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Das Dilemma mit dem Eigenheim

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Hallo liebe Frugis,

zunächst einmal möchte ich mich bei euch bedanken, dass ihr euch die Zeit nehmt, euch mit den Gedanken und Sorgen anderer auseinanderzusetzen. Die Gedankenansstöße, die hier gegeben werden, sind wirklich Gold wert. Ich lese bereits seit einigen Jahren mit und habe hier und da meine Meinung und Erfahrungen geteilt. Aktuell fühlt es sich für mich an, als stünde ich an einem Scheideweg. Da mich vieles beschäftigt, habe ich die Hoffnung, dass ich mich in diesem Beitrag sortieren kann. Beim Schreiben und spätestens beim Austausch fällt einem ja gern mal auf, dass die eigene Perspektive vielleicht korrigiert werden kann - oder man den Fokus gedanklich völlig falsch setzt.

Meine berufliche Situation stresst mich. Gegen Ende des Jahres steht eine Reorganisation des Unternehmens an; ich gehe davon aus, dass es nicht schlecht für mich ausgeht, aber das ist ungewiss. In anderen Konzernteilen mussten schon Leute gehen. Daher male ich mir unterschiedliche Szenarios aus.

  • Muss ich gehen?
  • Erhalte ich eine Abfindung? Es wird vmtl. einen Sozialplan geben.
  • Wie hoch wird sie sein? Irgendwas zwischen 53.333 und 160.000 EUR brutto.
  • Reicht das ALG1 zur Kostendeckung? Ja!
  • Kriege ich danach einen aqäquaten Job?
  • Will ich überhaupt wieder in diese Art der Tätigkeit?

Spätestens bei der Frage kommt meine Gesundheit ins Spiel. Ich trage als Führungskraft zunehmend Verantwortung und habe es täglich mit Menschen zu tun, die mich ärgern - und ich kann nichts dagegen tun. Diese Machtlosigkeit macht es schlimmer. Zu allem Überfluss muss ich einen Low Performer loswerden, was mir menschlich schwer fällt. Ich habe wiederkehrend das Gefühl, kurz vor'm Burnout zu stehen. In den letzten Jahren wurde das Gehalt besser, aber die Stressoren haben zugenommen.  Mehr Geld ist schön, aber nicht die Lösung. Ich sehe wenig Sinn in meinem beruflichen Schaffen. Zudem überfordert mich meine Tätigkeit streckenweise - ich bin nicht dafür geschaffen, mich immer wieder mit Narzissten auseinanderzusetzen, die am längeren Hebel sitzen (oder mir zumindest nicht aufhören, auf die Nüsse zu gehen) & mir ständig von Anwendern anzuhören, dass wir doch die Dümmsten von allen sind, weil wir's nicht auf die Reihe kriegen mit unserer Software.

Am liebsten wäre mir eine sinnstiftende Tätigkeit mit ausreichend Einkommen, die in einem positive Gefühle auslöst. Da ich auf dem Land lebe, gibt es nicht viele Alternativen, für die ich qualifiziert bin. Ich gebe die Suche aber nicht auf. Gleichzeitig steht die Frage im Raum, ob ich es mir leisten kann, diesen Job aufzugeben oder zumindest die Schmerzen zu lindern.

  • Reduziere ich meine Arbeitsstunden? (Das bringt mich weiter weg vom Exit! Löst das mein Problem? Die Idioten bleiben ja trotzdem Teil meines Alltags.)
  • Gehe ich wieder in eine Sachbearbeiterstelle? (Weniger Stress - aber immernoch sinnlose Tätigkeit!)
  • Suche ich mir einen Job, der Spaß macht? (Was will ich denn? Und gibt's da Jobs für? Ich kenn' & kann nix anderes!? Ist Selbstständigkeit eine Alternative?)
  • Kann/will ich mir eine Veränderung der Einkommenssituation leisten?

Mein Vermögen i.H.v. 334.000 EUR verteilt sich wie folgt:

Eigenheim 256.000 EUR (Restschuld 184.000 EUR)

BAV & Riester 28.000 EUR

Bar+Depot 50.000 EUR

Durch das Eigenheim entgehen mir in der Theorie 1.480 EUR monatliche Rendite bei angenommenen 7%. Ich brauche den Platz aktuell nicht - da blutet das BWLer-Herz. Ein Verkauf ist nicht geplant - d.h. im Grunde spielen in der Betrachtung der finanziellen Freiheit erstmal nur die 50.000€ eine Rolle. Ich bin zum Schluss gekommen, dass es zwar Spaß macht, die finanzielle Situation zu prognostizieren (ich mag EXCEL), dass aber Themen wie Arbeitsunfähigkeit, Jobverlust, Crashs, Scheidung, Beförderung oder Kinderwunsch extremen Impact haben und gleichermaßen schwerlich einzupreisen sind. Egal, ob worst-case oder best-case Szenario: Mit 50.000 EUR bin ich weit davon weg, mich finanziell frei zu nennen. Ich könnte das Haus in ~6 Jahren zwar abbezahlen, dann spare ich monatlich 800€ Zins und Tilgung, aber dann ist mein Depot pulverisiert & die Zinseszinshebel auf 0. Gleichzeitig steht das abbezahlte Haus für 2.566€ monatliche Rendite bei 7% - holy shit?! Hätte mich wohl ausgiebiger mit Kommer auseinandersetzen sollen?!

Zudem beschleicht mich das Gefühl, zu wenig zu sparen. Meine Sparquote beträgt 40%.

Im Grunde muss ich mir nicht die oben genannten Fragen beantworten (Wie hoch wär eine Abfindung? Wie viel ALG1 krieg ich? Reduziere ich meine Stunden? Suche ich mir einen anderen Job? Wie viel entspare ich aktuell bei 4% Regel? Was, wenn ich mein Haus verkaufe?), sondern

  • Welcher Tätigkeit möchte ich nachgehen?
  • Wie möchte ich meine Freizeit verbringen?
  • Wie und wo möchte ich leben?

und zwar weil ich so schnell nicht finanziell frei werde - und diese Fragen spätestens dann beantwortet sein müssen. Außerdem geh ich irgendwann am Stock, wenn ich so weiter mache. Habt ihr Erfahrung damit, euch neu auszurichten?

Wer sparsam ist muss weniger arbeiten.

Hi @karlmags,
viele von uns kennen diese oder eine ähnliche Phase die du gerade durchmachst.
Ich habe für meinen Teil erfahren das mir der Auflösungsvertrag und Abfindung super gut getan hat. Das streben nach vollkommenem Glück und absoluter Sinnhaftigkeit in dem was man tut bleibt und wird wohl nie erreicht werden. Allerdings bin ich jetzt deutlich zufriedener mit meiner Situation auch wenn es finanziell größere Risiken gibt. Du musst einfach auf dein Bauchgefühl hören was du möchtest und dem nachgehen.
Vielleicht schaffst du es auch wie Muslime in deinem aktuellen Job wieder mental neu durchstarten zu können. Das Gras ist woanders nicht grüner es scheint nur so.
Im Grunde bist nur du alleine für deine Stimmung und wie es dir geht verantwortlich, mach das beste aus deinem Leben.
Wie alt bist du eigentlich und in welchem Bereich machst du SW?

mal so ganz kurz die Dinge die mir auffallen:

  1. Vermögen 334T€ stimmt so nicht ganz, denn da sind ja noch 184T€ auf der Minusseite.
  2. wenn Du eine Restschuld hast, dann ist ein Verkauf zwar möglich, aber zur Tilgung des DL nach dem Verkauf kommt vermutlich noch eine Vorfälligkeitsentschädigung der Bank für entgangene Zinsen. Es bleiben also nicht 72T€ sondern je nach Zinssatz und Restlaufzeit des DL deutlich weniger.
  3. Wenn Du den Platz nicht brauchst, wäre es doch eine Idee die Bude zu vermieten, und selber eine kleine Wohnung zu mieten. Die Zinsen des könntest Du dann von der Steuer absetzen, was heute bei Eigennutzung ja nicht geht. Und je nachdem wie die Bude vermietet werden kann, zahlt der Mieter evtl. das DL ohne Zuzahlung ab. Und nach x Jahren ist sie abbbezahlt und kann bei x>10 (Spekulationsfrist) ggfs dann auch steuerfrei verkauft werden.
  4. ob eine Sparquote von 40% genug ist, ist eine Frage der Zielstellung: wann will ich wieviel haben um ggfs nicht mehr arbeiten zu müssen.
  5. Und Deine Job-Problematik kannst vemutlich nur Du lösen, da Du hier dazu auch zu wenig preis gegeben hast.
  6. Prinzipiell würde ich die Veränderung im Job erstmal abwarten und schauen was passiert, vielleicht lässt sich durch einen (von Dir angebotenen) goldenen Handschlag Kohle rausholen.
  7. Bzgl Veränderung finde ich wäre durch die Vermietung und damit Ortsunabhängigkeit ein Schritt gemacht. Ggfs schon mal Alternativ-Jobs identifizieren, die dann ja sogar wo ganz anders sein können, also wie Du Dich selber fragst: wo will ich was arbeiten.

 

@karlmags das hört sich für mich so ein bisserl nach Peters Principle an. Du stehst betrieblich an einem Punkt, wo deine Kompetenz nicht mehr ausreicht den Job vollumfassend zu erledigen. Intellektuell ist das bei dir aber nicht das Problem, sondern eher deine Art mit den persönlich/individuellen Schwachheiten in einem Konzern umzugehen.

Wie gehe ich mit Dingen um die mir nicht liegen? Unzufriedene Anwender, Narzissten,  low performer.... ich denke, dass man das aber lernen kann. Schulung, Lehrgang, .... machen, Methoden erlernen. Dinge nicht auf sich beziehen sondern die Probleme lösen. Harmoniebedarf mal selbstreflektierend überprüfen.

Ich glaube, alle anderen genannten Themen sind eine Folge deiner beruflichen Gedankenwelt. Du bist, denke ich, mit dieser Beschreibung keinesfalls an dem Punkt angelangt aufzugeben, auszusteigen, umzuorientieren oder auf eine Abfindung zu hoffen. Woanders ist das ja nicht grundsätzlich anders, auch in einer Selbstständigkeit nicht.

Zitat von Jan Veerman am 22. September 2025, 18:08 Uhr

Im Grunde bist nur du alleine für deine Stimmung und wie es dir geht verantwortlich, mach das beste aus deinem Leben.
Wie alt bist du eigentlich und in welchem Bereich machst du SW?

Das stimmt - ich lasse mich triggern. "Am Arsch vorbei geht auch ein Weg" war mal ein Buch, das ich gelesen habe. Sollte ich vielleicht nochmal hervorholen. 😉

Ich bin 34 und in der fachlichen Verantwortung, mein Team macht Anforderungsmanagement & Nutzerbetreuung - unsere IT ist Sparringspartner & der Dienstleiter programmiert die Anwendung.

 

Zitat von MoneyMaker am 22. September 2025, 18:17 Uhr
  1. Vermögen 334T€ stimmt so nicht ganz, denn da sind ja noch 184T€ auf der Minusseite.
  2. wenn Du eine Restschuld hast, dann ist ein Verkauf zwar möglich, aber zur Tilgung des DL nach dem Verkauf kommt vermutlich noch eine Vorfälligkeitsentschädigung der Bank für entgangene Zinsen. Es bleiben also nicht 72T€ sondern je nach Zinssatz und Restlaufzeit des DL deutlich weniger.
  3. Wenn Du den Platz nicht brauchst, wäre es doch eine Idee die Bude zu vermieten, und selber eine kleine Wohnung zu mieten. Die Zinsen des könntest Du dann von der Steuer absetzen, was heute bei Eigennutzung ja nicht geht. Und je nachdem wie die Bude vermietet werden kann, zahlt der Mieter evtl. das DL ohne Zuzahlung ab. Und nach x Jahren ist sie abbbezahlt und kann bei x>10 (Spekulationsfrist) ggfs dann auch steuerfrei verkauft werden.
  4. ob eine Sparquote von 40% genug ist, ist eine Frage der Zielstellung: wann will ich wieviel haben um ggfs nicht mehr arbeiten zu müssen.
  5. Und Deine Job-Problematik kannst vemutlich nur Du lösen, da Du hier dazu auch zu wenig preis gegeben hast.
  6. Prinzipiell würde ich die Veränderung im Job erstmal abwarten und schauen was passiert, vielleicht lässt sich durch einen (von Dir angebotenen) goldenen Handschlag Kohle rausholen.
  7. Bzgl Veränderung finde ich wäre durch die Vermietung und damit Ortsunabhängigkeit ein Schritt gemacht. Ggfs schon mal Alternativ-Jobs identifizieren, die dann ja sogar wo ganz anders sein können, also wie Du Dich selber fragst: wo will ich was arbeiten.

 

Danke für deine Antwort, MoneyMaker. (1) Der Marktwert meiner Immobilie beträgt 440.000 EUR, daher ergibt sich nach Abzug der Schulden ein Gesamtvermögen von 334.000 EUR. (2) Vorfälligkeitsentschädigung - good point. Ab 2030 entfällt diese. (3) Interessanter Aspekt mit dem Vermieten! Ich überlege mir das mal. Ich könnte das Haus für 15.120 EUR p.a. vermieten. Ich tilge 8.040 EUR und zahle 1.800 EUR Zinsen (ges. 9.840 EUR). Die AfA würde 6.400 EUR betragen. (6) Ja, das sind ungelegte Eier - mal abwarten! (7) Ja, ein 'Ausweg' lässt sich skizzieren. Muss ich alles auch mit meiner Partnerin besprechen - die mag's hier wohl.

 

Zitat von Absprung_2020 am 22. September 2025, 18:25 Uhr

@karlmags das hört sich für mich so ein bisserl nach Peters Principle an. Du stehst betrieblich an einem Punkt, wo deine Kompetenz nicht mehr ausreicht den Job vollumfassend zu erledigen. Intellektuell ist das bei dir aber nicht das Problem, sondern eher deine Art mit den persönlich/individuellen Schwachheiten in einem Konzern umzugehen.

Wie gehe ich mit Dingen um die mir nicht liegen? Unzufriedene Anwender, Narzissten,  low performer.... ich denke, dass man das aber lernen kann. Schulung, Lehrgang, .... machen, Methoden erlernen. Dinge nicht auf sich beziehen sondern die Probleme lösen. Harmoniebedarf mal selbstreflektierend überprüfen.

Ich glaube, alle anderen genannten Themen sind eine Folge deiner beruflichen Gedankenwelt. Du bist, denke ich, mit dieser Beschreibung keinesfalls an dem Punkt angelangt aufzugeben, auszusteigen, umzuorientieren oder auf eine Abfindung zu hoffen. Woanders ist das ja nicht grundsätzlich anders, auch in einer Selbstständigkeit nicht.

Ein guter Beitrag - ich kann dazulernen. Ich glaube, die Masse an Themen verhindert etwas, dass ich mich in die neuen Themen reinknien kann. Ich muss auch lernen, mehr abzugeben. Vielleicht verbessert sich dann die Gesamtsituation.

Wer sparsam ist muss weniger arbeiten.

Ich kann @absprung_2020 da nur Recht geben, Du kannst die Menschen nicht ändern, nur Deine Einstellung dazu. Das kann man lernen und trainieren, entweder online mal stöbern oder tatsächlich mal Geld für einen Coach investieren, vielleicht kannst Du das als Seminar belegen über den Arbeitgeber. Jedenfalls würde ich nicht frühzeitig die Flinte ins Korn werfen, erst recht nicht mit 34. Am Mindset arbeiten, das ist der Weg. Und dann an den Stellschrauben etwas drehen.

Ich verfolge gerade eine Story, der hat als Ingenieur mit 36 nach 12 Jahren im Konzern gekündigt, Wohnung aufgelöst und will für einige Zeit nach Asien speziell Thailand. Schauen was das Leben noch zu bieten hat. Das wäre dann das andere Extrem, da gibt man natürlich viel auf, gewinnt vielleicht aber auch viel dazu.

Zitat von MoneyMaker am 22. September 2025, 18:17 Uhr

mal so ganz kurz die Dinge die mir auffallen:

  1. Vermögen 334T€ stimmt so nicht ganz, denn da sind ja noch 184T€ auf der Minusseite.

In der Folge ist karlmags' Berechnung der entgangenen Rendite auf ein gleich hohes Aktiendepot ebenfalls falsch, weil von theoretischen 72T€ Differenz nach Abzug der Vorfälligkeitsentschädigung eher 50T€ verbleiben und ergo 7% auf diese Summe nur grob 300€/mtl. ausmachen. Tendenz steigend, aber eben weit weg von ~1500€.

[Edit] Ok, vergesst den Absatz ... wenn die Bude 440T€ Marktwert hat, passt es wieder ...[/Edit]

@karlmags

Grundsätzlich richtig ist die Einschätzung, dass Du nur 50T€ freies Kapital hast, was für einen kompletten Ausstieg natürlich nicht reicht, auch nicht mit Verkauf der Immo. Ausnahmsweise bin ich auch mal einer Meinung mit absprung2020, dass man sich als Führungskraft auch im sozialen Bereich fortbilden kann, also lernt, wie man low-performer los wird und mit Narzisten klarkommt, ohne irreparable seelische Schäden davonzutragen. Stellt sich Dir die Frage, ob Du das (noch) willst und auch ein bisschen generell, wo bei Dir die Narzisten stehen - auf gleicher Ebene, über oder unter Dir in der Hierarchie. Verwundbar sind die - soweit Deine Einschätzung als Narzist korrekt ist - alle, weil die früher oder später über ihre eigene Eitelkeit stolpern - man muss dann nur bereit und Willens sein, dass auch auszunutzen.

Hallo Karl,

hier mein kleiner Input:

- Arbeitszeitverkürzung ist ein zweischneidiges Schwert.  Ich bin, wie schon an anderer Stelle geschrieben, auf einer 60% Stelle.  Es war extrem schwierig, das genehmigt zu bekommen, ging nur wegen Pflege meiner Mutter (gesetzlicher Anspruch). Anfangs hat man mich die gleiche Arbeit für weniger Geld machen lassen, nachdem ich mich massiv beschwert hab, hat man mir das interessanteste Projekt weggenommen. Is halt so. Und immer noch muss ich mich ständig rechtfertigen warum ich am Freitag nie da bin.

Ich bin im letzten Jahr,  in Deinem Alter würd ich das nicht machen.  Frag mal die Frauen in, bzw. nach der Babypause.

Du schiesst Dich raus aus interessanten Themen, Karriere und es ist signifikant weniger Geld, was konkret die Vermögensbildung beeinflusst.

- Sinnstiftende Tätigkeit:  Such ich auch schon lange.  Ist in der Regel was im sozialen Bereich, was leider extrem schlecht oder gar nicht bezahlt wird.  Für alles, was mich interessieren würde, benötigt man eine komplett neue, langjährige Ausbildung.  Physiotherapie, z.B.

Was komplett anderes zu machen, was sinnstiftend ist, ist m.E. unrealistisch, wenn Du kein besonderes Talent hast (Musiker z.B.).

- das Haus ist so eine Lifestyle Entscheidung.  Günstiger, das hast Du ja selber schon ausgerechnet, wäre in eine kleine Wohnung zu ziehen.  Muss man mögen.

Puh, Dein Beitrag triggert mich voll. Reisst er doch alte Wunden und Gefühle auf.

Als ich in Deinem Alter war, hatte ich auch eine sehr verantwortungsvolle Position mit viel Personal- und hoher Umsatzverantwortung. Es war kein Konzern sondern ein größeres mittelständisches Unternehmen. Leider mit einer absolut psychopathischen Geschäftsleitung/Inhaberin. Ich kann mich noch gut an einen Weinkrampf erinnern, nachdem ich auf übelste Weise herunter geputzt wurde. Ich habe es nur ein paar Monate ertragen können und habe dann gekündigt- ohne Abfindung - ohne neuen Job. Es ging einfach nicht mehr.

Die Pause dauerte dann aber nur einen Monat und ich hatte einen neuen Job. So kann es kommen - muss aber nicht. Aber da Du wohl im IT-Bereich tätig bist, sollte es doch möglich sein einen adäquaten Job zu finden - aber wie bereits geschrieben wurde - ob es besser wird ist fraglich. Ich habe mein ganzes berufliches Leben nur gelitten. Daher ist Deine Idee nach einer sinnstiftenden Tätigkeit sicher der richtige Weg. Auch die Gedanken kenne ich zu gut - den Mut es auch nur anzugehen hatte ich nie.

Glück auf für Dich....

Das ist über das anonyme Forum schwer zu beurteilen. Kommt auf den eigenen Typus und auf die äußeren Rahmenbedingungen an.

Eine Veränderung kann sinnvoll sein. Die Einschätzung ob es richtig ist sie herbeizuführen ist oft schwierig, vor allem aus der gefangenen Innensicht. Identitätskrisen sind normal und gehören zum Leben. Vor sich selbst wegrennen bringt langfristig nichts und verhindern eher Reifeprozesse in der Persönlichkeitsentwicklung.

Sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht ist aushalten zwar schmerzhaft aber erst mal richtig.
Manchmal lösen sich Dinge in überschaubarer Zeit.
In kleineren Unternehmen mit toxischen Rahmenbedingungen ist gehen tendenziell richtig. In Konzernen sortieren sich Strukturen, Teams und Führungskräfte eh alle 3 Jahre.

In der Einschätzung von außen würde ich dir eher nicht zu einem dauerhaften Downsizing in den jungen Jahren raten.

Rückblickend etwas ärgerlich, dass ich früher nicht die Gelassenheit von heute hatte. Aber sie ist wohl der Lohn der inneren Qualen auf dem Reifeweg.

Ich habe damit Erfahrung. Mit 40 war ich alle.... Ich hatte die Eingebung,  nun Turbosparen und mit 58 Jahre aufhören. Ich bin wohl ein genügsamer Mensch,  verglichen mit den Leuten um mich herum. Ich komme mit "wenig" aus. Toast mit Nusscreme genauso gut wie Torte.... Es ist wie geplant gekommen. Ich lasse mich da auch nicht beirren. Ja, in kleinen Betrieben, ich auch erlebt, hilft nur Betrieb wechseln. Einfach weitermachen geht nicht? Wieviele Jahre hast du noch?

 

Ach, erst 34. Neue Arbeit ohne Führungsrolle suchen? Mir würde vor Führungsrolle grausen. Ja, Gras woanders immer grüner. 😉 Physiotherapeutin immer mein Traumberuf. ABER.... Nach 38 Jahren und einigen Veränderungen bei der Mentalität der Patienten..... und sage mal, gefühlt 10 Stunden nur massieren.... bin froh, dass ich raus bin. Wird bei jedem Job so sein. Hatte mal einen PC Fritzen, der sagte mir, ich kann keine PC's mehr sehen......

 

Hallo Take Two. Du musst dich ständig rechtfertigen, dass du Freitags nicht da bist. Eine Freundin,  auch reduziert tätig, sagte auf die ihr gestellt Frage, du gehst ja schon, ich verdiene auch weniger. Dann war Ruhe ....

Ich kann nicht schlafen....

Gute Antworten hier. Ich denke Arbeit ist immer anstrengend. Das Lesen mit meinem Lesekind macht Sinn. Ist Ehrenamt......

Hallo @karlmags,

ich habe jetzt nicht alles im Detail gelesen sondern nur überflogen. Doch zu den bereits getätigten Antworten:

Bei einem Hausverkauf musst Du zudem die künftig zu zahlende Miete berücksichtigen, das habe ich jetzt nicht so rausgesehen.
Zudem stellt sich die Frage, wie lange Du das Haus schon besitzt. Ich habe noch was von 10 Jahren Haltedauer im Hinterkopf, ansonsten muss der Gewinn zusätzlich versteuert werden.
Abgesehen davon investierst Du ja immer noch in "Dein Haus" und kannst ggf. im Laufe der Zeit den "Immobilien-Wertwachstum" so mitnehmen.

Als weitere Option anstelle eines Verkaufs solltest Du mal Vermietung ggf. in Betracht ziehen. Hier könntest Du ja die anfallende Zinslast steuerlich geltend machen - aber hier gibt es bessere Immo-Experten, die genauer darauf eingehen könnten.

Was ist denn mit zum Beispiel einem Umstieg auf Lehrer? Dafür bist du noch jung genug und bekommst vielleicht noch die Verbeamtung hin. Da kannst du dann auch relativ einfach die Arbeitszeit anpassen, Bezahlung ist auch ok, ordentlich Ferien.

Wozu hast du denn bitte ein Haus gekauft? Wenn Hochzeit / Familie / Kinder nicht anstehen, weg damit sobald es geht. Kaufe / Miete dir eine kleine Wohnung.

Zitat von Privatier am 23. September 2025, 8:18 Uhr

Was ist denn mit zum Beispiel einem Umstieg auf Lehrer? Dafür bist du noch jung genug und bekommst vielleicht noch die Verbeamtung hin. Da kannst du dann auch relativ einfach die Arbeitszeit anpassen, Bezahlung ist auch ok, ordentlich Ferien.

Wozu hast du denn bitte ein Haus gekauft? Wenn Hochzeit / Familie / Kinder nicht anstehen, weg damit sobald es geht. Kaufe / Miete dir eine kleine Wohnung.

Dem kann ich sehr beipflichten, unter anderem deshalb weil ich das ebenso gemacht habe. Aus dem Job im Großunternehmen bin ich in die Berufsschule gewechselt und arbeite dort nun sehr zufrieden in Teilzeit als Lehrer. Es ist sinnstiftend, die psychische Belastung ist gering und die Teilzeit erlaubt lange Freiblöcke für die persönliche Entwicklung oder auch Nebenprojekte wie Selbstständigkeit oder Unternehmertum (bei mir waren es dann Immobilien). Nur von der Verbeamtung kann man sich getrost verabschieden, das wird in dem Alter und als Quereinsteiger nichts. Von meinem Eigenheim und den ganzen Verpflichtungen habe ich mich ebenfalls gelöst und wohne nun zur Miete.

Zitat von Lostoi am 23. September 2025, 6:13 Uhr

Hallo @karlmags,

Zudem stellt sich die Frage, wie lange Du das Haus schon besitzt. Ich habe noch was von 10 Jahren Haltedauer im Hinterkopf, ansonsten muss der Gewinn zusätzlich versteuert werden.

Das gilt für Vermietungsobjekte. Bei eigener Nutzung gilt, dass man in den zwei Kalenderjahren vor Verkauf selbst durchgängig genutzt haben muss. Theoretisch kann man Dez 2024 einen Neubau bezogen haben und kann Januar 2026 steuerfrei veräußern.

Als weitere Option anstelle eines Verkaufs solltest Du mal Vermietung ggf. in Betracht ziehen. Hier könntest Du ja die anfallende Zinslast steuerlich geltend machen - aber hier gibt es bessere Immo-Experten, die genauer darauf eingehen könnten.

Kommt drauf an, was es für eine Immo ist und ob er Lust drauf hat, Vermieter zu sein.

Zitat von karlmags am 22. September 2025, 17:37 Uhr

Meine berufliche Situation stresst mich.

Spätestens bei der Frage kommt meine Gesundheit ins Spiel. Ich trage als Führungskraft zunehmend Verantwortung und habe es täglich mit Menschen zu tun, die mich ärgern - und ich kann nichts dagegen tun. Diese Machtlosigkeit macht es schlimmer. Zu allem Überfluss muss ich einen Low Performer loswerden, was mir menschlich schwer fällt. Ich habe wiederkehrend das Gefühl, kurz vor'm Burnout zu stehen. In den letzten Jahren wurde das Gehalt besser, aber die Stressoren haben zugenommen.  Mehr Geld ist schön, aber nicht die Lösung. Ich sehe wenig Sinn in meinem beruflichen Schaffen. Zudem überfordert mich meine Tätigkeit streckenweise - ich bin nicht dafür geschaffen, mich immer wieder mit Narzissten auseinanderzusetzen, die am längeren Hebel sitzen (oder mir zumindest nicht aufhören, auf die Nüsse zu gehen) & mir ständig von Anwendern anzuhören, dass wir doch die Dümmsten von allen sind, weil wir's nicht auf die Reihe kriegen mit unserer Software.

Am liebsten wäre mir eine sinnstiftende Tätigkeit mit ausreichend Einkommen, die in einem positive Gefühle auslöst. Da ich auf dem Land lebe, gibt es nicht viele Alternativen, für die ich qualifiziert bin. Ich gebe die Suche aber nicht auf. Gleichzeitig steht die Frage im Raum, ob ich es mir leisten kann, diesen Job aufzugeben oder zumindest die Schmerzen zu lindern.

  • Reduziere ich meine Arbeitsstunden? (Das bringt mich weiter weg vom Exit! Löst das mein Problem? Die Idioten bleiben ja trotzdem Teil meines Alltags.)
  • Gehe ich wieder in eine Sachbearbeiterstelle? (Weniger Stress - aber immernoch sinnlose Tätigkeit!)
  • Suche ich mir einen Job, der Spaß macht? (Was will ich denn? Und gibt's da Jobs für? Ich kenn' & kann nix anderes!? Ist Selbstständigkeit eine Alternative?)
  • Kann/will ich mir eine Veränderung der Einkommenssituation leisten?

Ich kann das alles gut nachvollziehen. Ich war auch an dem Punkt und bin es vielleicht immer noch. Überfordunerg im Job, dazu ein zunehmend anstrengenderes Familienleben mit zwei kleinen Kindern.

Im Alter von 39/40 wurde es immer schlimmer, Mid-Life-Crisis, Sinnlosigkeit, Leistungsabfall, mentale Probleme, das Gefühl immer abliefern zu müssen und immer zu funktionieren, auch privat. Ich habe darauf hin meinen Job gekündigt. War einige Monate arbeitslos, was mir sehr gut getan hat. Ich überlegte wie es weitergehen sollte, hatte auch verrückte Ideen, ob ich nicht Bademeister, Lehrer, Postbote oder Youtuber werden sollte.

Letztendlich waren das doch nur unrealistische Hirngespinste und ich nahm wieder eine Tätigkeit auf, die meiner Qualifikation entspricht, aber bei einem neuen Arbeitgeber, wo es ruhiger zu geht. Seitdem hat sich mein Wohlbefinden auch leicht verbessert, aber die Sinnlosigkeit blieb. Home-Office und Quiet-Quitting-Mentalität lösen dennoch so einige Probleme. Vielleicht schaffen sie aber auch welche?

Ich habe übrigens ein paar Führungskräfte erlebt, die ihre Führungsrolle auch nicht mehr wollten und die dann zurück in eine normale Facharbeiterstelle gewechselt sind.

 

Zitat von karlmags am 22. September 2025, 17:37 Uhr

Mehr Geld ist schön, aber nicht die Lösung.

Ja, das sehe ich ähnlich. Einerseits hat man das Gefühl, dass mehr Geld nichts bringt, und andererseits trotzdem immer das Gefühl, dass das Geld nicht reicht. Hier im Forum wurde schon das One-More-Year-Syndrom diskutiert. Und auch mal jemand mit knapp 2 Mio Euro Vermögen dachte, er könne es sich nicht leisten die Arbeitszeit zu reduzieren.

Zu viel, um sich keine Gedanken über Veranderung zu machen, aber zu wenig, um wirklich etwas ändern zu können.

Vor diesem Hintergrund würde ich das Eigenheim auch nicht aus Rendite Gesichtspunkten sehen, sondern als Life-Style-Entscheidung, so wie es eben auch oft auf Finanzkanälen gesagt wird. Denn ich behaupte mal 300.000 EUR mehr auf der Bank lösen nicht deine Probleme. Und irgendwo musst du ja schließlich wohnen.

Du hast es schon richtig erkannt, du musst dir die letzten drei Punkte beantworten, nicht die Fragen nach Geld, Opportunitätskosten wegen der Immobilie und ALG.

Zitat von karlmags am 22. September 2025, 19:25 Uhr
Das stimmt - ich lasse mich triggern. "Am Arsch vorbei geht auch ein Weg" war mal ein Buch, das ich gelesen habe. Sollte ich vielleicht nochmal hervorholen. 😉

Interessant. Klingt so ähnlich wie "The art of not giving a f*ck", was Oliver gelesen hat. Diese Art von Büchern scheinen ganz beliebt zu sein unter Frugalisten.

Ein Gefühl der Sinnlosigkeit hatte ich nie. Vielleicht aufmerksamer leben. Was macht mir Freude? Bei mir: Lesen, raus gehen und Kaffeetrinken bei meinem Lieblingsbäcker.....

Und immer Freude, wie ich das alles gut geschafft habe. Vater sei Dank!

Eigenheim: in den Keller ziehen und das Haus vermieten. Bis abbezahlt. Hat auch mal einer gemacht.

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