Die 300 €-Regel: Bezahlst du einen unendlichen Kredit?

Die 300 €-Regel

Heute starten wir einmal mit einem Gedankenexperiment. Stell dir vor, dein Smartphone ist kaputt gegangen und du gehst darum in den nächstgelegenen MegaMarkt, um dir ein neues Gerät zuzulegen. Weil dein altes Handy sowieso schon etwas überholt war, möchtest du auch gleich auf ein etwas moderneres Exemplar aufrüsten.

Nachdem du eine Weile die angebotenen Geräte verglichen hast, hat es dir schließlich ein Modell besonders angetan: Das nagelneue FancyPhone. Das hat ein schönes großes Display und extra viel Speicherplatz. Und schick aussehen tut es außerdem auch noch.
Also gut, dann soll es eben das FancyPhone werden – auch wenn es mit einem Preis von 300 € ein bisschen mehr kostet, als du eigentlich ausgeben wolltest.
Als du zur Sicherheit nochmal einen Blick auf das Preisschild wirfst, wirst du jedoch stutzig. Scheinbar hat sich der MegaMarkt ein etwas ungewöhnliches Angebot einfallen lassen:

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Waschmaschine, Autowerkstatt, Stromnachzahlung: Unvorhergesehene Kosten (und wie du sie vermeidest)

Auto kaputt

Vielleicht kennst du das: Du verfolgst nun schon einige Monate fleißig den Frugalisten-Blog und hast dir jetzt auch endlich vorgenommen, einen Teil deines Einkommens zu sparen und anzulegen. Eine gute Entscheidung. An sich sieht auch alles bestens aus. Nachdem die Miete, Lebensmittel, Versicherungen und der Sprit fürs Auto bezahlt sind, bleiben dir noch einige hundert Euro übrig, mit denen du dein frisch eröffnetes Investment-Portfolio besparen willst. Aber am Ende des Monats kommt die böse Überraschung: Mal wieder ist von deinem Einkommen nichts übrig geblieben, weil irgendetwas Unvorhergesehenes dazwischen gekommen ist. Die Waschmaschine oder der Fernseher ist kaputt gegangen, das Auto musste in die Werkstatt, im Keller ist ein Wasserrohr geplatzt, der Hund musste notoperiert werden oder dir kam eine gewaltige Stromnachzahlung ins Haus geflattert. Eigentlich könntest du locker 50 % deines Gehalts sparen, wären da nicht diese ständigen unvorhergesehenen Ausgaben, meistens sogar im hohen dreistelligen oder sogar vierstelligen Bereich. Irgendwas ist einfach immer.

Auch bei uns gab es neulich so ein unvorhergesehenes Ereignis. Joana und ich arbeiten in einer ländlichen Gegend Englands und unsere Arbeitsplätze liegen mehr als 50 Kilometer voneinander entfernt. Darum können wir nicht beide mit dem Fahrrad oder öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit fahren. Während ich meinen Arbeitsweg mit Zug und Fahrrad bestreite (bzw. mittlerweile nur noch mit dem Fahrrad), muss Joana jeden Tag mit dem Auto zu ihrem Job fahren.
Eines Morgens blieb ihr Auto dann leider mitten auf der Schnellstraße liegen: Motorschaden. Der Abschleppdienst musste kommen und berappte 250 € für die Bergung. Da eine Reparatur ziemlich aufwändig gewesen wäre, kam stattdessen Joanas Papa aus Deutschland angereist, brachte ihr ein Ersatzauto und nahm das kaputte Fahrzeug wieder mit zurück. Kosten für den Transfer: 600 €.
In der Zwischenzeit benötigte Joana einen Mietwagen, um zur Arbeit zu kommen – noch einmal 150 € weg. Mir nichts, dir nichts erzeugte die Autopanne also Ausgaben von 1000 €. Die Sparquote eines ganzen Monats war futsch.

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Die 752- und die 173-Regel: Wie viel kosten dich deine Gewohnheiten?

Die 752- und 173-Regel

Stafford ist nur eine kleine mittelenglische Stadt mit gerade einmal 60.000 Einwohnern, liegt aber genau auf dem Schnittpunkt der drei großen Eisenbahnstrecken nach London, Birmingham und Manchester. Entsprechend groß ist das Gedränge am örtlichen Bahnhof, wenn morgens und am frühen Abend tausende von Pendlern mit dem Zug  zu ihren Arbeitsplätzen und wieder zurück nach Hause fahren wollen.

Als ich noch täglich zur morgendlichen Rush Hour in Stafford umsteigen musste, wurde ich dabei jedes Mal Zeuge eines interessanten Schauspiels. Direkt am Bahnsteig von Gleis 1 steht eine kleine Imbiss- und Kaffeebar, an dem man jeden Morgen genau dieselben Leuten beobachten konnte, die sie sich auf dem Weg zur Arbeit einen kleinen Pappbecher mit Coffee-to-go genehmigten.
Irgendwann schaute ich mir aus reiner Neugier einmal an, wie viel so ein stinknormaler Kaffee denn dort eigentlich kostete: 2,55 britische Pfund, umgerechnet also rund 3 Euro.
In meinem Kopf fing ich gleich an zu rechnen: je 3 Euro an fünf Arbeitstagen die Woche, das sind schon 15 Euro für Kaffee in der Woche – oder über 60 Euro im Monat. Für lediglich einen Minibecher Kaffee am Tag schon eine stolze Summe, fand ich. Würdest du für 59,99 € im Monat ein „Kaffee-Abo“ abschließen, bei dem du immer werktags einen Becher Kaffee täglich bekommst?

Zugegeben, für jemanden, der vielleicht 2.000 € oder 2.500 € im Monat verdient, hört sich das noch nicht nach besonders viel Geld an. Ich überlegte also weiter: Wenn man dieses Geld, anstatt es für Kaffee auszugeben, lieber sparen und in ein Investment-Portfolio stecken würde, wie viel mehr Geld hätte man nach 10 Jahren im Vergleich zum täglichen Kaffee-Genießer?
Zum Glück musste ich dafür gar nicht wild herumrechnen. Denn ich erinnerte mich an zwei praktische Faustformeln, die in der Finanz-Community als die 752- und die 173-Regel bekannt sind. Diese Regeln funktionieren so:

  • Multipliziere eine wiederkehrende wöchentliche Ausgabe mit der Zahl 752, und du weißt, wie viel Geld du nach 10 Jahren hättest, wenn du das Geld stattdessen gespart und angelegt hättest.
  • Eine monatliche wiederkehrende Ausgabe multiplizierst du dafür mit der Zahl 173.

Die wöchentlich 15 € für den Coffee-to-go summieren sich nach 10 Jahren also zu 15 € × 752 = 11.280 €. Dafür muss selbst der gut verdienende Kaffeetrinker ein paar Monate seines Lebens arbeiten gehen.

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Müssen wir alle bis 67 arbeiten? Wie ich die Finanzielle Unabhängigkeit entdeckte und Frugalist wurde.

Frugalisten - Joana und Oliver

Vor einiger Zeit schrieb ich für den firmeninternen Newsletter meines englischen Arbeitgebers einen Artikel, in dem ich meinen Blog und die Idee hinter finanzieller Unabhängigkeit und dem frugalistischen Leben vorstellte. Am Ende kam dabei eine ganz gute Zusammenfassung des Themas heraus, weshalb ich mir überlegt habe, den Artikels auch nochmal auf deutsch hier auf dem Blog zu veröffentlichen. Hier ist er also.

Meine Geschichte beginnt vor etwa drei Jahren, als ich noch ein Student an der Bremer Universität war. Damals war ich überzeugt dass ich, sobald ich meinen Abschluss in der Tasche hatte und anfing zu arbeiten, für 40 Jahre (oder länger) in einem Job arbeiten gehen müsste. Ich würde die viele schöne Freizeit, die ich als Student genießen konnte, komplett aufgeben müssen, bis ich irgendwann mit Ende 60 vielleicht einmal in Rente gehen könnte. Fast jeder, den ich kannte, schien diesem Lebensmodell zu folgen, weshalb auch ich diesen Weg zunächst für die einzige Option hielt.

Meine Meinung änderte sich allerdings radikal, als ich über ein Phänomen namens Financial Independence and Retiring Early stolperte (zu Deutsch: Finanzielle Unabhängigkeit und früh in Rente gehen)  – oder kurz: FIRE. In Büchern und Blogs las ich von Menschen, die durch einen simpleren und weniger verschwenderischen Lebensstil in der Lage waren, genug Geld von ihrem gewöhnlichen Gehalt zu sparen, um mit 30 oder Anfang 40 finanziell unabhängig von ihrem Job zu sein. Sie konnten dann „in Rente“ gehen und für den Rest ihres Lebens tun und lassen was sie wollten, ohne sich jemals wieder um Geld Sorgen zu machen oder dafür arbeiten gehen zu müssen. Das hörte sich im ersten Moment ziemlich verrückt an. Hatten diese Leute nur Glück gehabt oder war das Ganze einfach nur ein schlechter Scherz?
Wie sich herausstellte, war es weder pures Glück noch irgendein geheimer Trick mit dem man finanziell unabhängig werden konnte. Tatsächlich war das Vorgehen ziemlich logisch und – was noch viel wichtiger für mich war – reproduzierbar:

Gebe weniger Geld aus als du verdienst und investiere die Differenz. Nach ein paar Jahren decken die Erträge deines Investments deine Ausgaben und dein Job-Einkommen wird optional – du bist finanziell frei.

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Heißt Sparen verzichten? Günstige Hobbys, die mich nichts vermissen lassen

Rugeley Skatepark Quarterpipe

Es ist ein gängiges Vorurteil gegenüber dem frugalistischen Lebensstil, dass der Spaß und die sozialen Kontakte durch die niedrigen Ausgaben und die hohe Sparleistung auf der Strecke bleiben würden. Viele glauben, dass man nur mit 30 oder 40 finanziell unabhängig werden kann, wenn man auf die „schönen Dinge des Lebens“ verzichtet und dadurch sein Leben über ein zuträgliches Niveau hinaus beschneidet. Das kommt in Blogartikel und Kommentaren immer wieder zum Ausdruck, wie etwa in diesem Beispiel:

„Derart hohe Sparquoten verlangen einen frugalen, geradezu mönchischen Lebensstil ab. […] hier geht es um ein Maß, dass für die meisten Menschen die Lebensqualität doch deutlich reduzieren würde. Das geht nunmal zwangsläufig zu Lasten der Wohnqualität, von Reisen, von gesellschaftlicher Teilnahme, letztlich von Genuss. Viele dürften es bereuen, später auf einem Berg Geld zu sitzen, jedoch mit dem Gefühl, die Zwanziger- und Dreißiger Jahre nicht voll ausgekostet zu haben.“ (Quelle)

Hat der Verfasser damit Recht? Wohne ich als Frugalist qualitativ minderwertig? Sitze ich den ganzen Tag nur zu Hause und bin von der Gesellschaft ausgeschlossen? „Kastriere“ ich mein Leben auf Kosten der Gegenwart, um als alter Mann einmal nicht mehr arbeiten gehen zu müssen? Werde ich es in zehn Jahren bereuen, mein Leben nicht „voll ausgekostet“ zu haben?

Ich lebe zurzeit von rund 800 € im Monat, wovon einen großer Teil schon die Miete und mein Zugticket zur Arbeit ausmacht. Ein Blick auf meine weiteren Ausgaben verrät: Kino- und Restaurantbesuche, Wochenend-Wellness-Trips, Pay-TV-Abo, Konzerte, Skiurlaube oder Cocktailbars – all diese „Genüsse“ tauchen in meinen Ausgaben entweder gar nicht oder nur selten auf. Man könnte also tatsächlich meinen, ich würde den ganzen Tag lang alleine zu Hause hocken, nur um ja kein Geld ausgeben zu müssen.

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Die effizienteste Art zu wohnen: So leben wir luxuriös ohne Mietwohnung und Eigenheim

Wohnzimmer Rugeley

Wir sind endlich umgezogen. Nachdem Joana im Februar auch einen Job angetreten hat, konnten wir nicht länger in unserem alten Zuhause in Wolverhampton bleiben – der Weg von dort zu unseren Arbeitsplätzen war auf Dauer einfach zu weit. Darum sind wir vor einigen Wochen in das beschauliche Rugeley1 gezogen und wohnen jetzt ziemlich genau in der Mitte zwischen unseren beiden Jobs. Im Gegensatz zu Wolverhampton (einer etwas trostlosen alten Industriestadt) ist Rugeley ein kleines Paradies: Ein gemütlicher Ort mit 20.000 Einwohnern, direkt am Nationalpark Cannock Chase gelegen, der mit seinen Wäldern und Hügeln zum Wandern und Mountainbiken einlädt. Von unserem neuen Zuhause aus sind es gerade einmal fünf Minuten, bis man mitten im Wald ist. Auf der anderen Seite des Ortes erstrecken sich die malerischen Flussauen des River Trent und der alte Trent-Mersey-Kanal, der im späten 18. Jahrhundert (der Zeit der Industrialisierung) für den Gütertransport gebaut wurde und heute Hausboot-Kapitänen und Wanderern als Freizeitbeschäftigung dient.

Vor unserem Umzug stand für uns eine wichtige Frage im Raum: Wo und wie wollen wir wohnen? Die Mieten und Immobilienpreise sind in England außerirdisch hoch – nicht nur in den Großstädten, sondern auch auf dem Land. Für eine winzige 2-Zimmer-Wohnung hätten wir mindestens 800 € im Monat hinblättern müssen, eher sogar 1000 €. Kaltmieten fangen bei etwa 450 € an, dazu kommen rund 100 € Council Tax (eine Art Gemeindesteuer, die pro Wohnung oder Haus erhoben wird) sowie die Betriebs- und Nebenkosten. Da der Großteil des Hausbestands hier in etwa Energieeffizienzklasse Z besitzt, dürften zu letzterem vor allem die winterlichen Heizkosten beitragen. Das war es uns nicht wert. Darüber hinaus hätten wir unsere Unterkunft auch noch selbst einrichten müssen, da wir ohne Möbel nach England gekommen waren und die Wohnungen hier nur in wenigen Fällen möbliert sind.

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Glücklicher Wohnen mit „So klein wie möglich“ – Meine rationale Alternative zum Quadratmeter-Wahnsinn

Glücklicher Wohnen mit "So klein wie möglich"

Es ist an der Zeit, dass wir uns einmal dem größten Ausgabenposten eines typischen deutschen Haushalts zuwenden. Die Rede ist von unserem Haus oder unserer Wohnung, deren Kosten im Schnitt rund 800 € pro Haushalt und Monat verschlingen – immerhin ein ganzes Viertel unserer durchschnittlichen Gesamtausgaben. Neben der reinen Kaltmiete oder den Kreditraten fürs Eigenheim gehören zu diesem Posten auch die Kosten für Heizung und Strom, Gas und Warmwasser, Aufwendungen für Reparaturen und Instandhaltung, Grundsteuern sowie Nebenkosten wie Abwasser oder Abfallentsorgung.
Ich behaupte, dass Wohnen überhaupt nicht so teuer sein muss. Wenn unsere Wohnung dem Zweck dienen soll, dass wir darin zufrieden, sorgenfrei und komfortabel leben können, dann sind die Wohnausgaben der meisten Deutschen zu einem großen Teil aus dem Fenster geworfenes Geld. Schon beim Aussuchen ihres Wohnraums treffen viele Menschen irrationale Entscheidungen und mieten oder kaufen in der Folge fast immer deutlich zu teuer. Ich will zeigen, dass es auch anders gehen kann. Mit einer etwas rationaleren Herangehensweise an die Wahl unserer Unterkunft könnten wir entspannter und zufriedener wohnen – und das für die Hälfte der derzeitigen Durchschnittsausgaben.

Viele Menschen suchen ihre Wohnung oder ihr Haus noch immer nach der Maxime So groß wie möglich aus. Die nicht weiter hinterfragte Annahme ist dabei, dass eine größere Wohnfläche und eine größere Zahl von Zimmern mit einer gesteigerten Lebenszufriedenheit einher gehen. Nicht selten sieht man darum Familien die größtmögliche Wohnung mieten, die sie sich mit ihrem Einkommen gerade noch leisten können. Häuslebauer nehmen den größtmöglichen Kredit auf, den sie innerhalb von 30 Jahren gerade noch so abstottern können und kaufen dafür das größtmögliche Haus. Es ist fast schon paradox: Während wir an der Tankstelle oder beim Online-Shopping um jeden Cent feilschen, sind wir beim Wohnungs- oder Hauskauf überhaupt nicht knausrig und blättern ohne mit der Wimper zu zucken einen großen Batzen unseres Gehalts für die Miete hin oder versenken ein ganzes Dutzend Jahresgehälter in ein Einfamilienhaus. Alles in der Erwartung, dafür gesteigertes Lebensglück in gleicher Höhe zurück zu erhalten. Eine trügerische Hoffnung.

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MacBook vs. FrugalBook: Mein neuer High-End-Laptop für 230 Euro

FrugalBook Thinkpad T420s

Ich gebe es zu: Ich habe mir etwas gekauft. Seit ein paar Wochen bin ich stolzer Besitzer eines neuen Klapprechners, auf dem ich jetzt neue Blogartikel wie diesen hier schreibe, Bilder bearbeite, Webseiten programmiere oder bei Facebook über Neuigkeiten aus der Welt des Frugalismus berichte. Mein altes Arbeitsgerät (ein mittlerweile sieben Jahre altes Thinkpad X200 mit 12-Zoll-Display) konnte ich an meinem Schreibtisch an ein Dock anschließen und so mit Tastatur, Maus und großem Bildschirm betreiben wie einen richtigen Desktop-Computer. Da Joana und ich mittlerweile umgezogen sind und unser neues Zimmer nur knapp zehn Quadratmeter klein ist, habe ich für dieses luxuriöse Schreibtisch-Setup jetzt aber keinen Platz mehr und habe darum das X200, die Dockingstation und den großen Bildschirm bei eBay verkauft. Dafür habe ich mir einen etwas größeren und moderneren Laptop mit 14-Zoll-Bildschirm zugelegt, mit dem ich nun auch ohne externen Monitor entspannt arbeiten kann.

Laptops und Smartphones sind ja schon praktische Erfindungen: Ich kann unterwegs nachsehen ob es in der nächsten Stunde regnen wird, mit dem Handy Fotos knipsen und direkt meinen Freunden in Deutschland schicken, im Bett Youtube-Videos gucken oder im Zug auf dem Weg nach Hause meinen nächsten Blogartikel tippen. Finanziell betrachtet können es diese technischen Gadgets aber ganz schön in sich haben: Ein neues Notebook oder Handy ist nicht nur teuer in der Anschaffung, sondern erleidet auch noch innnerhalb kurzer Zeit enorme Wertverluste, so dass dein ehemals brandneues Gerät nach nur wenigen Jahren schon wieder veraltet ist und du erneut Zeit und Geld in die Hand nehmen musst, um dir ein zeitgemäßes Neugerät zuzulegen. Thinkpad X260So sieht man selbst gewiefte Sparfüchse mitunter tief in die Tasche greifen, um mit der immer schneller voranschreitenden Technologie Schritt halten zu können. Sparfüchsin Andrea etwa kalkuliert in ihrem Blogbeitrag So erstellst du dein monatliches Budget rund 1600 Euro für einen neuen Apple-Laptop ein. “Dein neues MacBook nutzt Du also ungefähr 3 Jahre“ rechnet sie vor und kommt damit auf Kosten von (auf den Monat umgerechnet) rund 45 Euro. Und selbst wenn es kein schicker Apple-Rechner sein soll: Auch für einen vernünftigen Windows-Laptop kann man schonmal einen Tausender oder mehr hinblättern. Das Thinkpad X260 etwa, der aktuelle Nachfolger meines alten X200, kostet in der günstigsten Variante gute 1200 Euro. Aber so schick und schnell der neue Laptop auch sein mag, den folgenden Effekt kennst du vielleicht auch: nach spätestens vier Jahren ist die Mühle extrem zäh, selbst der Internetbrowser braucht zehn Minuten zum Starten und der Akku hält keine Viertelstunde mehr, so dass zum Geburtstag oder zu Weihnachten ein neues, flotteres Modell auf deinem Wunschzettel landet.

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Für 100 € im Monat speisen wie der Kaiser vom Schlaraffenland

Chana Dal Zutaten

In meinem letzten Winterbericht hatte ich unter meinen monatlichen Ausgaben Kosten von etwa 100 € für Lebensmittel und Essen aufgeführt. Das hat bei vielen von euch die Frage aufgeworfen, was genau ich eigentlich so esse und wie ich das für so verdammt wenig Geld hinbekomme.
Mal ein kleiner Vergleich: Der deutsche Durchschnittsbürger gibt im Monat rund 150 € für Lebensmittel im Supermarkt aus. Wenn du dann noch oft außer Haus essen gehst, in der Mittagspause täglich „mal eben was“ in der Kantine holst oder ständig Bio-Steak mit Saffransoße futterst, kann es auch ziemlich schnell deutlich mehr werden. Einer meiner Leser etwa hat in einem Kommentar zu meinem Bericht seine Lebensmittel-Kosten auf 250 € monatlich beziffert. Und auch aus meinem Bekanntenkreis habe ich schon ungläubige Reaktionen zu meinen Lebensmittelausgaben erhalten: „100 € im Monat für Essen? Das gebe ich in der Woche aus!!“
Heute will ich das Geheimnis lüften und euch zeigen, wie man für nur 100 € im Monat absolut fantastisch und gesund speisen kann, weit ab von Nudeln mit Ketchup und was du dir bei einem derart geringen Lebensmittel-Budget sonst so vorstellst.

Das A und O für gutes und günstiges Essen ist grundsätzlich einfach: Stelle deine Gerichte von Grund auf selbst her. Und zwar aus möglichst einfachen, unverarbeiteten Basis-Zutaten. Wenn du einfach in den Supermarkt gehst und alles, was bunt ist und dich anlächelt, in den Einkaufswagen klatschst, wird es mit der gesunden Ernährung vermutlich nichts und die 100 € werden schon mit dem halben Kassenbon gesprengt. Stattdessen brauchst du bei der Auswahl und Zubereitung deiner Speisen ein bisschen mehr Planung und ein paar Vorüberlegungen. Ich orientiere mich beispielsweise an folgenden vier Faktoren:

  1. Der Nährwert: Essen ist Treibstoff für meinen Körper. Meine Lebensmittel sollten darum gesund sein, möglichst viele wichtige Nährstoffe (Proteine, Mineralien, Vitamine) und wenig ungesunde oder industriell hergestellte Inhaltsstoffe (Zucker, viel Salz, Geschmacksverstärker, E472e) enthaten.
  2. Der Geschmack: Natürlich möchte ich gerne essen, was richtig gut schmeckt und nicht nur auf die inneren Werte der Lebensmittel achten. Bringt ja nix, wenn es gesund ist und wenig kostet, ich es mir aber mit Husten und Würgen hineinschieben muss.
  3. Der Preis Glasklar: Uns geht es ja gerade darum, wie man für wenig Geld gut und gesund essen kann. Der Preis ist also ein entscheidendes Kriterium.
  4. Die Zubereitungszeit Ich stehe durchaus gerne in der Küche und koche. Da ich ansonsten aber schon den ganzen Tag auf der Arbeit verbringe und auch noch Zeit für andere Hobbys übrig haben möchte, sollte mein Essen nicht allzu viel Zeit zur Zubereitung benötigen. Besonders praktisch sind Gerichte, die in der Menge gut skalierbar sind. Was heißt das genau? Das sind Speisen, bei denen du für fünf Portionen genauso lange in der Küche stehen musst wie für eine. Kartoffeln sind eher schlecht skalierbar: Je mehr Kartoffeln du essen willst, desto mehr musst du auch schälen. Bei Reis ist es hingegen egal, ob du eine halbe Tasse oder einen ganzen Pott kochst: Es dauert immer gleich lang. Bei gut skalierbaren Gerichten kannst du leicht eine große Menge auf Vorrat kochen und so die Zubereitungszeit pro Portion immens reduzieren.

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1000 Kilometer mit dem Fahrrad zur Arbeit

Der Fahrradstand auf meiner Arbeit

Das da oben auf dem Bild ist der Fahrradstellplatz meiner Firma und der blaue Flitzer ganz links ist mein Fahrrad, mit dem ich jeden Morgen zur Arbeit fahre. Angesichts der überschaubaren Anzahl an Fahrrädern könnte man glatt denken, dass ich in einem kleinen Familienbetrieb arbeite. Aber weit gefehlt: mein Betrieb beschäftigt mehr als einhundert Menschen, von denen die meisten mit dem Auto zur Arbeit kommen, wie der meist rappelvolle firmeneigenen Auto-Parkplatz verrät.

Der Parkplatz auf meiner Arbeit

Alles klar: Meine Arbeit liegt ganz offensichtlich auf dem Gipfel eines schwer zugänglichen Bergs und ist nur über eine steile und hunderte Meilen lange Gebirgsstraße erreichbar. Und die wenigen Fahrradfahrer sind diejenigen, die das Glück haben, kurz unterhalb des Gipfels zu wohnen. Nein, wieder daneben. Tatsächlich befindet sich meine Arbeitsstelle in Stone, einer beschaulichen kleinen Ortschaft mit guter Verkehrsanbindung inmitten der eher wenig bergigen englischen Landschaft. Und wie ich in Gesprächen mit meinen Kollegen mitbekommen habe, wohnt der größte Teil der Belegschaft auch keinen Hundert-Meilen-Ritt entfernt, sondern entweder direkt in Stone oder in den etwa zwölf Kilometer entfernten Orten Stafford und Stoke-on-Trent. Wie aber kann es dann sein, dass 95 Prozent meiner Kollegen mit dem Auto zur Arbeit fahren, obwohl sie kaum weiter als einen Steinwurf entfernt wohnen? Ich habe dafür nur eine Erklärung: Auf dem Weg müssen gefährliche Tiere, Banditen oder Zombies in den Büschen lauern. Denn warum sonst sollten vernünftige Menschen mit zwei gesunden Beinen lieber gelangweilt in einem gigantischen motorisierten Rollstuhl herumsitzen wollen und Benzin und Geld dafür verfeuern, sich vollautomatisch bis vor den Firmeneingang karren zu lassen, statt den Arbeitsweg mit einer entspannten Fahrradtour an der frischen Luft zu verbinden?

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