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Bitte um Rat - 1. ETF Anlage - Endspurt

Hallo meine lieben Mitmenschen.

Mein Anliegen ist die werterhaltende und möglichst gewinnbringende Investition von 25.000,- Euro.

Nach stillem Mitlesen und Forschungsversuchen hier im Forum fasse ich Vertrauen und überwinde meine Scheu - Unwissenheit und Ängstlichkeit zu zugeben. Was hilft's? Ich kann niemanden fragen, außer Bank/Versicherungen. 2016 habe ich irgendwo etwas über ETFs gelesen, gehört, Gerd Kommer's Buch gekauft. Da ich wenig verstand, legte ich es zur Seite. Jetzt habe ich ein gewisses finanzielles Polster von 35.000,- Euro auf dem Girokonto. Was tun? Mein Sohn meinte ich solle freiwillig in die deutsche Rentenkasse einzahlen, wenn es denn ginge... Aber irgendwie schmeckt mir das nicht so.

Nun ist die Börse nach jahrelangem Höhenflug in die Korrektur geraten. Zu meinem Glück bin ich vor einiger Zeit auf Eure hilfreiche Seite gestoßen. Ich freue ich mich über die große Vielseitigkeit der Menschen. Und insbesondere über die Ehrlickeit, die aufrichtige Natürlichkeit über Geld zu reden - und die Abwesenheit von Neid.

Zu meiner Vorgeschichte: ich komme aus sehr einfachen Verhältnissen. Es wurde hart gearbeitet, karg gelebt, wenig gesprochen, über Geld schon gleich gar nicht. Ich bin einfach, meine Liebe ist die Natur und ich genieße das einfache Sein in der Sonne. Das Wort Frugalist ist mir neu, aber die ungefähre Lebensweise kenne ich sehr gut. Die Weltansicht finde ich interessant. Persönlich bin ich eher sicherheitsbezogen und bevorzuge Eigentum, 2017 wurde ein Neubau wurde bezogen. Nun werde ich 55 Jahre alt, bin schuldenfrei und habe 35.000,- Euro auf dem zinslosen Giro-Konto. Nachdem ich bereits Bekanntschaft machte mit Aktien (VW, Siemens) und mir 2008/2009 mit einem vom Bankangestellten empfohlenen Zertifikat  über 10.000, - Euro die Finger verbrannt habe, will ich es diesmal richtig machen. Es geht um DIE neue und wahrscheinlich letzte Chance einen neuen Weg, mein zum Teil schwer verdientes, Geld anzulegen.

Was habe ich bisher gemacht? Seit 1999 bespare ich über die Nürnberger Versicherung mit mtl. 145,- Euro eine  fondgebundene Rentenversicherung zu 50 % JPMorgan-Ermerg. Markets Eq. A und zu 50 % Schroder ISF - BRIC A. Desweiteres mit 200,- Euro bei der Zurich Versicherug den DWS Top Asien und DWS Akkumula LC. Leider habe ich mich damals vom Versicherungsvertreter überreden lassen, für mein damaliges Söhnchen einen Vertrag zu besparen. Nun bezahle ich mtl. 50,- Euro - Vertragsende 2054. Das erleb' i nimmer. Er - nun 30-jährig, meint, dass er den sofort auflösen würde. Ich solle in nicht mehr weiter bedienen. Wie denkt Ihr darüber?

Zu meinem aktuellen Anliegen:

Meine Überlegungen: ich will 25.000,- Euro im Jahr auf die Seite legen, zur Vorsorge für mein Alter. Ich liebe meinen sinnvollen und schönen Beruf. Trotzdem ist mir klar, dass es nicht ewig geht. Ich nehme an, dass ich 84-86 Jahre alt werde. Also, geht es um die letzten 30 Jahre. Gerne möchte ich bis ca. 67 Jahren arbeiten, wenn es mir gesundheitlich möglich ist gerne länger. Meine Rechnung ist so: Wenn ich 12 Jahre durchschnittlich 25.000,- Euro auf die Seite lege, dann hätte ich mit 67 Jahren 300.000, Euro. Deshalb meine Bitte um Rat an Euch. Und weil die Börse wieder steigt, muss ich langsam, aber sicher eine Entscheidung treffen, bzw. den Weg einleiten. Wobei ich im Grunde annehme, dass es in der nächsten Zeit (Wochen/Monaten) noch einige Erschütterungen auf dem Weltmarkt geben wird, durch eine eventuelle Weltwirtschaftskrise. Soweit es mir klar ist, stelle ich mir folgenden Plan vor:

  1. 10.000,- bleiben zur Sicherheit auf meinem Konto. Seit einigen Jahren verdiente ich als Selbstständige im Gesundheitsbereich 3.000-4.000 Euro monatlich. Aber jetzt habe ich 100% Umsatzeinbußen wegen der Corona-Krise, weil ich sehr nah am Menschen arbeite. Hoffentlich überwinden wir diese Zeit ohne sehr großen Schaden. (Zur Not könnte ich ein paar Kartoffeln im Garten anbauen. In diesen Zeiten bin ich besonders dankbar, dass ich auf dem Lande wohne, auch wenn es ohne Auto unmöglich ist).
  2. Investition nach Vorschlag von G. Kommer: 70 % = 17.500,- Euro in den iShares MSCI ACWI UCITS ETF (ISIN DE000A1JS9A4)
  3. Investition nach G. Kommer: 30 % = 7.500,- Euro in den iShares Core MSCI Emerging Markets IMI UCITS ETF ( ISIN ID00BKM4GZ66)
  4. Einen kostengünstigen Online-Broker finden. Was haltet Ihr von der Focus Money empfohlenen Comdirekt Bank?
  5. Nach vielem und langem Suchen im Internet und diesem übermächtigen Vergleichen, wird mir meine Zögerlichkeit aufgrund der Laienhaftigkeit bewusst. Vor lauter Bäume sehe ich keinen Wald mehr. Ich gebe zu, dass mich das alles ein wenig überfordert. Diese Angebotsfülle übersteigt meinen Horizont. Ja, es geht vor allem darum Kosten zu sparen, das checke ich. Aber wo? Welcher Broker ist zur Zeit empfehlenswert? Und ist es mit den ausgesuchten ETFs vereinbar? Gibt es nun im Jahre 2020 bereits noch bessere und trotz einem gewissen Risiko "zuverlässige" ETFs.

Für Eure Erfahrungen, Rat und die Hilfe bin ich sehr dankbar. Habe ich etwas vergessen, übersehen? Obwohl es nun  doch ein langes Schreiben geworden ist, hoffentlich konnte ich mich verständlich ausdrücken. Euch Allen eine gute Zeit und bleibt gesund.

Schöne Grüße aus Oberbayern, Helene

 

 

Zitat von Helene am 26. März 2020, 0:08 Uhr

Meine Rechnung ist so: Wenn ich 12 Jahre durchschnittlich 25.000,- Euro auf die Seite lege, dann hätte ich mit 67 Jahren 300.000, Euro.

Ohne Verzinsung korrekt. Mit Verzinsung wird es deutlich mehr sein.

Deshalb meine Bitte um Rat an Euch. Und weil die Börse wieder steigt, muss ich langsam, aber sicher eine Entscheidung treffen, bzw. den Weg einleiten. Wobei ich im Grunde annehme, dass es in der nächsten Zeit (Wochen/Monaten) noch einige Erschütterungen auf dem Weltmarkt geben wird, durch eine eventuelle Weltwirtschaftskrise.

Das "eventuell" gleich mal streichen. Die Weltwirtschaftskrise ist schon da, es stellt sich nur noch die Frage, wie heftig es wird.

  1. 10.000,- bleiben zur Sicherheit auf meinem Konto. Seit einigen Jahren verdiente ich als Selbstständige im Gesundheitsbereich 3.000-4.000 Euro monatlich. Aber jetzt habe ich 100% Umsatzeinbußen wegen der Corona-Krise, weil ich sehr nah am Menschen arbeite.

Sind die Einnahmen brutto oder netto? Wie bist Du krankenversichert? Hast Du Mitarbeiter oder bist Du Solo-Selbständige?

Wichtigste Frage: ist Dein Einkommen in der Höhe zukünftig (nach Corona) nachhaltig erzielbar? Wie lange rechnest Du damit, keine Einnahmen zu haben?

 

 

 

 

 

Guten Morgen MFZ73, vielen Dank für Deine schnelle Antwort und Deine wertvollen Fragen.

Ja, das mit der Verzinsung habe ich ganz vergessen. Das stimmt mich schon mal fröhlich.  Du siehst ich bin da eher vorsichtig, die Inflation wird auch daran nagen.

Zu dem 1. Punkt:

  1. 10.000,- bleiben zur Sicherheit auf meinem Konto. Seit einigen Jahren verdiente ich als Selbstständige im Gesundheitsbereich 3.000-4.000 Euro monatlich. Aber jetzt habe ich 100% Umsatzeinbußen wegen der Corona-Krise, weil ich sehr nah am Menschen arbeite.

Sind die Einnahmen brutto oder netto? Wie bist Du krankenversichert? Hast Du Mitarbeiter oder bist Du Solo-Selbständige?

Ich habe einen Ein-Frau-Betrieb seit 2005, wobei es viele Jahre Aufbau-Arbeit gab. Danke für die Anregung. Meiner Einschätzung nach handelte es sich bisher um 3.500,- € netto. Ich habe mal eben meine festen monatlichen Ausgaben überschlagen:

1.183,- Euro (AOK mit 193,- €, Grundsteuer, Gas, Wasser, Kanal, Strom, Telekom, Privat-Haftpflicht, Kfz-Versich./Steuer/Instandhaltung/Treibstoff, GEZ, die Sparraten für die Fonds s.o.). Bei Kleidung bin eh sehr sparsam, Essen meistens bio für ca. 280,-.  Also sage ich mal 1.500,- € monatliche Ausgaben. Blieben im schwierigen Fall 1.500,-€ und im guten Fall 2.500,- €  fürs Sparen übrig.

Wichtigste Frage: ist Dein Einkommen in der Höhe zukünftig (nach Corona) nachhaltig erzielbar?

Da ich als Heilpraktikerin mit einer manuellen Therapie tätig bin, habe ich mich zu meinem eigenen Schutz zurückgezogen. Wir sehen Gesundheit ist ein hohes Gut, dafür wird auch in Zukunft Geld ausgegeben werden. Mein Schwerpunkt: die Anregung der jedem Menschen zu Grunde liegenden Selbstheilungskräfte. Als Referentin referiere ich in einem Bildungshaus quartalsmäßig über Hilfe zur Selbsthilfe für jeden persönlich. Dasselbe natürlich in meiner Praxis in Kombination mit den manuellen Behandlungen. Meine Idee ist nun, dass ich die Beratung/Therapie auf Video-Konferenz umstelle und dies bewerbe.

Also, mit 10.000,- Reserve ohne Einnahmen könnte ich 6 Monate überleben.

Wie lange rechnest Du damit, keine Einnahmen zu haben?

Eigentlich gehe ich davon aus, dass es nach den Vorsichtsmaßnahmen und der sich auflösenden Schockstarre, wieder nach Ostern langsam los geht, oder spätestens in 2 Monaten im Juni 2020. Sicher erst wieder langsam, sodass mein Sparplan sich etwas gedulden muss.

Aber die 25.000,- € möchte ich jetzt bald anlegen. Wie bitte? Eure Ideen?

Vielen Dank für Eure Zeit und Euer Gehör. Schöne Grüße derweil, Helene

Hallo Helene,

willkommen im Forum!

Wie hoch sind denn Deine gesetzlichen Rentenansprüche? Wieviel wird bei angenommenen 4 % Fondsentwicklung als Rente aus Deinen Policen kommen? Zahlst Du noch in die GRV ein oder bist Du befreit? Danach rechnest Du Deine Monatsausgaben (Du hattest nur die privaten Ausgaben angegeben, oder? Ich sehe keine Instandhaltungsrücklage/Miete) mit mind. 2 % Inflation hoch: https://www.zinsen-berechnen.de/inflationsrechner.php - Achtung, Stichwort "Rentnerinflation" - und weißt, was für eine Lücke Du noch hast. Berufsunfähigkeit/Pflege ist in Deinen Policen drin?

Deine geschäftliche Steuerrücklage/Investitionsrücklage hast Du vermutlich ganz getrennt von Deinen Zahlen hier.

Zu der Police für Deinen Sohn: Ich hab sowas auch für meine Patenkinder. Eigentlich ist es so gedacht, dass man die Police dann übertragt, wenn die Kinder volljährig sind oder in Deinen Augen reif genug sind, das Geld auch für ihre Altersvorsorge zu verwenden oder evtl. ihr Studium damit zu finanzieren. Dann wird das Kind (das bisher schon versicherte Person ist) auch Versicherungsnehmer und Beitragszahler und das Geld gehört ihm. Er/Sie kann den Vertrag selbst weiterbedienen oder beitragsfrei stellen und hat schon einen schönen Grundstock für die Altersvorsorge. So jedenfalls ist der Gedanke. Wenn Dein Sohn 30 ist, sollte er doch eigentlich mittlerweile selbst den Vertrag führen können - oder wartest Du noch auf ein besonderes Ereignis (Heirat/Kind/Hauskauf), um ihm den Vertrag zu schenken?

Ich kenne das Buch von Kommer nicht (nur seine Blogbeiträge), aber ich frage mich, weshalb Du einen World ACWI UND einen Emerging Markets nehmen sollst. Ich finde, ACWI (da sind ja schon Schwellenländer dabei) reicht. Auf das IMI kommt's echt nicht mehr an. Vielleicht liefert er ja einen nachvollziehbaren Grund dafür.

Such Dir einfach einen Broker in Deutschland (für Anfänger empfehlenswerter, weil dann die Steuerpapiere usw. schon passen), der für einen größeren Einmalbetrag günstige Gebühren nimmt. Du kannst später, wenn er sich als wirklich komplett falsch erweist, auch Dein Depot umziehen. So eine Depoteröffnung braucht einige Zeit, mach Dich als erstes daran. Danach suchst Du Dir dann in dessen Angebot einen passenden World ACWI raus. Ob der dann IShares oder MSCI oder sonst wie heißt, ist in meinen Augen nicht kriegsentscheidend.

Hallo,

einen großen Online-Broker in DE zu finden sollte nicht so schwer sein.

Auf die schnelle kenne ich:

  • ComDirekt
  • Consorsbank
  • OnVista

Ich bin bei der Consorsbank und werde (vorerst) nicht wechsel. Super Angebot.

Es gibt zwei richtig große ETF Anbieter.

  • Blackrock (mit iShares ACWI)
    • All Country World Index
  • Vanguard (mit FTSE All-World)

Suche dir hiervon einen aus und fertig. Nicht zusätzlich Emerging Markets (Schwellenländer). Die sind ja schon drin. Wie Christine sagte.

 Er - nun 30-jährig, meint, dass er den sofort auflösen würde. Ich solle in nicht mehr weiter bedienen.

Warum will er den nicht bedienen? Kann er nicht, oder will er nicht?

Ich würde JETZT auf keinen Fall verkaufen. Still legen ("beitragsfrei") oder unverändert laufen lassen...

Zitat von Helene am 26. März 2020, 8:52 Uhr

Ich habe einen Ein-Frau-Betrieb seit 2005, wobei es viele Jahre Aufbau-Arbeit gab. Danke für die Anregung. Meiner Einschätzung nach handelte es sich bisher um 3.500,- € netto. Ich habe mal eben meine festen monatlichen Ausgaben überschlagen:

1.183,- Euro (AOK mit 193,- €, Grundsteuer, Gas, Wasser, Kanal, Strom, Telekom, Privat-Haftpflicht, Kfz-Versich./Steuer/Instandhaltung/Treibstoff, GEZ, die Sparraten für die Fonds s.o.). Bei Kleidung bin eh sehr sparsam, Essen meistens bio für ca. 280,-.  Also sage ich mal 1.500,- € monatliche Ausgaben. Blieben im schwierigen Fall 1.500,-€ und im guten Fall 2.500,- €  fürs Sparen übrig.

Gestezl. Rentenversicherung (GRV) und Einkommensteuer (ESt) fehlen mir noch. So wie Du es beschreibst gehe ich davon aus, dass Du von der Summe keine ESt mehr zahlen musst und auch nicht verpflichtet bist, in eine GRV einzuzahlen!? Falls ich falsch liege, gern korrigieren.

@Christines Frage zielt bzgl. GRV in die gleiche Richtung, musst nicht doppelt antworten.

Nachträgliche Zahlung in die GRV kann sich lohnen, mache ich selbst auch, weil man das von der ESt abziehen kann. Muss man in Deinem Alter aber abwägen, ob es sich noch lohnt und hängt sowohl von Deinem pers. durchschnittlichen Steuersatz als auch davon ab, was aktuell drin ist.

so, mit 10.000,- Reserve ohne Einnahmen könnte ich 6 Monate überleben.

Ok, aber in dieser Zeit "verlierst" Du ca. 12T€ Sparpotential. Daher würde ich an Deiner Stelle jetzt zwar beginnen, das Ganze aber moderat. Also zB ein Startkapital von 3-5T€ einzahlen und dann mtl. gezielt und individuell/veränderbar aktiv besparen, sodass Du auch jederzeit aussetzen oder erhöhen kannst.

Eigentlich gehe ich davon aus, dass es nach den Vorsichtsmaßnahmen und der sich auflösenden Schockstarre, wieder nach Ostern langsam los geht, oder spätestens in 2 Monaten im Juni 2020. Sicher erst wieder langsam, sodass mein Sparplan sich etwas gedulden muss.

Eine gewagte These.

Aber die 25.000,- € möchte ich jetzt bald anlegen. Wie bitte? Eure Ideen?

Du musst erst klären, ob es sich lohnt, in die GRV ein- bzw. nachzuzahlen. Wenn das nicht in Frage kommt, würde ich an Deiner Stelle sowas machen wie oben beschrieben, auf jeden Fall mit viel eigener Kontrolle. Der Anbieter ist fast egal.

Hallo Ihr Alle, insbesondere Christine, MFZ73, Matsinho.

Ich bin Euch allen sehr dankbar, dass Ihr mir so schnell mit fundiertem Wissen und ins Detail gehenden Fragen antwortet. Nun habe ich versucht Eure Anregungen zu verwerten.

Mein Einkommensteuersatz ist vernachlässigbar. Auf meiner Renteninformation steht vorn: "Ihre bislang erreichte Rentanwartschaft entspräche nach heutigem Stand einer monatlichen Rente  im Jahre € 2032 von: 131,97 €." Auf der Rückseite stehen die bisher eingezahlten Beiträge: 21.252,98 €. Sehe ich das richtig, wenn ich bei der Einzahlung von der selben Beitragssumme 2 x 131,97 = 263,94 € erwerben würde? Wahrscheinlich nicht mal diese Summe, weil die Laufzeit kürzer ist. Sorry, mit dieser Rechnung habe ich mich noch nie beschäftigt, aber da kann ich mir den Anruf bei der Rentenversicherung sparen, oder? Ich wohne und arbeite in meiner Praxis seit 2017 in neuem möblierten Eigentum, also ohne Miete. In den nächsten 10 Jahre dürfte es hoffentlich keine größeren Reparaturen geben. Das Auto (Diesel) ist 8 Jahre alt und wird gefahren bis zum Schluss. Ein Sicherheitspolster von ca. 15.000,- Euro möchte ich auf dem Girokonto pflegen. Mein geliebter Sohn kann seine für ihn gedachte Anlage mangels Interesse und Auseinandersetzung noch gar nicht schätzen. Da er promovieren möchte, ist er nach wie vor knapp bei Kasse. Deswegen werde ich diesen Topf wohl weiter mit den 50,-€ befüllen. Verkauft wird gar nix. Allerdings überlege ich, ob ich die 5 % Dynamik bei den 2 DWS Fonds raus nehme und sie mit 200,-€ und 50,- € laufen lasse. Oder ob ich sie beitragsfrei stellen lasse. Wie denkt Ihr genau darüber? Überhaupt bin ich durch die heutige Rechnerei ein wenig ernüchtert.

Die Rendite vom Rentenfond bei der Nürnberger Versicherung (mit Berufsunfähigkeits-Zusatzversicherung - Beitragsbefreiung) lag zum 30.11.2019 (Wertbestand 42.948,55 € ) bei 2,35 % p.a. bei einer mtl. 145,43 €.

Die Rendite vom DWS Fond bei der Zurich Versicherung lag zum 30.11.2019 (Wertbestand 35.063,09 € ) bei 2,02 %. Wenn ich alles richtig gerechnet habe. Das ist sehr entmutigend, zumal diese Wertpapiere an der Börse 11/2019 hoch bewertet wurden.

Erkenntnis: die Kosten sind abträglich. Angesichts dieser Rendite muss ich mir etwas anderes überlegen.

Übrigens heute Nachmittag hat mich ein netter Bekannter angerufen, von dem ich weiß, dass er sich für Finanzen interessiert. Er hat mich auf Xetra-Gold ETF aufmerksam gemacht, "wegen der Sicherheit". Er meinte, dass wir eventuell eine Wirtschafts-Depression bekommen werden, es könnte 10 Jahre dauern, bis wir uns wieder erholen. Und er würde zur Zeit nicht in den US-Dollar investieren, auch nicht zuviel in den US-Markt. Ich sollte in mehreren kleineren Schritten investieren, z.B. wenn die Börsenkurse 3 % gesunken sind. Wie Ihr mir auch schon empfohlen habt. Desweiteres solle ich auf Liquidität achten.

Ich habe zeitaufwändig recherchiert, gerechnet. Es ist fast wie in der Schule... wenn es nicht so ernst wäre, könnte ich sogar lachen. Aber die Zeit tickt...

Nun werde ich als nächstes ein Depot bei einem deutschen Online-Broker eröffnen. Und dann gilt es den passenden ETF zu finden. Die Recherche geht morgen weiter, ich überlege immer noch, worauf es ankommt... Für Euren Rat, Eure Vorschläge insbesondere ETFs bin ich wirklich dankbar, ich würde mich darüber freuen.

Ihr Lieben, ich hoffe, dass es Euch allen gut geht und Ihr Eure Liebsten in der Nähe habt, sie umarmen wollt und könnt. Wie wertvoll soziale Beziehungen sind...

Bleibt tapfer und gesund.

Schöne Grüße, Helene

 

Zitat von Helene am 26. März 2020, 18:40 Uhr

Mein Einkommensteuersatz ist vernachlässigbar.

Das kann normalerweise nicht sein. Du kannst in D nicht einfach 40T€ netto verdienen und keine Einkommensteuer zahlen. Das ginge nur, wenn Du an anderer Stelle außergewöhnliche Belastungen hast, also zB Schwerbehinderung, Alleinverdiener einer mehrköpfigen Familie mit nicht volljährigen/erwerbslosen Erwachsenen.

Normal wäre bei Deinem Einkommen ein Steuersatz von ~20-30% und damit nicht vernachlässigbar. Dieser individuelle Steuersatz wäre wiederum bei der Frage abzusetzen, ob es sich für Dich rentiert, noch freiwillig in die GRV einzuzahlen.

Ich vermute aber, dass Du von Deinem Geschäftskonto regelmäßig Steuervorauszahlungen leistest, in denen Deine ESt enthalten ist. Was übrig bleibt, ist dann die Summe, die Du s.o. genannt hast.

Gold ist absolut nicht mein Ding. Du brauchst auch erst mal 'ne Menge Cash/Aktien/flexibels Kapital, weil Du aktuell nur 120€ Rentenansprüche hast und Dein Kapital ansonsten in der Deiner Immobilie steckt.