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Auf große Reisen verzichten?

Ich sehe es sicherlich ein, dass viele Ausgaben häufig nicht gerechtfertigt bzw. unnötig sind. Eine sehr große Wohnung oder ein sehr großes Haus bspw. ist nicht unbedingt notwendig, auch eine kleinere Wohnung lässt sich zweckmäßig einrichten. Auto ist eh nur Fortbewegungsmittel, habe ich nie verstanden, was mancher damit hat. Auch bei Nahrung kann man optimieren.

Aber wie rechtfertigt man als Frugalisten den fast vollständigen Verzicht auf weite, teure und große Reisen. Ich meine ja, man kann auch mal reisen, kann campen oder günstige Hotels nehmen etc. pp.

Aber Reisen erweitert gewissermaßen doch auch den Horizont und wenn man bspw. Städte wie New York, London, Singapur, Dubai, Tokyo, Bangkok, Shanghai, Hong Kong kennen lernen möchte oder Länder wie Thailand, Neuseeland, Australien, Malaysia, USA, Japan, etc. pp.

Gewiss sind hier auch Einsparungen und preiswertes Reisen möglich, aber Flugpreise sind eben Flugpreise.

Natürlich ist das nichts, was notwendig ist. Und die Argumentation, dass unsere Vorfahren das nicht machen konnten, stimmt ja. Aber die konnten auch kein Internet nutzen oder einen Geschirrspüler.

Reisen erweitert den Horizont und gibt uns Eindrücke, welche wir sonst nicht hätten. Es erlaubt uns in einem Maß uns persönlich weiter zu entwickeln, wie es sonst nicht möglich wäre. Und diese persönliche Weiterentwicklung sollte doch auch ein Ziel sein für langfristiges Lebensglück und Zufriedenheit.

Zitat von FrugalistMitHaus am 1. April 2019, 0:15 Uhr

Ich sehe es sicherlich ein, dass viele Ausgaben häufig nicht gerechtfertigt bzw. unnötig sind....

Welche Ausgaben in deinem Leben nötig oder unnötig sind, bestimmst doch wohl du, oder?

Bei allen Einsparbemühungen: Du lebst doch jetzt! Nur auf ein späteres herrliches Leben zu sparen, ist meiner Meinung nach am Ziel vorbei. Was hast du von der Kohle auf dem Konto, wenn du morgen tot umfällst?
Sparen ja, aber nicht geißeln ist so meine Einstellung.

Ob ich Fernreisen wegen des Klimaschutzes oder aus anderen Gründen machen oder nicht machen möchte, ist für mich eine andere Frage.

Liebe Grüße, Flitzekittel --------------------------------------------- NEU: www.miteigenenhaenden.de - Minimalismus, Selbstversorgung, Konsumreduzierung, Suffizienz, DIY -

Ich seh´s auch so. Schöne große Reisen sind mein einziger Luxus derzeit. Sicher kann man sich aber auch durch Sprachkurse vor Ort, Literatur zu Wunschländern und Google Maps gut weiterbilden. Aber so richtig vor Ort sein mitten drin ist dann doch nochmal anders.

Klimatisch bin ich eh - zumindest hier - schon recht gut mit kleiner Stadtwohnung und nur Radlfahren zur Fortbewegung, da mach ich mir weniger Gedanken. Aber ein Kostenpunkt ist es durchaus, keine Frage. Und ich geh dort schon öfter auswärts essen und zahl mehr für Eintritte, Fahrkarten, Mietmofa, Aktivitäten und so, da stimmt schon. Das ist es mir aber wert.

Habe schon die eine oder andere Reise gemacht - mittlerweile bin ich auch ganz gerne zu Hause.

Würde das mit dem erweiterten Horizont und den Eindrücken, die man sonst nicht hätte, jetzt nicht uneingeschränkt unterschreiben. Man kann auch sehr weit wegfahren, und dafür sehr wenig von dort mitbekommen - klar, Sonne, Meer und Strand sind selbst auch schon Erlebnisse, aber mitunter bewegt man sich da in einer Seifenblase - ich stelle hier mal die These in den Raum, dass die Mehrheit derjenigen, die nach Tunesien oder Ägypten an den Strand fahren (wenn man das heutzutage noch macht) da auch nichts suchen, als Strand, Meer und sanften Exotismus (z.B. in Form von an westlichen Geschmack und Esskultur angepasster einheimischer Küche). Der vermeintliche authentischere Rucksacktourismus  ist auch nicht so weit entfernt. Man braucht halt eine gewisse Infrastruktur (Hostel, Hotel, Ferienwohnung...) und bewegt sich so automatisch in einer Art Seifenblase - die sicher gewisse Überschneidungen mit der Umgebung hat - aber mitunter auch schauen muss, sich abzuschotten, weil die Realität halt nicht immer die Erwartungen des zahlenden Kunden abbildet.

Wie auch immer: Reisen ist gut, aber es werden schon auch Reisen angeboten, auf die man verzichten kann, ohne dass das groß auf Kosten des eigenen Horizonts geht.

Länder wie Ägypten und Tunesien habe ich mit Absicht heraus genommen. Dort ist es ja gar häufig so, dass man die bewachte Hotelanlage nicht verlässt.

Hier nochmal meine Beispiele: Städte wie New York, London, Singapur, Dubai, Tokyo, Bangkok, Shanghai, Hong Kong oder Länder wie Thailand, Neuseeland, Australien, Malaysia, USA, Japan, etc. pp.

Eher sichere Länder, wo man sich frei bewegen kann. Afrika würde maximal so geführte Safari Sinn machen, natürlich nicht der Pauschalurlaub im Hotelkomplex.

Auch europäische Städte wie Amsterdam, Venedig, Paris oder Monaco bekommt man sicher mit geringem Budget hin. Und sicher versteht jeder, dass dies weltweit einmalige Städte sind, welche man kennen lernen sollte, um seinen Horizont erweitern.

Natürlich muss man nicht zwingend seinen Horizont erweitern, aber ständige, persönliche Weiterentwicklung ist m.E. eine untersuchte und bestätigte Determinante von langfristigem Glück.

nach london kannst du schon für 10 euro über ryanair fliegen, zimmer bekommt man bei airbnb schon ab 50 euro pro nacht (d.h. 25 euro/person wenn man zu zweit ist), wenn man sich selbst verpflegt würden halt noch die ticket für öpnv fehlen, 4 Tage könnte man da schon für insgesamt 200 euro/person inkl allem vielleicht hinbekommen (wenn man auf teure eintrittsgelder verzichtet)

Und was kostet es, mit dem Camper durch Neuseeland zu fahren? Was kostet eine geführte Safari durch Kenia? Mir ging es jetzt nicht um Einzelbeispiele, sondern um das große Ganze. Da ist es nun mal Fakt, dass viele Reisen abseits des typischen Pauschaltourismus viel Geld kosten.

Ich verzichte gerne auf große Reisen, daran habe ich einfach keinen Spaß. Ich sehe mir gerne Bildbände über andere Länder an oder schaue Reisereportagen. Das genügt mir. Hinfahren/ -fliegen muss ich deswegen nicht.  Das ist aber nur meine persönliche Meinung. Jeder so wie es gefällt.  Aber ich mache gerne Radtouren, die kosten mich fast nichts. In Deutschland gibt es noch viel zu entdecken ( für mich).

Viele Grüße

„Die Kunst ist, einmal mehr aufzustehen, als man umgeworfen wird.“ (Winston Churchill)

Ich sag mal so man kann nicht alles haben (vergleichen ist das Ende vom Glück), wenn man dann trotzdem nach Neuseeland möchte, dann sollte man es einfach tun, Frugalismus hin oder her, ist ja kein dogma und Ausnahmen bestätigen die Regel, als nächstes ärgert man sich dann vielleicht, warum man keinen Porsche(alternativ Tesla) fährt oder mehr Geschlechtspartner gehabt hat....

Wenn man gerne und günstig reisen möchte, kann man auch versuchen als onboard Kurier zu arbeiten. Man bringt also irgendwelche Sachen von A nach B mit dem Linienflugzeug.

Zum Beispiel hier:

https://www.samedaylogistics.de

Ich hatte das mal eine Zeitlang gemacht, aber da man schlecht bezahlt wird und alles in eco fliegt,  habe ich es bald wieder aufgegeben. Man kann aber aushandeln, dass man beispielsweise den Rückflug erst eine Woche später macht,  und dann die Zeit  eigene Kosten vor Ort bleibt.

Taugt nichts zum Geld (ca. 100€/ Tag) verdienen,  aber man kann ein bisschen die Welt sehen.

Ich finde, um seinen Horizont zu erweitern, muss man nicht zwangsläufig verreisen. Oft hilft es auch schon, wenn man offen und tolerant seinen Mitmenschen begegnet. Ich persönlich muss jetzt nicht unbedingt jedes Jahr ins Ausland fahren. Wem das aber Spaß macht und etwas bringt, der kann das natürlich gerne tuen. Was mich allerdings nervt, sind Leute, die mir einen Urlaub a la "Du hast doch das Geld, verreise doch mal schön" "aufdrängeln" wollen.

Hey,

ich reise eigentlich gar nicht gerne. Aber wenn ich erst mal wieder zuhause bin dann bin ich doch froh die Erinnerungen an die Reise zu haben. Wenn reisen zum Dauerzustand wird oder man nur langweilige Badereisen unternimmt dann werden dabei keine bleibenden Eindrücke entstehen.

Als Alternative zu Fernreisen kann ich auch Ausflüge im eigenen Land oder der eigenen Stadt empfehlen. Es ist schon erstaunlich was man in einer Woche New York alles machen kann, das schafft man in einem Jahr zuhause nicht. Warum eigentlich nicht alle Musen, Sehenswürdigkeiten und neue Lokale im eigenen "Dorf" besuchen anstatt einmal um die Welt zu fliegen?

LG

Mike von FIN FREI CLUB

Zitat von FrugalistMitHaus am 1. April 2019, 0:15 Uhr

Aber wie rechtfertigt man als Frugalisten den fast vollständigen Verzicht auf weite, teure und große Reisen. Ich meine ja, man kann auch mal reisen, kann campen oder günstige Hotels nehmen etc. pp.

Ich stell mir gerade die Frage, was man unter weite, teure und große Reise versteht. Ich mache es ganz einfach: Ich mach mir ein "Spaßkonto" (nach Bodo Schäfer), spare dort Geld hinein und überlege mir dann nach, ob ich es mir erlauben kann zum Ort X zu fahren. Wenn nein, dann gibt es nur 2 Möglichkeiten, w eiter sparen oder ein anderes Ziel nehmen. Fertig, Punkt aus. ich brauch es nur gegenüber mir rechtfertigen bzw. der Partner/in.

Hatte ich glaube schon zwei Mal geschrieben: Städte wie New York, Singapur, Dubai, Tokyo, Bangkok, Shanghai, Hong Kong oder Länder wie Thailand, Neuseeland, Australien, Malaysia, USA, Japan, etc. pp.

Und das ist jetzt keine Frage, für Leute die gerade erst angefangen haben mit sparen. Eher, wenn man schon 200-300k an Vermögen hat, monatlich eine hohe Sparrate und ob man sich dann trotzdem gegen Dubai und für Braunschweig entscheidet beim nächsten Urlaub. Oder gegen einen Roadtrip durch die USA und für einen Urlaub an der Mecklenburgischen Seenplatte. Die ist, um Gottes Willen, nicht schlecht. Aber wenn man finanziell und zeitlich locker die Möglichkeit hat, Dubai kennen zu lernen oder einen Roadtrip durch die USA oder Australien zu machen, aber man muss sich dagegen entscheiden, weil es nicht frugalistisch wäre?

Dubai - Braunschweig: ich fänd Braunschweig interessanter

Roadtrip USA - Mecklenburger Seenplatte: USA war ich schon, hat mir nichts gegeben, Seenplatte würde ich gerne noch machen

Australien würde mich aber noch reizen, noch eher Neuseeland

Immer dieses herrliche Herumreiten auf Einzelbeispielen. Wollte ich ja aus diesem Grund vermeiden, weil immer einer irgendwas schlecht findet (aber z.B. Neuseeland wieder gut...).

Also machen wir es ganz allgemein, man ist in seinen 20ern/30ern auf dem Weg zur finanziellen Freiheit mit 40-45, hat 300k im Depot und eine 70% Sparrate. Man hat Urlaub und es gibt die Möglichkeiten

a) eine einmalige und außergewöhnliche Reise zu machen, welche den eigenen Horizont dauerhaft erweitert, Eindrücke verschafft, welche man sonst nirgendwo bekommt und ein Erlebnis beschert, welches in jeder Hinsicht einmalig ist für 2.000 Euro pro Person

b) Urlaub in der näheren und mittleren Umgebung mit Standard-Programm, Sachen die man immer auch gerne macht, etc. pp. oder auch Urlaub zuhause und dort Unternehmungen wie Rad fahren oder Wandern für ab 0 Euro pro Person

Wie a) nun definiert ist, ist individuell unterschiedlich, ob nun Neuseeland, USA, Dubai, Tokyo, Shanghai oder Los Angeles. Oder Kambodscha, Thailand, Kenia... oder... oder...

Ich bin wahrscheinlich kein echter Frugalist, ich versuche einfach nur, auf unnötige Ausgaben zu verzichten, um mir dafür Dinge leisten zu können, die mir wichtig sind. Das letzte, worauf ich jemals verzichten würde, sind Reisen. Denn gerade Fernreisen kann man im Alter möglicherweise nicht mehr machen, und ich habe von jeder Reise viel mitgenommen (nicht im materiellen Sinne 😉 ) Ich bin jetzt Anfang 50 und hatte schon einige Bekannte/Kollegen, die dieses Alter nicht erreicht haben und die sich sehr viel für "später" vorgenommen hatten...