Du musst dich anmelden um Beiträge und Themen zu erstellen.

Änderungen der Sozialversicherungswerte vom Kabinett beschlossen

https://www.haufe.de/sozialwesen/versicherungen-beitraege/beitragsbemessungsgrenze_240_421702.html

Konkrete Werte:
https://www.haufe.de/download/sozialversicherungswerte-beitragsrecht-2020-500324.pdf

 

»In meinem Alter begreife ich, dass Zeit mein kostbarster Besitz ist.« »Freiheit bedeutet, dass man nicht unbedingt alles so machen muss wie andere Menschen.« »Eine Aktie zu verkaufen die fällt, ist in etwa so, als ob man ein Haus für 100.000 Dollar kauft und es verkauft, sobald jemand 80.000 Dollar dafür bietet.« Buffett

Hallo zusammen,

das wären jetzt die jährlich zu erwartenden Anpassungen, an sich nichts weltbewegendes. Wichtiger wäre mal die Einführung der Pflichtversicherung im Bereich GKV und Pflegeversicherung, der Arbeitslosenversicherung und der Rentenversicherung. Und vor allem die Anhebung des Mindestlohns, damit der Versicherte auch ohne staatliche Leistungen von seiner Rente leben kann. Da sind so viele die keine richtige Vorsorge betreiben bzw. betreiben können, wenn ich da mal alleine an die vielen Scheinselbstständigen Paketdienstfahrer denke. Auch vielen andere Selbstständige betreiben nicht wirklich eine Risikovorsorge. Die Kosten wenn was schief geht oder die Bezüge im Alter oder bei Arbeitslosigkeit und Krankheit nicht reichen trägt dann die Allgemeinheit als Solidargemeinschaft. Hier sollte der Gesetzgeber mal tätig werden.

meiner Meinung nach sollte man die Beitragsbemessungsgrenzen ganz abschaffen, da Gutverdiener sich damit entsolidarisieren, bekommt jemand mit einem geringen oder normalen Verdienst eine Lohnerhöhung steigt die Abgabenquote (progression+ sozialabgaben ...), bei Gutverdienern sinkt die Abgabenquote (prozentual weniger Sozialabgaben bei steigendem Einkommen, max. Steuersatz wird nicht weiter erhöht)

Zitat von Waermflasche am 11. Oktober 2019, 11:40 Uhr

meiner Meinung nach sollte man die Beitragsbemessungsgrenzen ganz abschaffen, da Gutverdiener sich damit entsolidarisieren, bekommt jemand mit einem geringen oder normalen Verdienst eine Lohnerhöhung steigt die Abgabenquote (progression+ sozialabgaben ...), bei Gutverdienern sinkt die Abgabenquote (prozentual weniger Sozialabgaben bei steigendem Einkommen, max. Steuersatz wird nicht weiter erhöht)

Würde in der Krankenversicherung gleich zu setzten sein mit der Abschaffung der PKV als Basisversicherung. Würde auch bedeuten evt. schlechtere Risiken bei ansonsten älteren PKV-Versicherten einzukaufen.

Würde in der Rentenversicherung höhere Renten wegen höherer Rentenpunktezahl wegen höherer Beitragszahlung bedeuten.

Ob das dann alles letztendlich trotzdem einen signifikanten finanziellen Vorteil für das System bedeutet würde, keine Ahnung.

Ansonsten wäre ich aber bei euch. Mittlerweile find ich es nicht mehr zeitgemäß das sich Personengruppen außerhalb der Solidarität bewegen. Wenn dann aber alle ohne Ausnahme. Beschlossenen würde das aber von Profiteuren des alten Systems. Nicht zu vergessen die zahlreichen Lobbyisten die diesen Systemwechsel noch einige Zeit zu verhindern wissen. Die Volksvertreter sollten sich mal an den Gestaltungen in einigen Ländern um Deutschland Beispiele nehmen und das Beste daraus eruieren.

Ich teile hier die Meinung von waermflasche, habe schon in der Schule bei dem System mit den Beitragsbemessungsgrenzen bei den Sozialversicherungen nicht den Sinn verstanden bzw. halte die Argumente dafür für Scheinargumente.

"Sozial" ist nunmal, wenn die Beiträge mit hohen Einkommen auch weiter mitsteigen, und nicht an einer fiktiven Grenze enden.

Vor allem bei der RV ist es doch total simpel zu lösen, im Gegensatz zu mattys Aussage - man begrenzt nicht den Beitragssatz, sondern die gutgeschriebenen Rentenpunkte pro Jahr. Ja, wer dann hohes Einkommen im Jahr hat und mehr Beiträge gezahlt hat als er 1:1 in Rentenpunkten gutgeschrieben bekommt - das ist so, das würde ich dann eben einen Teil der sozialen Marktwirtschaft nennen.

Keine Ahnung wie hoch die "Mehrerlöse" im Vergleich zu heute der RV dann wären, aber das kann man in generelle Beitragssenkungen (= sozial), oder generelle Rentenerhöhung pro Punkt (davon profitieren alle), oder auch eine simple, echte Grundrente investieren bzw. umlegen.

Das halte ich auch für wesentlich direkter/sinnvoller, als die Rentenkasse indirekt mit Steuergeldern weiter zu füllen (wie bei den letzten politischen Rentenpaketen).

ja, die maximale Punktzahl sollte man bei der Rente begrenzen (evtl bei 3 oder so) ,  bei der KV ist es ja irrelevant, das schreibe ich sonst immer dazu wenn ich meine Meinung zu dem Thema äußere, in dem Fall habe ich es wohl vergessen, aber es tut mal gut hier auch mal Zuspruch zu erfahren....

Zitat von Waermflasche am 12. November 2019, 17:18 Uhr

ja, die maximale Punktzahl sollte man bei der Rente begrenzen (evtl bei 3 oder so) ,  bei der KV ist es ja irrelevant, das schreibe ich sonst immer dazu wenn ich meine Meinung zu dem Thema äußere, in dem Fall habe ich es wohl vergessen, aber es tut mal gut hier auch mal Zuspruch zu erfahren....

Es gibt eine Beitragsbemessungsgrenze und somit ein Maximum an möglichen Punkten, gut 2 Punkte.

»In meinem Alter begreife ich, dass Zeit mein kostbarster Besitz ist.« »Freiheit bedeutet, dass man nicht unbedingt alles so machen muss wie andere Menschen.« »Eine Aktie zu verkaufen die fällt, ist in etwa so, als ob man ein Haus für 100.000 Dollar kauft und es verkauft, sobald jemand 80.000 Dollar dafür bietet.« Buffett
Zitat von Michael321 am 12. November 2019, 13:52 Uhr

Ich teile hier die Meinung von waermflasche, habe schon in der Schule bei dem System mit den Beitragsbemessungsgrenzen bei den Sozialversicherungen nicht den Sinn verstanden bzw. halte die Argumente dafür für Scheinargumente.

"Sozial" ist nunmal, wenn die Beiträge mit hohen Einkommen auch weiter mitsteigen, und nicht an einer fiktiven Grenze enden.

Lustige Argumentation.

Man wird in diesem Forum ohne großen Aufwand mit Sicherheit 50 Beiträge und auch federführende Leitartikel von Oli finden, in denen es vor allem darum geht, möglichst lange und möglichst günstig ... pauschal ... krankenversichert zu sein. Und man findet (mittlerweile) auch mehrere Beiträge, die diese Herangehensweise als asozial bezeichnen.

Um eines klar zu stellen: ich halte die Strategie eines Frugalisten, nicht für asozial, obwohl Ihr Euch die gleiche Gestaltungsmöglichkeit zu Nutze macht - nur von der unteren Grenze her betrachtet.

Sozial (in Deinem o.g. Sinne) wäre es aber schlussendlich nur, wenn nicht nur die Gutverdiener höhere Beiträge zahlen würden, sondern auch jeglicher Frugalist, der es schafft, sich mit 40 Jahren im bestehenden System 500T€ cash auf die Seite zu legen, aber bis zur Rente nur den Mindestsatz der gKV entrichten will.

 

Da würde ich dich bitten, deinen letzten Satz genauer zu erklären, auf was genau du hinaus willst.

Ich habe steigendes Einkommen = steigende KV geschrieben, nicht, dass es sozial wäre, auf Vermögen eine KV-Abgabe zu entrichten? Das ergäbe für mich keinen Sinn, das Vermögen stammt gerade bei den von dir angesprochenen Frugalisten ja meist aus sozialversicherungspflichtiger Arbeit, sprich wurde bereits voll versteuert/Sozialabgaben entsprechend dafür bezahlt.

Oder meinst du damit, nicht auf Vermögen sondern auf Kapitalerträge usw. sollten Sozialversicherungsbeiträge entrichtet werden?

Oder wolltest du sagen, sämtliche Einkommensarten müssten zusammengefasst und darauf dann Sozialabgaben fällig werden, nicht nur Arbeit, damit es sozial ist?

Oder was genau meinst du?

Auf jeden Fall aber geht es dann nicht mehr nur einfach um das Thema Bemessungsgrenze, sondern generell darum, auf was & wie Sozialabgaben fällig werden, wenn ich es so halbwegs richtig verstehe?

Zitat von Michael321 am 13. November 2019, 14:01 Uhr

Da würde ich dich bitten, deinen letzten Satz genauer zu erklären, auf was genau du hinaus willst.

Ich habe steigendes Einkommen = steigende KV geschrieben, nicht, dass es sozial wäre, auf Vermögen eine KV-Abgabe zu entrichten? Das ergäbe für mich keinen Sinn, das Vermögen stammt gerade bei den von dir angesprochenen Frugalisten ja meist aus sozialversicherungspflichtiger Arbeit, sprich wurde bereits voll versteuert/Sozialabgaben entsprechend dafür bezahlt.

Ja, das habe ich befürchtet. 😉

Die Wahrheit ist ja nun mal, dass die pauschalen Grundbeiträge am untersten Limit keinesfalls die durchschnittlichen pro-Kopf-Kosten decken, ansonsten würden wir ja alle nur den Grundbeitrag bezahlen müssen. Berechnet ist das System aber so, dass die Kosten halbwegs über die Lebenserwartung gedeckt sind, wenn 30-40 Jahre sozialversicherungspflichtige Arbeit bei durchschnittlicher Entlohnung geleistet wird. Wenn Du nur 15 Jahre arbeitest, ergo nur 15 Jahre voll in die gKV einzahlst und dann gute 25 Jahre nicht kostendeckend pauschal versichert bist, zahlst Du schlussendlich weniger ein, als Du müsstest.

Das ist ein Vorteil, den Frugalisten schlicht und ergreifend mitnehmen - wenn man die gKV oder pKV zu Vollkosten in einen FIRE-Plan einrechnen würde, käme man am Ende auf deutlich höhere Summen, an denen ein Ausstieg aus dem Berufsleben ermöglicht werden könnte.

An der Stelle noch mal: es gibt viele, die das für unsozial halten - ich nicht. Es ist aus meiner Sicht schlicht und ergreifend das Erkennen und Umsetzen einer Option, die unsere Gesellschaft anbietet. Im Gegenzug nehme ich allerdings für mich in Anspruch, ebenfalls die gesellschaftlichen Gegebenheiten zu nutzen, was in meinem Fall heißt, dass ich keinesfalls aufhöre zu arbeiten, sondern die 30-40 Jahre (vermutlich) durchziehe, dafür aber eben auch in den Genuss komme, dass bestimmte Kosten gedeckelt sind, wie zB gRV und in meinem Fall die pKV. Quid pro quo.

Oder meinst du damit, nicht auf Vermögen sondern auf Kapitalerträge usw. sollten Sozialversicherungsbeiträge entrichtet werden?

Letztendlich ist das egal. Wenn gRV und/oder gKV in der jetzigen Form nicht mehr funktionieren, muss und wird sich die Politik Gedanken machen müssen, wie man die Systeme weiter finanziert oder die Leistungen kürzt. Letztendlich ist das ein Risiko, das Frugalisten eingehen und ich dadurch minimiere, dass ich bis zum normalen Rentenalter weiterarbeite. Der Frugalist investiert halt in sein Portfolio und hofft, dass sich die gesetzlichen Randbedingungen erhalten (oder gar für ihn verbessern, was allerdings eher unwahrscheinlich ist) -  ich hingegen investiere in meine eigene Firma, sowohl in Hardware als auch FoBi der MA und von mir und reagiere auf gesellschaftliche Veränderungen. Und das weitaus flexibler, als das ein idR abhängig beschäftigter Frugalist kann.

Wenn zB die o.g. Forderung 2020 in Kraft gesetzt würde und ich a) sowohl bei den Kammerbeiträgen als auch b) bei der pKV volle Sätze in Bezug auf mein Einkommen zahlen müsste, also die Beitragsbemessungsgrenze fallen und die pKV quasi abgeschafft werden würde, hätte ich diverse Möglichkeiten:

  1. Ich kann das über mich ergehen lassen und bei gleichem Umsatz/Erlös weniger Netto in Kauf nehmen
  2. Ich kann MA entlassen, keine neuen Leute mehr einstellen oder bei Fortbildungen und Investitionen kürzen
  3. Ich kann meine Mehrkosten auf die Kunden umlegen und die Endpreise erhöhen
  4. Ich kann die Ausrichtung/Unternehmensform meiner Arbeit überdenken
  5. Ich kann die Bude komplett abwickeln und mich in die Sonne legen

Das sind Optionen, die die allermeisten in dieser Form nicht haben, die ich mir aber durch das Weiterarbeiten "im Hamsterrad" (was ich persönlich absolut nicht so empfinde) erhalte.

Und um das klar zu sagen: wenn das 2020 käme, würde ich einem Menschen, der sich gerade ziemlich positiv und per Initiativbewerbung auf eine Lehrstelle für 2020 beworben und vorgestellt hat ... absagen.

Oder wolltest du sagen, sämtliche Einkommensarten müssten zusammengefasst und darauf dann Sozialabgaben fällig werden, nicht nur Arbeit, damit es sozial ist?

Oder was genau meinst du?

Auf jeden Fall aber geht es dann nicht mehr nur einfach um das Thema Bemessungsgrenze, sondern generell darum, auf was & wie Sozialabgaben fällig werden, wenn ich es so halbwegs richtig verstehe?

Ja natürlich. Oder glaubt ihr Frugalisten ernsthaft, ihr lebt und handelt im luftleeren Raum oder dass Fritze Merz sein Zweitflugzeug verkauft, um frugalistische Kleinsparer zu entlasten, wenn das Kapital von Blackrock bedroht wird?

Darauf würde ich nicht wetten.

Solange das noch eine kleine Bewegung bleibt und keine absoluten/prozentual signifikanten Auswirkungen auf volkswirtschaftlich relevante Zahlen hat, würde ich an Eurer Stelle zwei Sachen tun:

  1. Klappe halten
  2. Daumen drücken, dass es keinem auffällt