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Auf der Zielgerade

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Geplantes Ende des Angestellten-Daseins: Ende des Jahres

mit folgenden Zahlen:

Immobilienverkauf im Laufe des Jahres bringt 400.000 Euro (netto). Dazu noch Sparvermögen 140.000 Euro --> Summe Guthaben 540.000 Euro
Davon sollen dann 2/3 (360.000) in marktbreite ETFs gehen mit gewünschter Gesamtausschüttung 2%/Jahr (600 Euro/Monat). Rest (180.000) Tagesgeld.

Eine vermietete ETW bringt 500 Euro/Monat (netto).
Eine selbst bewohnte ETW mit geringen NK ist vorhanden.

Alle Einnahmen können ohne Steuerabzug gerechnet werden, da der Grundfreibetrag gerade so nicht überschritten wird (unter Einbeziehung von
Vorsorgeaufwendungen, Sparerpauschbetrag und Abschreibung)

Ausgaben: 1200 Euro/Monat (entspricht dem doppeltem Wert meines Verbrauchs laut Haushaltsbuch, welches ich seit jeher sehr genau führe)
+ 200 Euro GKV (Mindestbetrag)

--> Monatliche Entnahme aus dem Tagesgeld: 1400 - 600 - 500 = 300 Euro. Dies verbraucht über die nächsten 25 Jahre einen Großteil des Tagesgeldes (mit 5% Inflation gerechnet). Miet- und Dividendeneinnahmen steigen mit der Inflation.

Ab dann wird die Tagesgeldentnahme durch GRV-Auszahlungen ersetzt: 46 RP (hier sind vereinfacht Betriebsrenten eingerechnet).
Zusätzlich wird noch ein Großteil der GKV übernommen.

Zitat von stefan40 am 18. Februar 2022, 7:21 Uhr

(180.000) Tagesgeld.

...

Tagesgeldes (mit 5% Inflation gerechnet)

Warum?

Moin moin!

Mal abgesehen vom Geld: Was ist denn Dein Lebensplan für die nächsten 40 Jahre?

@sparschwein

Das war etwas missverständlich geschrieben: das Tagesgeld rechne ich natürlich mit keiner Verzinsung. Es ist ein Oberbegriff für Geld, das einfach auf diversen Konten liegt. Würden die monatlich zu entnehmenden 300 Euro jedes Jahr um 5% steigen, wäre der 180.000-Topf dann nach 25 Jahren ungefähr entleert.

@cosmic68

Konkrete Umsetzung des Berufsausstiegs – Konkrete Umsetzung des Berufsausstiegs – Forum – Frugalisten

Die Zahlen haben sich etwas geändert ...

Zitat von stefan40 am 18. Februar 2022, 14:17 Uhr

@sparschwein

Das war etwas missverständlich geschrieben: das Tagesgeld rechne ich natürlich mit keiner Verzinsung. Es ist ein Oberbegriff für Geld, das einfach auf diversen Konten liegt. Würden die monatlich zu entnehmenden 300 Euro jedes Jahr um 5% steigen, wäre der 180.000-Topf dann nach 25 Jahren ungefähr entleert.

Ja, aber warum parkst du in Zeiten relativ starker Inflation überhaupt deine 15 - fachen Jahresausgaben in Tagesgeld?!

Weil ich mich persönlich damit wohl fühle. Wo das Beenden des monatlichen Angestellten-Gehalts noch in ferner Zukunft lag, war ich natürlich auch immer der Meinung, fast alles in ETFs zu stecken - aber sobald es dann mal wirklich konkret wird, ist es halt doch eine andere Situation !
Wenn ich nach ein paar Jahren merke, dass ich ohne das monatliche Angestellten-Gehalt trotzdem große Schwankungen an der Börse gut verkrafte, dann kann ich es ja schrittweise investieren. Diesen Rendite-Ausfall "gönne" ich mir bewusst.

Zitat von Sparschwein am 18. Februar 2022, 14:50 Uhr
Ja, aber parkst du in Zeiten relativ starker Inflation überhaupt deine 15 - fachen Jahresausgaben in Tagesgeld?!

Warum sollte man nach 12 Jahren "Jahrhunderthausse" 100-prozentig investiert sein?

Es KANN - gerade bei Zinsanstieg! - auch bei 5 oder 7 % Inflation mal 50 % Kurseinbruch geben!

Blöd wenn man bei den "Sonderangeboten" dann kein Cash hat...

Hi Stefan,

nachdem ich jetzt über deinen eingestellten Link deine Vorstellung gelesen habe, muss ich sagen ok - das passt soweit. Vor allem weil du ja offen bist für was Neues. Du hast einen bemerkenswert beschiedenen Bedarf. Darf sich halt nix an der Familiensituation ändern. Alleine geht das irgendwie, aber wie gesagt, auch alleine wäre es mir etwas zu dünn. Ich brauche ohne Kaltmiete ca 1.500 plus PKV plus Mindestbeitrag GRV plus Reserve und etwas Steuer lande ich dann bei 2.500.

Die Steuer solltest du nochmal prüfen: Mit der Miete bist du klar unter dem Grundfreibetrag, mit der Ausschüttung aus dem ETF im Prinzip auch. Allerdings musst du schauen wie viel davon ausländische Aktien sind, die nicht auf die deutsche Steuer anrechenbar sind. Oder willst du von einem thesaurierenden ETF entnehmen?

Warum entnimmst du nicht etwas mehr von dem ETF, mit 2,6% bist du rückblickend betrachtet immer noch sehr safe. 3% wäre auch vertretbar. Dann müsstest du aus deinem Cash gar nix entnehmen. In klassischen Entnahmerechnungen wird die Entnahmerate auf den Gesamttopf berechnet. Das heißt, auf deine 540k.

Bei 2% waren das 900€, bei einem Cashpuffer sind 3% sehr, sehr save und entsprächen 1.350€ plus jeweils deiner Mieteinnahme.

Kennst du den Blog von Georg?
https://www.finanzen-erklaert.de/mut-zum-risiko/

Ich finde das schon knapp kalkulieren aber nicht unplausibel.

Cash Position habe ich auch eine große, relativ allerdings im Rahmen. Bei anhaltender Inflation und fortschreitendem Alter werde ich die aber reduzieren.

Ich finde Stefan's Plan nachvollziehbar und plausibel, würde aber auch nicht so viel auf dem Tagesgeldkonto lassen. Die Wahrscheinlichkeit für eine höhere Inflation in den nächsten Jahren halte ich für wahrscheinlich (siehe auch Arbeiten v. Hans Werner Sinn und anderen Ökonomen), dass die Börse langfristig sehr stark einbricht eher weniger - die Crash-Proheten berücksichtigen wie schon in der Vergangenheit nicht, dass der Produktivitätsschub des "Digitalisierungs/KI-Zeitalters" erst noch richtig beginnt. Ob das in Deutschland sich deutlich bemerkbar macht ist eine andere Frage, aber das muss einem beim Investment auch nicht jucken.

Und außerdem wie immer: Wenn ich das richtig verstanden habe, möchte Sterfan nicht bis zum Ende seiner Tage auf der Couch sitzen und Netflix schauen: Wie wahrscheinlich ist es, dass er in den nächsten 25 Jahren nichts dazuverdienenden kann, wenn er möchte - gerade bei der Entwicklung des Arbeitsmarkts ?

 

 

Zitat von stefan40 am 18. Februar 2022, 7:21 Uhr

Geplantes Ende des Angestellten-Daseins: Ende des Jahres

Erstmal Gratulation zu deinem Mut nochmal ein neues Leben anzufangen. Mir ging es ja ähnlich wie dir als SW Entwickler nach 17 Jahren gekündigt. Habe jedoch festgestellt das ich selbst für die GKV+Pflegeversicherung alleine 910€ im Monat zahlen muss wegen meiner Mieteinnahmen. Zudem muss ich noch meine Familie mit Frau und 4 Kindern versorgen und die Ausgaben sind nicht so leicht kalkulierbar. Nach 4,5 Monaten Netflix Couch hab ich dann doch was ganz anderes sinnvolles in meinem Leben entdeckt. Das wünsche ich dir auch. Eventuell bringt es dir auch etwas ein mit dem du die Krankenkassenbeiträge die bestimmt mehr als 200€/Monat sein werden leicht decken kannst. Aber Genieße dann erstmal lange und ausgiebig deine absolute Freiheit. Deine Zahlen sind absolut im grünen Bereich to go for freedom.

Wäre aber schon besser, schon jetzt zu planen, wie dieser Zusatzverdienst generiert werden könnte. Das könnte auch Anfangskapital erfordern, z. B. bei Selbständigkeit.

Liebe Grüße, Laura Maelle
Zitat von Laura_Maelle am 19. Februar 2022, 15:03 Uhr

Wäre aber schon besser, schon jetzt zu planen, wie dieser Zusatzverdienst generiert werden könnte. Das könnte auch Anfangskapital erfordern, z. B. bei Selbständigkeit.

Das Anfangskapital hätte er ja. Allerdings ging es mir erstmal darum überhaupt meinen Kopf frei zu bekommen um zu erkennen was ich eigentlich möchte. Solange ich noch im Hamsterrad war hatte ich Scheuklappen und konnte nicht erkennen wo der Reise hingehen wird darum war auch eine Planung unmöglich bzw. nicht zielführend. Fazit: Erst frei werden dann treiben lassen und langsam ankommen. Geduld ist hier der Schlüssel zum Erfolg. So zumindest meine Erfahrung.

Wäre aber besser, er müsste für das Startkapital in die Selbständigkeit nicht seine knapp bemessene Basis gefährden bzw. sollte er dieses Startkapital eigentlich bei der Grundlagenberechnung herausnehmen als Extra-Posten.

Liebe Grüße, Laura Maelle
Zitat von hawk66 am 19. Februar 2022, 10:36 Uhr

Die Wahrscheinlichkeit für eine höhere Inflation in den nächsten Jahren halte ich für wahrscheinlich (...), dass die Börse langfristig sehr stark einbricht eher weniger

Klar - die. Inflation ist sicher

Aber auch bei einem kurzfristigen Crash ist es angenehm, liquide zu sein!

Vielen Dank für eure klaren und differenzierten Kommentare, das hilft definitiv.

Jan Veerman trifft es mit seinem Fazit für mich perfekt: auch mir geht es so, dass ich erst die komplette geistige Freiheit benötige, um dann langsam auf neue Gedanken kommen zu können. Ich merke das auch im normalen Berufsalltag: nach Feierabend (selbst wenn der schon am frühen Nachmittag ist) kann ich mich kaum zu irgendetwas sinnvollem aufraffen, selbst am Wochenende kreisen bei mir die Gedanken neben der erforderlichen Hausarbeit fast ausschließlich um Regeneration vor der nächsten Arbeitswoche. Wenn ich mir aber mal einen Tag mitten in der Woche einfach so frei nehme, komme ich oft in einen "privaten Betätigungsflow", der mich deutlich mehr befriedigt als ein Büroarbeitstag.

@muslime_frugi: ich war der Meinung, dass die Ausschüttungen z.B. eines Vanguard FTSE All-World High Dividend Yield UCITS ETF Distributing komplett steuerfrei bleiben, wenn ich eine Nichtveranlagungsbescheinigung einreiche und in Summe mit den Mieteinnahmen unter dem Grundfreibetrag bleibe - hat Deutschland nicht mit den wesentlichen Ländern ein Doppelbesteuerungsabkommen abgeschlossen ?

Den Blog von Georg habe ich natürlich schon komplett durchgelesen, ich möchte mich einfach vorsichtig rantasten: das erste Jahr mal so wie beschrieben austesten und dann von Jahr zu Jahr Anpassungen vornehmen bzgl. Asset-Allokation, Entnahme, etc. Auch die ganze Steuer- und Sozialabgaben-Thematik will ich erstmal konkret für meinen Fall vorliegen haben, um es dann bei Bedarf noch zu optimieren.

Da ich, wie ich es geschrieben habe, seit einem großen Teil meines Lebens mit den eher geringen Ausgaben recht gut lebe, ohne ein Gefühl des Verzichts zu haben, kann ich mich da ja auch behutsam steigern ...

Zitat von stefan40 am 21. Februar 2022, 8:51 Uhr

@muslime_frugi: ich war der Meinung, dass die Ausschüttungen z.B. eines Vanguard FTSE All-World High Dividend Yield UCITS ETF Distributing komplett steuerfrei bleiben, wenn ich eine Nichtveranlagungsbescheinigung einreiche und in Summe mit den Mieteinnahmen unter dem Grundfreibetrag bleibe - hat Deutschland nicht mit den wesentlichen Ländern ein Doppelbesteuerungsabkommen abgeschlossen ?

Das ist eine sehr gute Frage, die mich auch interessiert, auf die ich aber keine klärende Antwort habe, da es mich derzeit wegen hoher Steuerlast nicht tangiert. Bei inländischen Aktien ist es klar und die Günstigerprüfung greift. Bei ausländischen Aktien mit Doppelbesteuerungsabkommen dachte ich auch das diese steuerlich gleich behandelt werden wie die inländischen Titel. Bei Ländern ohne Doppelbesteuerungsabkommen wie in Europa Schweiz, Frankreich, Dänemark, Italien etc. ist es wohl nicht so. In deinem High Dividend All World findet sich ja von allem etwas.

Wie gesagt, ich kann da keine valide Aussage machen. Vielleicht können andere oder die Privatiers hier umfassend aufklären? Würde mich auch brennend interessieren diese Wissenslücke zu schließen.

Zitat von Muslime_Frugi am 21. Februar 2022, 9:11 Uhr
Zitat von stefan40 am 21. Februar 2022, 8:51 Uhr

@muslime_frugi: ich war der Meinung, dass die Ausschüttungen z.B. eines Vanguard FTSE All-World High Dividend Yield UCITS ETF Distributing komplett steuerfrei bleiben, wenn ich eine Nichtveranlagungsbescheinigung einreiche und in Summe mit den Mieteinnahmen unter dem Grundfreibetrag bleibe - hat Deutschland nicht mit den wesentlichen Ländern ein Doppelbesteuerungsabkommen abgeschlossen ?

Das ist eine sehr gute Frage, die mich auch interessiert, auf die ich aber keine klärende Antwort habe, da es mich derzeit wegen hoher Steuerlast nicht tangiert. Bei inländischen Aktien ist es klar und die Günstigerprüfung greift. Bei ausländischen Aktien mit Doppelbesteuerungsabkommen dachte ich auch das diese steuerlich gleich behandelt werden wie die inländischen Titel. Bei Ländern ohne Doppelbesteuerungsabkommen wie in Europa Schweiz, Frankreich, Dänemark, Italien etc. ist es wohl nicht so. In deinem High Dividend All World findet sich ja von allem etwas.

Wie gesagt, ich kann da keine valide Aussage machen. Vielleicht können andere oder die Privatiers hier umfassend aufklären? Würde mich auch brennend interessieren diese Wissenslücke zu schließen.

Also mit der Schweiz hat Deutschland ein Doppelbesteuerungsabkommen.

Die weiteren sind innerhalb der EU, da sollte es auch zu keiner Doppelbesteuerung kommen. Oder bin hier komplett auf dem falschen Dampfer?

Grüsse vom Sparschwein

 

Ja, bist du!

Auf Aktienebene wird die Quellensteuer  teilweise erhoben, zB Schweiz, Frankreich, Spanien, Italien, Belgien. Das Geld dann zurückzuholen ist unterschiedlich komplex, von ok, ist machbar (Schweiz) bis zu die Rückzahlung des Geldes erlebt man nicht mehr (Italien).

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