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Aktuelles zum Immobilienmarkt

Zitat von Privatier am 17. Mai 2022, 10:28 Uhr

Wie gesagt, eine ganze Menge tilgt gar nicht. Die denken, sie zahlen mit den Zinsen eine niedrige Miete und verkaufen die Hütte dann auch noch mit Gewinn.

Diese Idee klingt ehrlich gesagt ziemlich hanebüchen. Und sowas winkt die Bank durch??

Zitat von PanameraFlow am 17. Mai 2022, 12:46 Uhr
Zitat von Privatier am 17. Mai 2022, 10:28 Uhr

Wie gesagt, eine ganze Menge tilgt gar nicht. Die denken, sie zahlen mit den Zinsen eine niedrige Miete und verkaufen die Hütte dann auch noch mit Gewinn.

Diese Idee klingt ehrlich gesagt ziemlich hanebüchen. Und sowas winkt die Bank durch??

Warum denn nicht? In den meisten Fällen hat die Bank keinen Schaden, nur weil der Kunde sich verspekuliert hat. I.d.R. wird der Kunde zahlungsfähig bleiben, notfalls durch Verkauf der Immo. Die Bank sieht erst rot, wenn sie trotz Verkauf ihr Geld nicht zurückbekommt. Im Gegensatz zum US Markt hat sie notfalls auch noch Ansprüche auf das sonstige Vermögen des Kunden.

Zitat von Muslime_Frugi am 16. Mai 2022, 22:16 Uhr

Wird nun leider nix mit den 400.000 Wohnungen p.a.

Na das wird ja spannend wenn die dringend benötigten Neubauten nicht entstehen. Dann muss entweder der Bestand gut erhalten und gepflegt werden oder der Wohnflächenverbrauch pro Person abnehmen oder einige werden verdrängt und die Preise steigen weiter mit einem starken auseinanderdriften in arm und reich.
Ich hoffe das letzte Szenario wird nicht eintreten.

So wie ich das aus meiner Berufszeit kennen gelernt hatte liegt es daran, dass es Regelungen gibt (BaFin ggf.?, ist aber mehr eine Vermutung, kein Wissen) welche Investitionen wie seitens der Bank besicherbar sind. Privathausbau bis 100%, nat. je nach Institut ggf. auch weniger.

Im Gegensatz dazu ist die Besicherbarkeit von Maschinen oder anderem Anlagevermögen von Gewerbetreibenden reduziert. Wenn Sie ein Fernwärmenetz finanzieren wollen beträgt die Besicherbarkeit 0%, weil die Bank das eben nicht ausbuddeln und die Rohre versteigern kann. Da muss dann der Unternehmer entsprechend mehr EK einbringen oder private Haftungen übernehmen.

Dass letztlich auch Pfändungen der Bank nicht gefallen bleibt selbst in Krisenzeiten mal locker abzuwarten wie es derlei Häuslesbauern gehen wird die jetzt hahnebüchene Abhängigkeiten von Banken eingehen. Ich sach ma so: Es wird Tränen geben. Bei den Banken und bei den aktuellen Haus"besitzern" die sie faktisch nicht sind.

Zitat von PanameraFlow am 17. Mai 2022, 12:46 Uhr
Zitat von Privatier am 17. Mai 2022, 10:28 Uhr

Wie gesagt, eine ganze Menge tilgt gar nicht. Die denken, sie zahlen mit den Zinsen eine niedrige Miete und verkaufen die Hütte dann auch noch mit Gewinn.

Diese Idee klingt ehrlich gesagt ziemlich hanebüchen. Und sowas winkt die Bank durch??

Ja, offiziell liest man natürlich immer im Internet, wie toll und sicher die Kredite vergeben werden. Und das da nix passieren kann etc. Ich traue dem Braten aber überhaupt nicht. Es gibt die Fälle, teilweise völlig absurd. Ich habe das sogar schon auch im Fitness-Studio oder an der Bushaltestelle mitbekommen, da wird der nächste Urlaub gleich noch mit finanziert, und das bei Leuten, die die Raten für ihr Auto nicht vernünftig abbezahlen könnten. Hier im Norden scheint der oben von mir beschriebene Fall wohl öfter vorzukommen. Wird als schwedisches Modell bezeichnet, siehe hierzu auch:

Warum sich der Traum vom eigenen Haus in Schweden viel leichter erfüllen lässt - FOCUS Online

Das natürlich nur Einzelbeobachtungen von mir und vielleicht ist es Zufalle, dass ich das mitbekommen habe, ich glaube das aber nicht. Ich vermute mal einfach, dass das Problem größer ist, als viele wahrhaben wollen.

Ich sehe die Entwicklung am Immobilienmarkt folgendermaßen:

Kurzfristig werden Neubauten rückläufig sein oder Projekte auf Eis gelegt, die massive Kostensteigerungen sind schwer kalkulierbar und einfach die Marge erhöhen nicht machbar, da Wohnungen ansonsten nicht mehr abverkauft werden können - auch wegen der gestiegenen Finanzierungskosten durch die höheren Bauzinsen.

Die gesunden Bauunternehmen machen lieber erst mal nix und bauen ihrer laufenden Projekte fertig, bis sich die Lieferketten und Materialpreise beruhigt haben.

Der Bestand wird langfristig von geringerer Neubauaktivität profitieren. Ebenso von weiterer Inflationsentwicklung.

Die Vermarktungszeiträume von Verkäufen aus dem Bestand werden länger werden. Quasi wieder einigermaßen normaler Verkauf und kein verteilen mehr.
Auf der einen Seite werden unerfahrene, private Verkäufer in Panik sich zu Preisnachlässen runterhandeln lassen, auf der anderen Seite wird es eine gewisse „fear of missing out“ Panik auf der Käuferseite geben.

Es bleibt total spannend zu beobachten. Der Immobilienmarkt ist ja total intransparent  und reagiert verzögert.
Wer mit viel Cash kaufen kann und will, für den könnten sich in den nächsten Monaten partiell gute Möglichkeiten ergeben.

Ansonsten ist es wie im Aktienmarkt auch. Wer unruhige Phasen gut aussitzen kann und für verschieben Szenarien gerüstet ist, für den ist die Welt in Ordnung. Hauptsache man ist investiert.

stelle hier mal exemplarisch ein Angebot von immoscout im Duisburger Süden ein:

https://www.immobilienscout24.de/expose/133659905?referrer=RESULT_LIST_LISTING&navigationServiceUrl=%2FSuche%2Fcontroller%2FexposeNavigation%2Fnavigate.go%3FsearchUrl%3D%2FSuche%2Fde%2Fnordrhein-westfalen%2Fduisburg%2Fwohnung-kaufen%3Fsorting%253D2%26exposeId%3D133659905&navigationHasPrev=true&navigationHasNext=true&navigationBarType=RESULT_LIST&searchId=52af0d3f-205d-3f25-80cd-548576dad2a6&searchType=district#/

...mittelfristig würde ich vielleicht eine Wohnung kaufen wollen, diese würde es wohl nicht, aber wär diese Wohnung von den Umständen her für Euch ein Kauf (Möbel scheinen definitiv zu teuer)?, was wären die Haken? die Lage im Duisburger Süden ist eher bevorzugt Richtung Düsseldorf

 

 

 

Also im Regelfall sind 2% Tilgung bei einer Finanzierung notwendig, von 1% Tilgung sind bereits viele Banken abgerückt angesichts der niedrigen Zinsen. Dann gibt es Bankvorausdarlehen bei denen anstelle der Tilgung in einen Bausparvertrag eingezahlt wird. Und dann verzichtet die Bank vorübergehend auf eine Tilgung, wenn man die Rate nicht mehr stemmen kann. Wenn auch die Zinsen nicht mehr gezahlt werden können handelt es sich um einen non performing loan und der wird dann ausgesteuert in die Problemkreditbearbeitung und ganz am Ende steht die Zwangsversteigerung. Daran hat eine Bank aber kein Interesse, in der Regel wird immer versucht eine einvernehmliche Lösung zu finden.

Bei besonderen Konstellationen wie Verkauf nach Ablauf der Zinsbindung mag es Banken geben die auf eine Tilgung verzichten, im gewerblichen Bereich gibt es das natürlich sehr häufig, bei Privatkunden eher unüblich.

Zu berücksichtigen ist, das eine Bank nicht den Verkehrswert beleiht, sondern einen Beleihungswert ermittelt. Da werden Sicherheitsabschläge vorgenommen und der liegt dann niedriger als der Verkehrswert.

Im Grunde genommen ist das wie ein Auto leasen, anstelle der Leasing Sonderzahlung zu Anfang steht die Grunderwerbsteuer etc. und dann zahle ich laufende Raten und zum Schluss gehört mir nichts, ich habe aber eine Menge Geld ausgegeben.

Zitat von Silberberstreif am 18. Mai 2022, 2:33 Uhr

stelle hier mal exemplarisch ein Angebot von immoscout im Duisburger Süden ein:

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...mittelfristig würde ich vielleicht eine Wohnung kaufen wollen, diese würde es wohl nicht, aber wär diese Wohnung von den Umständen her für Euch ein Kauf (Möbel scheinen definitiv zu teuer)?, was wären die Haken? die Lage im Duisburger Süden ist eher bevorzugt Richtung Düsseldorf

Für den eingestellten Preis wäre sie ggf. interessant, kenne mich in Duisburg nicht aus. Aber der Anbieter sieht das als eine Art Mindestgebot für eine informelle Versteigerung. Er will außerdem Kommunikation am Portal vorbei. Unseriös und wäre für mich damit gestorben.

Wie hoch der Möbelanteil im Kaufpreis ist, kann dir als Käufer egal sein. Er drückt damit halt seine Grundsteuer.

Hi Silberberstreif

Kenne den Duisburger Markt nicht. Von daher kann ich den Preis nicht einordnen. Aber der Duisburger Immobilienmarkt scheint eher zu den Günstigeren zu gehören.

Die Wohnung ist nach dem ersten Vermarktungsversuch wohl „verbrannt“. Da gilt es herauszufinden ob ein Haken dran ist. Wenn nicht kann das ein Schnäppchen sein.

Die Wohnkosten sind ok, die Rücklagen etwas dünn. Aber wenn alles auf einem guten Stand ist passt das. Unbedingt schauen für welche Maßnahmen da was entnommen wurde. Dazu alle relevanten Protokolle lesen.
Das mit den Möbeln würde ich nicht überbewerten. Er weißt halt darauf hin und sie sind ja im Preis inkludiert. Faktisch haben gebrauchte Möbel und Einbauküchen so gut wie keinen Restwert. Ggf. als Verhandlungsargument nutzen.

Zitat von Muslime_Frugi am 17. Mai 2022, 14:27 Uhr

 

Es bleibt total spannend zu beobachten. Der Immobilienmarkt ist ja total intransparent  und reagiert verzögert.
Wer mit viel Cash kaufen kann und will, für den könnten sich in den nächsten Monaten partiell gute Möglichkeiten ergeben.

 

Ich habe ja Zeit, Geld und Geduld. Mal abwarten, ob sich in den nächsten 5 Jahren was tut / finden lässt. Dann greife ich zu sonst eben nicht.

Zitat von Silberberstreif am 18. Mai 2022, 2:33 Uhr

stelle hier mal exemplarisch ein Angebot von immoscout im Duisburger Süden ein:

https://www.immobilienscout24.de/expose/133659905?referrer=RESULT_LIST_LISTING&navigationServiceUrl=%2FSuche%2Fcontroller%2FexposeNavigation%2Fnavigate.go%3FsearchUrl%3D%2FSuche%2Fde%2Fnordrhein-westfalen%2Fduisburg%2Fwohnung-kaufen%3Fsorting%253D2%26exposeId%3D133659905&navigationHasPrev=true&navigationHasNext=true&navigationBarType=RESULT_LIST&searchId=52af0d3f-205d-3f25-80cd-548576dad2a6&searchType=district#/

...mittelfristig würde ich vielleicht eine Wohnung kaufen wollen, diese würde es wohl nicht, aber wär diese Wohnung von den Umständen her für Euch ein Kauf (Möbel scheinen definitiv zu teuer)?, was wären die Haken? die Lage im Duisburger Süden ist eher bevorzugt Richtung Düsseldorf

 

 

 

Zu dem konkreten Fall wären meine Fragen an den Verkäufer, ob man den alten Mietvertrag sehen kann, da mir die Miete mit fast 10€ pro m² für Duisburg etwas hoch vorkommt. Wenn man sich den Mietspiegel anschaut, wären eine Höchstmiete von 7,52€ realistisch und auch nur bei guter Wohnlage und das meist auch nur bei Neubauten. Dabei kommt es natürlich darauf an, ob du als Eigennutzer oder als Investor in die Verhandlungen gehst, als Ersterer wird die die Mietrendite egal sein. als Investor kalkulierst du (fast) nur damit. Den Rücklagenstand würde ich tatsächlich als "normal" bezeichnen, je nach Eigentumsanteil müsste man hier schauen, wie der Zustand der Heizung o.ä. ist, damit zumindest in den nächsten Jahren keine Sonderumlagen bevorstehen. Auch die Anfragen per E-Mail sind wahrscheinlich nur ein Weg des Verkäufers um Kosten zu sparen, da bei der kostenlosen Anzeige bei ImmoScout meines Wissens nach Anfangs nur Kontakt als Plus-Mitglied möglich ist. Er will ja wie im Test steht den Stellplatz aufschlagen, hier werden je nach Dreistigkeit ca. 10-15.000 € zusätzlich fällig. Bieterverfahren ist bei dem Preis eher unwahrscheinlich, aber allzu viel handeln wird man auch nicht mehr können. Für jede Immobilie braucht es den richtigen Käufer zur richtigen Zeit. Manchmal hat man Glück, manchmal Pech sowohl auf Käufer- als auch auf Verkäuferseite.

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Zitat von Muslime_Frugi am 18. Mai 2022, 7:27 Uhr

Faktisch haben gebrauchte Möbel und Einbauküchen so gut wie keinen Restwert. Ggf. als Verhandlungsargument nutzen.

Das ist zwar korrekt da muss man aber sehr sensibel mit umgehen. Je nachdem wieviel Emotionen auf Verkäuferseite dran hängen lobe ich seine Einrichtung in höchsten Tönen und versuche diese weitestgehend zu nutzen selbst wenn wenig Wert dahinter steckt. Preisabschläge verhandle ich lieber bei weniger emotionalen Themen wie prognostizierter mittelfristiger Renditeerwartung bei überproportional steigenden Instandhaltungskosten etc. Hab halt schon einige Verkäufer erlebt die rein emotional verkauft haben Sympathie war ihnen viel wichtiger als den besten Preis zu erzielen und dabei ist es wichtig schnell zu erkennen was dem Verkäufer viel wert ist und es dann nicht klein reden.
@rente2027 mit dem Mietspiegel ist so eine Sache die ich bis jetzt nicht wirklich verstanden habe. Da ich ja fast nur Sondervermietung mache brauche ich mich zum Glück nicht so sehr damit zu beschäftigen. Mein Eindruck ist jedoch das es sich um einen Durschnittswert handelt der auch Altmietverträge berücksichtig. Relativ neu abgeschlossene Mietverträge liegen bei hoher Inflation dann meist über dem Mietspiegel. Zumindest in meiner Gegend.
Nur als Beispiel: Hab mal bei einer Stuttgarter Wohnung den Mietspiegel ausgerechnet und kam auf einen Wert von ca. 9€/qm. Nur gab es seit vielen Jahren keine einzige Mietwohnung in diesem Stadtteil die zu einem solchen Preis in der Neuvermietung angeboten wurde eher bei 12-16€/qm. Kaufpreise liegen dort bei ca. 5k/qm
Die Abweichung sollte sich jedoch im Rahmen halten da hast du richtigerweise drauf hingewiesen.

Wenn man auf immobilienscout nach Eigentumswohnungen in Großstädten schaut, dann lässt sich beobachten, dass tendenziell mehr Wohnungen verfügbar sind als noch vor ein paar Wochen. In Hamburg zum Beispiel schwankte das lange Zeit zwischen 800 und 900 verfügbaren Wohnungen, jetzt ist das schon bei über 1100. Meint ihr das ist Zufall oder eine Tendenz?

Hier kommen schon die ersten Meldungen das die Baugenehmigungen zurück gehen um 26% bei EFH:
https://www.zeit.de/wirtschaft/2022-05/baugenehmigungen-statistisches-bundesamt-rueckgang-einfamilienhaeuser
Hab gestern auch mit meinem Heizungsbauer gesprochen. Bei jeder Heizungsart hat er gerade mit Lieferschwierigkeiten zu kämpfen. Ob meine zu Jahresanfang bestellte Gasheizung in den nächsten Wochen kommt ist auch noch unklar. Für Pelletheizungen und Wärmepumpen braucht er schon 1 Jahr Vorlauf. Und mache Materialien haben sich im Preis verachtfacht (Feuerfester Schutzstahl für Kamin oder so ähnlich) das treibt die Preise derart das manches tatsächlich zum erliegen kommt.

Zitat von Jan Veerman am 18. Mai 2022, 10:53 Uhr
@rente2027 mit dem Mietspiegel ist so eine Sache die ich bis jetzt nicht wirklich verstanden habe. Da ich ja fast nur Sondervermietung mache brauche ich mich zum Glück nicht so sehr damit zu beschäftigen. Mein Eindruck ist jedoch das es sich um einen Durschnittswert handelt der auch Altmietverträge berücksichtig. Relativ neu abgeschlossene Mietverträge liegen bei hoher Inflation dann meist über dem Mietspiegel. Zumindest in meiner Gegend.
Nur als Beispiel: Hab mal bei einer Stuttgarter Wohnung den Mietspiegel ausgerechnet und kam auf einen Wert von ca. 9€/qm. Nur gab es seit vielen Jahren keine einzige Mietwohnung in diesem Stadtteil die zu einem solchen Preis in der Neuvermietung angeboten wurde eher bei 12-16€/qm. Kaufpreise liegen dort bei ca. 5k/qm
Die Abweichung sollte sich jedoch im Rahmen halten da hast du richtigerweise drauf hingewiesen.

Das stimmt, der Mietspiegel ist meist nur eine grobe Richtung, da die Leute, die zu nach oben hin grenzwertigen Mieten das nicht unbedingt herausposaunen, wenn es nicht sein muss. Zudem weiß ich nicht, wie es in Duisburg mit der Mietpreisbremse gehandhabt wird. Grundsätzlich darf man ja bei Neuvermietung maximal 10% über den Mietspiegel gehen (obwohl sich das leider leicht mit Möblierung umgehen lässt).

 

Zitat von PanameraFlow am 18. Mai 2022, 11:03 Uhr

Wenn man auf immobilienscout nach Eigentumswohnungen in Großstädten schaut, dann lässt sich beobachten, dass tendenziell mehr Wohnungen verfügbar sind als noch vor ein paar Wochen. In Hamburg zum Beispiel schwankte das lange Zeit zwischen 800 und 900 verfügbaren Wohnungen, jetzt ist das schon bei über 1100. Meint ihr das ist Zufall oder eine Tendenz?

Meiner Meinung nach werden jetzt ganz klar versucht Gewinne mitzunehmen. Vor allem bei denen, die 10 Jahre Haltefrist hinter sich haben. Ich könnte mir einen "Preisverfall" von 5-10% in den nächsten Jahren vorstellen, einen Crash wie in den USA halte ich in D für unmöglich, aber auch ich habe keine Glaskugel 😉 Es würde mich aber nicht überraschen, wenn die Preise "nur" stagnieren oder sogar leicht steigen. Das hängt zum Teil auch von der Wundertüte ab, die die EZB noch einsetzen kann.

 

Zitat von PanameraFlow am 18. Mai 2022, 11:03 Uhr

Wenn man auf immobilienscout nach Eigentumswohnungen in Großstädten schaut, dann lässt sich beobachten, dass tendenziell mehr Wohnungen verfügbar sind als noch vor ein paar Wochen. In Hamburg zum Beispiel schwankte das lange Zeit zwischen 800 und 900 verfügbaren Wohnungen, jetzt ist das schon bei über 1100. Meint ihr das ist Zufall oder eine Tendenz?

Ich würde sagen Zufall. Ist vermutlich nur ein kurzer Peak. Spüre hier im Süden noch keine Anzeichen für Verkaufsdruck.

Ich könnte mir vorstellen, dass wieder mehr Objekte in Portalen vermarktet werden, die davor an Interessenten unter der Hand vergeben wurden und beim Verkauf so gar nicht öffentlich wahrnehmbar in Erscheinung getreten sind. Wie gesagt, wird jetzt wieder mehr ein Verkaufen anstatt Verteilen.

Also 9€/ Qm halte ich für eine energetisch gut sanierte Bestandswohnung oder gar Neubau für viel zu niedrig. Sogar hier aufm Dorf, ohne direkte Nähe zu richtigen Großstädten sind für Neubauten über 10/Qm machbar und das bei halben Kaufpreisen. Ich denke, da ist noch "viel" Luft nach oben.

Ich könnte mir vorstellen, dass wieder mehr Objekte in Portalen vermarktet werden, die davor an Interessenten unter der Hand vergeben wurden und beim Verkauf so gar nicht öffentlich wahrnehmbar in Erscheinung getreten sind. Wie gesagt, wird jetzt wieder mehr ein Verkaufen anstatt Verteilen.

@muslime_frugi

 

Wie auch einige andere hier, vermute auch ich weiteren recht zügigen Anstieg der Zinsen auf ein Niveau um die 4-5%. Ich sehe das aber weder als Marktwertbremse, noch als Grund für rückläufige Verkäufe. Ich vermute aber eine Verschiebung hin zu "was ist nötig" statt "was ist möglich" und somit zu eher kleinen Wohneinheiten die in den nächsten Jahren gefragt sein werden. Ohnehin ist der Extremeren "Tiny living" auf dem Vormarsch. Ich persönlich mit meinen recht kleinen Wohnungen zw. 48 und 62 Quadratmetern im Neubau mache mir da recht wenig Gedanken, weder was Verkauf noch Vermietung angeht.

Mir fällt im Bekanntenkreis auf, welche Ansprüche auch beim Eigenheim mittlerweile als "normal" empfunden werden. Muss es für 2 Personen (Sie Mitte 30, er Anfang 40) ohne wirkliche Kinderplanung wirklich ein 145 Qm ebenerdiger Bungalow sein...? Teurer kann man ja nun gar nicht bauen...

Einer meiner besten Freunde kam gestern entsprechend geknickt vom Bankgespräch zurück. Was vor einem halben Jahr noch relativ problemlos möglich war, ist nun so sehr auf Kante genäht, dass eine Finanzierung zwar Seitens der Bank gerade noch und zu über 3,7 % möglich wäre, aber bei zusammen bummelig 4K Netto und 2100€ Tilgung und Zins natürlich in keinem gesunden Verhältnis mehr steht. Nach Abzug aller Fixkosten bleibt da zum Leben nicht mehr viel übrig bzw. ist dann nicht mehr daran zu denken, irgendwelche Rücklagen für was auch immer bilden zu können.

Noch ist er der Meinung, dass der Zins sich wieder senken UND die Baukosten fallen werden wenn sich der Markt "stabilisiert". beides halte ich schon als Einzelbetrachtung für unrealistisch, in Kombination aber dann für quasi ausgeschlossen. Habe empfohlen, den bereits unterzeichneten Bauvertrag mit dem Anbieter nicht gänzlich zu kündigen sondern auf ein Modell mit vielleicht 90 statt 145 Qm und als 1,5 Geschosser statt ebenerdige Ausführung auszuweichen und damit von 390.000€ Baukosten auf unter 200.000€ Baukosten zu reduzieren. Dann wäre es bei vernünftigem Schnitt noch immer groß genug dimensioniert aber eben vor allem leistbar. Leider stoße ich da noch auf taube Ohren und wenig Einsicht. Das bereits auf pump gekaufte Grundstück aber einfach brach liegen zu lassen ist ja nun meiner Meinung nach auch keine Alternative.

Wenn später mehr Geld vorhanden ist und der Wunsch nach mehr Platz noch immer besteht, kann man ja immer noch anbauen und diese Idee bereits in der Planung des Grundhauses vorsehend beachten.

Auch von anderen Seiten höre ich es neuerdings immer lauter stöhnen " wer soll sich denn das noch leisten können "?!

Kann eben nicht jeder, so wie es auch früher der Fall war. Immobilienpreise waren lange Zeit deutlich unter markttypischer und inflationärer Preisentwicklung. Zusammen mit den über Jahren niedrigen Zinsen hat sich die Meinung gebildet, jeder könne sich easy ein Eigenheim leisten. Das war aber eigentlich noch nie so und wenn ich an die Generation meiner Eltern denke, die zu ihrer Zeit mit verhältnismäßig hohen Preisen und vor 35 Jahren mit 9% Zinsen klar kommen mussten und somit im Laufe der Jahre ihr Haus drei Mal bezahlt haben, so sind selbst aktuelle Konditionen im historischen Vergleich noch nicht "teuer". Es kann sich eben nur nicht mehr jedes Mindestlohn verdienende Vollzeit arbeitende Paar so eine Geschichte leisten - das war ja nun ein paar Jahre lang anders - normal war bzw. ist das aber eben nicht, auch wenn man es bei nun anziehenden Preisen so sehen möchte. Dafür bietet auf der anderen Seite meiner Meinung nach der Aktienmarkt die nächsten Jahre gute Chancen für Ansparer.

Der Traum vom Eigenheim setzt eben in natürlicher Weise gute Bonität bzw. gutes Einkommen voraus und auch ein gewisser Anteil an Eigenkapital sollte vorhanden sein und demonstrieren, dass eine gewisse Mühe in Form von Sparleistung bereits erbracht wurde.

Ich selbst bewohne mit meiner Freundin eine eher ungünstig geschnittene Wohnung mit knapp 60 Quadratmetern und auch mit einem Kind würden wir kein größeres Platzangebot brauchen. Davon geht auch noch ein komplettes Zimmer als Wäscheraum, Mangelzimmer und Büro für die Vermietung der Ferienwohnungen weg. Es muss doch nicht immer alles "Supersize" sein?! Derzeit wohnen meine Bekannten auf 50 verschlissenen Quadratmetern im Dachgeschoss ohne Warmwasser auf dem Stand der 50er Jahre - aber die Wohnfläche auf 90 Qm UND im Luxus des Neubaus fast zu verdoppeln wäre ihnen zu klein, dann lieber ganz lassen - ich verstehe es nicht !?! Werde noch einiges an Überzeugungsarbeit leisten müssen um da die Gedanken gerade zu rücken , sonst können sie das Thema meiner Meinung nach komplett und endgültig streichen.