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Buy and Hold in unruhigen Zeiten?

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In den letzten Tagen wurde hier ja schon einiges zu aktiven Strategien geschrieben. Mich würde nun mal interessieren, ob hier auch Leute mitlesen, die stumpfes buy and hold betreiben und das auch in nächster Zeit planen. Egal ob die Kurse jetzt noch 50% fallen oder ab morgen wieder nach oben schießen, abhängig nur vom eingerichteten Sparplan oder dem, was regelmäßig über ist.

Ich zähle mich dazu. Mein Depot ist allerdings noch neu und dürre, von daher auch noch keine großen Emotionen im Spiel. Mich hat die große Anzahl aktiver Inveatoren hier erstaunt, auch motiviert durch Olivers Blog hätte ich eine passiv investierende Mehrheit erwartet.

Mag aber auch daran liegen, dass die eben jetzt auch nicht viel zu diskutieren haben. Verratet mir bitte, ob der Eindruck täuscht!

 

 

Ich denke hier gibt es auch einige Buy-and-Holder 😉
Ich selbst werde nichts verkaufen, ich versuche eher die Sparraten zu erhöhen, um etwas günstiger einzukaufen.

Das Kaufen abhängig davon zu machen, was am Monatsende übrig ist, wäre recht fahrlässig in meinen Augen. Es sollte gelten: Pay yourself first.

Ja; hier wird buy and hold betrieben, auch wenn sich die letzten beiden Wochen quasi ein Kleinwagen in Luft aufgelöst hat.
Ich brauche die Kohle erst in über 10 Jahren. Bis dahin nehm ich gerne günstige Kaufgelegenheiten wahr 🙂

Ich halte alles, mir völlig egal wieso andere ihre Kapitalanlagen unter Wert verkaufen.

Mein aktuelles Renditedreieck:

Meine älteste Aktie liegt über 20 Jahre im Depot und >75% sind bis Ende 2001 erworben worden.

Klar wäre und hätte man das Depot optimieren können, es wird aber vergessen das man fast nie im ATH verkaufen kann und im Kauf auch nie den Tiefpunkt erwischt.
Gleichzeitig zahlt man beim Handel für die Gewinne Steuern.

Wenn man das dann mal in einer Excel-Tabelle verrechnet, ist das Aussitzen von Kurslücken bei gut wirtschaftenden Unternehmen sinnvoller, als das ständige hin & her.

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»In meinem Alter begreife ich, dass Zeit mein kostbarster Besitz ist.« »Freiheit bedeutet, dass man nicht unbedingt alles so machen muss wie andere Menschen.« »Eine Aktie zu verkaufen die fällt, ist in etwa so, als ob man ein Haus für 100.000 Dollar kauft und es verkauft, sobald jemand 80.000 Dollar dafür bietet.« Buffett

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»In meinem Alter begreife ich, dass Zeit mein kostbarster Besitz ist.« »Freiheit bedeutet, dass man nicht unbedingt alles so machen muss wie andere Menschen.« »Eine Aktie zu verkaufen die fällt, ist in etwa so, als ob man ein Haus für 100.000 Dollar kauft und es verkauft, sobald jemand 80.000 Dollar dafür bietet.« Buffett
Zitat von skywatcher am 2. März 2020, 22:43 Uhr

Ja; hier wird buy and hold betrieben, auch wenn sich die letzten beiden Wochen quasi ein Kleinwagen in Luft aufgelöst hat.
Ich brauche die Kohle erst in über 10 Jahren. Bis dahin nehm ich gerne günstige Kaufgelegenheiten wahr 🙂

Mache ich auch so. Habe ich ja schon mehrfach an anderer Stelle geschrieben. Letzte Woche war es eher eine Wohnung ...

Ich finde besonders interessant, wie sich die Meinung innerhalb von ein paar Tagen ändern kann ...

Wegen einer in den Medien hochgekochten Krankheit, wohlgemerkt, von der man jetzt schon weiß, dass sie in absehbarer Zeit vorüber ist. Also nicht wegen eines Krieges, der halb Deutschland zerstört hat oder so.

Der Kursstand wird doch immer nur im Moment beurteilt. Was viele heute für Kaufgelegenheit halten, empfanden alle vor zwei Jahren noch als unerreichbar hoch ("ich kauf erst wieder, wenn die Kurse ordentlich gefallen sind"). Was viele jetzt als "Höchststand" empfinden (und in Panik verkauften), wird in einigen Jahren als historische Kaufgelegenheit angesehen werden. Ich erinnere mich noch an die Zeiten 2000, als Profis einen DAX von 8000 für "whow, aber dieses Jahr noch möglich" hielten.

Auf einer solchen Gefühlsbasis sollten keine Entscheidungen getroffen werden, schon gar nicht "das halbe Depot" oder ähnliche Größenordnungen.

Hi,

vielen Dank für deine Frage. Ist wirklich spannend, wie schnell sich geplante Strategie und das tatsächliche Handeln ändern. Ich mache folgendes:

  • Sparpläne unverändert laufen lassen
  • Rücklagen zusätzlich investieren
    • Notgroschen + "Sicherheitspuffer" liegen lassen(!)

Nun gut, der Titel führt ja ein wenig in die Irre, denn am Aktienmarkt haben wir ja immer unruhige Zeiten. Das ist aber auch gut so, denn je nach unruhiger oder noch unruhigerer Zeit wechseln die Aktien aus unterschiedlichen Gründen den Besitzer. In unruhigen Zeiten von den zittrgen Händen in die von ruhigeren Investoren, die Basis für den nächsten Aufschwung. Aber nur wenn man dabeibleibt und überzeugt seine buy and hold Strategie verfolgt, schön diversifiziert, in stabilen Sparten und stabilen Ländern.

Zitat von Knight6 am 2. März 2020, 21:49 Uhr

Das Kaufen abhängig davon zu machen, was am Monatsende übrig ist, wäre recht fahrlässig in meinen Augen. Es sollte gelten: Pay yourself first.

Ah, da hab ich mich missverständlich ausgedrückt. Gemeint war bei Investoren ohne Sparplan das manuelle Kaufen, sobald eine größere Summe erspart wurde, um die Kaufnebenkosten niedrig zu halten.

Zitat von Privatier am 3. März 2020, 8:29 Uhr
Zitat von skywatcher am 2. März 2020, 22:43 Uhr

Ja; hier wird buy and hold betrieben, auch wenn sich die letzten beiden Wochen quasi ein Kleinwagen in Luft aufgelöst hat.
Ich brauche die Kohle erst in über 10 Jahren. Bis dahin nehm ich gerne günstige Kaufgelegenheiten wahr 🙂

Mache ich auch so. Habe ich ja schon mehrfach an anderer Stelle geschrieben. Letzte Woche war es eher eine Wohnung ...

 

Ja, hier auch ungefähr. Aber ganz ehrlich, wenn ich jetzt in das Depot schaue, spüre ich nicht mal ansatzweise Angst, Nervosität oder auch Gier oder irgendwas. Mir kommt das alles ziemlich irreal vor. Auch wenn im Depot ein Euro-Betrag angezeigt wird, ist da ja kein Geld drin. Das hat man beim Kauf bereits abgegeben.

Die Tage habe ich noch nachgekauft. Aber nur, weil ich das halt jeden Monat mache. Das ist seit langem die Gewohnheit. Es wäre komisch, wenn ich das jetzt nicht machen würde.

Ich merke schon, dass das unbeirrte Investieren in Krisenzeiten gar nicht mal so leicht ist. Gar nicht so sehr aus Angst vor hohen Verlusten, damit käme ich klar. Sondern weil ich merke, dass mich die Krise außerhalb des Depots treffen kann. Die Freundin demnächst in Kurzarbeit oder Schlimmeres, die Zahlungssicherheit des Mieters unbekannt, der eigene Job in den nächsten Monaten wohl sicher, mittelfristig je nach Auswirkungen vielleicht nicht mehr? Da überlege ich schon, ob ich nicht den Risikopuffer aufstocken müsste, statt den Sparplan durchzuziehn.

 

Zitat von Christine am 3. März 2020, 9:06 Uhr

Ich finde besonders interessant, wie sich die Meinung innerhalb von ein paar Tagen ändern kann ...

Wegen einer in den Medien hochgekochten Krankheit, wohlgemerkt, von der man jetzt schon weiß, dass sie in absehbarer Zeit vorüber ist. Also nicht wegen eines Krieges, der halb Deutschland zerstört hat oder so.

Im Nachhinein war die Medienpräsenz bis zum 3.3. wohl nicht übertrieben, gemessen an den realen Auswirkungen auf unser Leben. Und dabei stehn wir noch am Anfang. Ich würde mir aber auch wünschen, dass in dem Medien die übrigen Themen nicht mehr so hinten runterfallen wie derzeit.

Zitat von TheWanderer am 16. März 2020, 22:19 Uhr

Ich merke schon, dass das unbeirrte Investieren in Krisenzeiten gar nicht mal so leicht ist. Gar nicht so sehr aus Angst vor hohen Verlusten, damit käme ich klar. Sondern weil ich merke, dass mich die Krise außerhalb des Depots treffen kann. Die Freundin demnächst in Kurzarbeit oder Schlimmeres, die Zahlungssicherheit des Mieters unbekannt, der eigene Job in den nächsten Monaten wohl sicher, mittelfristig je nach Auswirkungen vielleicht nicht mehr? Da überlege ich schon, ob ich nicht den Risikopuffer aufstocken müsste, statt den Sparplan durchzuziehn.

Risikopuffer schön und gut, aber ich habe es persönlich in der Finanzkrise 2007/08 erlebt, dass wir mit unserem Unternehmen und Geschäftspartner ganz eng zusammengerückt sind, um unser gegenseitiges Überleben zu sichern. Das wird auch jetzt passieren und ist auch schon im Gange. In so einer Situation reduziert sich das Leben auf das Wesentliche. Ich bin auch ganz froh, dass ich auf diese Erfahrungen nun zurückgreifen kann.

 

Schadet jedenfalls nicht, den nochmal zu überprüfen. Und falls es zu knapp bemessen ist, auch aufzustocken.

Dafür ist die buy-and-hold-Strategie doch gerade da, dass man die auch in unruhigen Zeiten durchzieht.

@Discount-Fan

Ja, und das durchziehen bezieht sich nicht nur auf "hold" sondern auch auf "buy".

Denn nur bei einem regelmäßigen buy (also Aufstockung bestehender Positionen, Bildung neuer Positionen und auch ggf. Umschichtungen von POsitionen an die man nicht mehr glaubt oder vertraut) kann man langfristig attraktive durchschnittliche Kaufkurse erreichen und Renditen die sich auch an den langfristigen MSCI, S+P 500 oder ähnlichen Vergleichsindizes zwischen 6 und 8 % einspielen.

Zitat von Discount-Fan am 17. März 2020, 7:42 Uhr

Dafür ist die buy-and-hold-Strategie doch gerade da, dass man die auch in unruhigen Zeiten durchzieht.

Das ist richtig, aber zu buy-and-hold gehört, dass man nur das Geld risikobehaftet investiert, auf das man höchstwahrscheinlich viele Jahre verzichten kann. In Krisen hinterfragt man dann die vermuteten Wahrscheinlichkeiten. Dazu muss man aber die Situation erstmal nüchtern für sich bewerten können, was ich im Moment nicht einfach finde.

Aber ja, noch kaufe ich nach Plan und hoffe auf bessere Tage. Und der risikoarme Antteil wächst ja nebenher weiter und beruhigt ein wenig. 🙂

Beim Finanzwesir gibts übrigens ein paar Links, die einen auch wieder ein bisschen aufmuntern.

Auf aufmunternde Links würde ich aber nicht allzu viel geben. Die gibt es in solchen Situation immer, heisst aber nicht, dass es nicht noch deutlich schlimmer kommen könnte.

Zitat von Privatier am 17. März 2020, 7:34 Uhr

Schadet jedenfalls nicht, den nochmal zu überprüfen. Und falls es zu knapp bemessen ist, auch aufzustocken.

Die Frage ist, wer das mal eben so kann. Hier im Forum können sicher einige - aber auch längst nicht alle - zusätzlichen Cash generieren bzw. vom vorhandenen Cash einen größeren Notgroschen abzweigen.

Zitat von Privatier am 17. März 2020, 15:55 Uhr

Auf aufmunternde Links würde ich aber nicht allzu viel geben. Die gibt es in solchen Situation immer, heisst aber nicht, dass es nicht noch deutlich schlimmer kommen könnte.

14 Tage Lockout werden zunächst mal noch viel Kurs vernichten. Das stehen auch nicht alle KMU aus Eigenmitteln durch.

Die Frage ist mit wie viel der Markt schon rechnet. Auch in den USA ist die Situation bekannt und zumindest die großen Investoren schauen über den Teich und rechnen mit Shutdowns und Ausgangssperren.

Vermutlich nimmt der Markt schon viel vorweg und erreicht den Tiefpunkt bevor Corona den Höhepunkt erreicht.

Als "buy and hold" muss man es sowieso aussitzen. Wer kaufen will, findet vermutlich heute und auch noch in den nächsten Wochen gute Kurse. Zum Hochpunkt der Krise vielleicht nicht mehr...

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