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Änderungen der Sozialversicherungswerte vom Kabinett beschlossen

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@mfz73

Ja Oli mag beim Stundenlohn überdurchschnittlich liegen. Aber das ist für die finanzielle Freiheit unerheblich, entscheidend ist dafür doch nur, was auf dem Konto landet (und bleibt), ob ein Frugalist da nun Vollzeit oder Teilzeit oder zusätzlich Nebenjob oder Selbständigkeit nebenher usw. dafür arbeitet bleibt ihm überlassen - und solange Oli 2000 netto/Monat auf sein Konto bekommt, hat er nunmal nur ungefähr ein deutsches Durchschnittseinkommen.

Wieviel Zeit er im Monat dafür aufwendet und woher genau das Geld kommt beinhaltet das Wort "Durchschnittseinkommen" nicht, es spielt ja auch keine Rolle für das Ziel.

Wer weniger Bildung hat wie Oli, also kein Abi/Studium, hat im Alter von 20 auch bereits eine abgeschlossene Berufsausbildung und arbeitet, wenn auch zum unterdurchschnittlichen Lohn. Das ist ein früherer Start als Oli (gehe ich jetzt mal von aus, hab nicht nachgeschaut). Gerade die Anfangsjahre ist das Einkommen noch deutlich unterdurchschnittlich, wer es ernst meint und es eilig hat, kann nebenbei was dazuverdienen. Im Alter von 30 hat so ein Frugalist in der Regel (bei z.B. Tarifvertrag) schon sein Maximum im Job erreicht (10 Jahre Berufserfahrung), liegt damit wahrscheinlich aber (für immer) bei normaler Ausübung weiter unterm Durchschnitt. Aber das macht es ihm doch nicht unmöglich, nur schwerer (er kann nicht in Teilzeit o.ä.) und ggf. muss er halt ein paar Jahre länger arbeiten als Oli. Meint er es ernst und ist clever, wird er aber nebenbei immer wieder andere Nebeneinkünfte haben - die müssen ja nichts mit seinem Beruf zu tun haben, es gibt jede Menge Möglichkeiten heutzutage. Oder er macht nebenbei berufliche Weiterbildungen/Spezialisierungen und bleibt nicht unterste Ebene und steigert so sein Gehalt.

Alles nicht einfach, aber deiner grundsätzlichen Aussage "geht nicht" möchte ich ausdrücklich widersprechen...weder frugale Lebensweise noch das Ziel der finanziellen Freiheit ist etwas, wofür sich Frau/Herr Musterfrau/mann ernsthaft interessiert, wer es tut ist also schon "aussergewöhnlich" und es gibt viele Wege Vermögen aufzubauen, wer ernsthaft so ein Ziel verfolgt wird seinen Weg finden. Ob das Ziel dann ein paar Jahre vor oder nach Oli erreicht wird, und ob da nun 400.000 oder etwas mehr oder weniger angestrebt wird und mit oder ohne Kapitalverzehr sind ja alles persönliche Sachen.

Zitat von Energiefuchs am 11. Oktober 2019, 9:55 Uhr

Wichtiger wäre mal die Einführung der Pflichtversicherung im Bereich GKV und Pflegeversicherung, der Arbeitslosenversicherung und der Rentenversicherung. Und vor allem die Anhebung des Mindestlohns, damit der Versicherte auch ohne staatliche Leistungen von seiner Rente leben kann.

Ich bin genau für das Gegenteil. Immer weitere ineffiziente staatliche Regulierungen sorgen nur noch stärker dafür, das die Leute eben nicht selbständiger in ihrer Vermögensbildung werden. Warum ist die FIRE Bewegung wohl in den USA viel weiter verbreitet? Dort gibt es viel mehr Anreize selber vorzusorgen, die Rentenversicherung ist effektiver (401k), oder es reicht auch nach Italien zu schauen, sucht mal wann man dort in Rente gehen kann bei wieviel % Rentenniveau. Dagegen ist Deutschland ein Entwicklungsland. jeder redet von mehr privater Vorsorge aber was macht man? Transaktionssteuern auf Aktien und Fondskäufe einführen damit die Leute Ihr Geld weiter auf dem Sparbuch anlegen...

ich könnte noch jede Menge mehr Beispiele aufzählen..

Zitat von Tesla07 am 26. November 2019, 9:22 Uhr
Zitat von Energiefuchs am 11. Oktober 2019, 9:55 Uhr

Wichtiger wäre mal die Einführung der Pflichtversicherung im Bereich GKV und Pflegeversicherung, der Arbeitslosenversicherung und der Rentenversicherung. Und vor allem die Anhebung des Mindestlohns, damit der Versicherte auch ohne staatliche Leistungen von seiner Rente leben kann.

Ich bin genau für das Gegenteil. Immer weitere ineffiziente staatliche Regulierungen sorgen nur noch stärker dafür, das die Leute eben nicht selbständiger in ihrer Vermögensbildung werden. Warum ist die FIRE Bewegung wohl in den USA viel weiter verbreitet? Dort gibt es viel mehr Anreize selber vorzusorgen, die Rentenversicherung ist effektiver (401k), oder es reicht auch nach Italien zu schauen, sucht mal wann man dort in Rente gehen kann bei wieviel % Rentenniveau. Dagegen ist Deutschland ein Entwicklungsland. jeder redet von mehr privater Vorsorge aber was macht man? Transaktionssteuern auf Aktien und Fondskäufe einführen damit die Leute Ihr Geld weiter auf dem Sparbuch anlegen...

ich könnte noch jede Menge mehr Beispiele aufzählen..

Im Prinzip hast du da Recht, lukrativer wäre das in den meisten Fällen, wobei ich meine Rentenbezüge für den eingezahlten Betrag gar nicht schlecht finde, wenn ich jetzt arbeitsunfähig würde. Außerdem würde meine Frau ja auch noch profitieren, wenn es mich nicht mehr geben würde. Solltest also wirklich auch mal die Leistungen vergleichen, die hier oder in anderen Ländern erbracht werden.

Was du nicht so auf dem Schirm hast - es gibt viele Geringverdiener, da bleibt nichts übrig für die zusätzliche Alterversorge und die von dir genannten Staatlichen Anreize kosten den Staat ja auch Geld.

Was du auch vergessen hast, wer sagt der Allgemeinheit den das jeder auch was tut um später unabhängig zu sein, selbst der "reiche" Selbständige kann kurz vor Renteneintritt von einer Pleite oder gesundheitlichen Einschränkung betroffen werden. Und hier soll dann die Allgemeinheit mit Sozialsystemen und ähnlichem einspringen? Das wäre dann ja nicht wirklich fair bzw. sozial. Sinnvoller ist sicherlich jeder zahlt für "seine" Grundrente" den Mindestsatz ein, der nachher über dem was Vater Staat bzw. die Allgemeinheit zahlen müsste. Wer mehr möchte kann ja mehr machen, was sicherlich sinnvoll ist, aber bitte nicht auf Kosten anderer. In kaum einem Land geht es dem Rentner so gut wie bei uns, und vor allem geht es dem Land auch gut (Italien???).

Zitat von MFZ73 am 20. November 2019, 17:12 Uhr

Wer die gleiche Nummer mit unterdurchschnittlichen Verdienstmöglichkeiten durchzieht, geht also ein viel höheres Risiko ein als Oli, weil ihn - zumindest so lange er in seinem Bereich durch Fortbildung auf dem Laufenden bleibt - immer seine Ausbildung absichert. Wenn's sein muss, kann er sein Gehalt ohne großen Aufwand verdoppeln, zumindest bei aktueller Wirtschaftslage.

 

Klar fühlt sich das besser an mit einem "Wenn ich will, schraube ich meine Stunden pro Woche hoch und kann etwaige Schicksalsschläge abfedern". Oder mit einem "Mein Papa ist sowieso super reich und wird mir bald etwas von seinem Vermögen abgeben, was soll mir schon passieren?". Mit mehr (auch nur theoretischer) finanzieller Sicherheit im Rücken lässt es sich leichter leben. Ich sehe das also insgesamt auch so, dass das Risiko höher ist wenn man bereits am Limit lebt - wer würde das bestreiten?

Das ist aber auch schon alles. Insgesamt bin ich trotzdem davon überzeugt, dass man dieses Ziel auch mit mittlerem Einkommen erreichen kann. Bestenfalls kommt man gar nicht erst in die Verlegenheit, seine gewünschte Arbeitszeit/Woche oder Arbeitszeit bis zur finanziellen Freiheit erhöhen zu müssen. Falls aber irgendetwas dazwischenkommt, muss man eben entsprechend reagieren. Aber auch das kann man mal für eine gewisse Zeit lang durchziehen, um wieder auf Kurs zu kommen.

Der Fakt, dass es grundsätzlich auch mit 2000€ / Monat netto funktioniert, bleibt für mich bestehen - bloß mit mehr Risiko.

Zitat von Stoliver am 1. Dezember 2019, 20:34 Uhr

Der Fakt, dass es grundsätzlich auch mit 2000€ / Monat netto funktioniert, bleibt für mich bestehen - bloß mit mehr Risiko.

Der Fakt ist also nur ...

  • grundsätzlich
  • für Dich bestehend und
  • mit mehr Risiko behaftet.

Ziemlich viele Einschränkungen, findest Du nicht?

Mir wäre das definitiv zu wenig, wobei ich auch die Kosten für meine Familie im Kopf habe. Für eine Einzelperson kann das gut gehen, hätte ich ohne Familie wohl auch hinbekommen, allerdings würde ich heute vermutlich schon +1T€ nebenher als Trainer verdienen, wenn ich keine Kinder hätte.

Zitat von MFZ73 am 2. Dezember 2019, 23:54 Uhr
Zitat von Stoliver am 1. Dezember 2019, 20:34 Uhr

Der Fakt, dass es grundsätzlich auch mit 2000€ / Monat netto funktioniert, bleibt für mich bestehen - bloß mit mehr Risiko.

Der Fakt ist also nur ...

  • grundsätzlich
  • für Dich bestehend und
  • mit mehr Risiko behaftet.

Ziemlich viele Einschränkungen, findest Du nicht?

Mir wäre das definitiv zu wenig, wobei ich auch die Kosten für meine Familie im Kopf habe. Für eine Einzelperson kann das gut gehen [...]

Japp, darauf können wir uns einigen. Für mich persönlich wäre das auch eng, bzw. mit einem eher langen Zeithorizont verbunden. Aber machbar 🙂

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