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Abgeltungssteuer in Zukunft bei 30%

Hallo zusammen,

Es reicht dem Bund anscheinend nicht, seinen Bürgern - ohne zu fragen - 1.000 Milliarden Schulden aufzuhalsen - nein, die SPD will noch mehr:

https://www.bild.de/politik/inland/details-aus-koa-verhandlungen-spd-will-steuer-tsunami-durchsetzen-67e3f9b2798c7544d12a2d1b

Bei mir läuft jetzt langsam das Fass über - anscheinend darf man in der heutigen Zeit ohne Skrupel "fast" alles!

 

Dass die SPD immer „mehr“ fordert, sollte Dich als GenX-Mitglied nicht verwundern. Was sie durchsetzen und schlussendlich auch refinanzieren kann, steht auf einem anderen Blatt. Viel schlimmer wiegt, dass die CDU mit Geld nur unmerklich besser umgehen kann und Merz‘ Wirtschaftskompetenz - wie bei der SPD - im Grunde beim Sektempfang, also dem reinen Kontakt mit der Wirtschaft aufhört und ergo praktisch nicht vorhanden ist. Der Mann ist ein impulsiver Jurist, vereint auf sich also das Schlechte aus zwei Welten.

Grundsätzlich gilt aber nach wie vor: der Staat hat nicht nur die Pflicht, sondern auch das Recht, sich zu finanzieren. Und da bei großen Zahlen ja regelmäßig die Angst umgeht, dass wir uns in die Pleite reiten, dazu hier mal eine kleine Überschlagsrechnung:

Bei 80 Mio Einwohnern (wir haben mehr) entfallen statistisch auf jeden Bundesbürger 12,50€ zusätzliche Schulden pro Milliarde, die neu aufgenommen wird. Wenn man die Billion von Dir als Maßstab nimmt, sind das also 12,5T€ pro Kopf … und da das auf 10 Jahre gestreckt werden soll mithin 1.250€ zusätzliche Steuerbelastung pro Jahr.

Ein Bruttodurchschnittsverdienst liegt bei 50T€, die Zusatzbelastung liegt also bei 2,5% und damit ungefähr im Bereich der Inflation. Das ist angesichts der Tatsache, dass wir 15-20 Jahre lang viel zu wenig in (digitale) Infrastruktur investiert haben, ein no-brainer.

Ja, Geringverdiener sind härter betroffen, Vermögende schichten nur um -  darum geht‘s mir hier aber nicht, sondern nur um eine volkswirtschaftliche Betrachtung.

Ohne Freibeträge würde ein Fulltime-frugalist/-Privatier auf 25T€ jährliche Entnahme statt 25% (6.250€ KESt) neu 30% (7.500KESt) zahlen. Mit Freibeträgen/Günstigerprüfung (die sich zu Gunsten von kleineren Entnahmen verschieben würde) ist die Entnahmesumme, auf die die zusätzlichen 1.250€ entfallen höher. „Dahinter“ steht allerdings mindestens ein Depotvermögen von 25T€/0,04 (Entnahmerate 4%) = 625T€.

Das bedeutet, dass ein Durchschnittsverdiener immer noch deutlich höher und direkter besteuert bzw. mit der Refinanzierung belastet wird, als ein Durchschnittsfrugalist, der zudem seine Ausgaben aktiv steuern kann.

Insofern kann ich das Gejammer - mal wieder - nicht nachvollziehen.

Es darf auch wirklich niemand begründet anführen, dass das ja nie und nimmer absehbar war. Das Forum ist voll von Aussagen, dass die Rente ja eh nicht mehr funktionieren wird und daher Vorsorge per ETF das non-Plus-Ultra sei. Das Problem liegt eher darin, dass viele Frugalisten nur ihre Ausgaben optimieren und die Potentiale auf der Einnahmeseite verschenken. Das ist aber kein Fehler des Staates.

Dem Staat in der aktuellen Situation stumpf Skrupellosigkeit vorzuwerfen, verfängt also mMn nicht.

 

Ich finds auch nicht toll, aber ebenso nachvollziehbar.

Wenn ich mal so meine Dividenden anschaue, kommen die zu mind. 80% nicht von deutschen Unternehmen. Das bedeutet, dass i.d.R. von 25% Abgeltungsteuer aufgrund der Doppelbesteuerungsabkommen z.B. mit USA nur 10% beim deutschen Fiskus ankommen, wegen Abzug der Quellensteuer. Wir geben zwar 25% ab, aber der meiste Teil landet damit nicht in Deutschland. Bei einer Erhöhung auf 30% sind das die vollen 5%, die mehr beim FA landen. Ist gut für den Fiskus, aber damit können evtl. Investionen in Deutschland unattraktiver werden. Soviel zum Thema wir wollen mehr private Investitionen haben. Die 5% mehr gelten natürlich auch für ausländische Investoren. D.h. auch die dürfen mehr berappen....

Viel krasser find ich die Ideen, auch Gewinne aus verkauften Immobilien auch nach 10 Jahren zu versteuern, wenn sie nicht selbst genutzt, also vermietet waren. Bei der Mietpreisbremse jetzt auch noch die Gewinne der Wertsteigerung komplett besteuern zu wollen, führt SICHER dazu dass wir mehr bezahlbaren Wohnraum gebaut bekommen. Wobei hier natürlich Fragen wie Bestandsschutz auch noch im Raum stehen.

Fazit: erstmal abwarten, was tatsächlich rauskommt und welche der Super-Schnellschüsse sich durchsetzen.

 

@mfz73 naja, schau dir mal den Schuldenverlauf der letzten 50 Jahre in diesem Lande an. Mit parallel zur Inflation läuft das glaub nicht.

Die Berechnung Schulden auf 10 Jahre gestreckt ist ebenfalls gewagt. Was heißt denn gestreckt? Müsste ja Rückzahlung sein, der Saat zahlt saldiert nie zurück, denn die Schulden werden immer mehr, plus Zinsen, die in der Betrachtung fehlen!

Übrigens, @moneymaker das stimmt nach meinem Kennntisstand eben nicht. Ausländer bezahlen keine Angeltungssteuer.

Nein, ich jammer nicht, ich bin wohlhabend geworden in diesem Lande. Man wird aber eine aktuellen Diskussionsstand meinungsmäßig kommentieren dürfen. Mein Hauptargument ist: Politik ruft seit vielen Jahren nach privater Vorsorge, weil sie es selbst nicht können. Und dann hast du privat vorgesorgt und genau die Leute entdecken dann diese neue Steuerquelle aus dem Ersparten. So nach dem Motto: Kauft 3%-ige Staatsanleihen, aber eigentlich bekommt ihr nur 2%. Das ist letztlich unseriös.

Infrastruktur ist nicht deswegen marode weil kein Geld da ist, sondern weil Politik gerne Geschenke verteilt. Mütterrente und Elterngeld sind da meine beiden Lieblingsbeispiele.

Aber wir drehen uns im Kreis.

Deshalb mein Credo zur Diversifikation zu einer ordentlichen gesetzlichen Rente.
SPD konform auf ganzer Linie. Irgendwie im Trade Off zwischen gutem Depot und guter Rente

Zitat von MoneyMaker am 27. März 2025, 10:31 Uhr

Viel krasser find ich die Ideen, auch Gewinne aus verkauften Immobilien auch nach 10 Jahren zu versteuern, wenn sie nicht selbst genutzt, also vermietet waren. Bei der Mietpreisbremse jetzt auch noch die Gewinne der Wertsteigerung komplett besteuern zu wollen, führt SICHER dazu dass wir mehr bezahlbaren Wohnraum gebaut bekommen. Wobei hier natürlich Fragen wie Bestandsschutz auch noch im Raum stehen.

Was erwartest Du von einer Saskia Esken? 😉 Natürlich ist das nicht zu Ende gedacht, aber selbst wenn das käme, hätte ich dafür glaube ich schon ein Konzept, was man dann mit betreffenden Immos machen könnte. Ich vermute, dass es nur steuerlich komplexer wird, für Investoren mit wenigen Einheiten also Auswirkungen hat - für "professionelle" Anleger vermutlich kein so großes Problem.

 

Zitat von Absprung_2020 am 27. März 2025, 11:22 Uhr

@mfz73 naja, schau dir mal den Schuldenverlauf der letzten 50 Jahre in diesem Lande an. Mit parallel zur Inflation läuft das glaub nicht.

Ich glaub' schon. Aber Du hast ja auch viel mehr Angst als ich. 😉

Die Berechnung Schulden auf 10 Jahre gestreckt ist ebenfalls gewagt. Was heißt denn gestreckt? Müsste ja Rückzahlung sein, der Saat zahlt saldiert nie zurück, denn die Schulden werden immer mehr, plus Zinsen, die in der Betrachtung fehlen!

Sorry, aber dass das neue Schuldenpaket auf 10 Jahre geplant/gestreckt sein soll, hatte ich vorausgesetzt. Das ist die Vorgabe der aktuellen Regierung. Die Rückzahlung habe ich auf ebenfalls 10 Jahre angesetzt, falls Dir das entgangen sein sollte. Wenn es 30 Jahre mit der Rückzahlung dauert, kannst Du die - ausdrücklich zusätzliche - Belastung pro Kopf gern Dritteln, de facto dann wegen Inflationseffekt auf 1/5 setzen.

Also wisch' Dir den Schaum vom Mund, ich habe nur eine Überschlagsrechung präsentiert, ob wir uns das leisten können. Das ist natürlich nichts für unverbesserliche Angsthasen, die werden hier bedient.

Nein, ich jammer nicht,

Doch. 😉

ich bin wohlhabend geworden in diesem Lande. Man wird aber eine aktuellen Diskussionsstand meinungsmäßig kommentieren dürfen. Mein Hauptargument ist: Politik ruft seit vielen Jahren nach privater Vorsorge, weil sie es selbst nicht können. Und dann hast du privat vorgesorgt und genau die Leute entdecken dann diese neue Steuerquelle aus dem Ersparten. So nach dem Motto: Kauft 3%-ige Staatsanleihen, aber eigentlich bekommt ihr nur 2%. Das ist letztlich unseriös.

Nein, das ist Marktwirtschaft.

Infrastruktur ist nicht deswegen marode weil kein Geld da ist, sondern weil Politik gerne Geschenke verteilt. Mütterrente und Elterngeld sind da meine beiden Lieblingsbeispiele.

Zur tatsächlichen Verwendung der Mittel habe ich noch kein Wort verloren.

Es gibt aber klare Aussagen von Wirtschaftsweisen und anderen (Lobby-)Verbänden, die man kritisch wichten kann und dann am Ende fast unweigerlich zu dem Schluss kommt, dass Investitionen in Infrastruktur und einige andere Bereiche sinnvoll sind, während der Effekt bei anderen Programmen, die der aktuellen Regierung vorschweben, mehr oder weniger verpufft.

Ich mache mir persönlich auch wenig Hoffnung, dass die aktuelle Regierung das Geld sinnvoll ausgeben wird, aber beeinflussen kann ich das eh nicht. Um einen Einfluss zu haben, müsste ich jetzt nach Niedereimer umziehen und in die CDU eintreten - so groß ist die Liebe zu meinem Land dann aber doch nicht.

Aber wir drehen uns im Kreis.

Da mache ich schon aus reinem Selbsterhaltungstrieb und auch persönlichem Ehrgeiz nicht mit, weil einen der Gedanke, dass das ja alles immer so unverhofft und unabänderlich seinen Gang nimmt, nur runterzieht und auch den Blick auf Lösungen vernebelt. Wenn Du das Gefühl hast, dass Du Dich im Kreis drehst, kann ich das nicht bestätigen. Bei mir geht's gerade schnurstracks dahin, wo ich hinwill und das ist zum Glück relativ autark in Bezug auf gemäßigte politische Veränderungen.

Und mehr ist es ja nicht, auch wenn da zunächst eine große Zahl mit einigen Nullen steht.

Allgemein seh ich das Thema gelassen, da ich denke (hoffe), dass der Kompromiss mit der CDU ein Erhöhen der Freibeträge wäre, die hoffentlich höher ausfallen als die letzte Erhöhung? Eine Erhöhung des Freibetrags sollte auch die kleineren Fische mehr entlasten.
Zitat von Absprung_2020 am 27. März 2025, 11:22 Uhr

Infrastruktur ist nicht deswegen marode weil kein Geld da ist, sondern weil Politik gerne Geschenke verteilt. Mütterrente und Elterngeld sind da meine beiden Lieblingsbeispiele.

Ich bezweifle, dass unsere Infrastruktur intakter wäre, wenn es kein Elterngeld gäbe oder man auf die Mütterrente verzichtet hätte.

Elterngeld würde ich auch nicht als uneigennütziges Geschenk ansehen. Was wäre denn die Alternative zu Elterngeld? Beide Elternteile arbeiten? Die benötigten Einrichtungen Kinder unter 12 Monaten zu betreuen sind flächendeckend nicht vorhanden, geschweige denn auch nur ansatzweise genügend Erzieher/innen in (vor allem in Ballungsräumen) vorhanden. Der Fall, dass beide Elternteile arbeiten und eine Einrichtung  auf die Kinder aufpasst, wäre  das produktivste. Ich denke aber, dass Elterngeld kostengünstiger für den Staat ist.

Gleichzeitig gibst du einer Gruppe, die viel konsumieren, mehr Netto (, wenn ein Elternteil zu Hause bleibt). Der Staat gibt Geld aus seiner linken Tasche den Eltern, damit die es ausgeben und in die rechte Tasche des Staates packen.

Des Weiteren schreibe ich dem Elterngeld eine Stabilisierung der Geburtenraten zu ( gibt seit der Einführung sogar leicht erhöhte Geburtenraten) und der Staat macht mit Kindern ein absolutes positives Geschäft ( siehe https://www.familiengerechtigkeit.de/2023/11/so-stark-profitiert-der-staat-von-einem-kind/).

Dazu kommt noch, dass durch die Einführung des Elterngeldes Mütter durchschnittlich früher in den Beruf zurückgehen. Positiv für den Staat.

 

Also ich denke: Elterngeld ist ein Geschenk FÜR den Staat. 😉

Mütterrente, die würde ich eher als Wahlgeschenk ansehen. Es spricht die  größte CDU/CSU (wurde ja auf Verlangen der CSU eingeführt) Wählergruppe an. Soll nicht heißen, dass ich was gegen die Mütterrente habe.

Gruß Benutztername