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Alles nur Illusion?

Hallo Zusammen,

ich will nun auch einmal von der passiven Mitleserrolle zum aktiv beitragenden Wechseln.

Eure Geschichten und Erfahrungen motivieren mich sehr. Deshalb will ich auch etwas sagen.

Nicht ganz uneigennützig zugegebenermaßen - schließlich ist das Feedback nicht weniger wertvoll.

Ich bin 37, in einer langfristigen Beziehung lebend und selbstständig in der Versicherungsbranche.

Ich war schon immer ein relativ sparsamer Mensch, habe mich allerdings erst viel zu spät mit dem Investieren beschäftigt.

Gefühlt spricht mittlerweile jeder davon früh mit dem Arbeiten aufzuhören. Wenn ich allerdings mit Menschen ü 50 rede heißt es immer gleich: Das hab ich damals auch gesagt.

Bei mir schleicht sich deshalb immer mehr der Gedanke ein: Träumt so ziemlich jeder davon und kaum einer schafft es? Und kann ich es schaffen?

Um konkreter zu werden:

Ich plane einen Ausstieg aus meinem derzeitigen Job im Laufe der nächsten fünf Jahre.

Ich habe darüber hinaus auch Projekte denen ich mich widmen will, allerdings in einer ganz anderen Branche und mit viel geringerem Zeiteinsatz.

Das finanzielle Grundgerüst muss allerdings stehen, was dazu kommt ist gut und schön.

Ich habe aktuell rund 500k in Aktien und ETF.

Außerdem noch etwas Krypto, P2P, Bausparen, etc. und einen relativ großen Berg an Cash (200k), der sukzessive investiert wird.

Den Fokus richte ich dabei immer mehr auf Dividendenwerte und strebe eine Durchschnittliche Rendite von 4% über das Depot in ca 3 Jahren an.

Ich wohne im unbelasteten Eigentum.

Der Großteil meiner Ausgaben kommt momentan aus der Selbstständigkeit. Privat käme ich mit 2500€ fürstlich über die Runden.

Ich bin früher sehr gerne und viel gereist. Der Job lässt dies nicht mehr zu. Ein Ausstieg würde mir hier wieder Freiheit geben. Die Kosten sind bereits berücksichtigt.

Ich kann noch so oft nachrechnen: mit minimum 800 Riesen und der Kostenstruktur, sowie immer wiederkehrenden Zusatzeinnahmen (grob 12k/Jahr) hat das für mich locker hin.

Wie gesagt: egal wem ich davon erzähle, die Reaktion ist immer Spott und Gelächter.

Was übersehe ich?

Schritt 1: Den Spott und das Gelächter der Mitmenschen ignorieren, geht am besten durch

Schritt 2: Es machen, nicht rumquatschen und ankündigen oder gar um Meinung bitten.

Ansonsten ehrlich Bilanz: Also so Pläne wie "in den nächsten 3 Jahren plane ich mit je 4% Wertzuwachs...." ist Nonsens.

Mache eine best case und worst case Betrachtung, sowohl seitens Anlage als auch Ausgabe und überlege dir dann wie du deine Zeit ab 42(!?) bis 85 rumkriegst. Projekte mit geringem Zeitaufwand... würde da besser Projekte mit größerem Zeitaufwand, natürlich frei gewählt und erfüllt, bevorzugen.

Danke für die Antwort.

Zu Schritt 1: Sehe ich ja genauso, bin ich ja dabei.

Zu Schritt 2: Ich bin im Allgemeinen nicht dafür bekannt "rumzuquatschen". Wenn mich aber jemand fragt, was ich plane, erzähle ich es ihm und erhalte eine Reaktion.

Was mich doch brennend interessiert ist wo Du das mit dem Wertzuwachs liest.

Ich habe von Rendite im Zusammenhang mit Dividendenaktien gesprochen. Dass es dabei um die durchschnittliche Ausschüttung geht, hielt ich für klar.

Was daran "Nonsens" ist, erschließt sich mir nicht ganz. Bislang habe ich solche Werte relativ genau getroffen. Dass mal eine Ausschüttung ausfällt ist normal, relativiert sich allerdings bei der Streuung.

Es geht darum einen Grundstock aus Ausschüttungen zu erhalten um nicht ständig Anteile zu verkaufen.

 

Das ganze Leben ist letztendlich eine Illusion.
Subjekt ist nicht Subjekt und Objekt nicht Objekt.
Unterscheidung zwischen dem Beobachter (dem inneren Selbst) und dem Beobachteten (der äußeren Welt oder den Inhalten des Bewusstseins).

Ist man jung unterliegt man der Illusion das Leben wäre um so viel ohne Arbeit besser. Ist man Älter ist die Illusion zu denken die Arbeit hätte einen Wert und Sinn.

Der Vergleich ist der Teufel der Illusion.

Ich kann nicht einschätzen inwieweit du vorbereitet bist von Kapitaleinkünften zu leben. Wenn du Risiko, Liqiuidität, und sichere Entnahmen richtig einschätzen kannst ist der Rest reine Mathematik.

Großzügigen Puffer bei eigenen Berechnungen nicht vergessen.

Hi Fred,

Ich denke, Du, Wir sind komplett außerhalb der Norm, ein komplett anderes Animal.  Die meisten Leute können es sich nicht vorstellen, haben zu wenig Finanz Wissen.
Man wächst auf mit dem Lebensmodell: Schule, Ausbildung oder Studium, Arbeiten, Rente.
Was davon abweicht ist mindestens dubios, oder doof, oder illegal oder eine Mischung.
Also, nicht auf die anderen hören und vorbereitet sein auf Ablehnung und Neid.
Was sagt Deine Partnerin dazu?  Macht Ihr das gemeinsam oder arbeitet sie weiter?

Schließe mich Vorrednern an.

Da Du erst 37 bist, wird Dein Geld alleine nicht reichen, aber Du willst Dich ja nicht komplett in die Rente schicken.

Verwirkliche Deine Pläne, mache den Ausstieg.
Achte darauf dass Deine Projekte Dich nicht ärmer machen, sondern mindestens kleinen Gewinn übrig lassen.
Denke dran, dass Krankenkasse bedient sein will und auch noch was in die Gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt werden sollte.
Mit Deinen Projekten würde ich daher zu UG (haftungsbeschränkt) als Unternehmensform raten. Dort bist Du dann im Angestelltenverhältnis als Geschäftsführer tätig und weiterhin Arbeitnehmer (und Gesellschafter).

Sofern Du derzeit in der Privaten Krankenversicherung versichert bist würde ich Dir raten mit Absprung in die Gesetzliche Krankenversicherung zu wechseln.
Mit eigener UG im Angestelltenverhältnis wird es denke schwer direkt in ges. KV zu kommen, aber da gibt es Wege (z.B. sich zuerst von Bekanntem einstellen zu lassen). Laß Dich dabei am besten noch genau beraten.

Dass viele Frugalisten ihr Ziel früher in Rente zu gehen nicht so klappt wie geplant liegt daran, dass wegen Lebensumständen der Frugalismus aufgegeben wird, zu spät mit Frugalismus begonnen wird, Existenzangst weiter antreibt oder Arbeiten (und dicke Bankkonten) zu viel Spaß bereiten...

Kleiner Rat von mir nebenbei:

Investiere in Immobilien, die Du selbst vermietest und verwaltest, und die in Deiner Nähe liegen - damit kommst Du locker auf angepeilte 4% Zinsen.
Bei Vermietung rechnet man mit so 3% Mietzins effektiv, die Immobilie verliert aber kaum Wert daher wird nicht durch Inflation weniger Wert - und diesen Betrag kann man zu Mietzins hinzu rechnen, bekommt gegenüber Geldanlage dann also im Schnitt 5% inkl Wertsteigerung durch Inflation.

Braucht man keinen Kredit, so errechnet es sich in etwa wie folgt (einfachheitshalber auf 100.000 € Komplettpreis gerechnet bei 3.000 € Kaufpreis/qm):
Kaufpreis inkl. Erwerbskosten = 100.000 €
Kaufpreis Wohnung (bei 11,5% Erwerbskosten) = 89.686,10 €
entspricht 29,9 qm Wohnungsgröße
Kosten die Vermieter zu zahlen hat: ca. 29,9 qm * 1,50 €/qm = 44,85 € + Hausverwaltung pauschal 28,50 € = 73,35 €
Mietzins mit 3,5% berechnet: 100.000 € (Erwerbskosten) * 0,035 / 12 = 291,67 €
Folglich zu erreichende Miete: 291,67 € Mietzins + 73,35 € Kosten des Vermieters = 365,02 € Kaltmiete
Theoretisch bei dieser Berechnung 2,0 % Inflation + 3,5 % Mietzins = 5,5% Rendite
In der Praxis kommen aber unvorhergesehene Kosten dazu (wie z.B. Leerstand) und Mietzins fällt niedriger aus. Unterm Strich aber fast immer über 4% Rendite.

Dies rechnet sich aber nur, wenn man den vollen Kaufspreis inkl. Erwerbskosten hat!
Keinen Kredit dafür aufnehmen (!) und sich kein Bauherrenmodell zur Steuerersparnis aufschwatzen lassen (!).

Mit Erwerb einer Immobilie genau festhalten wie hoch der Grundwert (Grundstück) und Immobilienwert ist. Der Immobilienwert kann auf 50 Jahre zu 2% im Jahr als Verlust abgeschrieben werden (und mindert das zu versteuernde Einkommen aus Vermietung/Verpachtung).

Bei o.g. Beispiel mit Grundwert (12,5%) und Immobilienwert (87,5%) kommt man auf 1.569,50 € jährliche Verlustabschreibung und muss somit bei 365 Kaltmiete im Monat abzgl Kosten 1.930,30 € im Jahr bzw. 160,61 € pro Monat als Einkommen versteuern.
Die zu zahlende Steuern liegen also unterhalb der Kapitalertragssteuer + Solidaritätsbeitrag + Kirchensteuer.

Zitat von TakeTwo am 14. März 2026, 18:39 Uhr

Was sagt Deine Partnerin dazu?  Macht Ihr das gemeinsam oder arbeitet sie weiter?

Hi,

die hatte bei der Berufswahl ein deutlich besser Händchen.

Sie ist ebenfalls selbstständig, allerdings in einer ganz anderen Branche.

Sie macht Beratung in einer zukunftsträchtigen Nische und kann das ortsunabhängig, ohne Personal betreiben. Von daher ist hier nicht an ein Aufhören zu denken.

Sie unterstützt mich und weiß, dass ich so nicht weitermachen kann. Sie findet es auch gut, dass ich so plane.

Unsere Finanzen betrachten wir nach wie vor getrennt. Ich muss sie also nicht mit ernähren oder erwarte umgekehrt Unterstützung.

Zitat von JTSchiebel am 15. März 2026, 2:25 Uhr

 

Sofern Du derzeit in der Privaten Krankenversicherung versichert bist würde ich Dir raten mit Absprung in die Gesetzliche Krankenversicherung zu wechseln.
Mit eigener UG im Angestelltenverhältnis wird es denke schwer direkt in ges. KV zu kommen, aber da gibt es Wege (z.B. sich zuerst von Bekanntem einstellen zu lassen). Laß Dich dabei am besten noch genau beraten.

 

Das ist ein wichtiger Punkt, den Du da ansprichst, über den ich mir bereits viele Gedanken gemacht habe.

Ich bin natürlich als kinderloser selbstständiger privat versichert. Das ist bislang auf jeden Fall auch die bessere Option. Allerdings wird es zum Problem, wenn das Einkommen sich wie angekündigt verändert.

Ich kann mir aber durchaus gut vorstellen vorerst ein Angestelltenverhältnis aufzunehmen in meinem Bereich.

Diese Option ist für mich momentan sogar so etwas wie ein erster Schritt in die Freiheit, auch wenn es paradox klingt.

Aber ich war noch nie angestellt und wünsche mir momentan nichts mehr, als nicht ständig Risiko und Verwantwortung.

Ich habe in der langen Zeit in meiner Branche in gewissen Bereichen Expertenwissen aufgebaut und könnte hier leicht etwas finden, wodurch ich dann natürlich erst einmal pflichtig in der GKV würde.

 

Zitat von JTSchiebel am 15. März 2026, 2:56 Uhr

Kleiner Rat von mir nebenbei:

Investiere in Immobilien, die Du selbst vermietest und verwaltest, und die in Deiner Nähe liegen - damit kommst Du locker auf angepeilte 4% Zinsen.
Bei Vermietung rechnet man mit so 3% Mietzins effektiv, die Immobilie verliert aber kaum Wert daher wird nicht durch Inflation weniger Wert - und diesen Betrag kann man zu Mietzins hinzu rechnen, bekommt gegenüber Geldanlage dann also im Schnitt 5% inkl Wertsteigerung durch Inflation.

Mit Immobilien habe ich mich in den letzten Jahren immer wieder auseinandergesetzt.

Allerdings will ich mein Leben nicht noch komplizierter machen. Und Vermietung macht das definitiv.

Wenn dann wären der Steuervorteil und der Kredithebel noch die stärksten Argumente für mich. Aber ich habe noch nie etwas gefunden, was mir wirklich rentabel erschien. Und wie gesagt: Der Aufwand ist nicht von der Hand zu weisen.

 

German way of FIRE

Zum Thema PKV/GKV - ich hatte die Gedanken auch zurück in die GKV zu wechseln. Es ist nach wie vor möglich, da ich noch unter 55 bin. Aktuell tendiere ich aber eher zum Verbleib in der PKV. Warum?

1.) Die Leistungen sind vertraglich gesichert. In der GKV können sich die Leistungen jederzeit ändern - und besser wird es ganz sicher nicht aufgrund der desaströsen Finanzlage. Ich rechne hier auf jeden Fall mit höheren Selbstbehalt. Wenn ich mit Bekannten die in der GKV sind, höre ich schon heute immer wieviel Eigenanteil sie hier und da zu tragen haben. Das kenne ich eigentlich gar nicht.

2) Du kannst die Beiträge zu Deiner Krankenversicherung von der Steuer absetzen - ok - das gilt auch für die GKV - aber das hat zumindest einen gewissen Spareffekt.

3) Du verlierst Deine Altersrückstellungen. Keine Ahunung wie lange Du in der PKV bist. Bei Rückkehr in die GKV gehen diese flöten. Hier gibt es aber unter Umständen einen Hack - Du kannst bei Deiner PKV anfragen ob Du die Alterrückstellungen bei Rückkehr in die GKV für eine private Krankenzusatzversicherung nutzen kannst - die wäre dann günstiger. Bei der HUK Coburg geht das.

4) Im Alter steigt das Risiko einer Erkrankung - ist nunmal so. Als Privatpatient hast Du einfach weitere und meist bessere Optionen. Ich kann das aus eigenem Leid bestätigen. Und im Alter steigt die Erkenntnis, dass Gesundheit das höchste Gut ist. Daran sollte man nicht sparen. In Deinem Alter hab ich auch über diesen Satz gelächelt -heute mit 51 sehe ich das bereits anders.

5) Du hast auch Möglichkeiten innerhalb Deiner PKV zu sparen (Tarifwechsel und/oder höhere SB).

Einfach mal so ein paar Gedanken meinerseits. Ich gehe damit wie gesagt auch noch schwanger und beobachte die Entwicklungen. Ich halte es auch nicht für ausgeschlossen, dass wir bei einer linken Regierung eine Bürgerversicherung bekommen.

@FredG

"Den Fokus richte ich dabei immer mehr auf Dividendenwerte und strebe eine Durchschnittliche Rendite von 4% über das Depot in ca 3 Jahren an." War dein Zitat mit dem Nonsense den ich meinte. Rendite ist nach meiner Meinung nach Ausschüttung PLUS Kurszuwachs/Kursverluste und das sehe ich als so nicht planbar an. Abgeltungssteuer oder auch auskändische Quellensteuer sind auch zu berücksichtigen.... Somit brauchst du brutto eher 5,5%/a wenn du reine Dividendenzahlungen annimmst.

Ist aber ein Detail. Du machst dir grundsätzlich die richtigen Gedanken, jetzt noch sauber deine Aktivitäten und Projekte überlegen, dann wird das schon laufen.

(Andere, so wie ich haben das eben erst ab Mitte 50 geschafft, da war das mit den Projekten finden ggf. einfacher, da Familie größer,  Haus/Besitz ggf. umfangreicher, Fitnesspflege, Dinge des Lebens die man immer schon machen wollte als lange Liste im Kopf, Freiheit genießen... da mäandert das Leben im täglichen Doing von ganz alleine so schön vor sich hin.)

 

@fredg: Krankenversicherung

In der ges. KV wird Dein Beitrag aus Deinem Brutto-Erwerbseinkommen als Arbeitnehmer errechnet. Miet- und sonstige Einkünfte interessieren dabei nicht (zumindest zur Zeit).

Als Selbständiger in der ges. KV wird Dein zu versteuerndes Einkommen als Grundlage zur Beitragsberechnung herangezogen (inkl. Mieteinnahmen und "Arbeitgeberanteil", evtl. noch weiteren Einnahmen).

Die ges. KV hat den Vorteil, dass in Rente die Beiträge erheblich niedriger sind, da der Beitrag sich nur aus der Brutto-Rente errechnet - allerdings nur wenn man als Arbeitnehmer in Rente geht - nicht als Selbständiger: da gilt weiterhin das zu versteuernde Einkommen als Berechnungsgrundlage.

Deshalb mein dringender Rat, wenn Du Dich für ges. KV entscheidest: Arbeitnehmer bleiben, bei Selbständigkeit eigener Angestellter bleiben durch UG (haftungsbeschränkt) oder GmbH.

Die Altersrückstellungen aus der PKV sind für Dich verloren; da gibt es einen Satz den sich die ges KV von der PKV holt, dieser kommt aber nicht Dir direkt zu gute.

Wichtig betreffs ges KV sind die Beiträge die Du bei Rentenbezug zahlst, und da kann Dich die PKV arm machen, wohingegen die ges KV dann sehr viel preiswerter ist.

Will man in ges KV Zusatzleistungen, so kann man diese über ges KV oder PKV zusätzlich versichern. In jungen Jahren ist da PKV preiswerter, im Alter aber umso teurer.

Meiste Personen die um die 40-50 Jahren nicht wissen, wie sich das Berufsleben weiterentwickelt begründen eine "Familienvermögensverwaltungs GmbH", da haben sie einen Arbeitsplatz als Geschäftsführer. Werden sie Selbständig wirklich tätig begründen sie eine UG (haftungsbeschränkt) deren Gesellschafter die GmbH ist und der angestellte Geschäftsführer sie selbst sind.
Bei solchem Konstrukt alleine kann die ges KV allerdings Schein-Nichtselbständigkeit unterstellen und Aufnahmeantrag ablehnen.
Daher braucht man um in ges KV zu kommen ein Arbeitseinkommen über 50% des Einkommens bei dem eine Schein-Nichtselbständigkeit nicht unterstellt werden kann.
Ist man in ges KV drin, dann darf sie einem nicht mehr kündigen.
Da es keine Vorschrift gibt wie hoch ein Geschäftsführer-Gehalt ist (außer Mindestlohn pro Arbeitsstunde), können es auch z.B. 60,24 € Monatsgehalt bei 1h-Woche sein 😉

... gibt so einige 1-Raum-Wohnungen an denen 1-2 GmbH´s und 12 UG (haftungsbeschränkt) ihren Sitz haben (aber bei solchen Geschäftspartnern wäre ich vorsichtig).

@fredg: Immobilien

Immobilien sollten bzw. müssen in erreichbarer Nähe sein, dann kann man es mit bissl einarbeiten selbst managen und braucht keinen Makler oder Mietverwalter.

Hausverwaltung macht einem Abrechnung, da stehen verrechenbare Kosten und nicht verrechenbare Kosten gesondert aufgeschlüsselt drauf.
Verrechenbare Kosten sind die, die an Mieter weiterberechnet werden können. Liste tippt man ab, schlägt noch Grundsteuer dazu - und das sind die Wohnungsnebenkosten die der Mieter zu tragen hat.

Gegenüber FA muss man Kosten und Erlöse gesondert aufführen. Kann man selber machen oder Lohnsteuerverein machen lassen.

Wichtig ist die zu erreichende Miete richtig zu berechnen, sprich Nicht Verrechenbare Kosten (des Vermieters) + 3,5-4,0 % Zinsen aus eingesetztem Kapital zum Wohnungserwerb = Jahresmiete / 12 Monate = Kaltmiete. Ist dies nicht zu erreichen (was Du abschätzen kannst wenn die Wohnung in erreichbarer Nähe ist), dann Finger davon lassen.

Meiste Mieter sind zuverlässig und da sollte gute Menschenkenntnis ausreichend sein. Da hat man dann nicht viel Arbeit oder Ärger damit.
Wichtig dazu ist: Fair gegenüber Mieter sein und auf gleicher Stufe behandeln, man will ja nicht laufenden Mieterwechsel.

Ich selbst bevorzuge dabei Index-Miete, d.h. jährliche Mieterhöhung gemäß Inflationsrate.

Bei Immobilienkauf zeit lassen und sich nicht unter Druck setzen (lassen). Kann sein, dass man eine gute Immobilie erst nach 2-3 Jahren findet - ist aber besser als in Hau-Ruck einfach mal was zu kaufen.

Meine eigene kleine Wohnung (Bj. 1994 mit 24,36qm) habe ich zB ein Jahr gesucht und 2011 für 24.000 € (inkl. Erwerbskosten etwa 27.000 €) erworben. War extrem günstig, musste auch innen bissl was machen lassen (etwa 3.000 €). Heute würde ich etwa 65-70.000 € dafür bekommen...
Zu erreichende Kaltmiete wäre 62,-- € Kosten vom Vermieter zu tragen + 216,66 € (4% aus 65.000) = 279,-- € Kaltmiete - und die würde ich sicher dafür bekommen...

Zitat von GeldanlegER am 15. März 2026, 12:23 Uhr

Zum Thema PKV/GKV - ich hatte die Gedanken auch zurück in die GKV zu wechseln. Es ist nach wie vor möglich, da ich noch unter 55 bin. Aktuell tendiere ich aber eher zum Verbleib in der PKV. Warum?

1.) Die Leistungen sind vertraglich gesichert. In der GKV können sich die Leistungen jederzeit ändern - und besser wird es ganz sicher nicht aufgrund der desaströsen Finanzlage. Ich rechne hier auf jeden Fall mit höheren Selbstbehalt. Wenn ich mit Bekannten die in der GKV sind, höre ich schon heute immer wieviel Eigenanteil sie hier und da zu tragen haben. Das kenne ich eigentlich gar nicht.

2) Du kannst die Beiträge zu Deiner Krankenversicherung von der Steuer absetzen - ok - das gilt auch für die GKV - aber das hat zumindest einen gewissen Spareffekt.

3) Du verlierst Deine Altersrückstellungen. Keine Ahunung wie lange Du in der PKV bist. Bei Rückkehr in die GKV gehen diese flöten. Hier gibt es aber unter Umständen einen Hack - Du kannst bei Deiner PKV anfragen ob Du die Alterrückstellungen bei Rückkehr in die GKV für eine private Krankenzusatzversicherung nutzen kannst - die wäre dann günstiger. Bei der HUK Coburg geht das.

4) Im Alter steigt das Risiko einer Erkrankung - ist nunmal so. Als Privatpatient hast Du einfach weitere und meist bessere Optionen. Ich kann das aus eigenem Leid bestätigen. Und im Alter steigt die Erkenntnis, dass Gesundheit das höchste Gut ist. Daran sollte man nicht sparen. In Deinem Alter hab ich auch über diesen Satz gelächelt -heute mit 51 sehe ich das bereits anders.

5) Du hast auch Möglichkeiten innerhalb Deiner PKV zu sparen (Tarifwechsel und/oder höhere SB).

Einfach mal so ein paar Gedanken meinerseits. Ich gehe damit wie gesagt auch noch schwanger und beobachte die Entwicklungen. Ich halte es auch nicht für ausgeschlossen, dass wir bei einer linken Regierung eine Bürgerversicherung bekommen.

Ja, das stimmt definitiv.

Wenn man die Wahl hat, ist die Entscheidung nicht unbedingt leicht.

Steht und fällt eher damit, ob ich mich noch irgendwo anstellen lasse oder nicht.

Zitat von Absprung_2020 am 15. März 2026, 13:34 Uhr

@FredG

"Den Fokus richte ich dabei immer mehr auf Dividendenwerte und strebe eine Durchschnittliche Rendite von 4% über das Depot in ca 3 Jahren an." War dein Zitat mit dem Nonsense den ich meinte. Rendite ist nach meiner Meinung nach Ausschüttung PLUS Kurszuwachs/Kursverluste und das sehe ich als so nicht planbar an. Abgeltungssteuer oder auch auskändische Quellensteuer sind auch zu berücksichtigen.... Somit brauchst du brutto eher 5,5%/a wenn du reine Dividendenzahlungen annimmst.

Ist aber ein Detail. Du machst dir grundsätzlich die richtigen Gedanken, jetzt noch sauber deine Aktivitäten und Projekte überlegen, dann wird das schon laufen.

(Andere, so wie ich haben das eben erst ab Mitte 50 geschafft, da war das mit den Projekten finden ggf. einfacher, da Familie größer,  Haus/Besitz ggf. umfangreicher, Fitnesspflege, Dinge des Lebens die man immer schon machen wollte als lange Liste im Kopf, Freiheit genießen... da mäandert das Leben im täglichen Doing von ganz alleine so schön vor sich hin.)

 

Klar ist das nicht bei jedem Einzelwert mit Zuverlässigkeit planbar. Es gibt immer wieder Kürzungen oder Ausfälle.

Allerdings gibt es bei gewisser Diversifikation und Fokus auf entsprechende Unternehmen einen Zielkorridor.

Und die Dinge, die Du da in Klammern erwähnst sind bei mir (bis auf die Familie) auch schon recht akut 😀