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Das deutsche Rentensystem

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Wie wäre es mit ein wenig EU-weiter Harmonisierung?

Zumindest soweit, dass Nettoempfängerländer im EU-"Finanzausgleich" bei (anteiliger) Steuerfinanzierung von Renten oder Pensionen kein niedrigeres Renteneintrittsalter haben dürfen als die Länder, die netto einzahlen!

Der Vorschlag ist nicht von der Hand zu weisen.

Die Kaufkraftunterschiede wären grandios negativ zu Lasten der DE Rentner! Bzw. Mit 1.400€ deutscher Durchschnittsrente wären viele  z.B. Portugiese sehr zufrieden. Wie willst du das ausgleichen, bereits in der aktiven Zeit?

 

Ich hatte mich auf eine Harmonisierung beim Renteneintrittsalter bezogen ...

Ok, das Rentenniveau

Wie hoch ist das Rentenniveau in Europa (und der Welt)?

könnte man auch harmonisieren:

Netto (Besteuerung von Lohn und Rente sind bereits berücksichtigt) liegt dieses für Durchschnittsverdiener in D bei 53 % - in Portugal (da Du dieses Land nennst) bei 90%!

Ja dann.... no Problem. Aber grundsätzlich: Was würde das ändern? Meinst du unsere EU Beiträge würden substanziell sinken? Oder emotional wichtig?

Jetzt wird aufbegehrt gegen das Rentenpaket, ich kann es verstehen.

Rente: „Ein reines SPD-Basta geht einfach nicht“, sagt Söder – Reiche unterstützt JU-Rebellen - WELT

Ich finde das auch richtig und gut so. Wenn das Paket neu verhandelt wird bitte auch gleich Söders Mütterrente weg.

https://www.welt.de/politik/deutschland/article691aefc15be12c0b0e0c2a14/sozialstaat-wir-werden-bei-babyboomern-schlimme-altersarmut-sehen-oekonom-sinn-greift-in-renten-streit-ein.html

gut @konsument dass du kein Boomer bist😜

Das sag ich Dir, mit der Misere will ich nichts zu tun haben 😉

Der Satz ist schön:

„Der liebe Gott wird unser demografisches Problem nicht lösen“, mahnt Sinn. „Das müssen wir schon selbst tun.“

Wenn ich mal pflegebedürftig werden sollte, wovon ich nicht ausgehe 😉 werde ich Margheritas unter Plamen schlürfen 😎

Eigentlich mag ich Merz und hatte große Hoffnung in ihn gesetzt. Aber da kommt wenig rum. Sein Auftritt vor der Jungen Union war aber auch Mist. Er hat ja quasi gesagt: um Wahlen zu gewinnen müssen wir das Rentenniveau hoch halten also vergesst eure Überzeugungen.

Ist auch blöd, gefühlt versucht die SPD beim regieren wahlkampf gegen die linken zu machen. Die CDU gegen die AFD. Das kann nicht funktionieren.

 

Wenn die Rentenreform das Niveau bis 2031 einfriert und die Rentenkommusion ab 2031 radikal aufbrechen kann hätte es meinen Segen (den keiner braucht ich weiß)

 

2031 damit jetzt Planungssicherheit für alle besteht und zum anderen das man ab 2031 radikal umstrukturieren darf damit die Finanzen langfristig gesichert sind.

 

Das Verhältnis ausgezahlte  Rente zu Erwerbseinkommen muss konstant bleiben.

 

Der Kuchen bleibt also für die Rentner immer gleich groß. Aber die Stücke für jeden einzelnen verändern sich je nach Anzahl.

 

 

 

 

 

Es ist grundsätzlich falsch, die Überlebensfähigkeit der Regierung aufs Spiel zu setzen, um irgendwelche Regeln ab 2031 fest betonieren zu wollen, zu denen man heute die Rahmenbedingungen noch garnicht kennen kann.

Wozu? Das geschieht ohne auch nur die geringste Not. Niemand hätte von dieser Regierung erwartet, dass sie heute die Rente für das Jahr 2037 ins Gesetz gießt.

Ganz im Gegenteil ist es in höchstem Maße unsinnig, eine Rentenkommission einzusetzen und sie dann noch vor Aufnahme ihrer Tätigkeit vollständig zu entmachten.

Ich verstehe den Nutzen in keinster Weise. Die Regierung soll sich mal darum kümmern, wie sie Deutschland in den nächsten 2-3 Jahren voran bringen will und wie sie den Haushalt in den Griff bekommen will, ohne soziale Wohltaten mit immensen neuen Schulden zu finanzieren.

Zitat von Feedback am 17. November 2025, 15:55 Uhr

Das Verhältnis ausgezahlte  Rente zu Erwerbseinkommen muss konstant bleiben.

Der Kuchen bleibt also für die Rentner immer gleich groß. Aber die Stücke für jeden einzelnen verändern sich je nach Anzahl.

 

Mein Vorschlag ist ein anderer.

Für die Rentenzahlungen steht ein Anteil von x% des deutschen BIP zur Verfügung und dieser Anteil bleibt konstant

(ich selbst fände es gerecht, wenn der Anteil so hoch wäre wie der Anteil, den die heutigen Rentner seinerzeit für die Alten auch abgegeben haben)

Daraus errechnet sich ein fester Betrag in Euro.

Dieser kann auf alle Rentner aufgeteilt werden. WIE man das aufteilt ist eine eigene Frage.

Meiner Meinung nach schafft das die bestmögliche Generationengerechtigkeit, wenn jede Generation denselben Anteil des BIP an die alten abgibt.

Bekommt eine Generation weniger Kinder hat das später Konsequenzen für die eigene Rente. Will eine Generation früh in Rente, muss die Rente auf mehr Leute aufteilt werden und für den einzelnen bleibt weniger. Steigt die Wirtschaft profitieren die Rentner anteilig mit, fällt sie, müssen die genauso verzichten wie alle anderen auch.

 

Zitat von Feedback am 17. November 2025, 15:55 Uhr

Eigentlich mag ich Merz und hatte große Hoffnung in ihn gesetzt. Aber da kommt wenig rum. Sein Auftritt vor der Jungen Union war aber auch Mist. Er hat ja quasi gesagt: um Wahlen zu gewinnen müssen wir das Rentenniveau hoch halten also vergesst eure Überzeugungen.

Ist auch blöd, gefühlt versucht die SPD beim regieren wahlkampf gegen die linken zu machen. Die CDU gegen die AFD. Das kann nicht funktionieren.

Wenn die Rentenreform das Niveau bis 2031 einfriert und die Rentenkommusion ab 2031 radikal aufbrechen kann hätte es meinen Segen (den keiner braucht ich weiß)

2031 damit jetzt Planungssicherheit für alle besteht und zum anderen das man ab 2031 radikal umstrukturieren darf damit die Finanzen langfristig gesichert sind.

Das Verhältnis ausgezahlte  Rente zu Erwerbseinkommen muss konstant bleiben.

Der Kuchen bleibt also für die Rentner immer gleich groß. Aber die Stücke für jeden einzelnen verändern sich je nach Anzahl.

Stimmt!

Aber unter uns: Recht hat Merz. Wir steuern bei der nächsten Wahl auf einen Rentner Anteil von fast 25% zu. Dazu natürlich alle, die bald in Rente gehen werden. Und das sind alles klassische Wähler der großen Volksparteien, die vor allen bei hohen Altersklassen Stimmen erhält. Die Rente zu kürzen hieße, dass die CDU sozusagen der Hälfte ihrer Wähler vors Knie tritt.

Vor allem aber sind Rentengarantien doch nix wert. Die nächste Regierung kann alles wieder kippen und was heißt überhaupt X? Bei sinkenden Reallöhnen bedeutet prozentuale Rentengarantie recht wenig.

Das traurige ist allerdings das Signal was davon ausgeht, dass hier nur über gesetzliche Rente gesprochen wird. Der tote Gaul, der längst nur durch massive Steuern subventioniert werden kann, wird weiter geritten. Seit 50 Jahren könnte man über Reformen sprechen aber raus kam dann höchstens sowas wie die Riester Rente. Dem deutschen Michel wird hier weiter vermittelt "verlass dich auf das System, sorge nicht selber vor."

Spekulationsfrist aka Steuerfreiheit nach eine Mindesthaltedauer wie bis 2008? Gibs nicht. Staatliche Fonds wie in Norwegen? Gibs nicht. Spürbare Erhöhung des Sparerfreibetrages? Gibs nicht. Steuerfreiheit für private Vorsorge wie der 401k aus den USA? Gibs nicht.

Wie weit nach links ist Deutschland inzwischen gerutscht, dass jede Diskussion zu eigenverantwortlicher Vorsorge, nicht mal auf den Tisch kommt oder direkt als Politik für Reiche deklariert wird? Ich gönne jedem Rentner seine Prozente, aber wo bleibt eine echte Zukunftsdiskussion über das Rentensystem? Wo bleibt endlich eine Wende Sparer nicht mehr weiter zu bestrafen?

 

Zitat von Cepha am 19. November 2025, 14:18 Uhr
Zitat von Feedback am 17. November 2025, 15:55 Uhr

Das Verhältnis ausgezahlte  Rente zu Erwerbseinkommen muss konstant bleiben.

Der Kuchen bleibt also für die Rentner immer gleich groß. Aber die Stücke für jeden einzelnen verändern sich je nach Anzahl.

 

Mein Vorschlag ist ein anderer.

Für die Rentenzahlungen steht ein Anteil von x% des deutschen BIP zur Verfügung und dieser Anteil bleibt konstant

(ich selbst fände es gerecht, wenn der Anteil so hoch wäre wie der Anteil, den die heutigen Rentner seinerzeit für die Alten auch abgegeben haben)

Daraus errechnet sich ein fester Betrag in Euro.

Dieser kann auf alle Rentner aufgeteilt werden. WIE man das aufteilt ist eine eigene Frage.

Meiner Meinung nach schafft das die bestmögliche Generationengerechtigkeit, wenn jede Generation denselben Anteil des BIP an die alten abgibt.

Bekommt eine Generation weniger Kinder hat das später Konsequenzen für die eigene Rente. Will eine Generation früh in Rente, muss die Rente auf mehr Leute aufteilt werden und für den einzelnen bleibt weniger. Steigt die Wirtschaft profitieren die Rentner anteilig mit, fällt sie, müssen die genauso verzichten wie alle anderen auch.

 

Es klingt gerecht, kannst du aber nicht machen.

Rente ist ein Politikum. Sie muss so gestaltet sein, dass sie auskömmlich ist. Wenn du sagst "Hey ihr hattet zu wenig Kinder, jetzt kriegt ihr halt nicht genug Rente um Miete und Essen zu bezahlen", bist du als Partei weg vom Fenster. Zurecht! Denn man kann nicht Milliarden in Sozial- und Migrationssysteme pumpen, aber Menschen, die lebenslang gearbeitet haben, dann hungern lassen.

Und warum auch? Ist die Planung der Demographie jetzt Aufgabe eines jeden Privatbürgers? Wenn es viele Kinder gibt, muss ich meine Kinderplanung zurückstellen? Sind wir dann wie in China bei einer Planwirtschaft mit 1-Kind Politik?

Die Planung der Demographie ist staatliche Aufgabe. Wenn es in einer Generation viele Kinder gibt, muss der Staat Rücklagen bilden um die späteren Rentner zu bezahlen. Bereits 1980 hätten der Staat das Rentenniveau kürzen und das gesparte Geld in staatliche Fonds einsparen müssen.

Ich arbeite im öffentlichen Dienst, ich kann euch sagen bis ungefähr 2005 arbeiteten Kommunen noch nach dem Schatzkammer Prinzip. Was da war, konnte ausgegeben werden. Erst mit den neuen kommunalen Finanzmangement kam der Gedanke zu einer periodengerechten Darstellung von Aufwand und Ertrag. Man begann mit Dingen wie Pensionsrückstellungen und achtet zum ersten Mal darauf welche langfristigen Kosten entstanden.

Das Rentensystem ist gegen die Wand gefahren, weil nie jemand die Eier hatte den Wählern zu sagen "wir müssen was für die Zukunft zurücklegen". Und weil die meisten Wähler auch so kurzfristig und egoistisch wählen, dass sie sowas auch nicht unterstützt hätten. Insofern haben die "Baby Boomer" nicht Schuld weil es so viele waren, sondern weil sie die Boomzeit nicht genutzt haben um vorzusorgen. Weil dringenden Reformen nicht nur verschlafen wurden, sondern Dinge dramatisiert wurden.

Ich meine sorry, welche Aussage ging 2008 von der Abschaffung der Spekulationsfrist und von der Einführung der Abgeltungssteuer aus? Wir greifen jetzt den Langzeitanlegern, die für Rente oder Eigentum sparen, in die Tasche und schaufeln das Geld in die gesetzliche Rente? Danke! Danke dafür, dass ihr nie vorgesorgt habt aber privaten Vorsorgern alles kaputt macht.

Erschreckend finde ich ja, dass erst 2031 eine Rentenkommission eingesetzt werden soll, um Vorschläge zu erarbeiten. Also die demographische Entwicklung ist seit Jahrzehnten bekannt, eigentlich müssten schon längst fertige Konzepte in der Schublade liegen bzw. auch schon umgesetzt worden sein. An Ausgaben für Berater hat es nicht gemangelt in der Vergangenheit.

Eins darf auch nicht vergessen werden, was den Rentnern zugeleitet wird, wird dann wahrscheinlich auch als Konsum wieder ausgegeben, kommt zumindest ein Teil über Verbrauchssteuern und Konjunkturstabilisierung wieder rein. Wenn später die Masse an Rentner nur noch das nötigste ausgibt ist das nicht förderlich.

Das stimmt doch nicht. Die Rentenkommission tagt ab Jan. 2026. Deshalb ist auch ein eleganter Ausweg aus dem aktuellen Rentenstreit die Rentenkommission in einem kleinen Zeitfenster von wenigen Monaten zu einem Ergebnis zu vereinbaren und diese Vorschläge dann zügig umzusetzen.
So könnte man jetzige Beschlüsse bis dahin vertagen.

Zitat von Andreas900 am 20. November 2025, 10:55 Uhr

Es klingt gerecht, kannst du aber nicht machen.

Rente ist ein Politikum. Sie muss so gestaltet sein, dass sie auskömmlich ist. Wenn du sagst "Hey ihr hattet zu wenig Kinder, jetzt kriegt ihr halt nicht genug Rente um Miete und Essen zu bezahlen", bist du als Partei weg vom Fenster. Zurecht! Denn man kann nicht Milliarden in Sozial- und Migrationssysteme pumpen, aber Menschen, die lebenslang gearbeitet haben, dann hungern lassen.

Und warum auch? Ist die Planung der Demographie jetzt Aufgabe eines jeden Privatbürgers? Wenn es viele Kinder gibt, muss ich meine Kinderplanung zurückstellen? Sind wir dann wie in China bei einer Planwirtschaft mit 1-Kind Politik?

Mein Vorschlag beinhaltet keineswegs, dass das existenzminimum in der Grundsicherung abgesenkt wird.

Mir geht es um das Verhältnis der Verteilung von AN zu Rentnern/Pensionären.

Das Geld kann man zwischen den Alten dann ja anders verteilen oder man verändert das Verhätnis von Einzahlern zu Auszahlern indem man erst später in Rente darf.

Die aktuelle Idee, für den demografischen wandel ausschließlich die Jugend bezhalen zu lassen, die dafür nun wirklich garnichts kann wird mMn dazu führen, dass die Jugend über kurz oder lang die Lust verliert.

Mir ist schon klar, dass die Politik jetzt diesen Weg gehen will:

Schritt 1: Rente und Pension auf Staatsverschuldung. Da sind wir längst mitten drin. Zahlt die Jugend, selbst, die, die nie eine Rente bekomemn wird

Schritt 2: Massive Beitragserhöhungen nicht nur prozentual, sondern durch immer stärkere Anhebung der BBG

Schritt 3: Bei Habeck noch Parteienübergreifend verteufelt, jetzt plötzlich CDU, CSU und SPD-Konsens: Man will an das Geld der Sparer ran. Da wird es gewiss noch die ein oder andere Hürde geben, aber ich bin der Überzeugung, dass genau das kommen wird. Und Krankenversicherung auch noch oben drauf.

Die Abgeltungssteuer lag im Jahr 2024 bie ca. 19 Mrd Euro, aber das war dafür ein extrem gutes Jahr mit starken Anstieg der Börsenkurse und hohen Zinsen. (in 2023 waren es nur rund 8,5 Euro)

Selbst wenn man also die Abgabenlast auf die Kapitalerträge von allen inkl der Kleinsparer (ohne Berücksichtigung von BBG) jetzt einfach verdoopeln würde käme am Ende im Vergleich zu dem, was uns die Renten kosten nur ein feuchetr Furz dabei rum.

Und was das für FIRE bedeuten würde, wenn man künftig nicht 26,x% Steuer bezahlt, sondern erstmal 50% Sozialabgaben und auf den Rest dann nochmal 26,x% Steuer, das muss ich hier hoffentlich nicht ausführen.

Das ist auch alles nicht überraschend, wir fahren unsere Umlagesysteme ja wirklich mit noch extra durchgedrücktem Gaspedal an die Wand.

Was kann man tun?

Ich glaube (noch) nicht, dass sie sich die nächsten Jahre an die selbst bewohnten Immobilien ran trauen (sowohl Wertsteigerungen als auch Eigenmietwert besteuern), daher war das für mich zumindest ein kleiner Aspekt, mich hier stärker zu diversifizieren. Wenn Erträge auf Aktien & Co so massiv belastet würden gehe ich davon aus, dass die Nachfrage nach selbst bewohnten Immobilien anstiegen wird, damit die Preise und damit die Mieten. Was dann alle Rentenerträge zumindest bei Mietern egalisieren würde.

Einkommen reduzieren. Auf die Beitragsbemessungsgrenze hoffe ich nicht. Bei den Renten steigt die eh weitaus schneller als mein Lohn und bei der KV/PV gehe ich stark davon aus, dass die über kurz oder lang eh ganz wegfallen wird, weil auch dieses Umlagesystem auf einen Kollaps zu steuert. wenn man als normaler mensch nach oben hin nicht mehr ausweichen kann bleibt nur noch der Weg nach unten.

Das wird jeder mit sich selbe ausmachen, aber wenn ich vom letzten Euro Gehalt in Zukunft 60-70% abgeben muss (das ist meine Erwartung angesichts der politischen Lage), dann macht das für mich keinen Sinn mehr. das ist dann bei mir politisch erzwungener oder zumindest "angereizter" Frugalismus. Und bei den Kapitalerträgen muss man schauen, wie sie es machen wollen. Gibt es da dann auch eine Vorabpauschale, so dass man sich dem nicht einfach entziehen kann.

Man muss dann Nettorendite und Risiko ins Verhältnis setzen? Wenn ich 50-60% vom gewinn abgeben muss und die Verluste voll selber tragen soll, wer sollte dann noch bei vollem Verstand in deutsche Staatsanliehen investieren oder in Aktien?

man würde ja meinen, die deutsche Politik würde Vermögensaufbau in der Bevölkerung anstreben, aber das ist ganz offensichtlich ein Irrtum.

Die Versicherungsbranche wird dann schon bereit stehen, zu horrenden Kosten komplexe Modelle anzubieten, um Abgaben zu sparen. Da steht der Deutsche ja drauf. Das wird sicher genauso toll wie bei Riester oder der bAV.

Unterm Strich bin ich da auch eher ratlos. Vielleicht findet es ja in 10 Jahren ein EU Staat attraktiv, Leute wie mich mit geringen Steuersätzen anzulocken. Gering ist immer noch besser als garnicht.

Was die Politik mMn komplettübersieht ist, dass am Ende irgendwer das Geld auch bezahlen muss und dass es in Deutschland keinen Zwang gibt, gut zu verdienen oder nicht aus dem Land flüchten zu dürfen. Die DDR ist vorbei, zumindest aktuell. Die Rentner können wünschen und wählen, was sie wollen, wenn kein Geld mehr da ist gibt es auch nichts für sie zu verteilen. Dazu gibt es massenhaft Beispiele aus der Vergangenheit. Und wenn man es wirklich soweit kommen lässt, dann geht's eben auch unters Existenzminimum, siehe z.B. in jüngerer Vergangenheit Griechenland.

Ich wünsche das keinem und es müsste auch nicht sein, aber momentan gehen wir politisch nun mal diesen Weg.

und auf die Opposition braucht man nicht schauen. Die Linke will eh mal wieder den Sozialismus des 21. Jahrhunderts (wie toll das ist sieht man in Venezuela) und die AfD erzählt ja wie üblich eh nur Märchen, bei den Renten ihre Fantasie von 70% Rentenniveau ohne jede plausible Idee zur Finanzierung. Es gibt immer ausreichend Blöde, die sowas glauben und wählen. Käme das, wär das AAA rating Deutschlands vermutlich in kürzester Zeit verloren.

 

Zitat von Muslime_Frugi am 20. November 2025, 23:35 Uhr

Das stimmt doch nicht. Die Rentenkommission tagt ab Jan. 2026. Deshalb ist auch ein eleganter Ausweg aus dem aktuellen Rentenstreit die Rentenkommission in einem kleinen Zeitfenster von wenigen Monaten zu einem Ergebnis zu vereinbaren und diese Vorschläge dann zügig umzusetzen.
So könnte man jetzige Beschlüsse bis dahin vertagen.

In der Rentenkommission sitzen 4 Leute, die die SPD bestimmt und 4 Leute, die die CDU/CSU bestimmt.

Ob die wohl auch nur ansatzweise frei sind in ihren Denk- und Berichtsmöglichkeiten?

Was haben denn die letzten Rentenkommissionen so alles gesagt?

Hier kann man nen Blick rein werfen: Kommission Verlässlicher Generationenvertrag - BMAS

Man kann aus dem pdf nicht kopieren, daher sinngemäß meine Zuammenfassung aus der Kurzfassung:

Die Kommission hat sich nach reiflicher Überlegung entschlossen, keine Reformen vorzuschlagen

Nach sorgfältiger Abwägung schlägt man vor, am Regeleintrittsalter nichts zu ändern und das auf 2026 zu vertagen.

Deutschlands Rentenpolitik in a nutshell.

Ich würde mir da jetzt keine zu großen Hoffnungen machen.

Falls jemand in den mehreren hundert Seiten Kostenprognosen in die Zukunft gefunden hat und die sich daraus ergebendenn Auswirkungen auf die Zahler und Steuern, bitte gerne verlinken. Ich habs beim Überfliegen nicht gesehen, stattdessen hunderte Seiten Gelaber über den Ist-Stand und die Vergangenheit.

Es wäre schön zu deinen eigenen Thesen auch Quellen einzufügen.

Vielleicht hast du was über die Schweiz gelesen?

https://www.bdo.ch/de-ch/publikationen/drohende-steuererhoehung-bei-kapitalbezuegen-aus-der-vorsorge

Zitat von Cepha am 29. November 2025, 9:18 Uhr
Zitat von Andreas900 am 20. November 2025, 10:55 Uhr

Es klingt gerecht, kannst du aber nicht machen.

Rente ist ein Politikum. Sie muss so gestaltet sein, dass sie auskömmlich ist. Wenn du sagst "Hey ihr hattet zu wenig Kinder, jetzt kriegt ihr halt nicht genug Rente um Miete und Essen zu bezahlen", bist du als Partei weg vom Fenster. Zurecht! Denn man kann nicht Milliarden in Sozial- und Migrationssysteme pumpen, aber Menschen, die lebenslang gearbeitet haben, dann hungern lassen.

Und warum auch? Ist die Planung der Demographie jetzt Aufgabe eines jeden Privatbürgers? Wenn es viele Kinder gibt, muss ich meine Kinderplanung zurückstellen? Sind wir dann wie in China bei einer Planwirtschaft mit 1-Kind Politik?

Mein Vorschlag beinhaltet keineswegs, dass das existenzminimum in der Grundsicherung abgesenkt wird.

Mir geht es um das Verhältnis der Verteilung von AN zu Rentnern/Pensionären.

Das Geld kann man zwischen den Alten dann ja anders verteilen oder man verändert das Verhätnis von Einzahlern zu Auszahlern indem man erst später in Rente darf.

Die aktuelle Idee, für den demografischen wandel ausschließlich die Jugend bezhalen zu lassen, die dafür nun wirklich garnichts kann wird mMn dazu führen, dass die Jugend über kurz oder lang die Lust verliert.

Mir ist schon klar, dass die Politik jetzt diesen Weg gehen will:

Schritt 1: Rente und Pension auf Staatsverschuldung. Da sind wir längst mitten drin. Zahlt die Jugend, selbst, die, die nie eine Rente bekomemn wird

Schritt 2: Massive Beitragserhöhungen nicht nur prozentual, sondern durch immer stärkere Anhebung der BBG

Schritt 3: Bei Habeck noch Parteienübergreifend verteufelt, jetzt plötzlich CDU, CSU und SPD-Konsens: Man will an das Geld der Sparer ran. Da wird es gewiss noch die ein oder andere Hürde geben, aber ich bin der Überzeugung, dass genau das kommen wird. Und Krankenversicherung auch noch oben drauf.

Die Abgeltungssteuer lag im Jahr 2024 bie ca. 19 Mrd Euro, aber das war dafür ein extrem gutes Jahr mit starken Anstieg der Börsenkurse und hohen Zinsen. (in 2023 waren es nur rund 8,5 Euro)

Selbst wenn man also die Abgabenlast auf die Kapitalerträge von allen inkl der Kleinsparer (ohne Berücksichtigung von BBG) jetzt einfach verdoopeln würde käme am Ende im Vergleich zu dem, was uns die Renten kosten nur ein feuchetr Furz dabei rum.

Und was das für FIRE bedeuten würde, wenn man künftig nicht 26,x% Steuer bezahlt, sondern erstmal 50% Sozialabgaben und auf den Rest dann nochmal 26,x% Steuer, das muss ich hier hoffentlich nicht ausführen.

Das ist auch alles nicht überraschend, wir fahren unsere Umlagesysteme ja wirklich mit noch extra durchgedrücktem Gaspedal an die Wand.

Was kann man tun?

Ich glaube (noch) nicht, dass sie sich die nächsten Jahre an die selbst bewohnten Immobilien ran trauen (sowohl Wertsteigerungen als auch Eigenmietwert besteuern), daher war das für mich zumindest ein kleiner Aspekt, mich hier stärker zu diversifizieren. Wenn Erträge auf Aktien & Co so massiv belastet würden gehe ich davon aus, dass die Nachfrage nach selbst bewohnten Immobilien anstiegen wird, damit die Preise und damit die Mieten. Was dann alle Rentenerträge zumindest bei Mietern egalisieren würde.

Einkommen reduzieren. Auf die Beitragsbemessungsgrenze hoffe ich nicht. Bei den Renten steigt die eh weitaus schneller als mein Lohn und bei der KV/PV gehe ich stark davon aus, dass die über kurz oder lang eh ganz wegfallen wird, weil auch dieses Umlagesystem auf einen Kollaps zu steuert. wenn man als normaler mensch nach oben hin nicht mehr ausweichen kann bleibt nur noch der Weg nach unten.

Das wird jeder mit sich selbe ausmachen, aber wenn ich vom letzten Euro Gehalt in Zukunft 60-70% abgeben muss (das ist meine Erwartung angesichts der politischen Lage), dann macht das für mich keinen Sinn mehr. das ist dann bei mir politisch erzwungener oder zumindest "angereizter" Frugalismus. Und bei den Kapitalerträgen muss man schauen, wie sie es machen wollen. Gibt es da dann auch eine Vorabpauschale, so dass man sich dem nicht einfach entziehen kann.

Man muss dann Nettorendite und Risiko ins Verhältnis setzen? Wenn ich 50-60% vom gewinn abgeben muss und die Verluste voll selber tragen soll, wer sollte dann noch bei vollem Verstand in deutsche Staatsanliehen investieren oder in Aktien?

man würde ja meinen, die deutsche Politik würde Vermögensaufbau in der Bevölkerung anstreben, aber das ist ganz offensichtlich ein Irrtum.

Die Versicherungsbranche wird dann schon bereit stehen, zu horrenden Kosten komplexe Modelle anzubieten, um Abgaben zu sparen. Da steht der Deutsche ja drauf. Das wird sicher genauso toll wie bei Riester oder der bAV.

Unterm Strich bin ich da auch eher ratlos. Vielleicht findet es ja in 10 Jahren ein EU Staat attraktiv, Leute wie mich mit geringen Steuersätzen anzulocken. Gering ist immer noch besser als garnicht.

Was die Politik mMn komplettübersieht ist, dass am Ende irgendwer das Geld auch bezahlen muss und dass es in Deutschland keinen Zwang gibt, gut zu verdienen oder nicht aus dem Land flüchten zu dürfen. Die DDR ist vorbei, zumindest aktuell. Die Rentner können wünschen und wählen, was sie wollen, wenn kein Geld mehr da ist gibt es auch nichts für sie zu verteilen. Dazu gibt es massenhaft Beispiele aus der Vergangenheit. Und wenn man es wirklich soweit kommen lässt, dann geht's eben auch unters Existenzminimum, siehe z.B. in jüngerer Vergangenheit Griechenland.

Ich wünsche das keinem und es müsste auch nicht sein, aber momentan gehen wir politisch nun mal diesen Weg.

und auf die Opposition braucht man nicht schauen. Die Linke will eh mal wieder den Sozialismus des 21. Jahrhunderts (wie toll das ist sieht man in Venezuela) und die AfD erzählt ja wie üblich eh nur Märchen, bei den Renten ihre Fantasie von 70% Rentenniveau ohne jede plausible Idee zur Finanzierung. Es gibt immer ausreichend Blöde, die sowas glauben und wählen. Käme das, wär das AAA rating Deutschlands vermutlich in kürzester Zeit verloren.

 

Danke für die Meinung, interessant zu lesen.

Was findest du sollte die Politik für Maßnahmen ergreifen?

 

Umverteilung wird ja hier oft verteufelt, aber ich frage mich wie sonst soll ein Sozialsystem aufrecht erhalten werden? Vor allem vor dem Hintergrund, dass wir mehr Rentner und mehr pflegebedürftige Personen haben werden.

Nur die Art der Umverteilung sollte finde ich gut gewählt werden. Meiner Meinung nach wären sinnvolle Maßnahmen:

Das Rentenproblem auf alle Altersgruppen verteilen und nicht wie aktuell vor allem die Jüngeren stark belasten (Wurde ja hier schon öfter erwähnt)

Andere Steuereinnahmen generieren:

Als allererstes Schlupflöcher in Form von Schonbedarfsprüfungen schließen. Es kann nicht sein, dass vererbtes Vermögen/Schenkungen über 26 Mio prozentual geringer belastet werden als Beträge die niedriger sind. (Habe noch im Kopf, dass es aktuell in Deutschland 2% bei über 26 Mio und 9% bei unter 26 Mio sind).

Finde Erbschaften sollten generell stärker besteuert werden, aber Freibeträge sollten erhöht werden.

Eine Vermögenssteuer, die irgendwo ab 5-50 Mio greift mit ca. 2% und für Milliardäre 3-4%. Letztlich merken die betroffenen Personen kaum was davon und vor allem Milliardäre werden dadurch nur langsamer reich und können sich immer noch alles leisten was sie möchten. Falls die betroffenen Personen wegziehen sollten greift ja dann die Wegzugssteuer und in kaum einem anderen Land wird Vermögen so wenig besteuert wie in Deutschland. Finde es aktuell bedenklich, dass Milliardäre in den letzten Jahren viel reicher wurden und auf der anderen Seite gibt es mehr Armut und mehr steuerliche Belastungen für die Allgemeinbevölkerung.

Die Kapitalertragssteuer sollte finde ich höhere Freibeträge haben und ggf. progressiv besteuert steuert (vielleicht niedrige Beträge mit 20% und sehr hohe Beträge 30-35%). Fänd es auch nicht schlecht es als Einkommen zu behandeln und es auch so zu versteuern. (Bin aber der Meinung, dass die Lohnsteuer aktuell zu hoch ist)

Klar sind die Maßnahmen in Summe eine starke Umverteilung, aber ich finde den Weg besser als andere Maßnahmen wie die Erhöhungen von Lohnsteuer, aller Kapitalerträge, Mehrtwertsteuer usw. oder höhere Rentenzahlungen/höheres Rentenalter/niedrigeres Rentenniveau.

Und finde so ist es auch gut gewährleistet, dass jeder sich weiterhin gut ein Vermögen aufbauen kann (durch moderate Kapitalsteuern+Lohnsteuer) und Erbschaften/Schenkungen sind ja immer noch möglich und es können sehr hohe Summen auch nach Steuern weitergegeben werden.

Wie steht ihr zu den Vorschlägen? Würdet ihr sagen, dass sie umsetzbar sind?

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