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Auf dem Wege zum Vollzeitprivatier? Wie war das bei Euch?

Hallo zusammen,

Nach einiger Zeit des Mitlesens möchte ich mich hier ebenfalls vorstellen und natürlich auch nicht vergessen meine Anerkennung für diese tolle Internetseite auszudrücken!

Ich war mein ganzes Leben eher sparsam und habe immer versucht einen vernünftigen Spagat zwischen dem konsumorientierten Umfeld und einer eher asketischen Lebensweise hinzubekommen. Insofern erkenne ich mich hier im Forum erstaunlich häufig wieder, auch wenn das Wort Frugalist mir zuvor nicht begegnet ist.

Auch schon recht früh vorhanden war der Wunsch über so viel Geld zu verfügen, dass die Erträge daraus für ein normales Leben ohne Erwerbseinkommen reichen würden.

Für so richtig realistisch hatte ich das jedoch nicht gehalten, zumal ich immer eine eigene Familie wollte und man da ja auch nicht mehr ganz frei in seinen Entscheidungen ist und auch einen größeren Geldbedarf hat. Zudem sah und sehe ich die Grenze zu finanzieller Freiheit deutlich über einer Mio. Euro und auch wenn ich häufig eine Sparquote von um die 50% hatte, war das Ziel in sehr weiter Ferne.

Inzwischen bin ich 45, verheiratet, habe vier schulpflichtige Kinder und bin aufgrund einiger glücklicher Investitionen (der größte Brocken kam von Bitcoin) dem Ziel zum Greifen nahe.

Wir besitzen ein abbezahltes Eigenheim, Wertpapierdepots (hautsächlich Aktien) in Höhe von 1,4 Mio und 200 TEUR Bargeld (welches noch in Häppchen von 40 TEUR weiter monatlich in Aktien investiert wird). Die Aktien sind nach hoher Dividende / niedrigem KGV ausgesucht und über Sektoren und Länder gestreut. Gemäß Analystenschätzung sollten diese so 50-60 TEUR pro Jahr ausschütten (nach Steuer). Das sollte für uns zum Leben reichen, auch wenn diese mal für ein paar Jahre zurückgehen sollten (geschätzt brauchen wir etwa 4 TEUR, wovon 1 TEUR durch Kindergeld abgedeckt ist und 1 TEUR in Versicherungen und Sparpläne für die Kinder fließen, die jetzt nicht mehr alle zwingend sind).

Vor einem Jahr habe ich meine Arbeitszeit auf 5h pro Tag reduziert und überlege gerade im Laufe des Jahres ganz zu kündigen. Erstaunlicherweise fällt mir die Entscheidung schwerer als gedacht. Durch den Wechsel von einem eher unrealistischen Fernziel zu einer konkreten Möglichkeit ergeben sich plötzlich ganz andere Betrachtungen und Gedanken.

Speziell an die, die sich schon aus dem Beruf zurückgezogen haben, hätte ich ein paar Fragen und wäre sehr dankbar, wenn jemand mir die eine oder andere beantworten könnte.

Hattet ihr ein Ziel / Projekt, dass ihr mit der gewonnen Zeit angegangen habt und wie seid ihr damit vorangekommen. Was habt ihr da so gemacht?

Ist jemand in eine Art „schwarzes Loch“ gefallen, also z.B. nur noch auf dem Sofa gesessen und verwahrlost o.ä.?

Hat jemand die Aufgabe seiner bezahlten Tätigkeit bereut?

Was für ein Resümee zieht ihr hier so?

Außerdem würde mich interessieren, was ihr zu Eurem beruflichen Rückzug im Freundes-, Bekannten- und Familienkreis erzählt habt und wie hier die Reaktionen waren. Von Bewunderung bis Neid ist hier ja alles denkbar.

Soviel fürs erste… würde mich freuen von Euch zu hören….

Der Teilzeitprivatier

 

Zitat von Teilzeitprivatier am 6. Juni 2022, 8:55 Uhr

 

Speziell an die, die sich schon aus dem Beruf zurückgezogen haben, hätte ich ein paar Fragen und wäre sehr dankbar, wenn jemand mir die eine oder andere beantworten könnte.

1)Hattet ihr ein Ziel / Projekt, dass ihr mit der gewonnen Zeit angegangen habt und wie seid ihr damit vorangekommen. Was habt ihr da so gemacht?

2) Ist jemand in eine Art „schwarzes Loch“ gefallen, also z.B. nur noch auf dem Sofa gesessen und verwahrlost o.ä.?

3) Hat jemand die Aufgabe seiner bezahlten Tätigkeit bereut?

4) Was für ein Resümee zieht ihr hier so?

5) Außerdem würde mich interessieren, was ihr zu Eurem beruflichen Rückzug im Freundes-, Bekannten- und Familienkreis erzählt habt und wie hier die Reaktionen waren. Von Bewunderung bis Neid ist hier ja alles denkbar.

Soviel fürs erste… würde mich freuen von Euch zu hören….

Der Teilzeitprivatier

 

  1. Sport, Kindererziehung, Aktiendepot steuern, Reisen (wegen Corona nur eingeschränkt) ansonsten auch mal einfach Leerlauf. Keine festen Ziele
  2. Nein, erstaunlicherweise nicht 😀 Ganz im Gegenteil, ich bin fitter als je zuvor.
  3. Nicht eine Sekunde. Alleine die Vorstellung ins Büro zu latschen und in einem Meeting rumzusitzen verursacht körperliche Schmerzen
  4. Einfach machen!
  5. Da kann man viel und lange schreiben. Anfangs habe ich das verklausuliert ausgedrückt. Das ist noch blöder. Jetzt sage ich es wie es ist: "ich habe vor 4 Jahren aufgehört zu arbeiten und verwalte mein Aktiendepot". Dann gucken zwar auch alle blöd, aber die Situation ist wenigstens klar.

Hi Teilzeitprivatier,

das liest sich ja super bei Dir! Vier Kinder und trotzdem so viel gespart. 😉

Ich bin noch im Berufsleben und plane für dieses Jahr Altersteilzeit an, da ich gerne früher aus dem Grosskonzern aussteigen will. Wenn ich dies irgendwo erwähne, ich hab das Wort kaum ausgesprochen, kommen immer negative Kommentare. Die Leute sind neidisch. Besonders die, die nie Wert auf berufliche Weiterentwicklung gelegt haben und sich im Arbeitseben alles einfach gehalten haben. Dabei will ich gar nicht "nichts mehr arbeiten" und könnte es mir auch gar nicht leisten 😉 Ich muss mir mal angewöhnen, zu erwähnen, wie viel Netto mir in den 8 Jahren dadurch verloren geht.

Ich kenne natürlich doch auch  ein paar  Leute, die nicht neidisch sind. Das sind die, die ähnliche Ansichten haben (lieber früher frei, weniger Geld und noch was jobben) oder selbst schon z.B eine Abfindung zur Überbrückung bis zur Rente bekommen haben, ein Sabbatjahr gemacht haben etc.

Ich selbst sehe bei mir das Risiko, in ein Loch zu fallen, da ich oft zu knapp plane. Andererseits hab ich tausende Ideen im Kopf, was ich gerne jobben will und wohin ich reisen möchte.

Ich bin gespannt, wie DU Dich entscheidest!

 

Hallo Privatier, hallo Susy,

vielen Dank für Eure Antworten.

Ich denke auch, dass es am sinnvollsten ist, zwar wenig zu sagen, aber das relativ eindeutig. Wenn die Leute neidisch werden ist es ja hauptsächlich deren Problem. Zudem ist unser Lebenswandel jetzt nicht abgehoben oder so und ich habe auch nicht vor mit den Bentley anzuschaffen. Den Konsumfaktor könnte ich ja durch weiterarbeiten und das Geld auf den Kopf hauen viel stärker steigern, aber darum geht es ja nicht

Ich hab vor die Entscheidung im Juli (Sommerurlaub) endgültig zu treffen. Die Tendenz geht eher dazu, den nächsten Kündigungstermin zu nutzen. Ich habe nicht den Eindruck, dass ich an meiner Tätigkeit in den kommenden 20 Jahren noch wachsen werde und das Argument, dass die Bezahlung in Ordnung ist und die Kinder ja essen müssen ist weitgehend entfallen.

@Privatier: Wie ist so deine Einschätzung zur Wirkung auf deinen Nachwuchs? Sieht er deinen Lebenswandel als Vorbild oder kommen da komische Sprüche?

 

@teilzeitprivatier

Die Fragen die Sie stellen haben (außer der Reaktionen des Umfelds) mit einem Berufsausstieg mit Mitte 40 nix zu tun. Denn das sind Fragen, die Sie jedem Ruheständler stellen könnten mit 67 oder sich selber wenn Sie bis 67 gearbeitet haben. Ihre Fragen sind letztlich die die Sie sich sowieso früher oder später stellen müssen: Verwarlose ich im schwarzen Loch wenn ich mit 67 in Rente gehe!?

Ich frage dagegen: Wann wir es Ihnen leichter fallen was neues zu beginnen, ein Projekt, eine Tätigkeit ohne Bezahloption... sind Sie mit Mitte 40 oder 67 kreativer?

So sind wir auch bei der ausgeklammert Frage oben. Mit 67 aufzuhören ist gesellschaftlich akzeptiert, und daher haben viele ein Problem früher aufzuhören. So sind wir alle geprägt im Gruppenverhalten. Ich würde mir das mal klarmachen und lockerer werden bei dieser Entscheidung. Ich für mich wollte noch nie gesellschaftlich angepasst leben und daher war das Thema "kannst du doch nicht bringen die Aktion" für mich geradezu ein weiterer Grund aufzuhören! Man hat ja einen Ruf zu verlieren... 😀

Zu Ihren Fragen:

Bei mir Projekt Hausumbau, wird noch halbes Jahr dauern und nie ganz aufhören, da ein großes denkmalgeschützten Anwesen in Teileigentum.

Nix Sofa, fünf Kilo abgenommen, fit wie nach dem Studium, Ausdauersport MTB.

Nein, keinerlei Reue, im Gegenteil, was für ein wichtigtuerischer Quatsch das teilweise war.

Ich bin aber betreffend Fazit froh, dass ich so lange durchgehalten habe und mich eher monetär in einer recht komfortablen Situation befinde. Wenn ich einen Tages-Ausflug mit dem MTB in den Schwarzwald (an dessen Rande ich wohne) mache und mir ist nach einem weiteren Tag mit Übernachtung, dann sollten die 100€ für Abendessen und Hotel eben ohne Rechnerei funktionieren. Das ist dann echte Lebensqualität und Freiheitsgefühl!

Die Leute kapieren das alle im Detail nicht. Von "Glück mit "deinen" Aktien", bis "könnte ich mir nicht leisten" bis "ich freue mich für dich und bin auch ein bisschen neidisch" ist alles dabei. Also den Wohlwollenden entgegne ich mit positiver Reaktion oder Erklären, alles andere sind je nach Stimmung ignoriert oder angegrinst, "haja , wollte ich seit meinem Abi halt eh schon immer so machen". Und Ende.

Also, viel Spaß bei der Entscheidung und good luck!

 

 

Zitat von Teilzeitprivatier am 6. Juni 2022, 12:17 Uhr

 

@Privatier: Wie ist so deine Einschätzung zur Wirkung auf deinen Nachwuchs? Sieht er deinen Lebenswandel als Vorbild oder kommen da komische Sprüche?

 

Tja, das ist eine interessante Fragestellung, auf die ich keine richtige Antwort habe. Ihm geht es ja eigentlich wie im Schlaraffenland: ich habe immer Zeit, kann alles organisieren, materiell gibt es keine Sorgen. Es gilt natürlich zu vermeiden, dass er denkt, dass das einfach so ist. So arbeitet ja seine Mutter noch, und er sieht dann auch was es heisst zu arbeiten. Dann erzähle ich ihm immer wie das früher war, und er mich nie gesehen hätte (ausser mal kurz am Wochenende). Und ich sage ihm auch immer, dass ich einige Zeit vor dem Rechner verbringe und damit mein Geld verdiene. Ausserdem halte ich das Geld ja auch eher knapp. Dann wird die Strecke aus der Stadt /5km) zu Fuss gegangen, um das Ticket zu sparen. Andererseits haben Kinder ihren eigenen Kopf und ich muß mir dann eher mal anhören, wieso ich ihn erst so spät bekommen habe. Mal sehen wie das so wird...Aktuell sehe ich es so, dass er durch die Situation vielleicht tendenziell etwas faul ist (kann er aber auch von mir haben), andererseits schon ständig Pläne zur Selbstständigkeit schmiedet und mit 18 seine erste Million verdient haben will.

Es bleibt spannend

 

Herzlich willkommen und schön das Du den Weg ins Forum gefunden hast.

Ich muss zwar noch 18 Monate arbeiten fühle mich aber schon wie im Ruhestand.

Sport und Reisen steht bei mir auch auf dem Programm, so war ich gerade beim AquaFit, schon mal an den Rentner Sport gewöhnen 😀 So 3-4 mal die Woche gehe ich ins Fitnessstudio, was eher ein Club mit Schwimmbad und Strand ist, habe da auch viele soziale Kontakte. Kann man gut den Tag verbringen.

Dann haben wir ein Haus in Thailand, wo wir den Winter verbringen und dort kann ich mich mit Haus, Garten, Reisen in Thailand und im asiatischen Raum, Sprache lernen, Kultur etc. beschäftigen. In Deutschland kann ich mich ebenfalls mit Haus und Garten beschäftigen, v.a. der Garten hat noch Potenzial.

Ansonsten bin ich Auto- und Motorradfan und kann mich neben dem Fahren mit Muckeln an den Fahrzeugen wunderbar austoben, restauriere auch gerne mal ein Motorrad. Mein Bruder, mit dem ich das Hobby teile, hat ein Wohnmobil, ist ebenfalls Privatier und wir werden dann öfter mal losfahren mit Womo und Motorrad. Was auf jeden Fall hilfreich ist, wenn der Partner oder gute Freunde ebenfalls Zeit haben, damit man etwas zusammen unternehmen und die Zeit nutzen kann.

Daneben bin ich nebenberuflich Hochschuldozent und werde das weiterführen und ggf. noch ausbauen.

Allerdings habe ich mich mit den ganzen Dingen auch während der Arbeitsphase beschäftigt, da ist nichts neues dabei, außer dem Haus in Thailand. Ich will den Dingen einfach mehr Zeit geben, im Hier und Jetzt leben und nicht immer das nächste To Do im Kopf haben, also in Richtung Achtsamkeit, den Moment genießen. Mal eine halbe Stunde mit der Katze spielen und mich über das schöne Tier freuen, im Garten sitzen, ein Buch lesen. Wir sind ja in unserer Gesellschaft etwas getriggert, das man immer irgendwas machen muss, am besten was tolles, und dann was dafür kaufen. Immer in Action. Man kann aber auch einfach mal gar nichts machen. Ich kann in Thailand wunderbar am Strand liegen und aufs Meer schauen, wird mir nicht langweilig. Also ich denke man muss sich nicht notgedrungen ein großes Projekt vornehmen.

Ich glaube die Gefahr das man in ein Loch fällt ist bei "uns", die "wir" ein strukturiertes und soweit erfolgreiches Leben führen (sonst wären wir nicht hier) nicht gegeben, da man dafür doch zu zielorientiert ist.

Und was die anderen sagen kann Dir eigentlich egal sein, schließlich ist es Dein Leben und Deinem Fleiß und Geschick zu verdanken das Du in dieser komfortablen Situation bist. Du kannst ja nicht weiterarbeiten damit andere sich besser fühlen. Ich habe bisher eigentlich nur positives Feedback zu meinen Plänen bekommen, nun denken mit Mitte 50 natürlich einige darüber nach, mit Mitte 40 ist das wohl eher etwas "ungewöhnlicher". Es werden sicher einige neidisch sein, gerade wegen Thailand, aber die würden andererseits nicht die Mühen und finanziellen Aufwendungen in Kauf nehmen wollen die so ein Projekt mit sich bringt. Ich habe mich aber ehrlich gesagt noch nie dafür interessiert was andere sagen.

Zitat von Privatier am 6. Juni 2022, 14:22 Uhr

Tja, das ist eine interessante Fragestellung, auf die ich keine richtige Antwort habe. Ihm geht es ja eigentlich wie im Schlaraffenland: ich habe immer Zeit, kann alles organisieren, materiell gibt es keine Sorgen. Es gilt natürlich zu vermeiden, dass er denkt, dass das einfach so ist. So arbeitet ja seine Mutter noch, und er sieht dann auch was es heisst zu arbeiten.

Das mit der Zeit..... das schönste an unserem letzen Kurzurlaub für unseren Ältesten (16) war neulich, dass er allein zu Hause bleiben durfte...

Als ich mit ihm neulich kurz über eine eventuelle Kündiung geredet habe war seine Aussage, das lohne sich ja gar nicht mehr und ich solle lieber mehr Geld verdienen 😉

 

Zitat von Absprung_2020 am 6. Juni 2022, 13:38 Uhr

@teilzeitprivatier

Die Fragen die Sie stellen haben (außer der Reaktionen des Umfelds) mit einem Berufsausstieg mit Mitte 40 nix zu tun. Denn das sind Fragen, die Sie jedem Ruheständler stellen könnten mit 67 oder sich selber wenn Sie bis 67 gearbeitet haben. Ihre Fragen sind letztlich die die Sie sich sowieso früher oder später stellen müssen: Verwarlose ich im schwarzen Loch wenn ich mit 67 in Rente gehe!?

da ist richtig... nur die Gedanken die man sich macht, wenn man da als einziger unterwegs ist, sind andere. Abgesehen von dem Forum hier, gibts zumindest in meinem Umfeld da keine Vorbilder...

Aber umso bessern zu hören, dass es alle empfehlen und keiner zu bereuen scheint....

Zitat von konsument am 6. Juni 2022, 16:13 Uhr

Sport und Reisen steht bei mir auch auf dem Programm, so war ich gerade beim AquaFit, schon mal an den Rentner Sport gewöhnen 😀 So 3-4 mal die Woche gehe ich ins Fitnessstudio, was eher ein Club mit Schwimmbad und Strand ist, habe da auch viele soziale Kontakte. Kann man gut den Tag verbringen.

Dann haben wir ein Haus in Thailand, wo wir den Winter verbringen und dort kann ich mich mit Haus, Garten, Reisen in Thailand und im asiatischen Raum, Sprache lernen, Kultur etc. beschäftigen. In Deutschland kann ich mich ebenfalls mit Haus und Garten beschäftigen, v.a. der Garten hat noch Potenzial.

Haus in Thailand und Überwintern hört sich gut an... allerdings ist das mit vier Schulkinden momentan nicht realistisch. Ich denke bei mir wird das in den ersten Jahren eher nach Hausmann aussehen 😉

Zitat von Teilzeitprivatier am 7. Juni 2022, 7:06 Uhr

Das mit der Zeit..... das schönste an unserem letzen Kurzurlaub für unseren Ältesten (16) war neulich, dass er allein zu Hause bleiben durfte...

Als ich mit ihm neulich kurz über eine eventuelle Kündiung geredet habe war seine Aussage, das lohne sich ja gar nicht mehr und ich solle lieber mehr Geld verdienen 😉

 

Hallo Teilzeitprivatier

Erst mal Glückwunsch und Respekt was du mit Mitte 40 und vor allem 4 Kindern erreicht hast!

Auch wenn scheinbar ein gutes Timing mit Bitcoins dabei ist das toll!

Wegen Kinder habe ich die Erfahrung das sie in erster Linie die Eltern brauchen um Sicherheit und Geborgenheit zu haben.
Ab 15, 16 können sie das rational erfassen, dass Geld auch aus nicht Erwerbstätigkeit kommen kann.

Dir alles Gute für die Zukunft!

guten tag teilzeitprivatier,

ich fand in deiner vorstellung eine sehr interessante fragestellung, nämlich, wie es einem nach dem berufsausstieg so ergangen ist. hier bin ich schon sehr lange mitlesender. von einer vorstellung sehe ich ab, da ich mich nicht so wichtig nehme. daraus möge man keine falschen umkehrschlüsse ziehen, denn jeder mag es halten, wie es ihm gefällt.

ich war in meinem angestelltemverhältnis (akademiker) nie wirklich angekommen und wollte dort seit anbeginn nicht alt werden. da ich äußerst äußerst sparsam war von kindesbeinen an - die tugend des nicht-geld-ausgebens wurde in unserer familie seit generationen gepflogen - , wusste ich, ich würde niemals bis zum renteneintritt in einem dienstverhältnis bleiben, sondern von passivem einkommen leben und leben können.

seit etlichen jahren bin ich nun ein freier mann. bin ich es wirklich? leider nein, denn ich habe so und so viele mieter am hals, die mich extrem nerven. deswegen habe ich meinen bestand im laufe der jahre verkleinert.

vielleicht doch ein paar daten zu meinem background: stamme aus einer sehr alten wohlhabenden familie, die schon vor jahrhunderten akademiker, firmeneigentümer und große gutsbesitzer in ihren reihen hatte. schwer reich war niemand. es gab auch einbrüche und verluste im wohlstand, der jedoch stets wieder "zurückgeholt" wurden. zuletzt von meinem sehr tüchtigen vater, der mir noch nichts übergeben hat. habe nur ein wenig von meinen großeltern erhalten...

besitze immobilien im siebenstelligen eurobereich, wovon ich nur einen kl. bruchteil geerbt habe. den rest erwirtschaftete ich selbst. kein geld für unsinnige urlaube, autos, frauen, mode, statussymbole, unnötigen kram verschwendet. niemals. aber dennoch reich und glücklich gelebt. man braucht fast nichts zum glück!!!

aktienbestand im siebenstelligen bereich.

ehegattin ist akademikerin mit eigenem immo-vermögen. sie verdient einige tausend euro monatlich und teilt meine einstellung zum festhalten an der materie. auf emojis verzichte ich bewusst, weil ich dieses zeugs nicht mag. man denke sie sich einfach selbst, was hier öfter der fall sein wird...

wir trennen uns nach der abgeschlossenen aufbauphase nun möglichst viel von ballast jeglicher art. das macht zusätzlich glücklich.

in ein loch bin ich nicht gefallen, denn ich wusste mich immer zu beschäftigen. ich wurde keinesfalls depressiv, was ich bei freunden (privaten) beobachten konnte. fad ist mir allerdings schon beizeiten, sonst würde ich hier nicht schreiben...

ein großes lob an oliver und die vielen gleichgesinnten hier, wenngleich ich mir eine kurze bemerkung nicht verkneifen kann. ich müsste hier extrem weit ausholen, bin aber momentan zu bequem dafür. ich kann nur den kopf schütteln, für wie viele menschen (hauptsächlich die ganz jungen!!) es nichts mehr anderes gibt, als möglichst früh nichts mehr arbeiten zu wollen... das ist keine gesunde einstellung mehr. in der arbeit glücklich zu sein, sollte das oberste ziel sein, und nicht, sich davor zu drücken. es wird und kann nicht allen gelingen, nur andere arbeiten zu lassen. genauso wenig wird eine gesellschaft aufrechterhaltbar sein, wo zu viele nicht mehr konsumieren und nur pfennigfuchsen. schon mal bedacht, wenn das jeder täte? vom bedingungslosem grundeinkommen fange ich gar nicht an.

ein paar (die betonung liegt auf ein paar) auserwählte richten es sich gut in ihren nischen ein, aber gewisse konzepte - ihr wisst schon was ich meine - sind nunmal nicht massentauglich.

ich war also schon mein ganzes leben lang eine art von frugalist - meine ahnen auch -, ohne es zu wissen.

könnte hier ganze romane schreiben, wie es mir als frisch gewordener privater ergangen ist, wie andere reagierten... vielleicht kommt da noch was. unterm strich ist es nur ein gutes gefühl. wer zuvor nicht glücklich war, wird es mit zu viel freier zeit schon gar nicht werden. das lasst euch gesagt sein. ich war und bleibe es.

ps ein kleiner rat: wenn du eine nicht absolut stabile und psychisch gesunde persönlichkeit besitzt, bleibe auf alle fälle zumindest einige stunden wöchentlich berufstätig! alles gute!

grüße vom pflücker

Zitat von pfluecker am 7. Juni 2022, 13:18 Uhr

von einer vorstellung sehe ich ab, da ich mich nicht so wichtig nehme.

Na, wenn das hier keine Vorstellung ist, was denn dann?!?

die fehler, die ich jetzt anscheinend im oberen beitrag nicht mehr editieren kann, denkt euch einfach weg...

sehr richtig, privatier. mitarbeit sehr gut. oft kommt einer durch die hintertür.

Zitat von pfluecker am 7. Juni 2022, 14:05 Uhr

sehr richtig, privatier. mitarbeit sehr gut. oft kommt einer durch die hintertür.

Na, aus der Belohnungszeit bin ich eigentlich raus... 😎  (weil du die doch so gerne magst)

Zitat von Teilzeitprivatier am 6. Juni 2022, 12:17 Uhr

Ich habe nicht den Eindruck, dass ich an meiner Tätigkeit in den kommenden 20 Jahren noch wachsen werde...

Das wäre für mich schon ausschlaggebend. Wenn du nur eine Nummer von vielen im Job bist dann macht es ja keinen Unterschied ob du dort arbeitest oder ein anderer. Wenn zudem noch viele Junge Menschen händeringend in deiner Branche den Einstieg suchen dann kannst du sogar Gutes tun wenn du den Platz frei gibst. Mit deiner Expertiese kannst du ja eventuell noch vorher junge Leute einarbeiten da wäre dann eine win-win Situation die wir immer anstreben sollten. Für dich gilt es herauszufinden wo und wie du dich gut einbringen kannst und glaube mir gute Leute wie du werden immer gebraucht. Entscheide selbst was dir gut tut und gehe darin auf dann wird es auch die Menschheit voranbringen.
Meine Frage an dich von wann bis wann warst du denn in Bitcoins investiert und welchen Anteil hast du jetzt noch darin?

@pfluecker ich finde deine Storry auch sehr wertvoll. Mach doch einen eigenen Faden auf, ich hätte da so einige Fragen an dich.

jan veerman, alles klar. mein großvater weiland pflegte zu sagen, dass man über krankheiten und geld nicht spreche. ich ergänze dies noch und passe es an das zeitalter des internets an: darüber schreiben schon gar nicht... jetzt wäre wohl ein emoji fällig.

ps da ich nicht als unsympath, großkotz oder ähnliches eingestuft werden möchte;-), sage ich mal, nur zu. frag mich an dieser stelle, oder gibt es hier eine so strenge zensur/forumspolizei?

nein, aber das ist der Thread von Teilzeitprivatier, besser Du machst einen eigenen auf, eine gewisse Form der Höflichkeit. Das Forum ist dazu gedacht über solche Dinge zu reden, wenn Du das nicht möchtest hättest Du Dich nicht anmelden sollen.

konsument, in welcher funktion sprichst du? als member, moderator oder administrator des forums?

solltest du unter ersterem firmieren, scheint es nicht angemessen zu sein, höchstpersönliche regeln/wertungen zu zimmern oder neutrale fragen/aussagen als unhöflich zu zeihen. was ich zu tun gedenke (eine teilnahme hier), liegt nicht in in deinem ermessen, bzw. du bist nicht autorisiert, mir vorschriften zu machen, sofern du einfaches mitglied hier bist.

weniger geschraubt gesagt, man könnte einem neuen auch freundlicher replizieren.