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Auf große Reisen verzichten?

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Missverständlich ausgedrückt von mir:

 

Zitat von Privatier am 14. Juni 2025, 19:48 Uhr

Klar gibt es in D viele tolle Ecken aber Reisen bildet und ist wichtig. Mit jeder Reise wird mein Blick auf D verändert und mein Horizont erweitert...

Ich hätte schreiben sollen:

Klar gibt es in D viele tolle Ecken aber Reisen in andere Länder bildet und ist wichtig. Mit jeder Reise ins Ausland wird mein Blick auf D verändert und mein Horizont erweitert...

Insbesondere wenn man in nicht westlich geprägten Ländern unterwegs ist wie bspw. Indien oder Thailand. Die Welt ist viel zu bunt um nur in Deutschland zu bleiben.

Mir haben 6 Monate England im Rahmen eines Auslandssemesters bereits einen ganz anderen Blick auf Deutschland beschert.

Aber Deutschland ist ein schönes Land, keine Frage.

@konsument da reichen zwei Stunden aufmerksam sein im Restaurant hier im Loiretal.

Parkplatz am Radweg, etwa 50 Autos. Ein gutes Restaurant, Picknickplatz, ein Imbiss. In 2 h gab's vielleicht 10 Autobewegungen, 2 E Bike Fahrer, ein Gitarrenspieler der alle halbe Stunde für 15 min irgendwo zwischen Eddie Vedder und Chanson im Hintergrund angenehm unterhält. An den Tischen meist 3 Generationen, Hüpfburg lustig ausgelastet. Glasbehälter, Restmüll, Plastik an drei Stellen, 4 Parkplätze für lau für Wohnmobile reserviert. Abfahrende Autos im unteren Schrittempo. Tische werden zum Essen nur einmal belegt. Essen qualitativ top, wechselndes Menü, sehr kreativ, 7 Weißweine, diverse Rotweine im Angebot. Pommes (wer will!) selbst gemacht. Entspanntes Miteinander , freundlicher Plausch mit den Gästen.

Bei uns sähe das grob gesagt so aus: Ständiger Wechsel auf dem Parkplatz, gehupe, keiner bleibt länger als er zum Essen benötigt, E-Bike-Rentner driften hektisch um die Kurven, Staub in der Luft. Müllbehälter überfüllt, Pfandflaschen sowieso aber auch Plastik ist zu Hause getrennt zu lagern. Bässe wummern an diversen Plätzen, Hüpfburg nur für Kids bis max. 10. Verbotschilder "Übernachtung verboten" sowie Schlange an der Bratwurstbude und genörgel warum das so langsam geht. Wertmarken getrennt kaufen. Cola Fanta Bier. Selbstbedientheke sowieso.

Naja... ich bin ja ein Teil der Unkultur und Besserwisserei... alles gut, es geht aber eben auch anders. Man sieht das immer öfter, aber nur wenn man reist.🙂

So in etwa ist das.

Die letzten Male, die ich aus dem Ausland nach D zurückgekommen bin, war ich geradezu geschockt: wo bin ich denn hier gelandet? Gibt es eigentlich noch irgendwas, was normal funktioniert? Warum sind die Leute alle so?

Kennt ihr das? Ihr teilt euren Kollegen/Freunden mit, dass ihr kommende Woche Urlaub habt. Es folgt sofort die Frage: Wo fährst du hin? Wenn man Antwortet, dass man Zuhause bleibt, wird man ganz entgeistert angeguckt und es folgen echt blöde Kommentare oder Nachfragen. Das Ganze wurde schon so extrem, dass ich Urlaubsreisen erfunden habe, um mich keiner sinnlosen Diskussion stellen zu müssen.

Einem Freund hab ich das Leid mal geklagt, er hat gemeint, dass er letztes Jahr nur deswegen in Urlaub gefahren ist - weil es irgendwie "erwartet wird".

Ich bin früher mehr gereist und musste feststellen, dass die Kosten den Nutzen (Horizont erweitern, Charakterbildung...) meist übersteigen. Gerade Städtetrips brachten mir persönlich sehr wenig, Großstadt ist für mich immer das gleiche, egal ob Hamburg oder New York, die unterschiede waren für mich nie berauschend auffällig. Lärm, Verkehr, aufdringliche Bettler und Fixer rund um den Bahnhof.

Am Meisten habe ich noch aus den Landschaften mitgenommen. Am Besten ist es auch, wenn man mit Einheimischen ins Gespräch kommt, aber auf jeden netten Kontakt kommen 10 Touristen-Aasgeier, die dir was andrehen wollen oder Geld abknöpfen, weil sie auf deinem Foto sind (wo sie vorher reingehechtet sind). Vielleicht hatte ich einfach nur Pech. Mein letzter Urlaub (2017) war ein Survival-Trip durch Alaska, da merkt man schon, in welchem Luxus man eigentlich hier in Deutschland lebt und welcher Luxus Warmwasser oder ein Bett ist.

Aber dann kommt wieder der Frugalist hoch - 2.500 € für Flug + Ausrüstung. Große Anstrengungen, dem Essen nachlaufen statt Buffet. Hab mich schon wieder gefragt, ob es das überhaupt wert war.

Eigentlich hab ich für mich entschieden ein paar Reisen früher haben genügt. Ich wohne in einem Touristen-Ort im Bayerischen Wald. Täglich kommen hunderte Gäste hierher zu uns - hier ist es doch schön. Außerdem hab ich in den letzten Jahren viel gefunden, was es in der Heimat noch zu entdecken gibt.

 

Ich sehe das ähnlich, bin auch gerne zu Hause. Alte Steine sind alte Steine, überall auf der Welt.

Mir reicht es, wenn ich grob einmal im Jahr weiter weg bin, so 10 Tage Kanaren. Das ganze aber auch mitten im Winter, warum sollte ich hier weg fahren, wenn es schön ist. Über unseren umfangreichen Obst- und Gemüsegarten haben wir dann noch gar nicht gesprochen, wer soll das gießen, pflegen/ ernten? Das mache ich auch gerne alleine. Und weil das gerade so ein schöner Rundumschlag ist: Skiurlaub mag ich gar nicht, da ist kalt...

Aber jeder so wie er gerne mag.

Ich reise schon gerne – meine Eltern waren sehr „reiselustig“ und sind mit uns Kindern viel mit dem Zelt verreist – mit Kulturprogramm etc.

Ich habe auch viele Jahre in der Reisebranche gearbeitet und die damit verbundenen Reisemöglichkeiten mit großer Begeisterung genutzt. Auch weite Reisen für einen kurzen Aufenthalt. Weg – was anderes sehen – neue Eindrücke. Ich habe auch Reiseleitungen gemacht – weil ich gerne mein Wissen zu einem Ziel weitergegeben habe.

 

Fast forward – 30 Jahre später – ich habe vieles gesehen, was mich interessiert – vieles davon auch mehrfach. Es gibt noch Ziele, die mich interessieren – aber nicht unbedingt für einen kurzen Besuch. Das ist tatsächlich mein Ziel „wenn ich mal in Rente bin“. Ich habe in dem Sinne nichts aufgeschoben – aber ich möchte beispielsweise Japan ausgiebig bereisen und dafür reicht mir der normale 3-Wochen-Urlaub nicht aus. Ich möchte da keine organisierte Rundreise machen „very nice, very beautiful, take a picture“ – sondern richtig ankommen, im eigenen Tempo Dinge besuchen, die meinen Interessen entsprechen und nicht nur „mehrheitsfähig“ sind und „muß man gesehen haben“. Individuell reisen erfordert mehr Zeit – auch für Fehler – Du nimmst den falschen Zug – Du mußt erst erkunden, wie Du ein Ziel erreichts – Du nimmst öffentliche Verkehrsmittel – das dauert länger als mit dem organisierten Bus von Punkt zu Punkt zu fahren.

Aber das ist kein gebetsmühlenartiges "wenn ich mal in Rente bin" aufgeschoben - sondern ein recht konkreter Plan. Ich habe schon sehr früh für mich beschlossen (und umgesetzt) nicht Dinge für "wenn ich mal in Rente bin" aufzuschieben.  Niemand weiß, ob man die Rente erreicht, ob man gesund genug ist, ob man reisen will, wie die Weltlage ist. Einige Dinge, die ich gesehen habe, kann man inzwischen nicht mehr sehen. Ich schiebe nichts auf. Schon gar nicht mögliche Lebensträume.

Es gibt aber viele Ziele, an denen ich heute kaum noch Interesse habe. Verreisen, nur um weg zu sein – nein – muß nicht sein. Ich lebe in einem schönen Ort – sowohl kulturell als auch landschaftlich – mit ausgezeichneten Naherholungsgebieten in Fahrradreichweite und wenn ich mich ins Auto setze, kann ich vermutlich im Rest meines Lebens nicht alles unternehmen, was im 100 km Radius erreichbar ist.

 

An den sog. Top-Sehenswürdigkeiten habe ich grundsätzlich weniger Interesse – wenn ich die TIKTOK-Influencer erst wegprügeln muß, um etwas zu sehen oder das derzeit gehypte instagrammable picture zu machen – nein danke. Im Louvre hängen 35.000 Kunstwerke – und das 10fache ist im Lager – ich kloppe mich bestimmt nicht vor der Mona Lisa für ein Bild.

(OK – leicht gesagt – ich war mehrfach im Louvre, habe die Mona Lisa mehrfach gesehen und das sogar ohne Menschenmassen….). Der Vorteil der frühen Geburt – man hat vieles gesehen, bevor es die anderen entdeckt haben.

Auf Reisen suche ich mir gezielt Dinge, die ich sehen will, gerne Absurditäten. "Gar keine" Touristen gibt es selten - was ich finden kann, finden auch andere. Aber das Tempo ist ruhiger, ich leiste mir den Luxus, es gemütlich angehen zu lassen - auch ein Eis im Cafe ist nett mit dem Beobachten von anderen Menschen. Und oft sind die Menschenmassen selbst in Orten mit "Overtourism" nur an Attraktion 1, 2 und 3. Kaum biegt man ein oder zweimal ab, bummelt man allein durch die Gassen. Das funktioniert selbst in Venedig oder Dubrovnik.

Ich mag das Meer tatsächlich sehr - und das gibt es halt nicht direkt in der Nähe - und da führen Reisen auch immer wieder hin.

 

Mona Lisa habe ich gesehen. Im Herbst fahre ich nach Schottland. Da wollte ich immer schon mal hin. Bus/Fährreise. Alleine sieht man doch nicht so viel. Ansonsten liebe ich die Ostsee/Nordsee. Über Weihnachten will ich dahin. Am besten auch Freundinnen und Verwandte treffen.....

Zitat von Adastra am 12. August 2025, 10:33 Uhr

... Ich habe in dem Sinne nichts aufgeschoben – aber ich möchte beispielsweise *** bereisen und dafür reicht mir der normale 3-Wochen-Urlaub nicht aus.

Dito!

Meine bisher weitesten "Fern"reisen (z.B. 3 Wochen Türkei) hatte ich als Student mit reichlich Semesterferien ...

Seit Beginn des "normalen" Berufslebens habe ich Reisen weiter weg als ca. ~1.500 km wegen zu kurzer Urlaube aufgeschoben!

Und will zukünftig mit jetzt WIEDER genug freier Zeit (und im Vergleich zu Studiumszeiten besserem Budget!) regelmäßig interkontinental verreisen ...

(mind. jeden zweiten Winter! zwischendrin reicht evtl. auch mal die spanische Südküste?)

... UND jeweils mind. einen Monat in der Ferne (und damit im Warmen!) verweilen!

Ich lebe in einem schönen Ort – sowohl kulturell als auch landschaftlich

Ich zukünftig auch - am Rande Deutschlands - da ohne Job ortsungebunden!

Warm und Meer sind genau die richtigen Stichworte. Mitte Oktober treffe ich mich eine gute Woche auf Zypern mit einer Freundin und zwischen den Jahren bin ich knapp drei Wochen in Thailand.

Mittelfristig möchte ich mir auch nochmal ein Sabbatical nehmen, um beispielsweise Teile Südamerikas zu erkunden und ganz anders unterwegs und frei zu sein.

Meiner Erfahrung nach kann man auch mit relativ wenig Zeit interessante und weite Reisen machen. Klar würde ich nicht für eine Woche nach Neuseeland fliegen...aber 3 Wochen reichen schon für viele Ziele: Südafrika, Thailand etc...

Eventuell reichen 3 Wochen für den "interessanten" Teil der Reise:

WENN ich aber schon da bin, warum dann nicht ZUSÄTZLICH noch 2 oder 3 weitere Wochen das angenehmere Klima/den Strand/... genießen?

(im Vergleich zu den Flugkosten sind 10 oder 15 Übernachtungen mehr wohl vielerorts geringe Mehrkosten?)

Zitat von exitus2022 am 12. August 2025, 13:53 Uhr

 

Seit Beginn des "normalen" Berufslebens habe ich Reisen weiter weg als ca. ~1.500 km wegen zu kurzer Urlaube aufgeschoben!

Weil du das geschrieben hattest und ich in meinem Berufsleben mit langen Urlauben oder auch teilweise 3 Wochen bzw. Zeiten zwischen dem Jobwechsel auch viele interessante und lange Reisen gemacht habe.

@spargym Schottland im Herbst! Find ich ne mutige aber gleichsam gute Entscheidung!

Oktober. Wurde so angeboten. Warm anziehen.....

Schottland ist super, ich war auch im Oktober oder November dort, so genau weiß ich es nicht mehr, war auf jeden Fall ok vom Wetter.

Ich bin für alle Arten von Urlaub zu haben, das können kurze Reisen oder auch lange sein, auf eigene Faust mit dem Rucksack, wandern, mit dem Auto oder Motorrad oder organisiert. Fahrrad fehlt mir noch, das mache ich nochmal entweder Harz oder Weserbergland. Türkei und Ägypten habe ich jeweils Rundreisen mit 1 Woche Badeaufenthalt gemacht, fand ich gut, waren nette Gruppen und wir sind auch ein Weilchen in Kontakt geblieben. Alte Steine werden lebendig wenn man einen Guide dabei hat, der einem die Geschichte erklärt, z.B. für die Nilkreuzfahrt mit Besichtigung der Tempel braucht man jemand, der einem die Inschriften und Geschichte erklärt, sonst steht man nur davor und weiß nichts, mit den Stories wird es dann interessant. Hab auch schon eine Woche Tauchsafari unternommen mit Übernachtung auf unbewohnten Inseln, das war klasse.

Kanada wird nach vielen Jahren mal wieder eine organisierte Reise sein, will mich mal entspannt zurücklehnen und genießen. Südafrika und Südamerika werde ich wahrscheinlich auch organisiert bereisen. Vietnam dann wieder selbst planen. Mein Tourguide plant eine Sizilien Enduro Tour nächstes Jahr, da bin ich dabei. Ich liebe die Berge im Winter zum Skifahren, im Herbst zum wandern und den Januar an der Ostsee. Genauso mag ich die 35 Grad in Thailand. Hat alles seinen Reiz und man spürt dass man lebt 🙂

Zitat von exitus2022 am 12. August 2025, 13:53 Uhr

Und will zukünftig mit jetzt WIEDER genug freier Zeit (und im Vergleich zu Studiumszeiten besserem Budget!) regelmäßig interkontinental verreisen ...

(mind. jeden zweiten Winter! zwischendrin reicht evtl. auch mal die spanische Südküste?)

... UND jeweils mind. einen Monat in der Ferne (und damit im Warmen!) verweilen!

@exit-tbd warum schreibst Du zukünftig, worauf wartest Du denn noch, bist doch bereits 2022 ausgestiegen, Zeit hast Du jetzt doch oder was hält Dich ab?

Toll konsument, du klingt so begeistert! Da bin ich beruhigt mit Schottland. Habe nachgeschaut, Wetter "gut". Winter an der See, bin mir noch unsicher. Kenne einige, die das machen. Mal sehen.

Ist hier ein Single ohne Familie? Was macht ihr an Weihnachten? Macht mir noch Sorgen......

Kann ich uneingeschränkt empfehlen, habe ich in guter Erinnerung. War etwas einfacher für mich, da ich von September bis März in Liverpool studiert habe und mein Auto dabei hatte. Sind mehrmals losgefahren, habe mehr von GB gesehen als von Deutschland 😉

So eine Reise ist auf jeden Fall eine gute Gelegenheit Kontakte zu knüpfen, sind ja gleichgesinnte Leute unterwegs. Viel Glück 🍀

Danke, bei Busreisen waren immer nette Leute dabei....

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