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Bin ich etwa finanziell frei?

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Hallo zusammen,

als Frugalstin würde ich mich nun nicht bezeichnen, aber einigermaßen sparsam lebe ich schon. Größere Anschaffungen werden gründlich überdacht und ich käme nie auf die Idee, Pfandflaschen einfach in die Landschaft zu schmeißen (gleich doppelt bescheuert - Umwelt+Geld).

Ich habe eine wissenschaftliche Karriere im MINT-Bereich eingeschlagen, doch dank WissZeitVG ist da im Herbst wohl erstmal Ende Gelände. Zudem habe ich in den letzten Jahren ziemlich viel an Freude und Interesse an der Arbeit verloren. Da spielen aber sicher auch Schicksalsschläge und psychologische Probleme mit rein, die mit dem Job an sich nichts zu tun haben. Wie auch immer, meine Zukunft sehe ich in dem Berufsfeld jedenfalls nicht. Der Gedanke, was ab Herbst dann werden soll stresst mich schon eine ganze Weile und die sich häufenden Nachfragen mit näherrücken der Deadline machten die Sache nicht besser… bis ich auf den Trichter gekommen bin, dass ich ja vielleicht auch (erstmal?) einfach gar nicht arbeiten muss, und mich erstmal in Ruhe um meine anderen Baustellen kümmern könnte.

Ich hatte das Glück in einem wohlhabenden Elternhaus aufzuwachsen, sodass sich bereits ein Geldvermögen von ca. 380k€ (teils investiert in ETFs) besitze. Zudem erhalte ich monatlich Mieteinnahmen von 1700€ aus einer Immobilie. Seit dem Tod meines Vaters lebt meine Mutter in einem für sie alleine eigentlich viel zu großen Haus, und da ich sowieso ständig mal vorbeischauen muss, um sie bei diversen Dingen zu unterstützen, könnte ich auch eigentlich gleich da einziehen und somit mietfrei wohnen. Meine eigene Mietwohnung erlebe ich gerade sowieso nur als Zwischenlager für meinen Kram, während ich zwischen meinem Freund, meiner Mutter und diversen Job-Terminen hin und her pendle.

Eigentlich sollte ich doch damit ganz gut hinkommen, oder? Oder andersrum: Ist es unter diesen Voraussetzungen nicht eigentlich ziemlicher Quatsch sich bzgl. Jobperspektiven zu stressen? Habe ich etwas elementares übersehen in meiner Einschätzung? (Krankenkasse muss ich noch klären, das ist mir bewusst.) Was lässt mich eigentlich zweifeln? - Wahrscheinlich so eine Mindset Frage wie es vor mir und anderen rechtfertigen kann mich jetzt schon aus dem Arbeitsleben zu verabschieden… Ich bin da irgendwie noch nicht soweit, dass ich das im Real Life besprechen könnte, daher wollte ich’s mal hierlassen. Aufschreiben hilft ja oft schon die Gedanken zu sortieren, und vielleicht hat ja der/die ein oder andere noch ein paar Denkanstöße für mich.

 

Zur Einschätzung der Gesamtsituation noch ein paar Eckdaten: 37 Jahre, ledig, keine Kinder (auch nicht geplant), Einzelkind (ein bisschen was werde ich also früher oder hoffentlich später auch noch erben).

Edit: Versuch, die Formatierung zu verbessern... Kann man Schriftart/-größe hier im Editor irgendwie einstellen?

@leonessa

Hallo Leonessa,

herzlich willkommen im Forum. Tut mir leid, dass es bei dir gerade nicht so rund läuft. Kann ich gut verstehen, dass du das gerade nicht mit "realen" Personen besprechen willst.

Ob du finanziell frei bist oder nicht entscheidet sich eigentlich nur an zwei Fragen: 1. Wieviel brauchst du zum Leben? Und 2. Wie hoch sind deine passiven Einkünfte? (Also Einkünfte für die du nicht arbeiten musst.) Das kannst du nur selbst beantworten. Natürlich können 380k € bereits genug sein, aber da musst du ein bisschen rechnen. Wichtig ist eben vorausschauend zu kalkulieren und nicht über seine Verhältnisse zu leben. Wenn du nicht gerade ein Luxusleben führst und 5.000 € im Monat verballerst, würde ich mir da auf den ersten Blick keine großen Gedanken machen.

Das Thema mit der Krankenkasse kommt nur zum tragen, wenn du wirklich komplett aussteigen willst. Vielleicht ist eine längere Auszeit oder Teilzeit auch eine Lösung?! Ansonsten ist die KV ein ganz schöner Batzen. Bedenke, dass du dann den Arbeitgeberanteil mit bezahlen musst. Je nachdem ob du dich für freiwillig gesetzlich oder privat entscheidest, liegt der Beitrag irgendwo zwisschen 400 und 800 pro Monat. Das ist aber von vielen Faktoren abhängig.

Über das Rechtfertigen würde ich mir die wenigsten Gedanken machen. Das ist ja schließlich dein Leben, du musst tun, was das Beste für dich und deine Gesundheit ist. Es ist auf jeden Fall gut sich mal zurückzulehen und im eigenen Leben aufzuräumen. Allerdings wenn du den Komplettausstieg tatsächlich durchziehen willst, solltest du dir auch genau überlegen, wie deine weitere Lebensplanung dann aussehen soll. Nicht wenige sind danach schon in ein tiefes emotionales Loch gefallen. Frag einfach mal ein paar Rentner 😉

Ich wünsche dir alles Gute!

Gruß,
Fritz.

Wenn Du Privatier bist und ausschließlich Mieteinnahmen iHv 1.700 € mtl hast, zahlst Du etwa 250 € mtl gKV-Beitrag. Kannst Dir also ruhig Zeit nehmen für Deine Neuorientierung. Lieber n bissl länger überlegen (was kann ich? was will ich?) und dann mit was Passendem weitermachen. Manchmal tut so ein Wechsel richtig gut.

Du dürftest ja erstmal 12 Monate ALG1 bekommen, damit bist du dann auch krankenversichert. Das würde ich auch in Anspruch nehmen. Selbst wenn du ein Jobangebot ablehnst und eine Sperre bekommst, bist du weiterhin kostenlos krankenversichert.

Deinem Umfeld kannst du doch sagen, dass du ein Sabbatical machst. Im Grund bist du bei deinen Gegebenheiten finanziell frei. Mache das daraus was dir am meisten Spaß macht.

@all: Danke für die lieben Worte.

@Fritz: Keine Sorge, 5000€ pro Monat verballere ich nicht - dann wäre ich aber wohl hier auch etwas fehl am Platz 😉. Und bezüglich emotionales Loch: also momentan bin ich eher gefrustet über die vielen Dinge, die ich gerne machen/lernen würde, für die aber Zeit und Energie fehlen - also eine Weile könnte ich mich schon ganz gut beschäftigen denke ich.

@Schwaebin & @Paul74: Was ALG und KV angeht - ich bin auf Zeit verbeamtet, daher momentan PKV. Wie genau da die Spielregeln bei Vertragende sind, muss ich noch rausfinden... aber auch das wird sich irgendwie klären lassen.

@Schwaebin: Was will ich? Ja - das ist in der Tat so eine Frage. Mein Studium habe ich eher aus Interesse als mit irgendeinem Ziel angefangen, und dann hat sich so eins aus dem anderen ergeben, ohne dass ich mich mal ernsthaft mit der Frage auseinandergesetzt habe. "Müssen nur wollen" von Wir sind Helden fällt mir in dem Zusammenhang auch immer wieder ein.

Heute einen ehemaligen Kollegen getroffen, der jetzt seit 1,5 Jahren im neuen Job ist: Macht ihm soweit Spaß, karrieremäßig kommt er auch gut voran, ABER: regelmäßig 50-Stunden Woche! - absoluter Horror in meinen Augen. Von dem Pensum bin ich meilenweit weg, und trotzdem hart an meinem Limit. Und auch dieses Karriereding geht mir sowieso echt am ... vorbei. (Das ist aber was, das schon immer so war - nicht jetzt aus aktuellem Frust. )

Wenn man mal schaut, von welchen Beträgen hier der ein oder andere ausgeht (habe eine halbe Million mit 40 im Hinterkopf) würde das locker reichen, um sich zur Ruhe zu setzen.

Aber kommt halt darauf an -  diese Modelle gehen eher von einem Lebensstil in etwa auf Grundsicherungsniveau aus.

@leonessa Zum Thema KV: Wenn du Beamtin bist, bist du höchstwahrscheinlich beihilfeberechtig. Das bedeutet, wenn du deinen Beamtenstatus aufgeben willst, oder dieser sowieso endet, - da du ja Beamtin auf Zeit bist - und dann trotzdem in der PKV bleiben willst, brauchst du eine private Vollversicherung wie ein Selbständiger. Die Beiträge, die du hier zahlst hängen wiederum entscheidend vom vereinbarten Selbstbehalt ab. Als Beamtin bekommst du wahrscheinlich eine Beitragsrückerstattung, wenn du keine Rechnungen einreichst. Bei der Vollversicherung wird eine jährliche Summe vereinbart, die du dann selbst tragen musst, bevor die Versicherung zahlt (ähnlich wie die Selbstbeteiligung bei der Kfz-Kasko). Je höher dein Selbstbehalt, desto geringer ist dann auch dein monatlicher Beitrag, aber das ist halt ein zweischneidiges Schwert. Dein monatlicher Beitrag wird aber trotzdem erheblich steigen, ich vermute mal auf so 370 bis 500 (zzgl. Selbstbehalt). Falls du vor hast die Versicherung zu wechseln, gibt es noch einen Haken: Je nachdem wie lange du schon bei deiner KV bist, hast du da Altersrückstellungen aufgebaut, die deinen Beitrag langfristig stabilisieren sollen. Wenn du zu einer anderen wechselst, sind diese Altersrückstellungen futsch. Die kannst du leider nicht mitnehmen.

Hier kannst du dir eine erste Übersicht holen https://www.kv-fux.de/

 

Danke für die Infos und den Link. Das Thema wird mich sowieso noch beschäftigen, egal was ich dann machen werde.

Hallo Leonessa,

die meisten Menschen haben Angst vor Veränderungen. Ich denke jede Veränderung hat auch etwas Positives an sich. Mein Fokus lege ich auf Immobilien, wovon man gut passives Einkommen generieren kann. Mit 35 Jahren, ledig, keine Kinder und als Einzelkind, gestaltet sich der Weg zur finanziellen Unabhängigkeit etwas leichter. Mich haben die Themen Finanzen, Wirtschaft, Immobilien schon immer interessiert. Es ist schön sich mit Gleichgesinnten auszutauschen. Für deine Neuorientierung wünsche ich Dir viel Erfolg! 🙂

Sonnige Grüße

Hi Leonessa, Dein Beitrag spricht mir aus der Seele. Bin 36, ledig, keine Kinder und komme auch aus dem MINT Bereich, habe Mieteeinahmen, eigentlich keine (finanziellen) Sorgen. Mir fehlt nur gerade (ich bin IT freelancer und habe gerade kein aktives Projekt) die Perspektive, etwas neues zu definieren, denn die ganzen IT Projekte sind immer recht stressig gewesen und ich möchte gerne einen anderen Lebensweg einschlagen. Ich brauche aber trotzdem ein berufliches Ziel, gar nix zu machen wurmt da schon etwas, vor allem wenn man vorher auf fullspeed war.

Würde mich gerne mal ausführlich mit dir unterhalten wenn du Interesse hast, da ich mich in deiner Lebenslage sehr wiederkenne. Schreib mir doch mal wenn du Lust hast dann können wir uns etwas privater austauschen? davidblumenkohl@gmail.com

Gruss

 

Hallo globetrotter,

ich tue mich gerade schwer zu erklären warum, aber ich würde mich wohler damit fühlen die Konversation hier auf der Seite belassen. Hoffe das ist ok.

Wenn du von "fullspeed" schreibst, erkenne ich mich da gerade gar nicht wieder... eher festgefahren im Hamsterrad. Wäre es denn denkbar deine Projekte stressfreier zu gestalten? Oder willst du ganz was anderes machen?

Viele Grüße

 

Hallo zusammen,

ich finde es bewundernswert, wie offen Ihr über das Thema Geld redet. In Deutschland gilt noch immer der Satz: "Über Geld spricht man nicht."  Ich finde solche Themen würde ich im Detail auch nur mit meinem Partner/in austauschen wollen, da es sich hierbei um etwas persönliches handelt. Das Gute dabei finde ich, das es eine Plattform gibt, wo sich Gleichgesinnte finden können.

Viele Grüße

Naja, wenn man darüber philosophiert, ob das Geld wohl zur finanziellen Freiheit reicht, sind konkrete Zahlen schon hilfreich. Im "echten Leben" binde ich das aber auch nicht gleich jedem auf die Nase.

 

Hallo Leonessa,

Leonessa, 11. April 2019, 12:53

Ich habe eine wissenschaftliche Karriere im MINT-Bereich eingeschlagen, doch dank WissZeitVG ist da im Herbst wohl erstmal Ende Gelände. Zudem habe ich in den letzten Jahren ziemlich viel an Freude und Interesse an der Arbeit verloren. Da spielen aber sicher auch Schicksalsschläge und psychologische Probleme mit rein, die mit dem Job an sich nichts zu tun haben.

Eine wissenschaftliche Karriere, obwohl die Vergütung und Planungssicherheit in allen anderen beruflichen Möglichkeiten besser ist. Eine interessante Entscheidung! Geld ist im Zweifelsfall auch nicht so wichtig und wenn man für das Thema brennt, ist das sicher gut! Dann ist auch Geld nicht so wichtig. Bei Dir ist das aber anders. Dein Vorteil: genug andere Möglichkeiten stehen Dir offen, von denen die meisten nur träumen können! Glückwunsch dafür! Mit Deinen psychologischen Problemen bist Du nicht allein. Ich persönlich kenne mehr Menschen mit ähnlichem Hintergrund wie Deinem mit psychologischen Problemen, als ohne. Vielleicht liegt das aber auch an mir... =)

Zudem erhalte ich monatlich Mieteinnahmen von 1700€ aus einer Immobilie [...] Habe ich etwas elementares übersehen in meiner Einschätzung?

Laut dieser Quelle verdienst Du eingedenk Deines Ledigseins schon allein damit mehr als 53%  aller Deutschen – die im übrigen i. d. R. Vollzeit dafür arbeiten – angenommen, dass sind Nettomieteinnahmen. Nimmst Du die Welt als Referenz, bist Du laut dieser Quelle allein mit Deinen Mieteinnahmen in den Top 4,8% der Netto Einkommensverteilung, und zwar kaufkraftbereinigt.

Ich hatte das Glück in einem wohlhabenden Elternhaus aufzuwachsen, sodass sich bereits ein Geldvermögen von ca. 380k€ (teils investiert in ETFs) besitze.

Zusätzlich zu Deinen 1700 Euro Nettomieteinnahmen hast Du also bei konservativen 6% Rendite monatliche Einnahmen von 1900 Euro. Das sind dann in Summe 3600 Euro an monatlichen Einnahmen, auf die Du vielleicht noch etwas an Kapitalertragssteuer zahlen musst. Weißt Du, was 3600 Euro monatlich gemäß der Quellen oben bedeutet? Für Deutschland Top 8%, für den Rest der Welt bist Du einkommenstechnisch kaufkraftbereinigt in den Top 0,9%. Nur durch Deine Kapitalerträge! Betrachten wir mal Dein Nettovermögen. Laut dieser Studie der Bundesbank , die im übrigen andere Zahlen hat als die vorher genannten Quellen benötigt man ein Nettovermögen von 722000 Euro, um deutschlandweit in den Top 5% der Vermögensverteilung zu sein. Wie hoch ist Deines? Angenommen, Deine Immobilie erwirtschaftet 5% Nettorendite, hast Du ein Nettovermögen von 1700*12*20+380000=788000 Euro. Hast Du also etwas elementares übersehen in Deiner Einschätzung? Ich denke, ja: Dir geht es besser als den meisten anderen, hast bis zum Ende Deines Lebens ausgesorgt und weißt es noch nicht einmal. Deine Karrieresorgen sind gerade das mit Abstand geringste Problem.

bezüglich emotionales Loch: also momentan bin ich eher gefrustet über die vielen Dinge, die ich gerne machen/lernen würde, für die aber Zeit und Energie fehlen - also eine Weile könnte ich mich schon ganz gut beschäftigen denke ich.

Das ist schon ein Schritt in die richtige Richtung

Seit dem Tod meines Vaters lebt meine Mutter in einem für sie alleine eigentlich viel zu großen Haus, und da ich sowieso ständig mal vorbeischauen muss, um sie bei diversen Dingen zu unterstützen, könnte ich auch eigentlich gleich da einziehen und somit mietfrei wohnen.

So wird doch ein Schuh drauß. Bedenke, dass Du gerade auf sehr sehr hohem Niveau jammerst; was nicht heißt, dass Deine Situation nicht schlimm ist. Scheiß auf Karriere, 99 von 100 Menschen brauchen das mehr als Du. Unterstütze Deine Mutter, denn Altruismus ist sehr sehr gut. Sage nicht nur ich, sondern antike Philosophen und neuerdings empirische Glücksforschung der Psychologie. Gönn Dir Deine Auszeit, Du hast sie redlich verdient! Kümmere Dich um Deine psychologischen Probleme, denn niemand außer Dir kann Dir helfen! Psycholog*Innen können Dich lediglich unterstützen, aber das liegt in Deiner Verantwortung! Bedenke: Du bist die 1%, es gibt keine Ausreden. Falls Du Depressionen hast, überdenke Deine Ernährungsgewohnheiten. Tipp: Quelle. Das hilft übrigens auch gegen Klimawandel. Sport kann auch nie schaden. Dann, wenn Du Dich erholt hast, Deine Sachen gelernt hast, die dich interessieren, und vielleicht auch einige Dinge gelernt hast, die Dich bis vor kurzem nicht interessiert haben, kannst Du Dir überlegen, wohin Dein Leben gehen soll. Generell eine schwierige Frage, für Dich noch viel schwieriger, weil Du keine Ausreden wie Karriere hast. Mein bisheriger Eindruck: bestmögliche Leidreduktion für alle ist ein guter Start. Etwas besseres als effektiven Altruismus habe ich bisher noch nicht gefunden. Aber wenn Du was besseres findest, teile uns das bitte mit! Nicht viele haben mehr zeitliche Kapazitäten als Du, herauszufinden, was das im Detail bedeutet.

globetrotter 24. April 2019, 10:51

Mir fehlt nur gerade (ich bin IT freelancer und habe gerade kein aktives Projekt) die Perspektive, etwas neues zu definieren, denn die ganzen IT Projekte sind immer recht stressig gewesen und ich möchte gerne einen anderen Lebensweg einschlagen.

Für Dich gilt das gleiche! Danach gilt: mach das! Ohne Rücksicht auf Verluste! Die Welt wird es Dir vielleicht danken, vielleicht auch nicht, und in 100 Jahren sind wir eh alle tot. Das absolute Minimum scheint mir in Deiner Situation aber zu sein, 100 Menschen das Leben zu retten. So sehe ich das zumindest für mich.

Brickas hat nicht ganz unrecht.

Er schlüsselt dein Leben wirklich gut auf.

Geld ist definitiv das wenigste Problem bei dir, Leonessa. Das heißt jetzt nicht, dass du nie wieder arbeiten brauchst, aber deine finanzielle Situation gibt dir den Vorteil, dass du dich voll und ganz auf die anderen, wirklich wichtigen Dinge im Leben konzentrieren kannst.

Du sagst, dass keine Kinder geplant sind - heißt das, dass du ganz sicher nie welche haben willst oder es aktuell noch nicht geplant ist (oft ändern sich solche Sachen ja teils schlagartig, wie ich immer wieder feststelle im Freundeskreis)?

Ziel im Leben muss immer sein, eine für sich zufriedenstellende Balance zu finden, in der man dann sein Leben als glücklick, sinnvoll und effektiv bewerten würde. Das ist wahrlich nicht leicht, gerade deshalb, weil die aktuelle Gesellschaft, die Medien und auch die Politik uns ja meist was anderes vorlebt und die Masse der Menschen in eine gewisse Richting drückt.

Meine Frau und ich stemmen uns so gut es geht gegen diese aktuell echt schlimme Gesellschaft (Karriere machen ohne Ende, Kinder kriegen, dann aber 40 Stunden pro Woche in Betreuuungen stecken usw, arbeiten mit 50 Std pro Woche, bis man irgendwann psychische Probeme bekommt usw). Leicht ist es nicht, weil man teils auch dumm angeschaut wird.

Umso toller, dass es hier eine Forum gibt, in dem man sich gut austauschen kann und ja....auch ich finde das hier toll:

Zitat von Coryno1983 am 1. Mai 2019, 6:52 Uhr

Hallo zusammen,

ich finde es bewundernswert, wie offen Ihr über das Thema Geld redet. In Deutschland gilt noch immer der Satz: "Über Geld spricht man nicht."  Ich finde solche Themen würde ich im Detail auch nur mit meinem Partner/in austauschen wollen, da es sich hierbei um etwas persönliches handelt. Das Gute dabei finde ich, das es eine Plattform gibt, wo sich Gleichgesinnte finden können.

Viele Grüße

Also ich hatte gesundheitlich einen Zwangspause von 6 Monaten und habe mir auch überlegt schon schon jetzt auszusteigen aus folgenden Gründen habe ich das erstmal nicht gemacht :

1. Sollte man genau wissen was man in der freien Zeit macht. Vorallem wenn man die geistig anspruchsvollen Themen nicht hat. Ich bin jeden Tag 50-100km Rad gefahren. Aber das war mein Ersatz.

 

Also merke.man muss auch bereit sein zum Ausstieg.

2. Ich faende 340k nicht genug zum Ausstieg mit 37. Zur Rente sind das 30 Jahre. Da musst du deinen Lebensstandard extrem einschränken um bis zur Rente zu kommen.  Auch die Mieteinnahmen muss man ggf. versteuern oder man muss die Mietwohnungen auf dem Stand halten. Also Rücklagen bilden.

Persönlich arbeite ich beim sparen mit extremen Puffer . Also nehme ich eine Rendite von NULL Euro an. Damit fahre ich 100% sicher. Und wenn es Rendite gibt. Geht es eben noch besser als geplant.

 

Gruss apevanape

 

 

@all: Sorry, dass ich so lange nicht auf eure Beiträge geantwortet habe.

@brickas: Falls das von mir blöd rübergekommen ("auf hohem Niveau jammern") ist: Mir ist durchaus bewusst, dass ich finanziell sehr gut dastehe und dafür bin ich auch dankbar. Das mit dem "ausgesorgt" kommt trotzdem noch nicht so ganz bei mir an... da bin ich eher beim "extremen Puffer" von apevanape (oder noch extremer?). Ansonsten sind einige Sätze von dir ein ziemlicher tritt in den Hintern, der aber absolut nötig und wertvoll ist - Danke. Ich versuche eins nach dem anderen anzugehen.

@siebert: Mein Freund hat einen Sohn aus seiner früheren Ehe - ein Teilzeitkind ist daher schon vorhanden. Auch wenn ich den kleinen sehr gerne mag (und er mich auch) und ich auch gerne mal die Kinder von Freunden um mich habe, bin ich dann irgendwann doch immer froh, dass es eben nicht meine eigenen sind und ich sie irgendwann wieder los bin ;-). Ein dringender Wunsch nach eigenen Kindern besteht aktuell jedenfalls nicht. Ob das jetzt "ganz sicher nie" bedeutet? Frag mich in ein paar Jahren nochmal.

Hi Leonessa,

auch wenns spät ist melde ich mich auch noch zu deinem Thread. Es ist völlig unnötig sich zu stressen. Ich war auch lange wie in einem Tunnel was die Erwerbsarbeit betrifft. Mit den bestehenden Mieteinnahmen und Rücklagen kannst du wirklich den Stress abbauen und ja es ist eine MindSet-Frage. Ich hatte die auch, doch mittlerweile hab ichs für mich klarer.  Mich stresst die Erwerbsarbeitsfrage nicht mehr. Um in diesen Stressfreien Zustand zu kommen, habe ich meine Lebenshaltungsfixkosten reduziert (hier gefällt mir der frugale Ansatz) und wie die meisten hier meine Einnahmen, Vermögen und die angenommene und tatsächliche Entwicklung in einem Excel-Makro abgebildet (hilft beim Entstressen ungemein).

Wenn das Stressmoment im Hamsterrad wegfällt bleibt die Frage nach dem Antrieb. Was möchte ich machen? Welcher Arbeit und Tätigkeit möchte ich nachgehen und überhaupt was ist mir wichtig im Leben?

Meine Antwort auf deine Frage: Bin ich etwa finanziell frei? ist: Du bist erst finanziell frei wenn du dich auch so fühlst.

 

Liebe Grüße

 

Lex

Es ist wohl ein Unterschied, ob man ein frugales, oder minimalistisches Leben von vorne herein plant, und ggf. erst nach Jahrzehnten erreicht, oder ob man in einer akuten Krise Frugalismus als Lösung ansieht.

Das kann man wohl verallgemeinern. Nur weil man in einer Ehekrise wäre, entscheidet man sich ja nicht aus der Situation heraus fürs „überzeugte“ Single Dasein - sondern arbeitet aus einer Nichtnotsituation heraus darauf hin.

Wenn ich Leonessas Eingangsposting lese, kann ich die Situation sehr gut verstehen. Es scheint mir aber eher so, dass Frugalismus als Notlösung gesehen wird, ohne sich mit der eigentlichen, akuten Krise zu beschäftigen. Ich rate dazu, dies zu tun, und Alternativen zum Frugalismus zu suchen. Ich habe das Gefühl, dass es  gute Alternative gibt, die besser zu Leonessa passen.

Und: ja, Du bist finanziell frei.

Achte auf deine Gedanken! Sie sind der Anfang deiner Taten.
Zitat von Lex am 10. Juli 2019, 17:44 Uhr

Um in diesen Stressfreien Zustand zu kommen, habe ich meine Lebenshaltungsfixkosten reduziert (hier gefällt mir der frugale Ansatz) und wie die meisten hier meine Einnahmen, Vermögen und die angenommene und tatsächliche Entwicklung in einem Excel-Makro abgebildet (hilft beim Entstressen ungemein).

...

Meine Antwort auf deine Frage: Bin ich etwa finanziell frei? ist: Du bist erst finanziell frei wenn du dich auch so fühlst.

Am MindSet muss ich noch definitiv noch arbeiten... Mit Excel, Portfolio-Performance & co. habe ich in den letzten Wochen auch schon einige Stunden verbracht, aber zum kompletten Entstressen fehlt die viel zitierte Glaskugel. Momentan ist mir irgendwie ziemlich egal was ab Herbst wird. Es stehen so 1-2 Joboptionen im Raum, die evtl. vorstellbar sind (mit dem Hintergedanken auch hinschmeißen zu können, falls es nicht passt).

Zitat von Ernst am 10. Juli 2019, 21:03 Uhr

Es ist wohl ein Unterschied, ob man ein frugales, oder minimalistisches Leben von vorne herein plant, und ggf. erst nach Jahrzehnten erreicht, oder ob man in einer akuten Krise Frugalismus als Lösung ansieht.

...

Wenn ich Leonessas Eingangsposting lese, kann ich die Situation sehr gut verstehen. Es scheint mir aber eher so, dass Frugalismus als Notlösung gesehen wird, ohne sich mit der eigentlichen, akuten Krise zu beschäftigen. Ich rate dazu, dies zu tun, und Alternativen zum Frugalismus zu suchen. Ich habe das Gefühl, dass es  gute Alternative gibt, die besser zu Leonessa passen.

"Frugalismus als Notlösung" trifft auf mich finde ich nicht zu. Ich bin hier eher gelandet, weil ich festgestellt habe, dass ich tendenziell eh einigermaßen sparsam lebe (bei weitem nicht so wie Oliver und einige, die hier sonst so unterwegs sind). Und meinen bestehenden Lebensstil würde ich schon gerne dauerhaft aufrechterhalten. Mit "finanzieller Freiheit" als Chance sich mit anderen Problemen als der Notwendigkeit Geld zu verdienen beschäftigen zu können, kann ich mich eher identifizieren.

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