zitat von Lex am 5. Juli 2020, 7:06 Uhr

Find ich wirklich interesant. Was macht den der frugalistische Lebenstil aus? Du kannst ja mit guten Einkommen sehr reduziert mit hoher Sparquote leben.

Wenn ist denn dann der Unterschied im praktischen Alltag? oder gehören diejenigen über der Millionengrenze des Vermögens dann nicht mehr zu den Frugalisten und werden zu den Minimalisten verbannt? 🙂

 

Ich denke, Du triffst mit Deinen Fragen den Kern! Sehr gut, da präzise und auf den Punkt. Ich habe deutlich länger gebraucht, um das gleiche auszudrücken.

Zitat von Lex am 5. Juli 2020, 7:06 Uhr

Find ich wirklich interesant. Was macht den der frugalistische Lebenstil aus? Du kannst ja mit guten Einkommen sehr reduziert mit hoher Sparquote leben.

First off: ich bin kein Frugalist, will auch keiner werden, habe aber das gleiche „Problem“, mein Testament ist geschrieben. Wenn mich morgen einer vom Motorrad hebelt, sind meine Kinder jeweils Multimillionäre. Und gemessen am zvE habe ich in meinem vom Familienvermögen unabhängigen Unternehmen Sparquoten von aktuell 90% teilweise sogar 100%.

Es ist aber mE weder in Frugalismus noch gesamtvolkswirtschaftlich sinnvoll, extrem hohe Kapitalvermögen aufzubauen, wenn diese nicht einem sinnvollen Nutzen zugeführt werden.

Eigentum verpflichtet, das ist einer der HauptGedanken, die ich meinen Kindern mit auf den Weg geben will, solange das noch möglich ist. Auch weil ich in meiner Familie und auch bei Kunden oft sehe, dass Eigentum einfach nur gehortet wird.
Das ist falsch, in sämtlicher Hinscht.

Wenn ist denn dann der Unterschied im praktischen Alltag? oder gehören diejenigen über der Millionengrenze des Vermögens dann nicht mehr zu den Frugalisten und werden zu den Minimalisten verbannt? 🙂

Es kommt drauf an, was man mit solchen Vermögen anfängt. Kein Mensch braucht 10 Mio im Paket, um sich morgens 2 Brötchen zu kaufen und das letzte Möbel hat kein Regal, mitnehmen kann man also auch nichts.

Die Frage ist also, wo ist der Sinn bei solchen - mMn sehr schlechten Beispielen - wenn ein Hausmeister 20 Mio privat auf dem Konto liegen hat? Das ist nichts anderes als ein vermeidbarer volkswirtschaftlicher Schaden und das muss man nicht zur Maxime erheben geschweige denn zum Ideal verklären.

 

Zitat von Andre am 5. Juli 2020, 7:55 Uhr
Bei Aktien bin ich noch auf der Suche nach sehr überzeugenden Ideen. Einige Ideen habe ich schon, die okay sind. Insgesamt ist mein Aktienportfolio so aufgestellt, dass ich meine Aktien auch in Nachhaltigkeitsaktienfonds finde. Mit anderen Worten die Gesamtwirkung ist, über alles betrachtet, zumindest nicht schädlich.

Auch da bin ich etwas anderer Ansicht. Warum immer Aktien? Warum immer eine Distanz zwischen Vermögen/Spender und Empfänger? Warum immer mit einer finanziellen Rendite, die irgendwo erwirtschaftet werden muss?

Gegenbeispiele? Mit überschüssigem Kapital forste ich zB extensiv nutzbaren Wald auf oder unterstütze regelmäßig örtliche Sportvereine. Die betriebswirtschaftliche Rendite ist Null, da kommt auf dem Konto nichts zurück. Muss aber auch nicht, meine Kinder leiden auch so keinen Hunger. Volkswirtschaftlich betrachtet ist das aber sehr wohl rentabel und die Frage stellt sich meiner Meinung nach schon, wann man damit anfängt? Meine persönliche Grenze liegt bei 1 Mio - mehr Privatvermögen ist relativer Unsinn.

Gebe nur dann Geld aus, wenn dies Dein Lebensglück erhöht

Das ist mMn der gleiche küchenpsychologische Unsinn wie bei Mari Kondo. Wissenschaftlich ist ziemlich erwiesen, dass das persönliche Glück über 5T€ nicht weiter ansteigt. Wer den Level erreicht, kann mit seinem Geld also machen, was er will - ausgeben, behalten, sich selbst optimieren, alles relativ egal.

Dieser Blog heißt nun mal "Frugalisten". Aber vielleicht interpretieren hier einige den Untertitel etwas anders als unser Oli das wohl eigentlich gemeint hat!?

Es liegt mir fern, hier irgend jemanden anzugreifen oder zu beleidigen. Dennoch erschließt sich mir nicht, was Unternehmer, die nach eigener Aussage Multimillionäre sind oder sich zumindest auf dem Weg dorthin befinden, hier suchen oder der Community meinen geben zu können!?

 

Schon mal in Erwägung gezogen, dass es einfach Interesse am Thema ist? Vielleicht auch nur in Teilbereichen? Gregor Gysi hat iirc in seiner Abschlussrede im Bundestag formuliert, dass man in der Politik (und auch sonst) immer damit rechnen sollte, dass der andere womöglich doch Recht hat.

Ich habe weder ihn noch seine Partei jemals gewählt, aber deswegen ist das, was er sagt, ja nicht per se dumm. Das Vorgehen von Oli halte ich in Teilen für riskant und unausgegoren - kann aber sein, dass ich falsch liege.

Sich mit anderen Meinungen zu beschäftigen halte ich daher immer für eine schlaue Idee, mich in der eigenen Bubble zu bewegen eher für kontraproduktiv, vor allem, wenn man das unreflektiert tut.

General Sunzi wusste das schon vor 2500 Jahren - vermutlich war der auch nicht ganz doof.

Zitat von Andre am 5. Juli 2020, 7:23 Uhr

Für die beiden war klar, dass sie von den Erträgen aus ihrem Vermögen leben und gleichzeitig ihr Vermögen weiter wächst.

Genau das ist auch mein Plan, denn die letzten Jahre sind meist die teuersten.

»In meinem Alter begreife ich, dass Zeit mein kostbarster Besitz ist.« »Freiheit bedeutet, dass man nicht unbedingt alles so machen muss wie andere Menschen.« »Eine Aktie zu verkaufen die fällt, ist in etwa so, als ob man ein Haus für 100.000 Dollar kauft und es verkauft, sobald jemand 80.000 Dollar dafür bietet.« Buffett
Zitat von Woody am 5. Juli 2020, 13:48 Uhr

Dieser Blog heißt nun mal "Frugalisten". Aber vielleicht interpretieren hier einige den Untertitel etwas anders als unser Oli das wohl eigentlich gemeint hat!?

Es liegt mir fern, hier irgend jemanden anzugreifen oder zu beleidigen. Dennoch erschließt sich mir nicht, was Unternehmer, die nach eigener Aussage Multimillionäre sind oder sich zumindest auf dem Weg dorthin befinden, hier suchen oder der Community meinen geben zu können!?

 

Hängt denke ich damit zusammen, dass Frugalismus eine bunte Tüte mehrerer Konzepte sind, die aber auch unabhängig voneinander funktionieren. Mich interessieren hier die Themen Einkommenoptimierung und Investment mehr und das Erreichen einer (Teil-)FI, das Retire Early oder die Ausgabenreduzierung in der hier gezeigten Konsequenz eher weniger. Ich hoffe, in dem Rahmen trotzdem sinnvoll mitreden zu können. Und die Millionäre hier hatten find ich auch schon viele konstruktive Beiträge. Ob die z.T. recht offensive Selbstdarstellung dazuzählt, kann man so oder so sehn. Mir persönlich hilfts, den größeren (finanziellen) Erfolg anderer neidlos (ok, neidarm :)) akzeptieren zu lernen, und trotzdem zufrieden meinen eigenen Weg zu gehn.

Zitat von dev am 5. Juli 2020, 15:43 Uhr
Zitat von Andre am 5. Juli 2020, 7:23 Uhr

Für die beiden war klar, dass sie von den Erträgen aus ihrem Vermögen leben und gleichzeitig ihr Vermögen weiter wächst.

Genau das ist auch mein Plan, denn die letzten Jahre sind meist die teuersten.

Wenn ich an meine nun weitgehend tote Großelterngeneration denke, waren die letzten Jahre eher günstig, weil teure Investitionen vermieden wurden, Reisen und teure Hobbies sowieso, und die Gesundheitsversorgung ja versichert war. Teuer wirds bei hohem Pflegebedarf / Heimunterbringung, das ist der Mehrheit aber erspart geblieben oder war nur sehr kurz. Klar im "Vorteil" waren dabei die mit jüngerem und fitteren Ehepartner, i.d.R. also die Männer.

Zitat von TheWanderer am 5. Juli 2020, 16:36 Uhr
Zitat von dev am 5. Juli 2020, 15:43 Uhr

Teuer wirds bei hohem Pflegebedarf / Heimunterbringung, das ist der Mehrheit aber erspart geblieben oder war nur sehr kurz. Klar im "Vorteil" waren dabei die mit jüngerem und fitteren Ehepartner, i.d.R. also die Männer.

Aber genau diese Kosten meine ich, ich will nicht bei einer KV betteln müssen - lieber ist mir auch Fit bis zum Ende.

»In meinem Alter begreife ich, dass Zeit mein kostbarster Besitz ist.« »Freiheit bedeutet, dass man nicht unbedingt alles so machen muss wie andere Menschen.« »Eine Aktie zu verkaufen die fällt, ist in etwa so, als ob man ein Haus für 100.000 Dollar kauft und es verkauft, sobald jemand 80.000 Dollar dafür bietet.« Buffett
Zitat von dev am 5. Juli 2020, 16:51 Uhr
Zitat von TheWanderer am 5. Juli 2020, 16:36 Uhr
Zitat von dev am 5. Juli 2020, 15:43 Uhr

Teuer wirds bei hohem Pflegebedarf / Heimunterbringung, das ist der Mehrheit aber erspart geblieben oder war nur sehr kurz. Klar im "Vorteil" waren dabei die mit jüngerem und fitteren Ehepartner, i.d.R. also die Männer.

Aber genau diese Kosten meine ich, ich will nicht bei einer KV betteln müssen - lieber ist mir auch Fit bis zum Ende.

Aus eigener Erfahrung mit Angehörigen und Stufe 5 im Pflegeheim: Bei normal hoher Rente (grob Richtung 2000-2500 €) geht das auf, da den Rest die Pflegeversicherung deckt. Von daher sollte das passen, auch in Zukunft, ansonsten werden die Pflegeheime sehr leer werden.

Zudem ist Pflegestufe 5 (und hohe Kosten) eher seltener, macht euch da nicht verrückt. Pflegeheim ist teuer, ja, aber soviel mehr ist das auch nicht.

Zitat von MFZ73 am 5. Juli 2020, 14:58 Uhr

Schon mal in Erwägung gezogen, dass es einfach Interesse am Thema ist? Vielleicht auch nur in Teilbereichen?

Das ist auch völlig in Ordnung, nur als Multimillionär bist du doch eher auf einer anderen finanziellen Ebene als der Frugalist oder der Early Retirement-Mensch.

Natürlich kannst du hier mitreden und lesen, aber ob das für andere sinnvoll ist wage ich zu bezweifeln, da Geld und das Auskommen dann weniger die Rolle spielt.

Daher wirst du vielleicht auch immer mit den meisten aneinander vorbeireden, das liegt dann wohl inder Ausgangssituation. Ein Frugalist oder Early-Retirement-Mensch muß halt kalkulieren, wann das Geld reicht bzw. wieviel er zur Verfügung hat, nicht ob er wegen hoher Dividenden noch etwas mehr sparen sollte oder ne Rolex kaufen (etwas provokant, ich weiß, wollte nur den Unterschied herausstellen).

Ich persönlich bin da irgendwo in der Mitte, eher bei den späteren Retirement-Menschen.

Immer wieder lustig, was einem so unterstellt wird, nur damit es zu den Erwartungen passt.

Kleiner Tipp: ich plane meinen Renteneinstieg ohne das Kapital, das im Hintergrund so mitläuft, sondern will mein Ziel nur auf Basis meines Erwerbseinkommens erreichen. Den Rest nutze ich zugegeben als Sprungbrett, werde es aber vorzeitig an meine Kinder abgeben.
Oder anders formuliert: ich will da so schnell raus wie möglich, aus verschiedenen Gründen.

... und schwupps bin ich wieder in der fast gleichen Situation wie die meisten hier.

Zitat von MFZ73 am 5. Juli 2020, 10:06 Uhr

 

First off: ich bin kein Frugalist, will auch keiner werden, habe aber das gleiche „Problem“, mein Testament ist geschrieben. Wenn mich morgen einer vom Motorrad hebelt, sind meine Kinder jeweils Multimillionäre. Und gemessen am zvE habe ich in meinem vom Familienvermögen unabhängigen Unternehmen Sparquoten von aktuell 90% teilweise sogar 100%.

Es ist aber mE weder in Frugalismus noch gesamtvolkswirtschaftlich sinnvoll, extrem hohe Kapitalvermögen aufzubauen, wenn diese nicht einem sinnvollen Nutzen zugeführt werden.

Eigentum verpflichtet, das ist einer der HauptGedanken, die ich meinen Kindern mit auf den Weg geben will, solange das noch möglich ist. Auch weil ich in meiner Familie und auch bei Kunden oft sehe, dass Eigentum einfach nur gehortet wird.
Das ist falsch, in sämtlicher Hinscht.

Wenn ist denn dann der Unterschied im praktischen Alltag? oder gehören diejenigen über der Millionengrenze des Vermögens dann nicht mehr zu den Frugalisten und werden zu den Minimalisten verbannt? 🙂

Es kommt drauf an, was man mit solchen Vermögen anfängt. Kein Mensch braucht 10 Mio im Paket, um sich morgens 2 Brötchen zu kaufen und das letzte Möbel hat kein Regal, mitnehmen kann man also auch nichts.

Die Frage ist also, wo ist der Sinn bei solchen - mMn sehr schlechten Beispielen - wenn ein Hausmeister 20 Mio privat auf dem Konto liegen hat? Das ist nichts anderes als ein vermeidbarer volkswirtschaftlicher Schaden und das muss man nicht zur Maxime erheben geschweige denn zum Ideal verklären.

 

Zitat von Andre am 5. Juli 2020, 7:55 Uhr
Bei Aktien bin ich noch auf der Suche nach sehr überzeugenden Ideen. Einige Ideen habe ich schon, die okay sind. Insgesamt ist mein Aktienportfolio so aufgestellt, dass ich meine Aktien auch in Nachhaltigkeitsaktienfonds finde. Mit anderen Worten die Gesamtwirkung ist, über alles betrachtet, zumindest nicht schädlich.

Auch da bin ich etwas anderer Ansicht. Warum immer Aktien? Warum immer eine Distanz zwischen Vermögen/Spender und Empfänger? Warum immer mit einer finanziellen Rendite, die irgendwo erwirtschaftet werden muss?

Gegenbeispiele? Mit überschüssigem Kapital forste ich zB extensiv nutzbaren Wald auf oder unterstütze regelmäßig örtliche Sportvereine. Die betriebswirtschaftliche Rendite ist Null, da kommt auf dem Konto nichts zurück. Muss aber auch nicht, meine Kinder leiden auch so keinen Hunger. Volkswirtschaftlich betrachtet ist das aber sehr wohl rentabel und die Frage stellt sich meiner Meinung nach schon, wann man damit anfängt? Meine persönliche Grenze liegt bei 1 Mio - mehr Privatvermögen ist relativer Unsinn.

Gebe nur dann Geld aus, wenn dies Dein Lebensglück erhöht

Das ist mMn der gleiche küchenpsychologische Unsinn wie bei Mari Kondo. Wissenschaftlich ist ziemlich erwiesen, dass das persönliche Glück über 5T€ nicht weiter ansteigt. Wer den Level erreicht, kann mit seinem Geld also machen, was er will - ausgeben, behalten, sich selbst optimieren, alles relativ egal.

Was ist denn ihr "gleiches Problem"? Aus dem was Sie schreiben erschließt sich mir nicht, dass Sie Probleme haben.

Aus dem Vermögen, das ihre Kinder per sofort erben könnten, ergibt sich, dass Sie aktuell also vielfacher Multimillionär sind!? Dabei ist doch mehr als 1 Mio. Privatvermögen Unsinn - wo habe ich das doch gleich noch gelesen?

Ihre Sparquote beträgt teilweise 100% - da geben Sie also gar kein Geld aus - Respekt - das schafft ja nicht mal ein Hardcore-Frugalist!

Zitat von MFZ73 am 5. Juli 2020, 14:58 Uhr

Schon mal in Erwägung gezogen, dass es einfach Interesse am Thema ist? Vielleicht auch nur in Teilbereichen? Gregor Gysi hat iirc in seiner Abschlussrede im Bundestag formuliert, dass man in der Politik (und auch sonst) immer damit rechnen sollte, dass der andere womöglich doch Recht hat.

Ich habe weder ihn noch seine Partei jemals gewählt, aber deswegen ist das, was er sagt, ja nicht per se dumm. Das Vorgehen von Oli halte ich in Teilen für riskant und unausgegoren - kann aber sein, dass ich falsch liege.

Sich mit anderen Meinungen zu beschäftigen halte ich daher immer für eine schlaue Idee, mich in der eigenen Bubble zu bewegen eher für kontraproduktiv, vor allem, wenn man das unreflektiert tut.

General Sunzi wusste das schon vor 2500 Jahren - vermutlich war der auch nicht ganz doof.

Gregor Gysi - dass Sie sich ausgerechnet auf den ehemaligen Vorsitzenden einer Partei berufen, die liebend gerne die Vermögenssteuer wieder einführen möchte...

Und geht es hier um Recht haben???

Dass Olis Vorhaben - wenn er es denn mit 40  tatsächlich so durchzieht Risiken hat - einverstanden. Aber wenn man sich seine Artikel durchliest kann man schwerlich behaupten, dass es unausgegoren ist.

Vielleicht sollte man sich mit anderen Meinungen nicht nur beschäftigen, sondern sie auch einfach mal respektieren!

General Sunzi - "Die Kunst des Krieges" - habe ich was verpasst? Befinden wir uns im Krieg?

Zitat von MFZ73 am 5. Juli 2020, 20:43 Uhr

Immer wieder lustig, was einem so unterstellt wird, nur damit es zu den Erwartungen passt.

Kleiner Tipp: ich plane meinen Renteneinstieg ohne das Kapital, das im Hintergrund so mitläuft, sondern will mein Ziel nur auf Basis meines Erwerbseinkommens erreichen. Den Rest nutze ich zugegeben als Sprungbrett, werde es aber vorzeitig an meine Kinder abgeben.
Oder anders formuliert: ich will da so schnell raus wie möglich, aus verschiedenen Gründen.

... und schwupps bin ich wieder in der fast gleichen Situation wie die meisten hier.

WER unterstellt Ihnen denn WAS?

Sie planen ihren Renteneinstieg ohne das Kapital, benutzen es aber als Sprungbrett - liest sich für mich wie ein Widerspruch.

Sie wollen aus ihrer komfortablen Situation so schnell wie möglich raus - "aus verschiedenen Gründen" - klingt geheimnisvoll! Lassen Sie uns doch bitte teilhaben an diesen Gründen!

"In der gleichen Situation wie die meisten hier" - vermutlich eher nicht. Allerdings ist die Situation unserer geschätzten Community-Mitglieder vermutlich auch sehr inhomogen.

Wie gesagt, man sollte halt mal die Scheuklappen abnehmen und dem gegenüber zuhören, wenn man was lernen will. Wer das von vornherein nicht will, schreibt solche Beiträge wie Du.

Und nochmal: 100% Sparquote IN BEZUG AUF MEIN zvE  SIND MÖGLICH und auch schon realisiert worden.

Ge- und beschrieben habe ich das allerdings in erster Linie nur, um die vielen und teils unsinnigen Varianten der Sparquotenberechnungen, die hier rumschwirren, zu konterkarieren bzw. aufzuzeigen, dass das bei Selbständigen/Unternehmern anders aussehen kann.

Zudem ist das Wort „Problem“ absichtlich mit Anführungszeichen versehen worden, ich werde Ironie in Zukunft für Dich aber noch expliziter kennzeichnen.

Dir weiterhin Viel Glück.

Zitat von MFZ73 am 6. Juli 2020, 9:28 Uhr

Wie gesagt, man sollte halt mal die Scheuklappen abnehmen und dem gegenüber zuhören, wenn man was lernen will. Wer das von vornherein nicht will, schreibt solche Beiträge wie Du.

Und nochmal: 100% Sparquote IN BEZUG AUF MEIN zvE  SIND MÖGLICH und auch schon realisiert worden.

Ge- und beschrieben habe ich das allerdings in erster Linie nur, um die vielen und teils unsinnigen Varianten der Sparquotenberechnungen, die hier rumschwirren, zu konterkarieren bzw. aufzuzeigen, dass das bei Selbständigen/Unternehmern anders aussehen kann.

Zudem ist das Wort „Problem“ absichtlich mit Anführungszeichen versehen worden, ich werde Ironie in Zukunft für Dich aber noch expliziter kennzeichnen.

Dir weiterhin Viel Glück.

Auch der in diesem Fall sinnfreie Hinweis auf Ironie erklärt das verschwurbelte Satzkonstrukt nicht - sorry.