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Der Kanzler wäre begeistert und erschüttert zugleich

Hallo zusammen!
Ich würde gern aufhören zu arbeiten und noch lieber hören, dass mein Plan dazu aufgeht. Für den Fall, dass nicht, bitte ich um Hinweise.

Also: ich möchte zum 31.12.26 kündigen. Dann werde ich 58 Jahre alt sein. Nach 41 Jahren als Angestellter im Schichtdienst habe ich gut 40 Rentenpunkte angesammelt. Ich wohne in einer abgezahlten Eigentumswohnung (ca. 300T€) und habe ca. 475 T€ im Depot (80% FTSE-AllWorld, je 10% Gold/Cash).
Mein Monatsbudget beträgt (schon lange) frugale 1.500€. Meistens bleiben davon noch zw. 100 und 300€ übrig, die dann auf ein Extrakonto wandern und am Ende doch noch ausgegeben werden. Aus dem größeren meiner beiden ETFs fließen im Monatsschnitt 300€ netto an Dividenden auf mein Konto.

Mein Plan A:
Ich melde mich ab 01.01.27 arbeitslos, kassiere nach drei Monaten Sperre ca. 1000€ ALG1 (ich arbeite schon seit fünf Jahren nur noch 50% und verdiene entsprechend wenig). Ich stocke diesen Betrag um 200€ aus Rücklagen auf und komme so inkl. der Dividenden auf meine 1.500€. Vielleicht finde ich tatsächlich einen akzeptablen 10-15-Stunden-Job, der zumindest die Sozialversicherung und ein paar hundert Euro extra einbringt.
Dann gehe ich mit 63, ca. 350 T€ im Depot und vollen Abzügen in Rente, stocke meine zu erwartende 1.100€-Rente aus dem Depot auf und sterbe trotzdem nicht arm (in ca. 25 Jahren).

Plan B:
Wie Plan A. Allerdings finde ich keinen akzeptablen Midi-Job und das Jobcenter nervt zu doll. Dann müsste ich maximal neun Jahre bis zum Alter von höchstens 67 mein Depot entsparen. Das macht ca. neun Jahre mal 12 Monate mal 1.500€ plus 300 GKV, also insgesamt ungefähr 200T€. Bleiben zu Rentenbeginn ca. 250T€ Rest im Depot. Müsste auch reichen.
Der FI-Rechner sagt, bis 2.300€/Monat bin ich für lange Zeit safe.

Kann das funktionieren? Habe ich irgendwo einen Denkfehler? Habe ich etwas vergessen? Sollte ich das Depot zugunsten von mehr Tagesgeld umschichten (der Gewinnanteil der ETFs liegt bei etwa 200T€)?

(Zur Klickbait-Überschrift: der Kanzler wäre begeistert, weil ich so schön am Aktienmarkt investiert habe und meine Rente nur eine Art Basis-Absicherung darstellt. Und erschüttert, weil ich in der Folge erst in Lifestyle-Teilzeit gewechselt bin und nun sogar ganz aufhören will zu arbeiten. Obwohl ich noch nicht mal 70 bin!)

 

Beste Grüße,

Xonit

 

Guten Morgen und willkommen.

mir wäre es auf der Vermögensseite i.Z. mit den recht geringen Rentenpunkte zu knapp.

Dein Budget von 1.500€ enthält wenig Spielraum für Inflation oder geänderte Konsumwünsche.

Den Wunsch nach MIDI verstehe ich nicht, da du ja bereits schon bei 50% bist und der Zeitumfang gering ist und bei anzunehmender schlechteren Bezahlung des MIDI es recht ineffizient erscheint  ist dein jetziger Job so unattraktiv?

Das ist aber meine Meinung. Wenn es für dich so passt geht das rechnerisch schon auf.

ALG1 Sperre >58 sind 6 Monate (25%)

Zitat von Xonit am 11. Mai 2026, 7:19 Uhr

Plan B:

Der FI-Rechner sagt, bis 2.300€/Monat bin ich für lange Zeit safe.

Zwei Fragen dazu:

  1. Wie sieht der Graph des FI-Rechners dazu aus?
  2. Was ist konkret mit "langer Zeit" und "safe" gemeint?

Als Beispiel:

  • 20 Jahre sind unbestritten eine lange Zeit, kann aber sein, dass das nicht lang genug für den Bezugszeitraum ist.
  • "safe" kann bedeuten, dass das Depot nicht auf Null fällt oder auch, dass ein Grundbetrag mehr oder weniger gesichert ist, was wiederum vom Betrachtungszeitraum s.o. abhängt.
  • => der Graph ist enorm hilfreich, weil da beides sofort sichtbar ist, wenn die Einstellungen/Parameter mitgeliefert werden.

 

Zitat von Muslime_Frugi am 11. Mai 2026, 11:23 Uhr

Den Wunsch nach MIDI verstehe ich nicht, da du ja bereits schon bei 50% bist und der Zeitumfang gering ist und bei anzunehmender schlechteren Bezahlung des MIDI es recht ineffizient erscheint  ist dein jetziger Job so unattraktiv?

Ich lebe ja schon ziemlich lange eher bescheiden und damit auch sparsam (nicht geizig). Wenn ich bei der Entnahme also sparen könnte, wäre das schon schön.

Und natürlich bezahlt mein jetziger Job mich vermutlich deutlich besser. Aber er ist verbunden mit Schichtdienst rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr. Nach über 35 Jahren reicht's dann auch langsam mal damit. Wenn ich mich schichtdienstuntauglich schreiben ließe (nach dem Nachtdienst schlafe ich vielleicht noch drei, vier Stunden - und zwar schlecht), bekomme ich aber auch von meinem jetzigen Arbeitgeber nur noch richtige Kack-Jobs angeboten.

Gruß, Xonit

Erstmal herzlich willkommen!

Respekt für 41 Arbeitsjahre, bekommen viele nicht hin, das schon mit 58.

Die Berechnung stimmt wohl, davon ausgehend, dass es weiterhin so läuft wie in den letzten 10, 20 Jahren.  Es darf aber nicht schief gehen, kein größerer Crash, Betonsanierung an der ETW, andauernde zweistellige Inflation.

Für mich wäre es zu dünn.

Bist Du alleine? Partner/ Kind(er)?

Kündigung zum 31.12. ist steuerlich nicht optimal, 2026 volle Steuern, 2027 viel weniger Einkommen, viel weniger Progression.

 

Zitat von MFZ73 U3/5 => 6 am 11. Mai 2026, 13:32 Uhr
  1. Wie sieht der Graph des FI-Rechners dazu aus?
  2. Was ist konkret mit "langer Zeit" und "safe" gemeint?

Ich habe eingegeben:

  • Startvermögen 400T€
  • Startdatum 01.01.27
  • Rentenbeginn 10/31 mit 63 und 14,4% Abzügen (40RP)
  • Gesamtdauer 35 Jahre

Dann liegt der Graph im Worst Case an der Unterkante immer bei ca. 200T€.

Die sichere Entnahmerate liegt bei 0,5% Pleitewahrscheinlichkeit bei ca. 2.300€.

Somit scheint mir der Sicherheitspuffer groß genug.

Aber vielleicht habe ich den Rechner auch nicht richtig bedient. Ich habe ihn erst vor kurzem entdeckt. Und ich möchte gern, dass es wahr wäre.

 

Gruß, Xonit

Moin!

Herzlich Willkommen erstmal.

Das mit den FI Rechnern ist so ne Sache. Mit rein historischen Datenreihen sagen die mir auch ich bin safe. Mit ner fiesen Monte-Carlo-Simulation sieht es schon weniger rosig aus, oder bei manchen kann man die Renditen ein bisschen runter drehen und schauen was dann passiert… da wird es schnell sehr knapp.

Man kann sich drauf verlassen dass es nie blöder wird als die letzten 100 Jahre, oder flexibel sein (und ggf nen mistigen Job annehmen), oder weitersparen.

Geschmackssache, das kann dir (und mir) keiner abnehmen.

Wo ich zustimme: Im nächsten Jahr noch etwa so viel verdienen wie du steuerfrei bekommst. Steuererklärung macht dann richtig Spaß.

Hi Xonit,

es mag an meinem jugendlichen Leichtsinn liegen - für mich klingt das aber absolut und ohne großes Risiko machbar. Du hast ein Vermögen (ohne Rentenpunkte) von knapp 800k. In nur 5, respektive 9 Jahren kannst du in Rente und hast damit automatisch deine KV abgegolten. 40 RP sind auch bezogen auf deine monatlichen Ausgaben durchaus ordentlich. Die vorsichtigen Töne der anderen Forenteilnehmer vermute ich daher, dass diese einfach deutlich höhere Ausgaben haben.

Wenn du deinen Lebensstil - wie du selbst sagst - schon seit vielen Jahren so führst und damit zufrieden bist, solltest du vermögenstechnisch auf der "sicheren Seite" sein.

An anderer Stelle hier im Forum wurde auch fleißig diskutiert, ob man Rentenpunkte als Vermögenswerte zählen kann. Ich wäre da ganz klar auf der JA-Seite verortet. Abgezinst dürften deine Punkte je nach Rentenbeginn, Rechenweise und Lebenserwartung schon heute einen ordentlichen Wert von mehreren 100.000 € haben.

Einzig die von dir angenommenen "frugalen" 1.500 € Ausgaben pro Monat würde ich höher schätzen, da du den Wohnwertvorteil deiner Eigentumswohnung außen vor lässt. Das wären schätzungsweise nochmal ca. 1.000 € Kaltmiete obendrauf, was deine monatlichen Kosten eher auf unfrugale 2.500 € hebt. 😉

 

KV zahlt er doch auch als Rentner...

@arnim as now call me Arnm:

Ich bin schon in der Lage mich in andere zu versetzen und kann seinen Lebensstil von meinem unterscheiden.

Meine Aussage ist also einfach so zu nehmen wie geschrieben. Er hat halt wenig Spielraum bei den Ausgaben.

Zitat von Privatier am 11. Mai 2026, 18:59 Uhr

KV zahlt er doch auch als Rentner...

Die Krankenversicherung zahlt er als Privatier erstmal alleine. Diese Kosten kommen dann auf seine derzeitigen 1500€ noch dazu. In der KVdR muss er nur noch die Hälfte der Kosten übernehmen und die sind dann auch noch auf seine gesetzliche Rente beschränkt. Ist halt nur ein kurzer Zeitraum der überbrückt werden muss- anders als wenn er mit 40 oder 50 Privatier geworden wäre.

 

Zitat von Muslime_Frugi am 11. Mai 2026, 19:32 Uhr

@arnim as now call me Arnm:

Ich bin schon in der Lage mich in andere zu versetzen und kann seinen Lebensstil von meinem unterscheiden.

Meine Aussage ist also einfach so zu nehmen wie geschrieben. Er hat halt wenig Spielraum bei den Ausgaben.

Ja deinen Kommentar hab ich auch so verstanden. Viel Spielraum nach oben gibt's nicht. Ist ja auch wie er sagt nicht nötig.

Zitat von TakeTwo am 11. Mai 2026, 14:39 Uhr

Respekt für 41 Arbeitsjahre, bekommen viele nicht hin, das schon mit 58.

Naja. Die Ausbildung begann 1985. Gearbeitet habe ich erst ab 1987.

Bist Du alleine? Partner/ Kind(er)?

Partner ja, Kinder nein. Wir sind aber wirtschaftlich weitgehend unabhängig, wohnen auch nicht zusammen. Wäre schön, wenn nach meinem Tod noch etwas zum Vererben übrig wäre.

Kündigung zum 31.12. ist steuerlich nicht optimal, 2026 volle Steuern, 2027 viel weniger Einkommen, viel weniger Progression.

Verstehe ich nicht. Wenn ich 2027 kein wesentliches Einkommen mehr habe, kann ich doch realisierte Gewinne steuerfrei kassieren?

 

Gruß, Xonit

" In nur 5, respektive 9 Jahren kannst du in Rente und hast damit automatisch deine KV abgegolten. "

Ist eben einfach falsch und du hast dich ja auch selber korrigiert @arnm ...Bei sowas sollte man schon einigermaßen genau sein...

Na wenn du zb in 2027 noch 3 Monate arbeitest, zahlst du auf die praktisch keine Steuern...

Zitat von Arnm am 11. Mai 2026, 18:19 Uhr

40 RP sind auch bezogen auf deine monatlichen Ausgaben durchaus ordentlich. Die vorsichtigen Töne der anderen Forenteilnehmer vermute ich daher, dass diese einfach deutlich höhere Ausgaben haben.

Wenn du deinen Lebensstil - wie du selbst sagst - schon seit vielen Jahren so führst und damit zufrieden bist, solltest du vermögenstechnisch auf der "sicheren Seite" sein.

Die Rente aus 40 RP/ca. 1700€ brutto liegt knapp 200€ unter Eckrentner und unter seinen Ausgaben von 1800€. Die Lücke muss sein Depot decken. Ja, das geht unter aktuellen Annahmen knapp auf, aber man muss sich zu Beginn auch ansehen, wie sich die Kosten in D entwickeln. Wenn sich die bekannte/vorausgesetzte Kostenstruktur aus Gesundheitssystem und Rente etc. verändert - was ja gerade passiert - muss man darauf ein Auge haben und ggflls. anpassen (können).

Habs jetzt nochmal gelesen.
Das Gehalt war schon niedrig, und die Entnahme aus dem Depot wird wahrscheinlich nicht viel geringer sein, und mit viel Gewinnanteil. Da macht das steuerlich nicht so viel aus.

Das war bei mir letztes Jahr bisschen anders, hatte Gehalt für 5 Monate und hab den Rest des Jahres davon gelebt. Das war steuerlich schon vorteilhaft, die Rückzahlung langt mir dieses Jahr nochmal für zwei Monate.

Hallo Xonit,

ich seh da jetzt vom Vermögens-Volumen her keine größeren Bedenken, aus meiner Sicht sollte das gut klappen.

Bei den Ausgaben muss man immer schauen, ob man da richtig liegt. Rücklagen für die Wohnung planst du ein, wenn beispielsweise das Bad neu gemacht werden muss oder beim Gemeinschaftseigentum die Rücklagen fürs neue Dach nicht reichen? Die Kauleiste ist noch in Ordnung? Das kann auch ins Geld gehen. Die Inflation darf man nicht unerwähnt lassen (Plan B), die vergißt man gerne, wenn man nur mal so überschlägt.

Deine 40 Rentenpunkte find ich gar nicht schlecht, entspricht ja immerhin 40 Jahren Durschnittslohn. Wenn deine Ausgabe halbweg stimmen, dann ist deine Rentenlücke ja nur bei 300-500€, das sollte mit dem Rest vom Depot machbar sein.
Wie sieht es aus mit der Rente für besonder langjährige Beschäftigte mit 45 Beitragsjahren? So weit bist du da ja gar nicht von entfernt. Wäre das eine Option? Eventuell reichen ja freiwillige Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung, wenn du keine sozialversicherungspflichtig Beschäftigung mehr hast oder auch ein Mini-Job. Midi-Job ist ja eh der Joker für alle Sozialversicherungen, aber das schreibst du ja selbst.

Asset-Allocation ist noch so eine Sache. Die Wohnung würde ich nur bedingt dem Vermögen zu rechnen, dafür ist deine Ausgabenseite ja entsprechend geringer. Die Wohnung ist aber verwertbar wenn die Alterskosten zuschlagen, wie z. Bsp. betreutes Wohnen oder Pflege. Ausschüttungen sehe ich immer als Teil des Depots und bei anderweitiger Verwertung klar als Entnahme.
Nur 10% Cash, bzw. grob 2 Jahre ist jetzt nicht der riesen Puffer zum entsparen, mehr würde ich als besser ansehen, gerade weil auch mein eigener Puffer mir zu klein ist.

Umschichten wird später teurer. Ist man erstmal freiwillig gesetzlich Krankenversichert, dann werden auch Kapitalerträge für die Krankenversicherung herangezogen. So weit ich informiert bin, wird dafür der letzte Steuerbescheid verwendet. Du wirst also nach dem Vorjahr eingestuft. Blöd, wenn der für das Jahr ist, wo man zum Aufbau eines größeren Cash-Puffers höhere Kapitalerträge realisiert hat, auf die dann 20,x % fGKV+PV fällig werden, zzgl der Kapitalertragssteuer. Gut, man kann mit einem Kleingewerbe ein genaue Rückrechnung erzwingen, aber das macht auch wieder Mühen. So gesehen wäre eine Kündigung zur Mitte des Jahres 2027 fast besser. Dann könntest du 2027 noch Erträge realisieren und würdest etwas weniger Steuer darauf zahlen. Leider nur etwas weniger, denn Lohnersatzleistungen wie das ALGI werden mit zur Besteuerungsgrundlage hinzugerechnet. 2028 würdest du darauf achten, dass deine Kapitalerträge die Mindestbemessungsgrundlage (aktuell ca. 15800€) nicht nennenswert überschreiten um dann Anfang 2029 zügig eine Steuererklärung zu machen, die du dann Mitte 2029 beim Antrag auf freiwillige GKV mit einreichst. Dann müssen nur noch die Bösengötter mitspielen. 🙂

Das mal meine Gedanken dazu.

Gruß
KK

Zitat von Karlo Kniepig am 12. Mai 2026, 15:31 Uhr

Wie sieht es aus mit der Rente für besonder langjährige Beschäftigte mit 45 Beitragsjahren. So weit bist du da ja gar nicht von entfernt. Wäre das eine Option?

Dann könnte ich ja erst mit 65 in Rente gehen. Zwei Jahre früher bringen mir, glaube ich, mehr.

Nur 10% Cash, bzw. grob 2 Jahre ist jetzt nicht der riesen Puffer zum entsparen, mehr würde ich als besser ansehen, gerade weil auch mein eigener Puffer mir zu klein ist.

Das Gold könnte ich notfalls ja auch noch verkaufen (ist älter als ein Jahr, viermal soviel wert, wie zum Kaufzeitpunkt und reicht für weitere zwei Jahre.

Umschichten wird später teurer. Ist man erstmal freiwillig gesetzlich Krankenversichert, dann werden auch Kapitalerträge für die Krankenversicherung herangezogen. So weit ich informiert bin, wird dafür der letzte Steuerbescheid verwendet. Du wirst also nach dem Vorjahr eingestuft. Blöd, wenn das das Jahr ist, wo man zum Aufbau eines größeren Cash-Puffers höhere Kapitalerträge realisiert hat, auf die dann 20,x % fGKV+PV fällig werden, zzgl der Kapitalertragssteuer.

Deswegen dachte ich ja an den 1.1.. Weil ich dann außer 4T€ Dividenden und evtl. ALG1 keine weiteren Einnahmen habe, also vermutlich auch kaum Steuern zahle. Fällt das ALG1 ebenfalls weg, vergrößert sich mein Spielraum für Verkäufe. Oder?

Das mal meine Gedanken dazu.

Vielen Dank für deine ausführliche Antwort.

 

Gruß, Xonit

Es ging mir hauptsächlich um den geringen Cash-Puffer. Wenn du den merklich vergrößern willst, also folglich Kapitalerträge realisieren müsstest, dann schadet es nicht frühzeitig die Krankenkasse mit zu bedenken, immerhin zahlen freiwillig gesetzlich Versicherte ca. 21,5% Krankenkasse+PV auf Kapitalerträge. Das wirkt sich erst ab ca. 15800€ aus, da das die Mindestbemessungsgrundlage ist, für die du so oder so zahlst.
Da die Steuererklärung fürs Vorjahr kaum vor März-Mai zu bekommen ist, bräuchte man am besten etwas über 2 Jahre Planungshorizont. Wenn du aber eh nicht vor hast noch nennenswert umzuschichten, dann ist es auch egal.

Steuern kannst dir selbst mit einem Brutto-Netto-Rechner ausrechnen. Du musst dann nur zu den Kapitalerträgen dein ALG I hinzurechnen. Von diesem Bruttobetrag rechnest du aus, wieviel Prozent der Steuerbetrag ist. Das ist dann der Prozentsatz, der auf deine Erträge (ohne ALG I) anzuwenden ist.
(Beispiel: 4000 Erträge+16000 ALG I = 20000 Brutto -> 811,92€ Lohnsteuer entspricht 4,06% Lohnsteuerquote, die durch Günstigerprüfung auf deine Kapitalerträg anzuwenden wäre.)

Für die Zeit nach dem ALG I nimmste einfach nur Kapitalerträge gleich Brutto und tust bei der Krankenkasse so, als wärst du privat versichert und trägst da 21,5% von den Kapitalerträgen ein.

https://www.brutto-netto-rechner.info/