Einstieg in die WG Vermietung - Fragen zu Nebenkosten
Zitat von BrotBrot am 13. Juli 2025, 10:29 UhrHallo in die Runde,
ich habe nun endlich meine erste kleine Wohnung zur Vermietung an eine WG gekauft. Bislang hatte ich nur ganz klassisch vermietet, möchte jetzt aber die zwei Zimmer möblieren und an Studenten oder junge Berufstätige vermieten. Die erste Besichtigung ist auch schon durch und ich habe bereits Interessenten. Was mir noch fehlt ist ein passender Mietvertrag, der neben den üblichen Punkten auch noch folgendes Regelt:
- Möblierung
- Indexmiete (ist in einigen kommerziellen Verträgen wie dem von GEV nicht enthalten)
- Nebenkostenpauschale für fixe Kosten (zur Vereinfachung, inkl. Internet)
- zusätzlich Nebenkostenvorauszahlung für verbrauchsabhängige Kosten (Heizung, Wasser, Strom)
- Möglichkeit zu deren Erhöhung über Index
@jan-veerman scheint ja viel Erfahrung hier zu haben, habe auf deiner Webseite auch deine Vorlage zum Download gefunden, vielen Dank. Darin wird ja einfach grundsätzlich für vorübergehenden Wohnbedarf vermietet und per Staffel erhöht. Dadurch kann natürlich ein Puffer eingebaut werden, so dass erhöhter Verbrauch (z.B. Bitcoin-Mining) nicht gleich zum Verlust für den Vermieter geht.
Ich befürchte das bekomme ich hier nicht durch, in meiner Stadt gilt die Mietpreisbremse und Conny knackt sowas vermutlich ganz einfach, sobald die 110 % Grenze vom Mietspiegel überschritten ist.Darum möchte ich das gerne rechtssicher machen, die Miete nicht groß überm Mietspiegel ansetzen aber eben einen kleinen Möblierungszuschlag und die verbrauchsabhängigen Nebenkosten mit dem Index mitsteigern lassen. Für die fixen Nebenkosten würde ich aber gerne einfach eine Pauschale ansetzen, um die Abrechnung hier zu vereinfachen. In diese Pauschale würde ich an sich auch gerne die Kosten fürs Internet aufnehmen.
Mögliches Problem bei den Nebenkosten könnte sein, dass in vielen Quellen immer auf die Betriebskostenverordnung abgestellt wird in der weder Internet noch Wohnungsstrom aufgeführt sind.Frage 1: Wie kann ich rechtssicher eine Kombination aus Nebenkostenpauschale und Nebenkostenvorauszahlung vereinbaren?
Frage 2: Wie kann ich Nebenkosten wie Internet / Wohnungsstrom, die nicht in der Betriebskostenverordnung genannt sind, wirksam in der Nebenkostenpauschale bzw. Nebenkostenvorauszahlung vereinbaren?
Frage 3: Hat jemand Erfahrung mit der Erhöhung der Nebenkostenvorauszahlung per Index?
Vielen Dank für euern Input!
Hallo in die Runde,
ich habe nun endlich meine erste kleine Wohnung zur Vermietung an eine WG gekauft. Bislang hatte ich nur ganz klassisch vermietet, möchte jetzt aber die zwei Zimmer möblieren und an Studenten oder junge Berufstätige vermieten. Die erste Besichtigung ist auch schon durch und ich habe bereits Interessenten. Was mir noch fehlt ist ein passender Mietvertrag, der neben den üblichen Punkten auch noch folgendes Regelt:
- Möblierung
- Indexmiete (ist in einigen kommerziellen Verträgen wie dem von GEV nicht enthalten)
- Nebenkostenpauschale für fixe Kosten (zur Vereinfachung, inkl. Internet)
- zusätzlich Nebenkostenvorauszahlung für verbrauchsabhängige Kosten (Heizung, Wasser, Strom)
- Möglichkeit zu deren Erhöhung über Index
@jan-veerman scheint ja viel Erfahrung hier zu haben, habe auf deiner Webseite auch deine Vorlage zum Download gefunden, vielen Dank. Darin wird ja einfach grundsätzlich für vorübergehenden Wohnbedarf vermietet und per Staffel erhöht. Dadurch kann natürlich ein Puffer eingebaut werden, so dass erhöhter Verbrauch (z.B. Bitcoin-Mining) nicht gleich zum Verlust für den Vermieter geht.
Ich befürchte das bekomme ich hier nicht durch, in meiner Stadt gilt die Mietpreisbremse und Conny knackt sowas vermutlich ganz einfach, sobald die 110 % Grenze vom Mietspiegel überschritten ist.
Darum möchte ich das gerne rechtssicher machen, die Miete nicht groß überm Mietspiegel ansetzen aber eben einen kleinen Möblierungszuschlag und die verbrauchsabhängigen Nebenkosten mit dem Index mitsteigern lassen. Für die fixen Nebenkosten würde ich aber gerne einfach eine Pauschale ansetzen, um die Abrechnung hier zu vereinfachen. In diese Pauschale würde ich an sich auch gerne die Kosten fürs Internet aufnehmen.
Mögliches Problem bei den Nebenkosten könnte sein, dass in vielen Quellen immer auf die Betriebskostenverordnung abgestellt wird in der weder Internet noch Wohnungsstrom aufgeführt sind.
Frage 1: Wie kann ich rechtssicher eine Kombination aus Nebenkostenpauschale und Nebenkostenvorauszahlung vereinbaren?
Frage 2: Wie kann ich Nebenkosten wie Internet / Wohnungsstrom, die nicht in der Betriebskostenverordnung genannt sind, wirksam in der Nebenkostenpauschale bzw. Nebenkostenvorauszahlung vereinbaren?
Frage 3: Hat jemand Erfahrung mit der Erhöhung der Nebenkostenvorauszahlung per Index?
Vielen Dank für euern Input!
Zitat von Rente-in-2027 am 14. Juli 2025, 10:23 UhrJan wurde leider zuletzt vor 6 Monaten hier im Forum gesehen, würde es da wahrscheinlich eher über seine Website oder per mail bei ihm probieren. Er ist ja bekanntlich sehr offen und auskunftsfreudig
Jan wurde leider zuletzt vor 6 Monaten hier im Forum gesehen, würde es da wahrscheinlich eher über seine Website oder per mail bei ihm probieren. Er ist ja bekanntlich sehr offen und auskunftsfreudig
Zitat von Jan Veerman am 21. September 2025, 1:22 UhrHi @wurstbrot
Du bist ja mittlerweile mit den WG Betreibern Deutschlandweit connected. Da gibt es auch Leute die ihre Mietverträge für Berliner Verhältnisse Rechtssicher aufsetzten können.
Es widerspricht meiner Philosophie einen rechtssicheren Vertrag aufzusetzen. Ich finde das Juristendeutsch weder verständlich noch angemessen oder fair für alle Seiten darum halte ich davon abstand. Ich möchte einen fairen Vertrag den jeder einfach verstehen kann. Im Zweifel würde ich einen Rechtsstreit wohl verlieren da ich jedoch ein gutes Verhältnis zu meinen Mietern pflege liegt die Wahrscheinlichkeit bei nahe 0 das ich jemals von einem meiner Mieter verklagt werde. Meine Preise sind sowieso im unteren Mittelfeld der WG Vermietung darum mache ich mir da gar keine Sorgen.
Bzgl. Nebenkosten finde ich es Fair wenn der Vermieter alles übernimmt auch das Risiko von Strompreissteigerungen im laufe des Jahres. Ein Mieter eines Zimmers hat nicht so viel Einfluss auf die Heizkosten, Stromkosten etc. der gesamten WG. Ein Vermieter hat da mehr Hebel in der Hand als ein einzelner Bewohner.
Auch die Steigerung der Nebenkosten sollte ein erfahrener Vermieter gut kalkulieren können und in den Staffelmietvertrag einpreisen. Auch hier hat der Vermieter den größten Hebel (Auswahl der Heizung, Dämmung, Fenster, Solar aufs Dach etc.)
Nur wenn der Vermieter eine WG alle Nebenkosten selber trägt hat er auch ein großes Interesse das Objekt wirtschaftlich Energieeffizienter zu gestalten.Fazit: Keine Nebenkostenvorauszahlung sondern Nebenkostenpauschalen wenn du die Zeit und Muße hast mit deinen Mietern auch ins Gespräch zu gehen.
Hi @wurstbrot
Du bist ja mittlerweile mit den WG Betreibern Deutschlandweit connected. Da gibt es auch Leute die ihre Mietverträge für Berliner Verhältnisse Rechtssicher aufsetzten können.
Es widerspricht meiner Philosophie einen rechtssicheren Vertrag aufzusetzen. Ich finde das Juristendeutsch weder verständlich noch angemessen oder fair für alle Seiten darum halte ich davon abstand. Ich möchte einen fairen Vertrag den jeder einfach verstehen kann. Im Zweifel würde ich einen Rechtsstreit wohl verlieren da ich jedoch ein gutes Verhältnis zu meinen Mietern pflege liegt die Wahrscheinlichkeit bei nahe 0 das ich jemals von einem meiner Mieter verklagt werde. Meine Preise sind sowieso im unteren Mittelfeld der WG Vermietung darum mache ich mir da gar keine Sorgen.
Bzgl. Nebenkosten finde ich es Fair wenn der Vermieter alles übernimmt auch das Risiko von Strompreissteigerungen im laufe des Jahres. Ein Mieter eines Zimmers hat nicht so viel Einfluss auf die Heizkosten, Stromkosten etc. der gesamten WG. Ein Vermieter hat da mehr Hebel in der Hand als ein einzelner Bewohner.
Auch die Steigerung der Nebenkosten sollte ein erfahrener Vermieter gut kalkulieren können und in den Staffelmietvertrag einpreisen. Auch hier hat der Vermieter den größten Hebel (Auswahl der Heizung, Dämmung, Fenster, Solar aufs Dach etc.)
Nur wenn der Vermieter eine WG alle Nebenkosten selber trägt hat er auch ein großes Interesse das Objekt wirtschaftlich Energieeffizienter zu gestalten.
Fazit: Keine Nebenkostenvorauszahlung sondern Nebenkostenpauschalen wenn du die Zeit und Muße hast mit deinen Mietern auch ins Gespräch zu gehen.